Afreshed: Linzer Lebensmittelretter-Startup baut 2023 Umsatz auf 4,7 Mio. Euro aus
Das Linzer Startup Afreshed hat sich auf die Rettung und Lieferung von biologischem Obst und Gemüse spezialisiert. 2023 konnte das Startup seinen Umsatz stark ausbauen.
Mit einem „Fünfach-Deal“ sorgten die drei Gründer Lukas Forsthuber, Bernhard Bocksrucker und Maximilian Welzenbach von Afreshed in der Startup-TV-Show „2 Minuten 2 Millionen“ im Feber 2022 für Aufsehen. Vor laufender Kamera konnte sie gleich fünf Investoren von ihrer Geschäftsidee überzeugen (brutkasten berichtete). Das 2021 gegründete Unternehmen bietet sogenannte „Retterboxen“ an. Sie enthalten biologisches Obst und Gemüse, das aufgrund der Größe oder Krümmung nicht der Norm entspricht und somit für den regulären Verkauf im Handel ungeeignet ist.
Afreshed hat 8000 aktive Abonnent:innen
Über die Website des Startups können Kund:innen entweder Obstboxen, Gemüseboxen oder Mixboxen zusammenstellen und zahlen dafür im Durchschnitt zwischen dreieinhalb bis fünf Euro je Kilo. Für die Bestellung können zudem unterschiedliche Abos abgeschlossen werden. Und das Konzept geht auf. 2022 erwirtschaftete das Unternehmen 2,8 Millionen Euro Umsatz, der 2023 auf über 4,7 Millionen Euro ausgebaut werden konnte.
„Unsere Lieferzahlen momentan sind etwas mehr als doppelt so hoch wie im Jänner“, so Bernhard Bocksrucker gegenüber brutkasten. Und er fügt an: „Wir haben noch knapp kein positives EBITDA sind aber seit September Cashflow-Breakeven.“ Seit dem Start im Jahr 2021 konnte das Startup über 40.000 Nutzer:innen auf seiner Plattform onboarden, wobei davon rund 8.000 aktiv sind.
(c) afreshed
Neue Partner und Logistikhub in Wien
Zudem konnte Afreshed 2023 „LTS Transport und Logistik“ als Partner für sich gewinnen. LTS ist unter anderem auch der Logistiker hinter dem Billa-Online-Shop und einer der größten Frächter für Amazon in Österreich. Um die Waren auch im Großraum Wien an die Endverbraucher:innen zu bringen, eröffnete das Startup unter anderem einen 1200 Quadratmeter großen Logistikhub in der Nähe von Wien. „In der Verpackung konnten somit über zehn Arbeitsplätze entstehen“, so Bocksrucker abschließend.
Plash: Ex-Nestlé-Entwickler bringt Elektrolyt-Mocktails in die Dose
Gerhard Petzl entwickelte zehn Jahre Produkte bei Nestlé. Mit Plash startet er alkoholfreie Mocktails mit Elektrolyten, seit August in der Schweiz, mit Jahreswechsel in Österreich.
Plash: Ex-Nestlé-Entwickler bringt Elektrolyt-Mocktails in die Dose
Gerhard Petzl entwickelte zehn Jahre Produkte bei Nestlé. Mit Plash startet er alkoholfreie Mocktails mit Elektrolyten, seit August in der Schweiz, mit Jahreswechsel in Österreich.
Wenn Gerhard Petzl eine seiner Plash-Dosen aufmacht, fühlt sich das für ihn ein bisschen nach Urlaub an. Genau dieses exklusive Gefühl will der Gründer mit seinem Getränke-Startup in den Alltag seiner Kund:innen bringen. Seine alkoholfreien Mocktails sollen nach Bar schmecken und nebenbei Elektrolyte liefern. Das Konzept würde die Gen Z mit dem Begriff „Spaßgetränk“ auf den Punkt bringen. Etwas, das man sich zu besonderen Anlässen gönnt, wie ein Gläschen Wein, nur gesünder.
Der Geschmack einer Bar, die Mineralien eines Sportgetränks
Am Anfang der Getränke-Reise stand ein Ärgernis: Sportgetränke liefern Elektrolyte, schmecken aber nicht besonders hochwertig, Softdrinks schmecken, sind aber oft voll mit Zucker oder anderen Konservierungsmitteln. Also entwickelte Petzl, laut eigenen Angaben, den ersten trinkfertigen Mocktail mit Elektrolyten in der EU.
Eine 330-Milliliter-Dose enthält laut eigenen Angaben rund 20 Kalorien, drei Gramm Zucker und bis zu zehn Prozent Fruchtsaft. Zudem sind die Getränke vegan und kommen ohne Konservierungsstoffe aus. Auf künstliche Zuckerfreiheit verzichtet das Startup bewusst: „Der Zucker fungiert als Brücke, die das Geschmacksprofil und die Fruchtnoten stabilisiert“, betont Petzl im Gespräch. Ohne die drei Gramm Zucker würde im Mittelbereich des Körpers der Geschmack absacken – selbst bei der Verwendung von Stevia.
Pro Dose enthält der Hybrid-Cocktail zudem 320 Milligramm Kalium, 120 Milligramm Kalzium, 57 Milligramm Magnesium und 14 Milligramm Natrium in einer Menge, die laut Petzl die gesetzlichen Vorgaben für die Auslobung erfüllt. Ein vergleichbares US-Produkt unterschreite sie. Die gelösten Mineralien zählen zu den teuersten Zutaten, wie der Gründer im Gespräch verrät.
Vom Pastry Chef über Nestlé zum Alleingründer
Ursprünglich kommt Petzl aus der Schokoladenwelt: Über 20 Jahre arbeitete er als Pastry Chef, Chocolatier und Berater in Europa, den USA, Asien und Australien, nach eigenen Angaben mit mehr als acht Goldmedaillen. Danach entwickelte er knapp ein Jahrzehnt lang bei Nestlé in der Schweiz Produkte, von Schokolade bis Babynahrung, und stieg im Sommer 2025 aus.
Eigenfinanzierung und schrittweiser Markteintritt
In puncto Kapitalstruktur geht Plash eigenständige Wege. Petzl ist alleiniger Gründer und verzichtete aktiv auf externes Risikokapital, um die volle Kontrolle über Rezepturen und Unternehmensstrategie zu behalten. Die Produktentwicklung erfolgte in der Schweiz, wo der Webshop im August dieses Jahres eröffnete. Ein Karton mit 24 Dosen wird online für 69,95 Schweizer Franken angeboten.
Parallel bereitet das Startup den Markteintritt in Österreich vor. Die Produktion für den EU-Raum soll künftig direkt in Österreich oder der EU erfolgen, um Logistikwege zu optimieren und Zoll- sowie Mehrwertsteuerhürden zu vermeiden. Der Marktstart im österreichischen Handel verzögert sich aktuell jedoch durch bürokratische Prozesse rund um das nationale Einwegpfandsystem, für das gesetzliche Vertretungen und Registrierungen erforderlich sind.
B2B-Personalisierung und Gastronomie
Um sich im hart umkämpften Getränkesektor durchzusetzen, verzichtet Plash vorerst bewusst auf den klassischen Lebensmitteleinzelhandel. „Der Supermarkt ist definitiv der letzte Schritt“, betont Petzl. Stattdessen setzt das Unternehmen auf zwei Säulen: die gehobene Gastronomie, Hotellerie und Event-Szene sowie ein direktes B2B-Modell.
Für Unternehmenskunden bietet Plash personalisierte Drink-Boxen an, die als Mitarbeiter- oder Kundengeschenke positioniert werden. Kleinserien ab 30 Stück können individuell bedruckt und geliefert werden. Nach dem Anlauf im DACH-Raum plant Plash eine schrittweise internationale Skalierung, unter anderem im Mittleren Osten, wo der Lifestyle-Ansatz des alkoholfreien Premiumsortiments greifen soll. Zu Verkaufszahlen äußert er sich noch nicht. Zum Jahreswechsel soll Österreich folgen, mit Vertrieb, Lager und möglichst auch Produktion vor Ort.
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