05.04.2018

Akarion: Linzer Startup mit DSGVO- und Blockchain-Fokus

Die DSGVO muss keine Angst machen, sagt Akarion-Gründer Markus Costabiei. Er sieht in den neuen Datenschutzregeln auch eine Chance - die sein Linzer Startup nützen will.
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Akarion
(c) Akarion: Founder Markus Costabiei

Am 25. Mai beginnt eine neue Zeitrechnung. Mit dem Start der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) werden EU-weit neue Regeln zum Umgang mit personenbezogenen Daten eingeführt. Dabei geht es um Kundendaten genauso wie um jene der Mitarbeiter. Betroffen sind alle Unternehmen, vom Weltkonzern bis zur Ein-Personen-Firma. Manchen ist das schon aufgefallen: Facebook, Apple, Microsoft – viele ändern gerade ihre Datenschutzoptionen. Einige dieser Firmen verkaufen es gar als großen Wurf. Aber alle reagieren bloß auf die neuen Regeln – und die empfindlichen Strafen, die bei Nichteinhaltung drohen. Akarion

In Österreich sind die Vorbereitungen zwar im Gang, aber noch herrscht große Unsicherheit und Nachholbedarf. Nur ein Drittel aller Unternehmen sieht sich bereits gut vorbereitet. Das öffnet Möglichkeiten für Startups, die Lösungen für die DSGVO anbieten.

„Viel bessere Datenqualität“

Zwei Projekte mit Basis in Linz werden am Dienstag beim Brutkasten Meetup #3 vertreten sein: Swync, das sich mit seiner App an KMUs wendet und auch den Nutzern die volle Hoheit über die eigenen Daten geben will. Und Akarion, das gar eine Lösung auf Blockchain-Basis im Sinn hat.

Weil die neuen Regeln ohnehin einzuhalten sein, würde es helfen, die Umstellung als Chance zu betrachten, sagt Akarions CEO Markus Costabiei, der das Startup 2017 gemeinsam mit Viljem Pitako, Sascha Maschek und Paul Emathinger gegründet hat: „Unternehmen können jetzt auch zu einer viel besseren Datenqualität kommen.“ Bis dahin ist es freilich ein weiter Weg. „Es geht um den Schutz der Personenbezogenen Daten. Namen, Mailadresse, Geburtsdatum. Aber auch Kreditkartendaten, alles was Rückschlüsse auf eine einzelne Person zulässt“, so Costabiei.

Es geht auch um die Minimierung von Daten

Die Firmen müssen erstmal eine Bestandsaufnahme machen und prüfen, wo überall personenbezogene Daten erfasst und verarbeitet werden. Sie müssen sich auch überlegen, ob sie diese Daten für ihr Geschäft wirklich brauchen – und diese im Negativfall löschen. „Unternehmen sind jetzt immer in der Nachweispflicht. Es muss ein berechtigtes Interesse herrschen, um die Daten zu erheben. Ein Ziel der Verordnung ist auch die Datenminimierung“, sagt Costabiei.

In der Branche erzählt man sich von DAX-Unternehmen, wo zehntausende IT-Techniker aktuell nur mit der DSGVO beschäftigt sind.

Er habe Unternehmen gesehen, in denen 300 verschiedene IT-Systeme werken – von denen die Hälfte mit Personendaten zu tun hätten. Ein wichtiger Punkt ist auch das neue „Verarbeitungsverzeichnis“. Ein Protokoll, das die Datenschutzbehörde bei Prüfungen sehen will. Darin muss jeder Verarbeitungsvorgang, jede Speicherung, Weiterleitung und Verwendung von personenbezogenen Daten erfasst werden.

„Wie kommen die Daten rein, wie lange möchte ich sie speichern, was mache ich damit, an wen gebe ich sie weiter – all das muss protokolliert werden“, so Costabiei. Das stellt die größten Unternehmen vor enorme Herausforderungen. In der Branche erzählt man sich von DAX-Unternehmen, wo zehntausende IT-Techniker aktuell nur mit der DSGVO beschäftigt sind.

Manche Daten sind sensibler als andere

Denn nach Einführung werden die Kunden neue Auskunftsrechte haben. Sie dürfen dann erfragen, welche Daten wo gespeichert sind, warum und wie lange. Sie können auch klagen. Ebenso die Mitarbeiter – aktuelle wie ehemalige. Das öffnet ganz neue Problemfelder für Firmen, die den Datenschutz bisher vielleicht weniger ernst genommen haben. Besonders betroffen sind all jene, die mit sensiblen Daten arbeiten. Also etwa Ärzte oder Versicherungen, die Gesundheitsdaten verwalten müssen. In manchen Fällen muss das Unternehmen auch einen Datenschutzverantwortlichen benennen. Dessen Job ist besonders heikel, denn er muss Vergehen in der eigenen Firma melden, wenn er sie entdeckt.

Fünf Pilotkunden für Akarion

Akarion arbeitet derzeit mit fünf Pilotkunden. Das Linzer Startup bietet aktuell eine Web-App, die die Daten im Sinne der DSGVO erfassen und verwalten kann – und dabei mit bestehenden Systemen zusammenarbeitet, etwa SAP. „Wenn die Testphase erfolgreich ist, dann werden weitere Firmen draufgeschaltet. Die Protokollierung auf der Blockchain wird einer der nächsten Schritte sein, im April starten wir damit aber noch nicht“, so der CEO.

„War for talents“ in Österreich

Costabiei ist in der Startup-Welt auch kein Unbekannter. Er hat als Leiter des Linzer Inkubators Tech2b in den Jahren 2008 bis 2013 schon Runtastic betreut. „Das war eine Schlüsselzeit“, so Costabiei, der ursprünglich aus Südtirol kommt: „Die haben die Gründeszene in Österreich erst sichtbar gemacht.“

Akarion hat inzwischen sechs Mitarbeiter. Bis Ende des Jahres sollen es 12 sein. Die Suche nach geeigneten Kandidaten sei bisher gut verlaufen, so der Gründer. „Aber die Marktlage ist sehr schwer. Es gibt da schon einen war for talents. Wir haben zumindest den Vorteil, das wir schon auf große persönliche Netzwerke zurückgreifen können.“

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Disclaimer: Dieser Beitrag entstand in redaktioneller Unabhängigkeit mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) der Republik Österreich.

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Der Startup-Hub Tabakfabrik in Linz © Tabakfabrik Linz Peter Hofstaetter

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Jung, zufrieden und KI-affin

Ein Blick auf die Ergebnisse des Austrian Startup Monitor 2025 zeigt: Mit seinen 442 Startup-Gründungen seit 2015 liegt Oberösterreich mit 12 Prozent aller Gründungen österreichweit zwar weit hinter dem dominanten Hub Wien (46,5 Prozent), aber nahezu gleichauf mit der zweitplatzierten Steiermark (12,4 Prozent). Während das Bundesland beim Anteil an Scaleups (9,1 Prozent) oder Spinoffs (15,9 Prozent) an sämtlichen Gründungen und noch mehr beim Gründerinnen-Anteil (7,4 Prozent) nicht an die heimischen Spitzenreiter herankommt, stechen drei Statistiken positiv hervor:

  • 37% – Oberösterreich hat laut Austrian Startup Monitor 2025 mit 37 Prozent der Gründer:innen, die bei der erstmaligen Gründung unter 25 Jahre alt waren, eine im Vergleich (Österreich-Schnitt: 25,6 Prozent) sehr junge Founder-Community.
  • 74% – 74 Prozent der oberösterreichischen Startups nennen KI als für sie wichtigste Schlüsseltechnologie — auch das ist ein Spitzenwert innerhalb Österreichs, knapp vor Wien (72,7 Prozent).
  • 7,2 Punkte – Kein anderes Bundesland kommt in der Frage nach dem Standort auf eine so hohe Weiterempfehlungsrate: Auf einer Skala von 0 bis 10 liegt Oberösterreich mit durchschnittlich 7,2 Punkten österreichweit auf Platz eins und deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 6,2.

Startups und Scaleups: Die Aushängeschilder

Oberösterreich brachte schon eine ganze Reihe großer Startups und Scaleups hervor. Bei manchen liegt der Exit mittlerweile lange zurück, etwa bei Dynatrace oder Runtastic, bei anderen wie Agilox ein paar Jahre, bei Tractive ist er erst kürzlich (in Rekordhöhe) erfolgt. Wieder andere, etwa der von Analysten milliardenbewertete Spezialist für Sicherheitslösungen Loxone oder das Spacetech Peak Technology, sind der Scaleup-Phase bereits entwachsen und haben sich endgültig als große Player am Weltmarkt etabliert. Es gibt aber auch einige aktive „heiße Eisen“ — rechts vier herausragende Beispiele.

Storyblok

Die Storyblok-Founders Alexander Feiglstorfer und Dominik Angerer. © Storyblok

Mit mehreren Mega-Investments, zuletzt einer 80-Millionen-US-Dollar-Runde im Jahr 2024, steht Storyblok aus Linz auf der exklusiven Liste der heimischen „Soonicorns“ und ist damit das Scaleup-Aushängeschild Oberösterreichs. Mit seinem Headless-CMS kann das Scaleup Referenzen wie Netflix, Tesla und Adidas vorweisen.

neoom

Zu den herausstechenden Scaleups Oberösterreichs zählt auch das auf Energielösungen spezialisierte Unternehmen neoom aus Freistadt. Auf sich aufmerksam machte es mit mehreren achtstelligen Investmentrunden, darunter eine 25-Millionen-Euro-Series-B-Runde 2023. Der Außenumsatz ist laut Unternehmensangaben indes neunstellig.

Walter Kreisel ©neoom

hello again

Entstanden im Runtastic-Umfeld ist hello again aus Leonding längst selbst eine Größe. Das Scaleup ist Marktführer im DACH-Raum bei Kundenbindungs-Apps und erreicht über diese mehr als 16 Millionen Endnutzer:innen. Unter den mehr als 1.000 Unternehmenskunden sind etwa Deichmann, Müller und Klipp.

Franz Tretter © hello again

Blockpit

Und noch einmal Linz: Blockpit hat mit seinem Steuer-Tool erfolgreich eine Nische im gigantischen Krypto-Markt besetzt, die vor allem in der EU von Bedeutung ist. Das Linzer Scaleup ist in seinem Bereich Marktführer im DACH-Raum und hat seine Lösung bei Playern wie Bitpanda und Bybit EU integriert.

Florian Wimmer © Blockpit

Vielseitiges Ökosystem

Wer in Oberösterreich ein Startup gründet, kann neben den bundesweiten Angeboten auf eine ganze Reihe von landesspezifischen Unterstützungsmöglichkeiten zurückgreifen.

Viele davon, etwa der Tech-Inkubator tech2b, der Co-Working-Anbieter Tech Harbor, der auch umfassende Werkstattflächen bereitstellt, und der Kreativwirtschafts-Spezialist creative region, haben gemeinsam mit den oberösterreichischen Unis und FHs, der Wirtschaftskammer und weiteren Playern eine zentrale Anlaufstelle geschaffen: hub’ert. Dort können Startups die passende Unterstützung bzw. die passenden Unterstützungen für ihr Business finden.

Oberösterreichische Startups profitieren nicht nur von der Fülle an einzelnen Angeboten, sondern auch von der Vernetzung zwischen diesen. Dabei spielt — wie sollte es anders sein? — auch die Industrie eine entscheidende Rolle, zum Beispiel über Pier4 von tech2b, das Startups mit etablierten Unternehmen vernetzt. Und wer etwa im MedTech-Inkubator von tech2b ist, findet damit bereits Anschluss an den Medizintechnik-Cluster Oberösterreich.

Teil dieses Ökosystems, wenn auch nicht Teil von hub’ert, ist auch die Startrampe der Sparkasse Oberösterreich mit Sitz in der Linzer Tabakfabrik. Sie bietet unter anderem einen Accelerator, Workspace und Beratung bei Businessplänen und Finanzierung.

Finanzierung

Wer in Oberösterreich Kapital für sein Startup braucht, wird sowohl bei öffentlichen als auch privaten Geldgebern fündig. Mit Business Upper Austria hat auch Oberösterreich eine landeseigene Förderstelle; und mit dem OÖ Gründerfonds und dem Landes-VC OÖ HightechFonds zwei weitere Finanzierungsvehikel.

Auf privater Seite sind es vor allem erfolgreiche Gründer:innen, die über ihre Vehikel als Investor:innen agieren. Heraus stechen hier die Runtastic-Gründer mit ihrer gemeinsamen Investmentgesellschaft 8eyes, aber etwa auch Tractive-Gründer Michael Hurnaus, der schon vor seinem Rekord-Exit (siehe Abschnitt zu Exits) als Business Angel agierte. Mit startup300 nahm zudem das bislang wohl ambitionierteste heimische Angel-Netzwerk seinen Ausgang in Linz, zog sich aber bereits vor einigen Jahren schrittweise wieder zurück.

Auch Österreichs nach Assets under Management größter Private-Equity-Investor hat seinen Sitz in Oberösterreich: die Invest AG der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Sie hat ein breites Portfolio unterschiedlicher Unternehmen, wobei Startup-Finanzierungen in den vergangenen Jahren eine immer größere Rolle spielen.

Der monumentale Knotenpunkt

Was hub’ert auf der organisatorischen Ebene ist, ist die Tabakfabrik Linz auf der physischen: Nicht alle, aber viele Fäden des oberösterreichischen Startup-Ökosystems laufen in der ehemaligen Fabrik zusammen — wo sonst in der Industriestadt? Auf den nicht weniger als 80.000 Quadratmetern Nutzfläche haben nicht nur zahlreiche Ökosystem-Player, sondern auch eine große Zahl an Startups ihren Sitz. Auch das einstmals denkbar ambitionierte Projekt startup300 wählte die Tabakfabrik als Hauptquartier — und betreibt hier heute unter anderem noch den Co-Working-Bereich factory300.

© Tabakfabrik Linz Peter Hofstätter

Spinoff-Schmieden und Österreichs jüngste Uni

Mit der IT:U (Interdisciplinary Transformation University Austria) hat Österreichs jüngste öffentliche Universität ihren Sitz in Linz. Neben einem neuen inhaltlichen Fokus auf digitaler Transformation und neuen Wegen in der Lehre setzt die IT:U von Beginn an auch auf eine Spinoff-Strategie. Dabei kann sie in Oberösterreich durchaus auf ein starkes Ökosystem aufbauen: Sowohl die Johannes Kepler Universität Linz (JKU) als auch die FH Oberösterreich können jeweils eine ganze Reihe erfolgreicher Spin-offs vorweisen. Außerdem setzen beide stark auf die Zusammenarbeit mit Industrie und Wirtschaft. Besonders deutlich wird das im Softwarepark Hagenberg: Dort betreibt die JKU Forschungsinstitute und die FH OÖ ihren IT-Lehr-Standort und den Coworking- und Inkubationsspace Bytewerk. Dabei werden Synergien mit dem außeruniversitären Comet-Zentrum Software Competence Center Hagenberg und mehreren Konzernen und großen Playern am Standort gelebt.

KI-Forschung von Weltrang

Wer die oberösterreichische Universitätslandschaft durch die Innovationsbrille betrachtet, kommt an KI-Koryphäe Sepp Hochreiter nicht vorbei. Der gebürtige Bayer gilt mit seiner Arbeit über Long Short-Term Memory (LSTM) als einer der globalen Wegbereiter der modernen KI. Bereits seit 2006 lehrt er an der JKU und leitet dort das Institut für Machine Learning. Bei der Lehre belässt Hochreiter es aber nicht: Mit dem Spinoff NXAI arbeitet er an der nächsten KI-Grundlage „xLSTM“ (Extended Long Short-Term Memory). Die ist wiederum Basis für spezialisierte KI-Modelle, die die globalen Größen in der jeweiligen Nische übertreffen. Der Schwerpunkt ist dabei — auch hier zeigt sich das oberösterreichische Ökosystem — Industrial AI. In diesem Feld bewegt sich auch das NXAI-Spinout Emmi AI, das mit seinem Exit an den französischen KI-Riesen Mistral dieses Jahr für Aufsehen sorgte.

Doch auch abseits der JKU entstehen in Oberösterreich KI-Startups, etwa das Linzer Unternehmen Straion, das dieses Jahr eine Seed-Finanzierungsrunde im Millionenbereich abschloss. Die Plattform des Startups stellt sicher, dass KI-generierter Code interne Standards, Sicherheitsanforderungen und Architekturvorgaben von Unternehmen einhält und damit „enterprise-ready“ ist.

Katrin Freihofner, Straion

Das Exit-Bundesland

Der oben erwähnte Verkauf von Emmi AI an Mistral um kolportierte mehr als 300 Millionen Euro war spektakulär — ist aber bei Weitem nicht der einzige große oberösterreichische Startup-Exit. Ebenfalls dieses Jahr gelang dem Paschinger Haustier-Tracking-Scaleup Tractive mit dem Verkauf an die italienische Bending Spoons um kolportierte 900 Millionen US-Dollar der vermutlich größte Übernahmedeal der heimischen Startup-Geschichte. Mehr als ein Jahrzehnt zuvor hatte der Exit von Runtastic an Adidas um 220 Millionen Euro maßgeblich zum ersten großen Startup-Hype in Österreich beigetragen. Die vier Runtastic-Gründer — Florian Gschwandtner, René Giretzlehner, Christian Kaar und Alfred Luger — wurden danach nicht nur über ihre Beteiligungsgesellschaft 8eyes selbst zu wichtigen Ökosystem-Playern: Tractive etwa wurde von Gschwandtner mitgegründet; bei Scaleups wie hello again waren die vier Gründer von Beginn an als Investoren an Bord.

  • 300 Mio. € – Verkauf von Emmi AI an Mistral
  • 900 Mio. $ – Verkauf von Tractive an Bending Spoons
  • 220 Mio. € – Exit von Runtastic an Adidas

Alte, neue und große Player

Als Industrie-Bundesland beheimatet Oberösterreich bekanntlich Größen wie voestalpine, Miba, KTM, FACC, Lenzing, Greiner oder Engel — um nur ein paar zu nennen. Einige davon sind längst ins Ausland verkauft, haben aber nach wie vor ihren Sitz in Oberösterreich. Hinzu kommen internationale Riesen wie BMW und Siemens, die im Bundesland konzernweit wichtige Standorte betreiben.

Doch auch Tech-Größen sind in Oberösterreich zu finden. In der Schnittmenge zwischen Industrie- und Tech-Unternehmen befindet sich Keba, das mit seinen Lösungen für industrielle Automatisierung zu den globalen Playern im Feld zählt und dabei massiv auf KI setzt — mehr dazu in der Coverstory mit Keba-CEO Christoph Knogler. So wie Keba stammt ebenfalls aus Linz das international erfolgreichste IT-Unternehmen mit Wurzeln in Österreich: Dynatrace. Seinen formellen Sitz hat der Observability-Weltmarktführer, bei dem Co-Founder Bernd Greifeneder nach wie vor CTO ist, zwar schon lange in den USA; der weltweit größte Standort ist jedoch in der Stahlstadt und wurde erst dieses Jahr mit einem neuen Campus erheblich ausgebaut.

Über Industrie und IT hinaus hat Oberösterreich noch ein drittes Aushängeschild: die Ars Electronica. Was 1979 als Festival an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft begann, ist heute eine vierteilige Institution aus Festival, Prix, dem Museum Ars Electronica Center und dem Futurelab. Letzteres ist für das Innovationsökosystem das relevanteste Element: Das Labor entwickelt gemeinsam mit Unternehmen Prototypen und Zukunftskonzepte und schlägt damit die Brücke zurück zur Industrie. Linz trägt seit 2014 den Unesco-Titel „City of Media Arts“.

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