09.08.2016

Alexander Wrabetz gewinnt mit Digitalstrategie Wahl zum ORF-Generaldirektor

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(c) APA (GEORG HOCHMUTH)

Kurzmeldung

Zum dritten Mal ist Alexander Wrabetz am Dienstag zum Generaldirektor des ORF bestellt worden. Er setzte sich damit gegen den derzeitigen Finanzdirektor Richard Grasl durch.

Im Wahlkampf hatte Wrabetz immer wieder betont, die Digitalstrategie des ORF ausbauen, und den ORF so zum Digital- und Social-Media-Haus weiterentwickeln zu wollen. „Die nächsten fünf Jahre entscheiden darüber, ob der ORF seine Leitmedienfunktion auch im digitalen Bereich, insbesondere im Social-Media-Bereich, halten kann“, zitiert ORF.at den derzeit amtierenden Generaldirektor.

Geht es nach Wrabetz, soll zu diesem Zweck die Position eines „Chief Digital Officer“ in der Generaldirektion geschaffen werden, dem die Planung neuer Strategien in den Bereichen Neue Medien, Business-Development, Apps, etc. obliegt.

Eine weitere Säule von Wrabetz‘ Plan stellt „ORF-eins-to-go“ dar. Damit soll ein non-lineares Angebot für die Mobile- und Social-Media-Nutzung entstehen. Die nächste Amtsperiode des Generaldirektors beginnt am 1. Jänner 2017 und dauert fünf Jahre.

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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