18.11.2022

Airbnb CEO vermietet sein Gästezimmer in San Francisco für 0 Dollar

Die Marketing-Aktion von airbnb-Chef Brian Chesky soll "beweisen, wie einfach und sicher es ist Gastgeber:in zu sein".
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Airbnb CEO Brian Chesky bei sich zuhause | (c) Airbnb
Airbnb CEO Brian Chesky bei sich zuhause | (c) Airbnb

Wer schon einmal in San Francisco war, weiß, dass die Tech-Metropole nicht gerade ein günstiges Pflaster ist. Dazu haben wir nun gute und schlechte Nachrichten. Die gute: Es gibt ein Gästezimmer in einer wunderschönen, luxuriösen Unterkunft im besten Viertel, das man via airbnb kostenlos buchen kann. Die schlechte: Diese Unterkunft ist – wenig überraschend – schon auf viele Jahre ausgebucht.

CEO Brian Chesky will Sicherheit von Airbnb beweisen

Dahinter steckt eine Marketing-Aktion von Airbnb. Die besagte Unterkunft ist das Gästezimmer im Anwesen von CEO Brian Chesky, der damit laut einer Aussendung den „Beweis antreten [will], wie einfach und sicher es ist Gastgeber:in zu sein“.

So sieht das Gästezimmer in Brian Cheskys Anwesen aus | (c) Airbnb
So sieht das Gästezimmer in Brian Cheskys Anwesen aus | (c) Airbnb

Zuverdienst in der Rezession

Dazu gibt es auch ein paar Zitate vom airbnb-Chef, mit der er die Aktion erklären will: „Airbnb wurde während einer Rezession geboren. Wir konnten unsere Miete nicht mehr bezahlen, also legten wir drei Luftmatratzen aus und gründeten unser erstes ‚AirBed & Breakfast‘. Und schon bald schlossen sich Menschen auf der ganzen Welt unserer Idee an“, schreibt er. „Genau wie während der großen Rezession im Jahr 2008 gibt es heute Menschen die aktuell besonders daran interessiert sind sich etwas dazuzuverdienen“, so Chesky weiter.

Neue Features für Hosts

Um mehr Menschen als neue Airbnb-Hosts zu gewinnen gibt es nun für Einsteiger eine kostenlose Beratung durch einen „Superhost“. Über das Versicherungssytem des Unternehmens, AirCover, sind Gastgeber:innen nun statt wie bisher mit einer Million Dollar, für drei Mio Dollar Sachschäden versichert. Airbnb hatte in der Coronakrise einen Rückgang bei Buchungen verzeichnet, von dem sich das Unternehmen bislang noch nicht ganz erholt hat.

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Wolfgang Hattmannsdorfer | (c) drehwerk / Peter Mayr
Wolfgang Hattmannsdorfer setzt mit „Made in Europe and Partner Countries“ den nächsten Umsetzungsschritt der Industriestrategie 2035. | (c) drehwerk / Peter Mayr

Die Industriestrategie 2035 nimmt immer klarere Formen an (brutkasten berichtete). Durch den nächsten Umsetzungsschritt „Made in Europe and Partner Countries“ soll mit rund 70 Milliarden Euro öffentlicher Kaufkraft nun die europäische Wertschöpfung gestärkt werden. „Nur 0,6 Prozent aller Aufträge stehen für 50 Prozent des gesamten Beschaffungsvolumens, und genau da müssen wir ansetzen. Dort wo die großen Summen, dort wo die Milliarden bewegt werden“, sagt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, der sich auf eine vom Lieferketteninstitut ASCII erstellte Analyse bezieht.

Startups werden in diese vergleichsweise kleine Zahl großer Aufträge nicht fallen. Auf Nachfrage von brutkasten hieß es vom Wirtschaftsministerium: „Diesen Beschaffungen kommt eine besondere strategische Hebelwirkung zu. Wenn bei diesen großen Aufträgen neben dem Anschaffungspreis auch Qualität, Lebenszykluskosten, Innovation, Versorgungssicherheit und europäische Wertschöpfung stärker berücksichtigt werden, kann bereits bei wenigen Verfahren eine große wirtschaftspolitische Wirkung erzielt werden.“ Die Frage, ob Startups in Zukunft stärker in der Beschaffung berücksichtigt werden sollen, wurde nicht beantwortet.

„Startups können Lösungen für zentrale Zukunftsaufgaben liefern“

Ganz unberücksichtigt sollen Startups aber nicht bleiben. „Der öffentliche Sektor ist ein großer Hebel, um Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen. Startups können Lösungen für zentrale Zukunftsaufgaben liefern, von Digitalisierung über Klima bis Mobilität, Gesundheit und Verwaltung“, erklärt das Wirtschaftsministerium. Konkrete Beispiele, inwiefern das Innovationspotential von Startups besser nutzbar gemacht werden soll, gibt es noch nicht. Das Wirtschaftsministerium verweist auf den Aktionsplan „Strategische Beschaffung“, der bis zum Ende des Jahres ausgearbeitet wird.

Losteilungen und Local-Content-Bezug als Unterstüzung

Im Zuge der Innovationsförderung setzt Hattmannsdorfer auf Losteilung. „Es gibt eine extrem hohe Anzahl von Einzelaufträgen, wo ein Kleiner oft gar keine Chance hat, dass er wettbewerbsfähig teilnehmen kann. Wenn man Lose teilt, gibt es hier, glaube ich, eine konkrete Chance“, sagt der Wirtschaftsminister. Das soll Klein- und Mittelbetrieben den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen erleichtern. Das Wirtschaftsministerium betont die Wichtigkeit eines „breiten Bieterwettbewerbs“ für eine wirtschaftliche öffentliche Beschaffung.

Junge Unternehmen sollen durch einen „Local-Content-Bezug“ eine faire Möglichkeit erhalten, sich bei der Beschaffung gegen etablierte und gegen große Unternehmen durchsetzen zu können. „Das fängt bei der Ausschreibung bzw. bei der Beschaffung der Gemeinde an, unter dem Aspekt von ,Local-Content‘ Betriebe auch vor Ort entsprechend zu berücksichtigen“, sagt Hattmannsdorfer.

„Made in Europe and Partner Countries“ ist keine starre Präferenzregel

Der durchschnittliche Einzelbieteranteil, jene Verfahren ohne Wettbewerb, liegt bei 40 Prozent. Durch „Made in Europe and Partner Countries“, bei dem man sich auf den europäischen Standort fokussieren will, soll dieses Problem aber nicht verstärkt werden. „‚Made in Europe and Partner Countries‘ ist nicht als starre Präferenzregel zu verstehen“, erklärt das Wirtschaftsministerium und ergänzt: „Strategische Beschaffung und ein breiter Bieterwettbewerb sind dabei keine Gegensätze, sondern müssen gemeinsam gedacht werden.“

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