Serial Entrepreneurs gibt es viele – auch gar nicht wenige erfolgreiche. Aber der Schwede Harald Mix spielt – zumindest für europäische Verhältnisse – in einer eigenen Liga: Er steht hinter drei Unicorns, wobei zumindest bei einem davon – dem Akku-Hersteller Northvolt – mittlerweile der Ausdruck Industriekonzern treffender ist. Wie sein bekanntestes Unternehmen sind auch die anderen beiden im (erweiterten) ClimateTech-Bereich angesiedelt: Polarium beschäftigt sich ebenfalls mit Energiespeicherung via Akku, H2 Green Steel produziert Stahl mit 95 Prozent weniger CO2-Ausstoß als industrieüblich, indem Kohle durch Wasserstoff ersetzt wird. Nun startete Mix ein weiteres Startup, wie das Magazin Sifted berichtet: Aira.
Nach drei B2B-Unicorns folgt Aira im B2C-Bereich
Im Gegensatz zu den ersten drei Unternehmen wird das neue Startup im B2C-Bereich aktiv sein. Aira bietet Endkunden selbst produzierte Wärmepumpen und Produkte im Bereich Haushaltsstrom an. Indem er sich dem häuslichen Energieverbrauch, insbesondere Heizungen zuwendet, gehe er ein Thema an, das bisher „unter dem Radar flog“, sagt Harald Mix gegenüber Sifted: „Nur wenige Menschen erkennen, dass dies ein viel größeres Problem ist als die Zement-, Eisen- oder Stahlproduktion. Es ist fast so groß wie die Emissionen sämtlicher PKWs“.
Start mit Wärmepumpe, dann auch Akkus und Solaranlagen
Während Wärmepumpen im Heimatland von Aira, Schweden, mit 43 Prozent aller Haushalte bereits sehr weit verbreitet sind, liegt der Anteil in vielen anderen europäischen Ländern im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die Wärmepumpe soll zunächst im Zentrum des Angebots stehen, weitere Angebote wie Solaranlagen und Akkus sind geplant. Das Startup setzt dabei auf ein Abo-System, das bei rund 90 Euro pro Monat beginnen soll. Dabei will man auch von nationalen Förderungen profitieren.
Fabrik in Polen von Volvo übernommen
Produziert werden sollen die Wärmepumpen ab 2024 in einer Fabrik in Polen, die man kürzlich von Volvo übernahm. Der im Angebot geplante Akku wird dagegen vom Schwester-Unternehmen Polarium kommen. Bislang steckten Mix und seine Partner über die eigene Holding Varga 35 Millionen Euro in Aira. Insgesamt liegt der Kapitalbedarf bei 150 Millionen Euro, schätzt der Unternehmer gegenüber Sifted.
Wie La French Tech Vienna die Innovations-Ökosysteme von Frankreich und Österreich verbinden will
Die französische Startup-Bewegung La French Tech ist nun auch in Wien vertreten. brutkasten war letzte Woche beim Launch-Event in der französischen Botschaft vor Ort. Dort ging es um technologische Souveränität und um die Frage, wie Startups und Investor:innen beider Länder leichter zueinanderfinden.
Wie La French Tech Vienna die Innovations-Ökosysteme von Frankreich und Österreich verbinden will
Die französische Startup-Bewegung La French Tech ist nun auch in Wien vertreten. brutkasten war letzte Woche beim Launch-Event in der französischen Botschaft vor Ort. Dort ging es um technologische Souveränität und um die Frage, wie Startups und Investor:innen beider Länder leichter zueinanderfinden.
Cécile Deterre (Co-Founderin von Blue Planet Ecosystems) und Renaud Viot (CEO und Co-Founder des Startups Lynxia) führen La French Tech Vienna als Co-Präsident:innen | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich
Im Foyer der französischen Botschaft in Wien läuft an diesem Abend ein Gast auf vier Beinen über den Marmorboden. Auf seinem Rücken sitzt ein Kamerakopf, daneben ragt eine Funkantenne hervor. Im Hintergrund stehen drei Flaggen: die französische, die europäische und die österreichische.
Der Hausherr hält es an diesem Abend betont analog. „Ich muss sagen, meine Rede wurde nicht von ChatGPT geschrieben, sondern von Menschen“, sagt Botschafter Matthieu Peyraud zur Begrüßung. Dann wird er grundsätzlich: Technologische Souveränität lasse sich nur auf europäischer Ebene erreichen, kein Mitgliedstaat schaffe das allein.
Der Anlass für Roboter und Rede am 8. Oktober: der offizielle Start von La French Tech Vienna, laut Peyraud der ersten French-Tech-Community in Österreich. Sie ist Teil von La French Tech, einem Netzwerk mit nach eigenen Angaben mehr als 100 Communities in Frankreich und weltweit, das großteils von Freiwilligen getragen wird.
Zwei Jahre Pilotphase
Neu ist die Initiative nicht. Sie lief zuvor unter dem Namen French Startups Vienna. Peyraud bezeichnet diese Phase in seiner Rede als „eine Art Pilotprojekt“. Seit rund zwei Jahren bringt sie französische und österreichische Gründer:innen, Forschende und Investor:innen zusammen.
Der französische Botschafter Matthieu Peyraud eröffnete am 8. Oktober den offiziellen Start von La French Tech Vienna in der Botschaft in Wien. Seine Botschaft: Technologische Souveränität gelingt nur auf europäischer Ebene. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich
„Wir haben sehr klein angefangen, nur mit französischsprachigen Leuten, die mehr über Tech sehen und hören wollten“, sagt Renaud Viot im Gespräch mit brutkasten. Er ist Co-Präsident von La French Tech Vienna und CEO des Startups Lynxia. Er versteht die Initiative als Community: Die Mitgliedschaft ist kostenlos und steht österreichischen wie französischen Startups offen. „Wir verlangen nur, dass die Leute entweder neugierig auf Tech sind oder bereit, ihr Wissen über Tech zu teilen“, sagt er. Das Kernformat sind regelmäßige Events.
Souveränität als Leitthema
Inhaltlich steht der Abend im Zeichen technologischer Souveränität. Künstliche Intelligenz, Cloud Computing, Cybersicherheit, Halbleiter und Dateninfrastrukturen seien zu strategischen Gütern geworden, sagt Peyraud. Frankreich und Österreich hätten starke Forschungseinrichtungen wie das französische CNRS und das AIT Austrian Institute of Technology. Die gemeinsame Herausforderung sei, wissenschaftliche Exzellenz in globale Technologieführerschaft zu übersetzen. Zu oft gelinge es europäischen Innovationen nicht, im Tempo und in der Größe der internationalen Konkurrenz zu skalieren.
Als Beleg dafür, dass es anders geht, nennt der Botschafter Mistral AI. Die Übernahme des Linzer Startups Emmi AI durch Mistral AI zeige, wie Unternehmen aus verschiedenen europäischen Ländern ihre Expertise bündeln. Sie unterstreiche zudem die technologische Stärke Österreichs.
„Noch nicht so sehr am Radar“
Wo es konkret hakt, schildert Arnaud Béasse. Der Managing Director von 1764 Advisory kümmert sich in der Community um die Investorenbeziehungen. „An erster Stelle möchte ich Investoren mit Startups verbinden“, sagt er im Gespräch mit brutkasten. Das gelte in beide Richtungen. Österreicher:innen nach Frankreich zu bringen, habe bisher sehr gut funktioniert. Die größere Aufgabe sei nun der umgekehrte Weg: französische Investor:innen auf das aufmerksam zu machen, was in Österreich entsteht. Das sei bei ihnen „noch nicht so sehr am Radar“.
Das österreichische Deep-Tech-Startup iono Robotics aus Linz hat mit dem WORKMATE den ersten humanoiden Arbeitsroboter „Made in Austria“ entwickelt. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich
Béasse nennt dafür mehrere Gründe. Größere Fonds würden oft mit Teams aus Deutschland auf Österreich schauen. „Das genügt nicht“, sagt er. Dazu komme bei manchen Venture-Capital-Fonds die Angst vor der Sprachbarriere. Bei Business Angels sei diese Hürde noch höher.
Seine Rolle sieht Béasse deshalb nicht nur im Vermitteln von Kontakten. Es gehe darum, Investor:innen auch beim Ökosystem und bei der Kultur zu begleiten. Aus französischer Sicht sehe man in Europa zuerst Spanien, Italien, Deutschland und die Benelux-Länder. Österreich müsse man erst aus dem Schatten von Deutschland und der Schweiz holen.
Acht Startups aus Frankreich und Österreich pitchten vor dem Publikum in der französischen Botschaft, abgestimmt wurde per Smartphone. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich
Chancen sieht er bei Corporate Venture Capital. Französische Konzerne seien in Österreich vertreten. Hier gebe es derzeit viele Innovationen in den Bereichen Defense und Dual Use, die für solche Gruppen interessant seien.
ABA will Brücke zwischen den Ökosystemen schlagen
Auf österreichischer Seite ist die Austrian Business Agency (ABA) eingebunden. Verena Gruber, Director Western Europe, ist außerordentliches Mitglied im Board der Community. Als Standortagentur der Republik sei die ABA dafür da, französische Startups dabei zu unterstützen, die Chancen in Österreich zu entdecken, sagt sie im Gespräch mit brutkasten. Mit La French Tech Vienna habe man nun „ein tolles Tool“, um Verbindungen herzustellen, bei Investments ebenso wie bei Kooperationen mit Corporates. Am Tag nach dem Launch standen laut Programm Besuche bei der ABA, der Wirtschaftsagentur Wien und ecoplus sowie eine Führung durch die AI Factory Austria (AI:AT) auf dem Plan.
Die Initiative ist noch sehr jung. Als Beispiel dafür, was möglich ist, nennt auch Gruber den Emmi-AI-Deal. Er zeige die Kompetenz Österreichs bei Industrial AI. „Das ist eine Nische, worauf wir uns auch sehr stark konzentrieren können“, sagt Gruber. Damit könne Österreich auch einen Beitrag zur europäischen Souveränität bei Technologie leisten.
Acht Startups auf der Bühne
Nach den Reden pitchen acht Startups, das Publikum stimmt per Smartphone ab. Aus Frankreich kommen Proxima, VirtualBrowser, PleIAs und Manabou, aus Österreich Cyberaci, Eustella, Prop Corn und Ablatic. Sechs der acht ordnet die Event-Website dem Thema Souveränität zu, von europäischen Sprachmodellen bis Cybersecurity.
Manche der französischen Startups sehen laut Renaud Viot einen Market Fit mit Österreich, andere suchen einen Partner vor Ort, wieder andere haben hier bereits Kund:innen. Die beiden Ökosysteme seien einander ähnlich, beide seien stark bei Spinoffs und in der Forschung. Gemeinsam könne man einander „zu Partnern statt zu Konkurrenten“ machen, sagt Viot.
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Aira: Northvolt-Gründer startet nach drei Unicorns weiteres Startup
AI Kontextualisierung
Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Der Inhalt des Artikels zeigt, dass ein Serial Entrepreneur sich verstärkt auf den ClimateTech-Bereich konzentriert und ein neues Startup namens Aira im B2C-Bereich startet. Aira bietet Endkunden Produkte im Bereich Haushaltsstrom und Wärmepumpen an, um den häuslichen Energieverbrauch zu reduzieren. Dadurch kann das Bewusstsein für die Bedeutung der Energieeffizienz und des Klimaschutzes gestärkt werden und die Gesellschaft kann dazu angeregt werden, mehr in diese Technologie zu investieren. Zudem kann die Verbreitung von umweltbewussten Technologien helfen, den Klimawandel zu bekämpfen und die Umwelt zu schützen.
Aira: Northvolt-Gründer startet nach drei Unicorns weiteres Startup
AI Kontextualisierung
Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Harald Mix, der schon hinter drei erfolgreichen Unicorns im erweiterten ClimateTech-Bereich steht, hat ein weiteres Startup namens Aira gegründet. Im Gegensatz zu seinen bisherigen Unternehmen, die im B2B-Bereich aktiv waren, wird Aira im B2C-Bereich tätig sein und Endkunden selbst produzierte Wärmepumpen und Produkte im Bereich Haushaltsstrom anbieten. Ziel ist es, auf den häuslichen Energieverbrauch, insbesondere Heizungen, aufmerksam zu machen, das laut Mix ein „viel größer[es] Problem ist als die Zement-, Eisen- oder Stahlproduktion“. Aira plant, die Wärmepumpen ab 2024 in einer Fabrik in Polen zu produzieren und setzt dabei auf ein Abo-System. Der Kapitalbedarf für das Unternehmen wird auf 150 Millionen Euro geschätzt.
Aira: Northvolt-Gründer startet nach drei Unicorns weiteres Startup
AI Kontextualisierung
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?
Als Innovationsmanager:in sollte man sich für neue Technologien und Trends im ClimateTech-Bereich interessieren. Der Artikel beschäftigt sich mit dem Serial Entrepreneur Harald Mix, der bereits drei erfolgreiche Startups im Bereich Energiespeicherung und CO2-Reduktion gegründet hat und nun ein neues Unternehmen namens Aira ins Leben gerufen hat. Aira ist im B2C-Bereich tätig und bietet Wärmepumpen sowie weitere Produkte im Bereich Haushaltsstrom an. Das Unternehmen setzt auf ein Abo-Modell und will von nationalen Förderungen profitieren. Als Innovationsmanager:in kann man sich von diesen Entwicklungen inspirieren lassen und mögliche Potenziale für eigene Innovationsprojekte im Energiebereich identifizieren.
Aira: Northvolt-Gründer startet nach drei Unicorns weiteres Startup
AI Kontextualisierung
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?
Als Investor:in könnte der Artikel für dich von Interesse sein, da er über das neue B2C-Startup „Aira“ des erfolgreichen, mehrfachen Gründer Harald Mix berichtet und weitere Pläne und Ziele des Unternehmens beschreibt. Da Mix bereits drei Unicorns im erweiterten ClimateTech-Bereich gegründet hat und auch Aira in diesem Bereich aktiv ist, könnte dies für dich eine vielversprechende Investitionsmöglichkeit darstellen. Das Unternehmen plant, selbst produzierte Wärmepumpen und Produkte im Bereich Haushaltsstrom über ein Abo-System anzubieten und setzt dabei auf nationale Förderungen, was auch für potenzielle Investoren relevant sein kann.
Aira: Northvolt-Gründer startet nach drei Unicorns weiteres Startup
AI Kontextualisierung
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?
Dieser Artikel könnte für Politiker:innen von Interesse sein, die sich für den Bereich Klimaschutz und erneuerbare Energien engagieren. Der Gründer Harald Mix hat bereits drei erfolgreiche Unternehmen im ClimateTech-Bereich gegründet und startet nun ein weiteres Unternehmen namens Aira, das Endkunden selbst produzierte Wärmepumpen und Produkte im Bereich Haushaltsstrom anbietet. Das Unternehmen setzt auf ein Abo-Modell und will von nationalen Förderungen profitieren. Dadurch könnte dieses Startup ein Beispiel für innovative Geschäftsmodelle im Bereich erneuerbare Energien sein.
Aira: Northvolt-Gründer startet nach drei Unicorns weiteres Startup
AI Kontextualisierung
Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?
Der schwedische Serial Entrepreneur Harald Mix hat mit seinem neuen Startup Aira sein viertes Unternehmen gegründet und wechselt damit vom B2B- zum B2C-Bereich. Aira wird Endkunden selbst produzierte Wärmepumpen und Produkte im Bereich Haushaltsstrom anbieten und sich damit einem Thema widmen, das bisher „unter dem Radar flog“: dem häuslichen Energieverbrauch, insbesondere Heizungen. Das Angebot startet in Schweden und soll dann auf andere europäische Länder ausgeweitet werden. Aira setzt dabei auf ein Abo-System, das bei rund 90 Euro pro Monat beginnen soll. Das Unternehmen plant auch von Förderungen zu profitieren und hat dafür eine Fabrik in Polen von Volvo übernommen. Durch den Fokus auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit greift das neue Startup von Mix aktuelle Entwicklungen und Forderungen im Bereich des Umweltschutzes auf und stellt somit einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft dar.