13.05.2025
WORLD CUP

all but sugar gewinnt den Startup World Cup Austria 2025

Den Hauptpreis beim Startup World Cup holt sich all but sugar, das im Oktober 2025 Österreich beim globalen World Cup Finale im Silicon Valley vertreten wird.
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Victoria Mcguigan, Hannah Wundsam (Austrian Startups), Joshua Maurer, Daniela Haunstein, Valentin Krenkel (invest.austria), Gewinnerin Lisa Reiss (all but sugar), Marie Friebus, Mert Ravci, Johanna Stolberg, Sarah Ludwig (invest.austria), Varya Deulina (Austrian Startups)
v.l.n.r.: Victoria Mcguigan, Hannah Wundsam (Austrian Startups), Joshua Maurer, Daniela Haunstein, Valentin Krenkel (invest.austria), Gewinnerin Lisa Reiss (all but sugar), Marie Friebus, Mert Ravci, Johanna Stolberg, Sarah Ludwig (invest.austria), Varya Deulina (Austrian Startups)

Das Wiener Startup all but sugar wurde 2024 von Lisa Reiss gegründet und entwickelt pflanzenbasierte Zucker-Alternativen für die Lebensmittelindustrie. All but sugar ist auch bekannt unter Smiling Food. Nach eigenen Angaben ist es das weltweit erste modulare System für Zuckeralternativen, das Saccharose in allen funktionalen Eigenschaften vollständig ersetzt. So kommt all but sugar ohne künstliche Süßstoffe oder geschmackliche Kompromisse aus und ermöglicht so die Umstellung auf gesündere, kalorienärmere Produkte, so das Versprechen. Brutkasten hat bereits berichtet.

All but sugar hat bereits Wettbewerbserfahrung. Schon im November des Vorjahres konnte das Startup seine internationale Wettbewerbsfähigkeit beweisen und eine globale Zuckerreduktionscompetition in Singapur gewinnen.

Pitch vor US-Investoren

Der Startup World Cup fand bereits zum fünften Mal in Österreich statt – dieses Jahr im Rahmen der ViennaUP. Startup World Cup wurde von invest.austria in Zusammenarbeit mit Austrian Startups organisiert. Das Ziel des Wettbewerbs ist es, Österreichs vielversprechendste Early-Stage-Unternehmen zu finden. All but sugar hat mit seinem Gewinn die Chance, vor prominenten US-Investoren zu pitchen. Dabei kann das Startup potenziell eine Million US-Dollar als Investment bekommen.

Hannah Wundsam, Managing Director von AustrianStartups, ergänzt: „Der Startup World Cup ist eine großartige Gelegenheit, die nächste Generation an Tech-Innovationen sichtbar zu machen. Für den Standort Österreich ist das Finale ein wichtiges Schaufenster. Es zeigt, welches Potenzial in unserem Ökosystem steckt – und wie relevant es international ist.”

Publikumspreis ging an Tiroler Startup

Abgesehen vom Hauptpreis wurde außerdem ein Publikumspreis vergeben: Das Publikum stimmte für das Tiroler Startup 21 energy ab. Das Startup wurde 2022 von Maximilian Obwexer und Lukas Waldner gegründet und kombiniert Bitcoin Mining mit intelligenter Heiztechnologie. 21 energy nutzt die entstehende Abwärme energieeffizient zur Raumheizung und stabilisiert das Stromnetz durch dynamische Lastverschiebung. Kund:innen profitieren von niedrigeren Heizkosten, reduzierten CO2-Emissionen und einer zusätzlichen Einnahmequelle durch Mining, so heißt es von 21 energy. Brutkasten hat bereits berichtet.

Weitere vielversprechende Finalisten

Dem Österreich-Finale gingen seit Ende März vier Vorentscheidungen voraus: In Linz („Team North“), Wien („Team Vienna“), Graz („Team South“) und Innsbruck („Team West“). Im Finale präsentierten sich die Teams schließlich einer Jury bestehend aus: Nina Wöss (Fund F), Werner Müller (FFG), Kambis Kohansal (WKO), Pavlina Filippi (A1), Kal Deutsch (Silicon Valley in Your Pocket) und Gregory Gorman (Seed2Exit).

All but sugar konnte sich gegen diese elf weiteren Finalistenteams durchsetzen:

„Team North“

RNAnalytics: Das niederösterreichische BioTech-Startup hat eine Analyse-Methode für Lipid-Nanopartikel entwickelt, die mit bestehenden Geräten genutzt werden kann und in der Forschung und Entwicklung RNA-basierter Therapeutika zum Einsatz kommen soll.

Carbony: Das Startup aus Steyr, Oberösterreich, arbeitet an CO2-Removal-Projekten in Europa, die in einem B2B-Modell angeboten werden. Dazu nutzt das Unternehmen Pulver aus bestimmten Gesteinen, die das Treibhausgas auf Jahrtausende binden können.

Tumbleweed: Das SpaceTech-Startup aus Niederösterreich entwickelt unter anderem leichtgewichtige Rover für zukünftige Mars-Missionen.

„Team Vienna“

Social Cooling: Das Wiener Startup entwickelt eine Plug&Play-Klimaanlage ohne Abluftschlauch, die 90 Prozent weniger Energie verbrauchen soll als herkömmliche Modelle.

Minimist: Die Plattform des Wiener Startups nutzt Machine Learning für Objekterkennung und Preisvorschläge, um den Verkaufsprozess von Second-Hand-Plattformen zu optimieren.

„Team South“

Must Visibility: Das System des Grazer Startups kann in bestehende industrielle Maschinen integriert werden und soll Materialfehler bereits direkt während des Produktionsprozesses erkennen und anzeigen.

together: Das steirische Startup entwickelt eine Social-App für das Teilen von Fotos, die mithilfe von AI automatisiert funktioniert.

byeagain: Das Startup bietet ein Refurbishment-Service für Händler an, mit dem diese Retouren, B-Ware und Ausstellungsstücke besonders effizient wiederaufbereiten können sollen.

„Team West“

ComCom: Das Salzburger Startup baut ein Video-Callcenter für Gebärdensprach-Dolmetscher, Schriftdolmetscher und weitere für ganz Österreich auf.

21Energy: Das Innsbrucker Startup bietet Bitcoin-Miner als Elektroheizungen an, die die Stromkosten für das Heizen über Mining abfedern sollen.

benmo: Das Vorarlberger Startup bietet eine App, die – verbunden mit einem Wearable – Nutzer:innen für je zehn Minuten Bewegung mit einem Euro Guthaben bei Partnern belohnt – im B2C-Abo und auch als B2B-Modell.

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Die Gründer Rafael Schwarz und Philipp Linsbichler vor einem Sammelmodul | © Social Cycle

Jeder kennt es: Der Softdrink ist getrunken und übrig bleibt nur die leere Plastikflasche. Was soll man mit ihr machen? Wegwerfen und so Pfandsammlern die Arbeit erschweren oder doch bis zum nächsten Supermarkt gehen und dort die Flasche ordnungsgemäß retournieren? Genau diesem Problem nehmen sich die beiden Gründer von Social Cycle, Rafael Schwarz und Philipp Linsbichler, an. Sie haben ein System zum Pfandsammeln entwickelt, das herkömmliche Pfandringe ersetzen soll. Laut den Gründern ist es u.a. flexibler einsetzbar, sauberer und billiger.

Sammeln mit einer Röhre

Social Cycle setzt auf eine röhrenartige Konstruktion, in die leere Flaschen und Dosen gesteckt werden können. Ihr Sammelsystem ist wesentlich günstiger als herkömmliche Pfandringe. „Unser System kostet zwischen 79 und 99 Euro. Die Pfandringe kosten alleine in der Produktion schon 300 Euro, mit genau der gleichen Kapazität an Flaschen. Außerdem spart man sich die Montage“, sagt der Unternehmensberater. Die Sammelkonstruktionen von Social Cycle werden nämlich nur mit Schellen fixiert, was für zusätzliche Flexibilität sorge. „Du kannst dann einfach die Module z.B. vom Bahnhof abmontieren und dann bei einem Fest montieren“, erklärt Schwarz.

Zudem sei die Reinigung wesentlich einfacher als bei allen anderen Systemen am Markt. Weiters passen die Module laut dem Co-Founder besser ins Stadtbild als bisherige Sammelsysteme. „Wir haben auch das Feedback bekommen, dass es einfach viel besser im öffentlichen Raum ausschaut, was natürlich eins der größten Probleme bei den Pfandringen ist“, erklärt Schwarz.

So sehen die Sammelmodule von Social Cycle aus. | © Social Cycle

Wien als nächstes Ziel

Social Cycle ist bereits an über 150 Standorten in Österreich und Deutschland vertreten, unter anderem in Bregenz, Steyr und Kahl am Main. Nur in Wien fehlen noch jegliche Pfandsammelsysteme. Auf brutkasten-Anfrage erklärt das Büro des Wiener Klimastadtrats Jürgen Czernohorszky (SPÖ), dass Pfandsammelsysteme auch zur „Ablagerung sonstiger Abfälle“ verwendet würden, was zu höheren Reinigungskosten führe.

„Dabei haben wir eben unser System genau so entwickelt, dass es dieses Problem nicht gibt“, erklärt Schwarz. Ab September gebe es erneut Gespräche mit der SPÖ, den NEOS und den Grünen. Der 25-Jährige ergänzt: „Wir rechnen zu 100 Prozent mit einem positiven Ausgang. Wir sind wirklich überzeugt, dass es einfach eine perfekte Lösung auch für Wien ist.“

Dem Büro des Klimastadtrats sind Gespräche im Herbst nicht bekannt. Es erklärt, dass das Einwegpfand u. a. das Ziel verfolge, Getränkeverpackungen in den Recyclingkreislauf zurückzuführen. „Die Einführung von Pfandsammelbehältnissen würde diesem Grundgedanken entgegenstehen, da dadurch ein Anreiz entstehen kann, Pfandgebinde bewusst im öffentlichen Raum zurückzulassen und deren Rückführung auf Dritte zu verlagern“, ergänzt das Büro.

Präsenz in ganz Europa

Das im März 2026 gegründete Unternehmen finanziert sich mittels Bootstrapping. Investoren soll es keine geben. Als Kunden kommen für Social Cycle Städte, Gemeinden und Abfallverbände in Frage. Die Gründer wollen ihr Produkt durch konstantes Feedback verbessern und sich so gegenüber ihrer Konkurrenz durchsetzen. Dabei setzen sie auf Mundpropaganda, Medienberichte und die eigene Kommunikation z.B. mittels Mails. Schwarz und Linsbichler denken trotz langsamen Wachstums bereits an die nächsten großen Schritte. Das Startup soll u.a. nach Holland und Irland expandieren und seine Präsenz in Deutschland verstärken. Schwarz möchte mit dem Pfandsammelsystem auch in Hamburg und Berlin vertreten sein. „Unser Ziel ist es wirklich, dass unsere Module in die Infrastruktur eingebunden sind wie Mistkübel, in ganz Europa“, stellt der Co-Founder fest.

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