07.05.2021

akostart: Ein Pionier der Linzer Startup-Szene sperrt zu

Gerold Weisz und sein akostart in der Humboldtstraße 40 haben die Linzer Startup-Szene fast ein Jahrzehnt lang geprägt.
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Gerold Weisz unterrichtet an FH Oberösterreich und JKU die nächste Gründerinnen-Generation . 2012 gründete er das akostart © Weisz
Gerold Weisz unterrichtet an FH Oberösterreich und JKU die nächste Gründerinnen-Generation . 2012 gründete er das akostart © Weisz

Was das Sektor 5 für Wien war, ist das akostart für Linz. Als der kleine Co-Working-Space in der Humboldtstraße 40 im zweiten Stock 2012 aufsperrte, steckte die Linzer Startup-Szene noch in den Kinderschuhen. Gründerinnen und Gründer haben geholfen, die Wände zu streichen, die Möbel zu schleppen. Hier haben sich Co-Founder gefunden, Teams gebildet und mitunter auch wieder getrennt. Mit dem akostart sperrt heuer ein Pionier des Linzer Startup-Ökosystems zu. Initiator Gerold Weisz hatte jederzeit ein offenes Ohr und einen guten Rat für seine Startups – Ende Juni wird er das letzte Mal den Schlüssel in der Humboldtstraße 40 umdrehen.

Die Humboldtstraße 40 in Linz, eine legendäre Adresse?

Gerold Weisz: (lacht) Ja, die Humboldtstraße ist so zumindest in der Startup-Szene bekannt geworden.

Wie erinnerst du dich an die Zeit zurück, in der das akostart entstanden ist?

Die Vorgeschichte von akostart war, dass ich mit einem Telekombetreiber und Fabasoft den eigentlich ersten Coworking-Space in Österreich gegründet habe. Das war 2008, als wir auch ein Pre-Venture-Programm angedacht hatten. Dann kam die Wirtschaftskrise und meine Partner sind ausgestiegen. Das a plus b Zentrum war damals auf absolute Hochtechnologie spezialisiert, es war aber die Zeit, in der auch App-Entwickler aufgekommen sind und für die gab es keine Unterstützungseinrichtung. Ich habe mich mit diesem Problem an die JKU gewandt und gemeinsam mit JKU und Kunstuni einen Verein gegründet. Dass wir den Coworking-Space mitten in Linz bekommen haben, war dann eigentlich ein Zufall. Wir waren ab dem ersten Moment voll. Wir haben die Räume gemeinsam mit Startups renoviert und eingerichtet. Die Zeit ganz am Anfang war schon wahnsinnig schön. Das war so eine starke Dynamik. Wenn 15 Leute freiwillig mit dir das Büro ausmalen und Tische aufstellen, das war wirklich toll! Wir waren die ersten in Österreich, gemeinsam mit Sektor 5. Darauf sind wir stolz. 

Welche Startup-Geschichten sind dir besonders in Erinnerung geblieben?

Ab der ersten Stunde dabei war Christian Derwein, der damals PetTogether hatte. Das Startup war kurzfristig stark in den Medien, aber leider langfristig nicht erfolgreich. Offisy war auch eines der Startups der ersten Stunde. Jetzt auch noch sehr erfolgreich ist hejfish, damals als Bissanzeiger gestartet. Und natürlich myEsel. Immer wieder bei uns ein- und ausgegangen sind aber zum Beispiel auch die Gründer von Tractive, die ihr Startup im akostart zum ersten Mal gepitcht haben. Auch Florian Gschwandtner war immer wieder zu Gast. 

Im akostart in Linz © akostart
Im akostart in Linz © akostart

Du hast also sehr viele Startups ab der ersten wagen Idee begleitet. Was war aus deiner Sicht oft ausschlaggebend für Erfolg oder Misserfolg?

Erfolgreich sind Startups, wenn sie selbst von ihrer Idee überzeugt sind und wirklich etwas bewegen wollen. Startups, die mit einem Schlag reich werden wollten, aus denen wird meist nichts. Der große Exit war in den Anfangszeiten des akostart auch noch nicht so ein Thema, weil die Investorenszene 2012 noch nicht so präsent war. Manche sind gescheitert, weil sie sich vielleicht den Markt nicht gut genug angeschaut haben. Team-Streitereien haben auch einige Startups scheitern lassen. Als Sparringspartner war ich nicht nur in guten Zeiten da, sondern auch in schlechten. Das ist für mich immer noch das Wesen eines Coworking-Spaces. Du brauchst dort einen Netzwerker, der sich um die Startups kümmert und in der ersten Phase der beste Freund ist. Das muss jemand sein, der kein Investitionsinteresse hat. Ich war immer völlig neutral und das wurde auch sehr geschätzt.

Wie hat sich das Startup-Ökosystem seither in Linz entwickelt?

2011 gab es nur die WKO, tech2b, die FH Oberösterreich und die JKU. Dann haben wir das akostart gegründet. 2021 ist die Landschaft der Startup-Unterstützer massiv größer. Ab 2014 ist ja die mediale Berichterstattung rund um Startups stark gestiegen. 2 Minuten 2 Millionen ist gestartet, Runtastic hat den Exit an Adidas geschafft – das hatte einen großen Effekt in der Aufmerksamkeit. Wir in Oberösterreich haben das Glück, dass wir eine starke Industrie haben. Vor zehn Jahren hat die noch nicht daran gedacht, dass man mit Startups zusammenarbeiten kann. Das hat sich stark geändert. Es war also eine sehr positive Entwicklung in den letzten zehn Jahren, zu der wir als akostart sicher beigetragen haben.

Ist die Szene zu groß geworden für Einrichtungen wie das akostart?

Ja, das war der Grund, warum wir jetzt die Segel streichen. Natürlich hat die Tabakfabrik auch dazu beigetragen, dass wir etwas in den Hintergrund getreten sind. Dort ist ein toller Hotspot entstanden und das ist auch gut so. Aber als Hochschul-Inkubator abseits der Tabakfabrik leidet man da halt ein bisschen. Das System, so wie wir es damals initiiert haben als Coworking-Space mit Sparringspartner, das braucht es jetzt nicht mehr sosehr. Also machen wir dieses System zu. Das Pre-Inkubations-Programm haben wir tech2b übergeben, wo es weitergeführt wird. 

Im akostart in Linz © akostart
Im akostart in Linz © akostart

Welche Pläne hast du für die nächsten Jahre?

Ich bin weiterhin leidenschaftlich Professor an der FH, damit habe ich viel zu tun. An den Unis in Graz und Linz bin ich auch tätig. Ich will Startups außerdem stärker in den Bereichen Marketing, Imagebildung und PR unterstützen. Das ist meine nächste Mission. Die Startups von heute schaffen die Arbeitsplätze von morgen. Das sind die Arbeitsplätze unserer Kinder und Enkel. 

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Eines der großen Themen ist die Entbürokratisierung durch Digitalisierung. „Wir befreien Bürger, Unternehmen und Verwaltung von unnötigen analogen Pflichten. Also: Was digital einfacher geht soll auch digital gehen“, sagt Pröll. Als Beispiel nennt er, dass die verpflichtende Barzahlung oder mehrfach auszudruckende Antragsunterlagen zukünftig wegfallen und durch digitale Wege ersetzt werden würden.

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Einer der dreizehn Punkte ist die langfristige Verwirklichung des Once-Only-Prinzips. Unternehmen müssten dadurch künftig keine Nachweise mehr vorlegen, die dem Staat ohnehin schon vorliegen. Dadurch würden Amtswege einfacher und schneller gemacht werden. Project X bildet die technologische und organisatorische Grundlage, um das Once-Only-Prinzip in der österreichischen Verwaltung in die Realität umzusetzen. Durch den Ausbau der zentralen Datenmanagement-Infrastruktur (dadeX) im Rahmen dieses Projekts wird sichergestellt, dass der Staat bereits vorhandene Daten selbstständig abrufen und verknüpfen kann.

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Chatbots bei Verwaltungsverfahren

Mit der neuen AVG-Novelle (Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz) soll der Kontakt zu den Behörden spürbar moderner und unkomplizierter werden. Es wurden rechtliche Regeln für den Einsatz von digitalen Helfern in der Verwaltung präsentiert. Das bedeutet, dass künftig Chatbots und digitale Assistenten ganz offiziell und rechtlich abgesichert dabei helfen dürfen, Bürger:innen und Unternehmen Schritt für Schritt durch Formulare zu führen. Gleichzeitig können einfache Standardfälle in Zukunft vollautomatisch erledigt werden. Insgesamt soll das Einreichen von behördlichen Anträgen dadurch leichter und zugänglicher werden. Die AVG-Novelle zur digitalen Verwaltung wurde bereits im März 2026 beschlossen.

Einheitliche Regelungen

Pröll spricht auch das Thema „Fleckerlteppich“ in Bezug auf Zuständigkeiten und Aufgabenverteilung in Österreich zwischen Bund, Bundesländern und Gemeinden an. Diese teils sehr komplizierte Verteilung soll klarer werden. Durch die Kompetenzbereinigung wandern bestimmte Zuständigkeiten zum Bund, was einheitliche Regeln im ganzen Land schafft. Pröll nennt hier explizit für Unternehmen relevante Bereiche wie das Bauprodukterecht, das Wettwesen und das kleine Glücksspiel.

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