21.03.2023

AWS, Twitch und Co: Amazon kündigt 9000 Mitarbeiter

Von der neuen Kündigungswelle bei Amazon sind 9.000 Mitarbeiter:innen, darunter auch die Belegschaft von AWS und Twitch, betroffen.
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Auch AWS-Cloud und Twitch sind von den jüngsten Kündigungen bei Amazon betroffen. (c) pixabay.com

Erst Anfang Jänner kündigte Amazon 18.000 Mitarbeiter:innen – die bisher größte Kündigungswelle in der Unternehmensgeschichte des Online-Giganten. Nun kürzt Amazon weitere 9.000 Stellen. Andy Jassy, CEO von Amazon, teilt in einer öffentlichen Aussage mit, dass die jüngsten Kündigungen die AWS-Cloud-Sparte, Twitch-Gaming-Abteilung, den PXT-Solutions-Bereich (Amazons People Experience Technology and Solutions) und die Werbeabteilung betreffen. 

Amazon kündigt weitere Teile der Belegschaft

“In den vergangenen Jahren haben wir in fast allen Geschäftsbereichen in großem Rahmen Personal eingestellt. Dies war angesichts der Entwicklungen in unseren Geschäftsbereichen und der Wirtschaft angemessen. In Anbetracht der instabilen Wirtschaftslage, in der wir uns befinden und der Unsicherheit, die in naher Zukunft besteht, haben wir uns dafür entschieden, unsere Kosten und Mitarbeiterzahl stärker zu optimieren”, schreibt Jassy in seinem Update. 

Als einer der größten Arbeitgeber werde sich Amazon jedoch Zeit mit den Kürzungen nehmen. Das bedeutet, dass der Online-Gigant nicht alle Kündigungen auf einen Schlag bekannt gibt. Der CEO verkündet, dass Mitarbeiter:innen erst dann informiert werden, wenn alle Teams und Abteilungen ihre Analysen abgeschlossen haben. 

Auch AWS und Twitch von Kündigungen betroffen

Während es von Amazon noch keine Angaben gibt, in welchem Ausmaß die Kündigungen die unterschiedlichen Abteilungen betreffen, berichtet TechCrunch, dass zehn Prozent der Gesamtzahlen auf AWS entfallen. Expert:innen begründen den Bedarf an Stellenabbau in der Cloud-Branche mit der Sättigung des Marktes, vorwiegend mit der Reduzierung der Ausgaben in Cloud-Technologien. Dies ließe sich auch an den sinkenden Wachstumszahlen des Cloud-Infrastruktur-Marktes erkennen. Diese sind von 36 Prozent im Vorjahr auf 21 Prozent gefallen. 
Darüber hinaus gab Twitch am Montag bekannt, dass rund 400 Angestellte der Streaming-Webseite vom Personalabbau der Amazon-Muttergesellschaft betroffen seien. Dies sei ein Versuch, die Geschäftsbedingungen von Twitch langfristig zu stärken. „Wie viele andere Unternehmen wurde auch unser Geschäft durch die aktuelle makroökonomische Lage beeinträchtigt. Zudem hat das Nutzer- und Umsatzwachstum unsere Erwartungen nicht erfüllt. Um unser Geschäft nachhaltig zu führen, haben wir die sehr schwierige Entscheidung getroffen, unsere Mitarbeiterzahl zu reduzieren“, sagt Dan Clancy, neuer CEO von Twitch.

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Reploid-CEO Philip Pauer (r.) und -CBO Jonas Finck läuteten heute die Börsenglocke | (c) Wiener Börse AG / Alexander Felten
Reploid-CEO Philip Pauer (r.) und -CBO Jonas Finck läuteten im Juli 2025 die Börsenglocke | (c) Wiener Börse AG / Alexander Felten

Im Juli 2025 ging das Welser Insektenzucht-Scaleup Reploid in einem durchaus ungewöhnlichen Schritt nur vier Jahre nach der Gründung am Direct Market Plus an die Wiener Börse. Ein Run auf die Aktie blieb damals aus – es gab keinen Trade am ersten Tag, wie brutkasten berichtete.

Große Meilensteine, aber noch immer wenig Handelsvolumen

Seitdem hat sich bei Reploid viel getan: Millionenfinanzierungen, geografische Expansion, neue große Kunden, zahlreiche Personalien und eine Steigerung auf rund neun Millionen Euro Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr (brutkasten berichtete). Einzig: Die Liquidität der Aktie, die aktuell bei 1.700 Euro pro Stück steht, hält sich nach wie vor in Grenzen, wie ein Blick auf Daten der Wiener Börse verrät. Oft gibt es mehrere Tage lang keine Trades, nur an wenigen Handelstagen werden zweistellige Stückzahlen erreicht.

Aktiensplit geht mit Erhöhung des Grundkapitals einher

Doch das soll sich jetzt ändern. Denn wie Reploid per Aussendung bekanntgibt, plant man einen Aktiensplit im Verhältnis 1:15 – der Preis einer Aktie reduziert sich damit also auf ein Fünfzehntel des aktuellen Werts. Damit erhöht sich die Anzahl der Aktien von 110.881 auf 1.663.215, wobei auf jede Stückaktie weiterhin ein anteiliger Betrag am Grundkapital von einem Euro entfällt.

Das bedeutet auch: Das Grundkapital muss dafür von derzeit 110.881 Euro auf 1.663.215 Euro erhöht werden. Das soll ohne die Ausgabe neuer Aktien, sondern „durch Umwandlung eines Teilbetrags der nicht gebundenen Kapitalrücklagen, die sich aus dem im Geschäftsjahr 2025 gesteigerten Eigenkapital speisen“, erfolgen. Der Beschlussvorschlag dafür werde der ordentlichen Hauptversammlung am 14. September 2026 vorgelegt, heißt es von Reploid.

„Wollen die Reploid-Aktie speziell für Retail-Investoren leichter handelbar und attraktiver machen“

„Die Reploid-Aktie notierte zuletzt bei 1.700 Euro. Würden wir heute splitten, läge der Kurs bei etwa 113 Euro. Genau das ist unser Ziel: Wir wollen die Reploid-Aktie speziell für Retail-Investoren leichter handelbar und attraktiver machen“, kommentiert Gründer und CEO Philip Pauer.

Ob die gewünschte Wirkung erzielt wird, bleibt freilich abzuwarten. Die Liquidität im Direct Market Plus der Wiener Börse ist generell niedrig. Wohl aber zeigt ein Blick auf die Daten: Titel mit geringeren Stückkosten kommen tendenziell auf mehr Trades.

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