24.06.2020

Amazon möchte zwei Milliarden US-Dollar in nachhaltige Startups & Unternehmen investieren

Amazon hat die Gründung eines sogenannten "Climate Pledge Funds" angekündigt und möchte in den nächsten Jahren über zwei Milliarden US-Dollar in nachhaltige Startups und Unternehmen investieren.
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Amazon Climate Pledge Fund
Der Amazon Sphere in Seattle ist Teil des HQ und beherbergt 40.000 Pflanzen. | (c) AdobeStock/kellyvandellen

Amazon hat am Dienstag die Errichtung eines sogenannten „Climate Pledge Funds“ bekannt gegeben. Über diesen sollen in den nächsten Jahren über zwei Milliarden US-Dollar in nachhaltige Startups und Unternehmen investiert werden. Die Investitionen sollen laut Amazon in die Entwicklung nachhaltiger Technologien und Dienstleistungen fließen.

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Amazon schafft Venture-Investitionsprogramm

In einer Aussendung des US-Konzerns heißt es dazu: „Das zweckgebundene Venture-Investitionsprogramm wird mit einem Startkapital von zwei Milliarden Dollar in visionäre Unternehmen investieren, deren Produkte und Services den Übergang zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft erleichtern.“

Im vergangenen Jahr haben Amazon und die Organisation Global Optimism gemeinsam eine Selbstverpflichtung ausgearbeitet, das Pariser Klimaschutzabkommen zehn Jahre früher zu erreichen und bis 2040 CO2-neutral zu sein.

Teil dieses Vorhabens sind unter anderem bereits getätigte Investitionen in das US-Elektroauto-Startup Rivian und die Bestellung von 100.000 elektrischer Lieferwagen, die in den nächsten Jahren Teil der Amazon-Lieferflotte werden sollen.

Jeff Bezos: „Von Startups bis etablierte Unternehmen“

Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon, über die Zielgruppe des Climate Pledge Funds: „In Betracht kommen Unternehmen aus der ganzen Welt, in allen Größen und in jeder Entwicklungsphase – von Startups mit Prototyp bis hin zu fest etablierten Unternehmen.“

Über den Climate Pledge Fund sollen zudem Investitionen in verschiedene Branchen fließen, darunter Transport und Logistik, Energieerzeugung, -lagerung und -nutzung, Fertigung und Materialien, Kreislaufwirtschaft sowie Lebensmittel und Landwirtschaft.


=> zum Unternehmens-Blog des US-Konzerns

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NATO,Startup,Fonds
Startups im DefenseTech Bereich könnten einen Aufschwung erleben. (c) pexels

In Österreich unterliegen Rüstungsbetriebe strengen Export- und Herstellungskontrollen, primär geregelt durch das Kriegsmaterialgesetz und das Außenwirtschaftsgesetz. Um der Rüstungsindustrie die Arbeit zu erleichtern, will Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) die gesetzlichen Rahmenbedingungen nun lockern. Unsicherheiten sollten entfernt werden und Exporte schneller und einfacher über die Bühne gehen, so der Minister gestern gegenüber der „Zeit im Bild“ (ZIB) des ORF bei einem Besuch eines Rheinmetall-Werks in Wien. Die Finanzierung von Rüstungssaufträgen sei ein wesentliches Finanzierungsvehikel für heimische Industrie und Betriebe.

„Neutralität ist oberstes Gut“

Gleichzeitig sagte er, dass diese Schritte keinen Einfluss auf die Neutralität haben sollen. „Die Neutralität ist oberstes nationales Gut, das es zu schützen gilt. Wir dürfen aber durch die Neutralität nicht in eine Situation kommen, dass unsere Betriebe gewisse Aufträge nicht abarbeiten können.“

Ob sich die strikte Trennung von wirtschaftlichem Profit und militärischer Neutralität in Österreich in der Realität so aufrechterhalten lässt, wie es die Politik erhofft, bleibt angesichts der verankerten juristischen Hürden abzuwarten. Für die heimischen Startups und Unternehmen im Defense- oder auch Dual-Use-Bereich sind die geplanten Lockerungen jedenfalls eine Chance, sich auf dem europäischen Markt noch stärker zu etablieren.

Diskretion und Dual Use

Dass die Vereinbarkeit von wirtschaftlichem Potenzial und der Neutralität in Österreich nicht gerade einfach ist, wissen auch Founder:innen. Dem Thema DefenseTech wird in Österreich traditionell mit großer Diskretion begegnet. Kein Wunder, hat sich das Land schon vor 71 Jahren der Neutralität verpflichtet. Reine DefenseTech-Startups findet man hierzulande kaum, die meisten agieren im sogenannten „Dual Use“-Bereich. Das bedeutet, ihre Produkte lassen sich nicht ausschließlich im militärischen, sondern auch im zivilen Bereich einsetzen. Neben dem teils kritischen Ansehen der Industrie, gibt es weiters auch Strafen für Unternehmen, wenn deren Produkte für Kriegsparteien bereitgestellt werden.

3,3-Milliarden-Euro-Industrie

Trotz der strengen Auflagen leistet die Rüstungsindustrie in Österreich ihren wirtschaftlichen Beitrag: Laut Industriemagazin erwirtschaftet die Branche jährlich etwa 3,3 Milliarden Euro und damit 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Und es haben sich in den letzten Jahren auch einige Startups im DefenseTech- oder verwandten Bereichen etabliert, die von den Lockerungen profitieren könnten. Viewpointsystem, CycloTech oder Drone Rescue Systems, um ein paar zu nennen – wohl gemerkt alle drei im genannten „Dual Use“-Segment.

Wie groß das Potenzial ist, das durch solche Lockerungen entfesselt werden kann, zeigt ein Blick über die Grenze. Im Nachbarland Deutschland boomt die DefenseTech-Branche. Erst gestern berichtete brutkasten über ein 1,6 Mrd. Euro schweres Investment in das Münchner KI-DefenseTech-Scaleup Helsing – der neue Deutschland-Rekord. Das Unternehmen für Drohnen und unbemannte Kampfflugzeuge wird nun mit 18 Mrd. US-Dollar bewertet. Zuvor holte der Münchner Drohnenhersteller Quantum Systems 1,2 Mrd. US-Dollar.

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