17.02.2025
PERSONALIE

Ahoi Kapptn!: Linzer Agentur holt sich neuen Partner mit Exit- und KI-Erfahrung an Bord

Die Linzer Digitalagentur Ahoi Kapptn! holt sich mit Sulejman Ganibegovic jemanden als Partner an Bord, der sowohl Exit-Erfahrung als auch KI-Wissen mitbringt.
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Ahoi Kapptn!
© Ahoi Kapptn! - Das Gründer-Team von Ahoi Kapptn! mit Sulejman Ganibegovic.

Ein Butler für jeden in App-Form – mit dieser Ansage startete 2017 die App myAlfred – brutkasten berichtete damals. Schon im Jahr darauf, 2018 folgte – gemeinsam mit einem Investment – das Rebranding des Linzer Startups auf Butleroy. Wieder ein Jahr später, 2019, folgte ein Produkt-Pivot zum reinen Termin-Manager. Und 2020 schließlich – im Lichte der Coronakrise – starteten die Gründer mit Ahoi Kapptn! eine Agentur, der sie fortan den Großteil ihrer Aufmerksamkeit widmeten.

Ahoi Kapptn! vermeldete 2023 siebenstellige Umsätze im Digital-Agentur-Geschäft und steuerte im vorigen Jahr auf knapp 50 Prozent Umsatzwachstum zu. Neben anderen habe man zudem Red Bull und die österreichische Bundesliga als neue Referenzkunden gewonnen. Sie kamen zu Namen wie Florian Gschwandtner, ÖFB, Rotax, Linde Verlag und dem LASK dazu. Nun begrüßt man einen neuen Partner an Bord.

Ahoi Kapptn!: Ganzheitlicher Ansatz

Sulejman „Sule“ Ganibegovic, der als ehemaliger Geschäftsführer des Tech-Unternehmens Mogree, 2022 einen erfolgreichen Exit verzeichnen konnte, bringe tiefgreifendes Know-how aus Technologie, Strategie und Unternehmertum mit. Mit ihm gewinne das Unternehmen „eine starke Unterstützung, um seine ambitionierten Wachstums- und Expansionsziele weiter voranzutreiben“, wie es heißt.

Ahoi Kapptn! sieht sich in diesem Sinne als digitaler Produktentwickler mit einem ganzheitlichen Ansatz: „Wir entwickeln nicht einfach nur Apps oder Weblösungen. Wir schaffen digitale Produkte, die den Puls der Zeit treffen – und denken stets einen Schritt voraus, um das beste Ergebnis für unsere Kunden zu erzielen“, sagt Philipp Baldauf, Mitgründer und Geschäftsführer von Ahoi Kapptn!. „Mit Sule haben wir einen Partner gefunden, der unsere Vision nicht nur teilt, sondern durch seine Erfahrung und sein strategisches Know-how unser Wachstum beschleunigen wird.“

Gregor Pichler, Mitgründer von Ahoi Kapptn!, ergänzt: „Mit Sule haben wir einen Partner gewonnen, der uns im Gründerteam bei unterschiedlichen Themen unterstützt – ein echter Gamechanger für unser Unternehmen.“

KI im Fokus

Im Mittelpunkt der Projektarbeit von Ahoi Kapptn! steht zunehmend der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Der ganzheitliche Ansatz bildet dabei die Grundlage für den verstärkten Einsatz innovativer Technologien: Indem das Team gezielt auf KI setzt, sollen digitale Lösungen weiter optimiert werden, um den Kunden zukunftsweisende Mehrwerte zu bieten.

„Wir erleben aktuell eine Zeitenwende, in der KI von einer technologischen Nische zum strategischen Kern vieler Unternehmen wird“, erklärt Ganibegovic. „Gemeinsam wollen wir diese Expertise ausbauen und den Kunden echte Mehrwerte im Bereich Künstliche Intelligenz bieten. Es ist beeindruckend zu sehen, mit wie viel Leidenschaft und Innovationsgeist das Team von Ahoi Kapptn! arbeitet. Diese Energie wollen wir gezielt nutzen, um neue Maßstäbe in der Produktentwicklung und KI-Integration zu setzen.“

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Angelos Chronis, CEO und Co-Founder von infrared.city | (c) infrared.city

Wer schon einmal durch Wien gegangen ist, kennt das Dilemma: Ein sonniger Platz ist schnell gefunden. Aber einer, der zugleich windgeschützt und angenehm temperiert ist, schon deutlich schwerer. Genau hier setzt das Wiener Startup infrared.city an. Mit Echtzeit-Mikroklimasimulationen, trainiert auf über 500.000 Datenpunkten aus mehr als 100 Städten weltweit, will das Unternehmen diese komplexen Zusammenhänge für alle verständlich und nutzbar machen – bald auch per App.

Doch hinter dem praktischen Nutzen steckt ein größeres Anliegen. Klimaanpassung ist längst keine Zukunftsvision mehr, sondern akute Realität. Bisher waren Architekturbüros, Stadtplaner:innen und Kommunen auf aufwendige Tools angewiesen, die viel Zeit, Expertise und Budget erfordern. Das Startup will diese Hürde deutlich senken.

Aus dem Forschungslabor in die Praxis

Die Geschichte von infrared.city beginnt nicht mit einer Geschäftsidee. „Wir sind nicht von Natur aus Unternehmer“, sagt CEO und Co-Founder Angelos Chronis im Interview mit brutkasten. „Wir kommen alle aus einem Forschungs- und Architektur-Background. Das war keine Business-Idee, um Geld zu verdienen. Es war ein Problem, das wir selbst hatten.“

Chronis leitete eine Forschungsgruppe am Austrian Institute of Technology (AIT), die sich mit KI, Stadtentwicklung und Klimaresilienz beschäftigte. Dort entstand, was heute infrared.city ist: ein KI-gestütztes Simulationsmodell, das komplexe Klimaanalysen in Sekunden berechnet, statt in Tagen.

Gemeinsam mit Co-Founderin und CPO Oana Taut, CSO Theodoros Galanos und CTO Serjoscha Duering baute Chronis das Forschungsprojekt zur Plattform aus. Die Idee dahinter: „Die Möglichkeit, etwas, das wir entwickelt haben, wirklich vielen Menschen zugänglich zu machen, war der eigentliche Antrieb, daraus ein Unternehmen zu machen“, so der CEO.

Bäume pflanzen in Riad

Was infrared.city in der Praxis bedeutet, lässt sich an folgendem Projekt illustrieren. In Riad, Saudi-Arabien, arbeitete das Team mit der Stadt daran, Begrünungsmaßnahmen zu planen. „Workshop-Teilnehmer konnten einfach Bäume irgendwo hinpflanzen und sofort sehen, welchen Effekt das auf den thermischen Komfort der Menschen hat“, erklärt Chronis. „Auf welcher Straßenseite bringt ein Baum mehr? Das könnte man mit einem Experten herausfinden, aber es dauert sehr lange. Bei uns sieht man es sofort.“

Das Produkt richtet sich heute an Stadtplaner:innen, Architekturbüros, Nachhaltigkeitsberater:innen und Kommunen. Über 1.300 Projekte wurden laut Unternehmensangaben bereits auf der Plattform optimiert.

Warum Österreich?

Dass infrared.city in Wien gegründet wurde, war eine bewusste Entscheidung. „Ehrlich gesagt war die Bürokratie am Anfang enorm“, sagt Chronis. „In Großbritannien kann ich ein Unternehmen an einem Nachmittag gründen. In den USA genauso. In Österreich war das damals wirklich aufwendig.“ Trotzdem blieb das Team in Wien.

„Was mich in Österreich gehalten hat, war die Work-Life-Balance und das Wissen, dass man als Arbeitgeber und Mensch gewisse Sicherheiten hat. Das war wahrscheinlich der wichtigste Faktor für mich“, sagt Chronis.

Hinzu kommt, was er als besondere Offenheit des österreichischen Ökosystems beschreibt: „Es ist ein kleines Land, aber das macht manche Dinge einfacher. Die Menschen sind offen, man kann auf Englisch sprechen, das Businessmodell wird verstanden. Das schafft echte Verbindungen.“

Austria Wirtschaftsservice (aws): Mehr als Förderung

Einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte die Austria Wirtschaftsservice (aws). Unterstützt wurde infrared.city im Rahmen von aws Seedfinancing – Innovative Solutions. Das Programm setzt genau dort an, wo das Startup damals stand: Es richtet sich an impactorientierte Jungunternehmen, die bereits einen Proof of Concept vorweisen können und den Schritt zur Marktreife gehen wollen.

„Das Programm selbst ist sehr wichtig. Die Finanzierung hilft dir, deinen Weg zu finden“, sagt Chronis. Was er besonders hervorhebt, sind jedoch nicht die Mittel, sondern die Türen, die aws geöffnet hat. „aws ist ein sehr guter Partner“, sagt Chronis. „Viel Unterstützung – persönlich und natürlich auch finanziell.“ Nebenbei bereitet sich infrared.city derzeit auf eine erneute Fundraising-Runde vor.

Das nächste Kapitel: KI-Infrastruktur für das Klima

Die Vision geht weit über das heutige Produkt hinaus. „Wir bauen eine KI-Schicht, eine Foundation, die es erlaubt, alles rund um das Klima in Städten abzufragen“, erklärt Chronis. Das Ziel: infrared.city als das zu positionieren, was OpenAI oder Anthropic für Sprache sind – bloß für Klimasimulationen.

Aktuell umfasst die Plattform bereits mehr als 20 verschiedene Simulationsmodelle und Analytics-Workflows. In der nächsten Phase soll diese Grundlagentechnologie für externe Entwickler:innen geöffnet werden. Über eine API können dann auf deren Basis neue Anwendungen entstehen. „Klimawandel wird die Art, wie wir in Städten leben, tiefgreifend verändern. Man kann das Klima nicht mehr ignorieren. Je extremer es wird, desto mehr muss man damit planen“, sagt Chronis.


Disclaimer: Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt.

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