17.04.2025
INVESTMENT

a:head: Wiener BioTech schließt siebenstellige Finanzierungsrunde ab

Das Wiener BioTech-Startup a:head baut winzige Hirngewebe im Labor, um gezielt Therapien zu entwickeln. Nun konnte sich das Startup erneut eine siebenstellige Investmentsumme sichern.
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Jürgen Knoblich, Wissenschaftsdirektor IMBA, Madeline Lancaster, Principal Researcher und Oliver Szolar, CEO a:head dürfen sich über frisches Kapital freuen | Foto: IMBA
Jürgen Knoblich, Wissenschaftsdirektor IMBA, Madeline Lancaster, Principal Researcher und Oliver Szolar, CEO a:head | Foto: IMBA

Das Wiener Biotech-Startup a:head bio AG sicherte sich seit seiner Gründung mehrere Finanzierungsrunden: Bereits im Gründungsjahr 2019 flossen vier Millionen Euro in das Unternehmen, unter anderem von der red-stars.com data AG. 2021 folgte daraufhin eine weitere Runde im siebenstelligen Bereich. Auch im Herbst 2024 schloss a:head eine Pre-Series-A-Finanzierung ab, ebenfalls mit einem Volumen im siebenstelligen Bereich. Diese Serie setzt sich nun fort: Heute hat das Unternehmen erneut den Abschluss einer siebenstelligen Finanzierungsrunde bekannt gegeben.

a:head entstand als Spin-Off des Institute of Molecular Biotechnology (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Das Startup entwickelt Therapien zur Behandlung von Gehirnerkrankungen.

Investment fließt in Gehirn-Organoide

Das frische Kapital stammt überwiegend von bestehenden Anteilseignern, ergänzt durch zwei neue Investoren. Wer die zwei neuen Investoren sind, wurde von Seiten des Unternehmens allerdings nicht genannt. Mit dem Investment will a:head sein Portfolio auf verschiedene Krankheitsbilder ausweiten, mit einem klaren Schwerpunkt auf neurodegenerative Erkrankungen.

Im Fokus stehen Gehirn-Organoide – oft auch Mini-Gehirne genannt. Das sind winzige, im Labor gezüchtete Gewebestrukturen, die bestimmte Eigenschaften des menschlichen Gehirns nachbilden. „Wir freuen uns, unsere Arbeit an der Automatisierung unserer Plattform für menschliche Gehirn-Organoide weiter voranzutreiben“, sagt Josh Bagley, Chief Scientific Officer von a:head. „Diese Investition unterstützt unser Ziel, Organoide in hoher Qualität und im großen Maßstab herzustellen und zu analysieren.“

a:head entwickelt Therapie-Standards

Die Gehirn-Organoide braucht das Team, um Krankheiten zu erforschen. Das passiert nämlich direkt im menschlichen Hirngewebe – mithilfe von Zelltechnologie, Genom-Editierung und KI-gestützter Analyse. Oliver Szolar, CEO von a:head, erläutert: „Unser Ziel ist es, Erkrankungen des menschlichen Gehirns im Labor nachzubilden.“ So sollen neue Maßstäbe für das Design von funktionierenden Therapien für Patienten gesetzt werden.

Abgesehen von den Finanzierungsrunden hat das Unternehmen im Vorjahr auch mit einem prominenten Neuzugang im Aufsichtsrat für Aufsehen gesorgt. Denn im Oktober 2024 wurde Margarete Schramböck, ehemalige Wirtschaftsministerin, Teil des Gremiums – und stärkt seither dessen wirtschaftspolitische Expertise.

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Lagebold.one
© elements.envato - Beispielfoto.

Besonders in den letzten Sommerjahren häuften sich global Bilder von verheerenden Waldbränden und evakuierten Personen. Man las von Griechenland, den USA, Spanien, Frankreich oder Italien. Doch auch hierzulande waren Brände ein großes Thema. Die Landesfeuerwehrkommandanten aus der Steiermark, Oberösterreich, Niederösterreich und Tirol haben am gestrigen Mittwoch in Wien Bilanz über die heurige Waldbrandsaison gezogen.

Lagebild.one: Joint Venture von DroneCorps und Joanneum Research

Laut Bundesfeuerwehrverband waren heuer österreichweit rund 55.000 Feuerwehrmitglieder bei etwa 3.500 Wald- und Vegetationsbränden im Einsatz. In der Steiermark zählte der Waldbrand in Eisbach-Rein zu den größten Einsätzen. Mehr als 2.600 Kräfte leisteten dort rund 26.000 Arbeitsstunden. Die Einsatzkosten lagen bei mehreren Millionen Euro.

In der Startup-Szene ist vor allem das Münchner Scaleup Ororatech bekannt, das von den beiden Österreichern Martin Langer und Thomas Grübler geführt wird. Es liefert mittels eigener Satellitenkonstellation erhobenen Waldbrand-Daten mittlerweile an Kunden auf der ganzen Welt.

Nun tritt Lagebild.one, ein österreichisches Technologieunternehmen und ein Joint Venture von DroneCorps — das im April mit drei Millionen Euro für 89 Prozent der Anteile eingestiegen ist — und Joanneum Research vor den Vorhang. Gegründet wurde es im Februar des heurigen Jahres. Das Unternehmen entwickelt ein bei Joanneum Research entstandenes Forschungsprojekt weiter und überführt die daraus hervorgegangenen Technologien schrittweise in eine Lösung für den Einsatz in der Praxis.

Start 2027

Im Zentrum steht eine herstellerunabhängige Plattform für die digitale Lageführung, die Integration von Drohnen sowie die KI-gestützte Unterstützung von Einsatzorganisationen. Daten und Informationen aus Drohnen, Sensoren, Kartenmaterial und von Einsatzkräften werden hierbei in einem gemeinsamen digitalen Lagebild zusammengeführt und für die operative Nutzung aufbereitet. Ab 2027 soll die Plattform Feuerwehren, Katastrophenschutz und andere Rettungs- und Einsatzorganisationen dabei unterstützen, schneller einen Überblick über komplexe Situationen zu erhalten.

Konkret können aus der Luft schwer zugängliche Gebiete erfasst werden. Live- und Wärmebilder an allen Leitständen und Einsatzstandorten sollen einen umfassenden Überblick über das Einsatzgebiet ermöglichen und dabei helfen, hartnäckige Brandherde oder Glutnester effizient zu bekämpfen.

Partner aus Spanien

Bezüglich der automatisierten Drohnenmissionen bringt das spanische Partnerunternehmen Drone Hopper seine Erfahrung bei der Entwicklung von Schwerlastdrohnen für die Waldbrandbekämpfung in das Projekt ein. Im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts „Wildhopper“ wurde beispielsweise eine Drohnenplattform entwickelt, die bis zu 600 Liter Löschmittel transportieren und gezielt über Brandgebieten ausbringen kann.

Bei der Einbindung weiterer Drohnen-, Sensor- und Einsatzsysteme sei Lagebild.one herstellerunabhängig konzipiert und grundsätzlich offen für unterschiedliche Technologien und Anbieter, liest man per Aussendung.

„Unser Ziel ist es, bestehende Informationen und Systeme so miteinander zu verbinden, dass daraus ein tatsächlich nutzbares Lagebild entsteht“, erklärt Raffael Dreiher, Geschäftsführer der Lagebild.one GmbH. „Gerade in zeitkritischen Situationen kann es entscheidend sein, relevante Informationen schnell und übersichtlich dort zur Verfügung zu stellen, wo sie von den Einsatzkräften benötigt werden.“

Lagebild.one mit weiteren Use-Cases

Neben Waldbränden soll die Technologie künftig unter anderem auch bei Hochwasser, Suchaktionen sowie weiteren Katastrophen- und Großschadenslagen eingesetzt werden können.

„Wald- und Vegetationsbrände sind längst keine Herausforderung einzelner Regionen mehr. Auch in Europa werden extreme Wetterlagen und großflächige Brände zunehmend zu einem Thema für Einsatzorganisationen. Österreich verfügt über hervorragendes technologisches und wissenschaftliches Know-how. Mit Lagebild.one wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dieses Wissen in konkrete Lösungen zu übersetzen, die auch international eingesetzt werden können“, sagt Stephen Grimm, Geschäftsführer von DroneCorps.

Und Matthias Rüther von Joanneum Reserach ergänzt: „Auf Basis der bisherigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten von Joanneum Reserach entsteht gemeinsam mit Lagebild.one nun eine Lösung mit hohem Praxisbezug. Wir werden Anfang kommenden Jahres ein Produkt zur Verfügung haben, das insbesondere für die Bekämpfung von Waldbränden einen konkreten Mehrwert bietet und gleichzeitig das Potenzial für den internationalen Markt hat.“ Damit soll der Übergang von einem Forschungsprojekt hin zu einer praxistauglichen und skalierbaren Plattform gelingen.

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