26.01.2026
PROFITABILITÄT

Alfies: Wiener Online-Supermarkt erreichte im Vorjahr 33 Mio. Euro Umsatz

Alfies blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück: Das vor zehn Jahren in Wien gegründete Unternehmen verbesserte seine Profitabilität und wuchs mit einem Umsatz von rund 33 Millionen Euro im zweistelligen Prozentbereich.
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Alfies
© Alfies - Gunther Michl, Mitgründer und Geschäftsführer Alfies.

Im vergangenen Jahr erreichten alle heimischen Lagerstandorte von Alfies (vier in Wien, einer in Graz) die Profitabilität. Trotz des starken Fokus auf Effizienz und Kostenoptimierung konnte der Umsatz auf rund 33 Millionen Euro gesteigert werden, heißt es laut Aussendung. 2024 erzielte das Unternehmen noch unter 30 Millionen Euro Umsatz.

Alfies wächst zweistellig

Konkret verzeichnete Alfies in Österreich ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich. Das Unternehmen gewann laut eigenen Angaben eine fünfstellige Anzahl an Neukund:innen, der durchschnittliche Warenkorb der Kund:innen steigerte sich auf rund 70 Euro. In der Schweiz verdoppelte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr. Zusätzlich wurde dort erstmals ein positiver Deckungsbeitrag pro Bestellung erreicht – ein wesentlicher Schritt für die langfristige Skalierbarkeit des Geschäftsmodells, wie es heißt.

„2025 feierten wir unser zehnjähriges Jubiläum. Schon seit 2015 liefern wir in Wien Lebensmittel. Die Herausforderungen im Online-Lebensmittelhandel sind heute andere als damals, aber für langfristigen Erfolg braucht es Durchhaltevermögen und das richtige Geschäftsmodell. Das haben wir auch anhand vieler Konkurrenten gesehen, die im letzten Jahrzehnt in den Markt eingestiegen oder wieder ausgeschieden sind“, sagt Gunther Michl, Mitgründer und Geschäftsführer von Alfies. Der Salzburger gründete den Lieferdienst mit seinem Bruder Gerald Michl und dem Schulfreund Thomas Ecker. „Daher freut es uns umso mehr, dass wir 2025 so positiv abschließen konnten.“

Pfand als Herausforderung

Vor erhebliche operative Herausforderungen stellte Alfies die Einführung des Einwegpfands in Österreich mit 1. Jänner 2025, etwa aufgrund der notwendigen manuellen Etikettierung importierter Getränke. „Wir mussten unsere Prozesse im Lager über das Jahr hinweg immer wieder anpassen, auch weil sich das Kauf- und Rückgabeverhalten der Kunden verändert hat“, erklärt Michl. Die Nachfrage nach Getränken in PET-Flaschen und Dosen, besonders im Biersegment, brach deutlich ein. Mehrweggebinde legten hingegen über alle Kategorien zu. Mit der Menge an Pfandgebinden im Umlauf stieg naturgemäß auch die Rückgabemenge: Mittlerweile wird bei nahezu jeder vierten Lieferung Pfand retourniert. Insgesamt nahmen die Alfies-Driver 2025 fast sechs Millionen Pfandgebinde von den Kund:innen mit.

Neben der Pfandrücknahme baute Alfies seinen Service auch auf Produkt- und Technologieebene aus. Alle Apps wurden vollständig erneuert – mit dem Launch von alfies.shop als Domain für beide Märkte schuf das Unternehmen zudem eine neue technologische Plattform, die als Grundlage dienen soll, Verbesserungen, neue Features und Innovationen künftig wesentlich schneller umzusetzen.

Alfies mit KI-Assistent

Eine weitere Neuerung war der Start des KI-Einkaufsassistenten „Alfie“, der mit jeder Nutzung dazulernt, um an die Kund:innenwünsche angepasste Rezepte und Produktvorschläge zu bieten. Der auf einem Transformer-Sprachmodell basierende Assistent kann nicht nur Rezepte finden und Wochenpläne erstellen, sondern auch Event-Menüs planen – inklusive Mengenberechnung für Gäste. Selbst Foodpairing beherrscht er: Zu einem Gericht liefert Alfie etwa die passende Weinempfehlung – wie brutkasten berichtete.

Diese Vorschläge kommen aus einem Sortiment, das im letzten Jahr um mehr als 1.000 Produkte wuchs und mittlerweile über 6.000 umfasst. „Wöchentlich listen wir neue Produkte, vor allem im Bereich Lebensmittel. Das ist unser Anspruch als vollwertiger Online-Supermarkt für den täglichen Bedarf“, sagt Geschäftsführer Michl.

Expansion geplant

Für das Jahr 2026 plant Alfies den nächsten Wachstumsschritt. Das Liefergebiet soll ausgeweitet werden, sodass größere Teile Niederösterreichs, der Steiermark sowie der Schweizer Kantone Zürich, Aargau und Zug erschlossen werden. Parallel dazu wird die Elektroautoflotte – wie bereits 2025 – auch heuer um weitere 30 Fahrzeuge erweitert, um die nachhaltige Zustellung weiter voranzutreiben.

Produktseitig plant Alfies einen Ausbau des Sortiments im Bereich Frische. Zusätzlich investiert das Unternehmen in die Weiterentwicklung der Alfies-Plattform, um den Kunden ihren Online-Einkauf noch einfacher, schneller und personalisierter zu gestalten: „Mit profitablen Strukturen, klarer Wachstumsstrategie und konsequentem Fokus auf Technologie und Kundenerlebnis sehen wir uns bestens aufgestellt für die nächsten Entwicklungsschritte im Online-Lebensmittelhandel“, so Michl abschließend.

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© Wiener Börse/Nik Pichler

Österreichische Unternehmen setzten im bisherigen Jahresverlauf 2026 positive Impulse am Kapitalmarkt, auch wenn die Belebung noch nicht alle Marktsegmente erfasste. Wie das aktuelle IPO Barometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY zeigt, stehen vier Neuzugänge an der Wiener Börse, ein neuer ATX-Rekord sowie zwei Börsengänge österreichischer Unternehmen im Ausland zu Buche.

Die zwei Auslands-Listings waren das Unternehmen Asta Energy, das im Jänner in Frankfurt an die Börse ging, sowie Innio Jenbacher mit dem Börsengang im Juni an der Nasdaq. Parallel dazu entwickelte sich der heimische Aktienmarkt stark: Der ATX inklusive Dividenden erreichte am 28. September mit 17.618,00 Punkten ein neues Allzeithoch und liegt seit Jahresbeginn mehr als 30 Prozent im Plus.

Vier Neuzugänge an der Wiener Börse

Am österreichischen Kapitalmarkt verzeichnete die Wiener Börse im laufenden Jahr vier Neuzugänge. Mit dem Handelsstart der Biogena Good Vibes AG am 10. September im Segment direct market plus kam der vierte Neuzugang an die Börse – brutkasten berichtete. Dem Listing ging eine außerbörsliche Kapitalerhöhung mit öffentlichem Aktienangebot voraus. Laut Unternehmensangaben zeichneten mehr als 2.300 neue Aktionär:innen Aktien, wobei sich der Mittelzufluss auf fast 18 Mio. Euro belief. Zuvor gingen dieses Jahr die Emerald Horizon AG im standard market (brutkasten berichtete), die FIT Group AG im direct market plus und die K2G Holding AG im direct market an den Wiener Markt.

Ein klassischer IPO eines österreichischen Unternehmens im geregelten Markt wurde im dritten Quartal hingegen nicht verzeichnet. Seit Anfang Juli ist der direct market plus zudem als EU-KMU-Wachstumsmarkt registriert, was insbesondere Wachstumsunternehmen und KMU den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern soll.

„Für nachhaltige Belebung des IPO-Markts braucht es gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen“

„Das dritte Quartal zeigt ein differenziertes Bild: Ein klassischer IPO im geregelten Markt blieb zwar aus, zugleich belegen die Neuzugänge und insbesondere das zusätzliche Listing von Biogena, dass der Kapitalmarkt auch für österreichische Wachstumsunternehmen eine relevante Finanzierungsoption sein kann. Dass mehr als 2.300 neue Aktionärinnen und Aktionäre gewonnen und fast 18 Millionen Euro eingeworben wurden, ist ein positives Signal für die Mobilisierung privaten Kapitals“, analysiert Martina Geisler, Partnerin und Leiterin IPO bei EY Österreich.

„Für eine nachhaltige Belebung des heimischen IPO-Markts braucht es nun eine gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen. Entscheidend sind eine überzeugende Equity Story, transparente Governance, realistische Bewertungsvorstellungen und die Bereitschaft, den Kapitalmarkt frühzeitig in die Wachstumsstrategie einzubinden. Der EU-KMU-Wachstumsmarkt kann dabei helfen, die Einstiegshürden für kleinere und mittlere Unternehmen zu senken“, so Geisler weiter.

Wer den Kapitalmarkt in Betracht ziehe, müsse daher „frühzeitig Börsenreife herstellen und seine Equity Story klar auf die Bedürfnisse eines internationalen Investorenkreises ausrichten“, heißt es von EY.

Erweiterung im global market

Neben den Neuzugängen erweiterte die Wiener Börse am 9. September den global market – das Handelssegment für bereits an anderen Börsen notierte internationale Aktien – um 45 Titel aus dem Nasdaq 100 und dem S&P 500. Damit sind dort nun erstmals mehr als 1.000 internationale Wertpapiere in Euro, zu Inlandskonditionen und während der Wiener Börsenzeiten handelbar. Bei diesen Einbeziehungen handelt es sich nicht um österreichische IPOs.

Im weltweiten Vergleich blieben die IPO-Märkte im dritten Quartal 2026 mit 367 Börsengängen nahezu stabil (Vorjahresquartal: 374), während das Emissionsvolumen um 79 Prozent auf 93,3 Mrd. US-Dollar stieg. „Die hohen Emissionsvolumina dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erholung des IPO-Markts noch nicht in der Breite angekommen ist. Das dritte Quartal wurde stark von wenigen sehr großen Transaktionen geprägt“, erläutert Geisler.

Weltweit entfielen im dritten Quartal rund 75 Prozent des Platzierungsvolumens auf die Branchen Advanced Manufacturing und Technology. Getragen werde der Markt laut EY von Equity Stories, die auf kritische Infrastruktur und Energie, KI und Robotik sowie Verteidigung einzahlen.

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