23.02.2018

6000 Führungskräfte befragt: Die Top-Technologietrends bis 2020

Beim Innovation Breakfast im Accenture Future Camp in Wien wurde über Technologietrends, Datentransparenz und Use Cases der Technologien gesprochen. Hintergrund ist die Veröffentlichung der Studie "Technology Vision 2018".
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Technologietrends 2018 bis 2020
(c) Martina Draper / Accenture: Christian Winkelhofer und Michael Zettel

„Mehr Macht bedeutet mehr Verantwortung“, sagt Michael Zettel und spricht von Technologien, Trends und der Zukunft in drei Jahren. Der Country Managing Director für Österreich eröffnet die Veranstaltung von Accenture und stellt die Studie „Technology Vision 2018“ vor. Mehr als 6000 Führungskräfte aus Wirtschaft und IT wurden befragt, welche Technologietrends die nächsten drei Jahre bestimmen werden. Im Verlauf des Frühstücks im Accenture Future Camp in Wien werden virtuelle Supermarkt-Regale begutachtet, es wird über Stausteuerung mittels Edge Computing gesprochen und über ein Implantat, welches mit elektrischen Impulsen epileptische Anfälle verhindert.

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„Das Vertrauen der Menschen ist ein Must-Have“

Einer der fünf identifizierten Technologietrends ist Datenkorrektheit. Damit ist in diesem Fall nicht nur Datenschutz gemeint, sondern auch, wie wichtig Daten für Unternehmen geworden sind. Wenn ein Fitnesstracker die Schritte nicht richtig zählt, ist er kaputt. Sehen Sensorendaten Ölvorkommen am falschen Ort, kostet das Geld. Steuert sich das selbstfahrende Auto nicht richtig und sieht keinen Stau, wo einer ist, sind Menschenleben gefährdet.

Damit das nicht passiert und Menschen den Technologien vertrauen können – glauben die Anwesenden – müssen sie einfach anwendbar sein und Unternehmen sich mehr um ihre Daten sorgen – wie das die anstehende Datenschutz-Grundverordnung ebenfalls vorsieht. Nur so lassen sich Fehler und Datenmanipulation vermeiden.

Blockchain: „Die technisch encodierte Variante von Zusammenarbeit“

Es wird über die Blockchain gesprochen und wie sie in der Food Supply Chain helfen kann, weil zum Beispiel Transportrouten offen verfolgt werden und bei Problemen geprüft werden kann, was passiert ist. Der Technologieexperte Dominik Wagenknecht nennt die Blockchain „die technisch encodierte Variante von Zusammenarbeit“. Er führt aus, dass Firmen und ihr Umgang mit Daten intelligenter werden müssen.

Mit Gehirndaten gegen epileptische Anfälle

Zum Trend der künstlichen Intelligenz werden Beispiele wie ein Chatbot gezeigt, der Nachrichten von Kunden analysiert und automatisch beantwortet. Der Bot lernt mit der Zeit, immer komplexere Anfragen zu bearbeiten. Wagenknecht sagt dazu: „Künstliche Intelligenz ist jetzt schon überall“. Es reiche ein Blick hin zu Spotify und youTube. Nutzer freuen sich, weil die Systeme an ihren Lieblingsliedern und -videos lernen und ihnen immer bessere Playlists liefern. Datenschutz ist hier selten ein Thema, weil Nutzer sie bereitwillig zu ihrem eigenen Vorteil teilen.

Eine neue Dimension erreicht das bei einem Chip wie dem von Neuropace. Wird er Epilepsie-Patienten eingesetzt, lernt der Sensor an den elektrischen Reizen und Daten, die ihm das Gehirn liefert. So soll es jetzt schon gelingen, 44 Prozent der Epilepsie-Anfälle von Testpatienten zu verhindern. Dazu sendet der Chip im richtigen Moment einfach einen elektrischen Reiz – Neuropace nennt das Brain-Responsive.

Technologietrends 2018 bis 2020
(c) Martina Draper / Accenture: Dominik Wagenknecht

Distanzen in der erweiterten Realität

All die vorgestellten Technologien beim Innovation Breakfast haben eines gemeinsam: sie sind bereits im Einsatz oder werden es in den nächsten drei Jahren sein – so zumindest die Prognose. Dazu wird beim Thema erweiterte Realität einem Kollegen eine Virtual Reality Brille aufgesetzt. Auf einem Monitor verfolgen wir, wie er versucht ein virtuelles Supermarkt-Regal zu bedienen, Verkaufsstatistiken einzusehen und sich sein Blick im Raum bewegt. Die Gestenerkennung der Brille hakt noch ein wenig, aber nach einem Neustart funktioniert das System.

Die Einsatzbereiche reichen von Mitarbeiterschulungen im virtuellen Raum über Echtzeit-Bestandsdaten im Lager auf Smart Glasses oder die Wohnungsbesichtigung von zu Hause aus. Als Chance für die Zukunft versteht Wagenknecht damit, „dass Distanz eliminiert wird“. Die Realität wird erweitert und virtuell gemeinsam erlebt.

Technologietrends: Intelligente Systeme für den Menschen

Dieses Jahr erscheint die Studie von Accenture unter dem Titel „Eng verbunden mit dem Kunden – wie ein intelligentes Unternehmen entsteht“. Dazu wird von Technologietrends wie dem Internet des Denkens und intelligenten Umgebungen gesprochen, wie sie für Smart Citys in der Zukunft gebraucht werden. Als Beispiel werden Flugdrohnen zur Feuerbekämpfung genannt. Bei Brandgefahr schicken sie automatisiert Warnmeldungen an beteiligte Stellen wie Feuerwehr oder Polizei. In der Version löschen die Flugdrohnen den Brand anschließend selbständig und erstatten Bericht. Nicht nur in der Smart City basiert digitale Intelligenz auf der Verarbeitung von Daten und wie Technik auf die Daten reagiert und mit ihnen lernfähig wird. Es sollen digitale Infrastrukturen entstehen, die ohne den Menschen funktionieren, aber für ihn gemacht sind.

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Eustella-CEO Matteo Rosoli | (c) AI Factory Austria AI:AT/Arman Rastegar
Eustella-CEO Matteo Rosoli | (c) AI Factory Austria AI:AT/Arman Rastegar

Prominente Investoren wie Hansi Hansmann, Hermann Futter und die 3VC-Gründer Peter Lasinger und Roman Scharf im Publikum, Bitpanda Co-Founder Christian Trummer und Emmi-Co-Founder Johannes Brandstetter – mittlerweile Vice President AI for Science bei Mistral AI – auf der Bühne: Das Launch-Event des Wiener Startups Eustella in der AI Factory Austria AI:AT zog diese und noch weitere Größen der heimischen Innovationsszene an. Der Plan des Unternehmens geht aber weit über die Landesgrenzen hinaus: Man will KI-Nutzer:innen in ganz Europa überzeugen.

„Es gibt mehr als 130 Millionen aktive AI-User in Europa, aber kaum europäische Alternativen, vor allem nicht für Konsumentinnen und Konsumenten und vor allem nicht im Agent-Bereich“, sagt CEO Matteo Rosoli beim Launch-Event. Der KI-Experte – übrigens ein Absolvent des High-Potential-Programms der Wiener HTL Spengergasse – hat das Unternehmen gemeinsam mit Alexander Maitz, Jakob Steinschaden und Bastian Kellhofer gegründet. Das Konzept: Ein Agentic-AI-Angebot, das mit den US-Riesen mithalten kann, aber zu 100 Prozent in Europa gehosted ist – etwa bei Ionos in Berlin oder Scaleway in Paris.

Fable-5-Sperre „Spitze des Eisbergs“

„Die Sperre von Anthropics Fable 5 war nur die Spitze des Eisbergs der Souveränitäts-Thematik in Europa“, meint Rosoli. Souveränität sei zu einer Frage der Business Continuity und damit zu einer Frage des Überlebens für europäische Unternehmen geworden. Unter anderem wegen der Regulatorik, die, wie der CEO betont, „auch einen guten Zweck“ habe, würden europäische Lösungen vielfach hinter amerikanischen und asiatischen hinterherhinken. Das wolle man ändern: „Wir wollen nicht die europäische Software sein, die nicht so gut funktioniert und nicht so viel Mehrwert bringt. Wir wollen wirklich eine europäische Alternative sein.“

Orchestrierung entscheidend

Dabei baut Eustella kein eigenes KI-Modell, wie es etwa Mistral in Frankreich macht. Das Wiener Startup setzt auf verschiedene Open-Source-Modelle – nicht nur von Mistral, sondern auch von US-Anbietern wie Google und OpenAI. „Entscheidend ist die Orchestrierungsebene“, erklärt Rosoli. Diese „Agent Orchestration“ treffe eine smarte Auswahl, welche Modelle für welchen Zweck optimal passen und halte damit auch den Token-Verbrauch gering. Kombiniert wird das mit einem Mobile-First-Ansatz auf Nutzer:innen-Seite – Stichwort: „Agent in a pocket“.

Kompetitive Preise

Preislich will Eustella nicht nur mithalten, sondern gibt sich kompetitiv: Neben einer stark eingeschränkten Free-Version gibt es Angebote um sechs, 18 bzw. 90 Euro monatlich. „Jeder Anbieter kann kompetitive Preise anbieten. Wir machen das ganz bewusst aus Europa heraus. Der Preis rechnet sich aber auch für uns“, sagt der Gründer. Mit dem 18-Euro-Modell könne man etwa schon „richtig schön ein, zwei große Agents laufen lassen.“

„Beschäftigen uns 50 Prozent unserer Zeit mit AI-Safeguards und Themen wie Prompt Injections“

Das zweite große Verkaufsargument ist Sicherheit: „Die Daten sind bei Eustella sicher. Anders als bei den amerikanischen und asiatischen Anbietern braucht man sich keine Sorgen machen, dass etwas an Werbeanbieter verkauft wird“, sagt der Gründer. Für Sicherheit wolle man aber natürlich auch auf technischer Ebene sorgen. „Wir beschäftigen uns 50 Prozent unserer Zeit mit AI-Safeguards und Themen wie Prompt Injections. Deswegen releasen wir unsere Funktionen auch Schritt für Schritt, um gar keine Angriffsflächen zu ermöglichen“, so Rosoli.

Partnerschaften mit Bitpanda und Geizhals

Abgerundet werden soll das Angebot durch sogenannte Daten-Partnerschaften. Solche gibt es bislang mit dem Wiener Krypto-Unicorn Bitpanda, das über eine Schnittstelle aktuelle und zuverlässige Daten zum Krypto-Markt liefern soll, und mit dem Wiener Portal Geizhals, das valide Preisvergleichsdaten einspeist. Bitpanda-Co-Founder und Chief Scientist Christian Trummer sieht in der Partnerschaft aber noch mehr Potenzial: „Wir erwarten uns sehr viel von Eustella. Agentic Finance ist bei uns ein Riesen-Thema und in der Finanzbranche sind immer Vertrauen und Zuverlässigkeit wichtig.“ In Zukunft wolle man „die Finanzplattform für Agents“ sein. „Eustella ist hier der perfekte Partner für uns“, so der Bitpanda-Gründer.

Bitpanda-Co-Founder Christian Trummer (l.) neben Phillip Maasberg von Ionos | (c) AI Factory Austria AI:AT/Arman Rastegar

„Schauen einmal, dass die Server den Zuwachs an Usern überleben“

Bis dahin liegen aber noch einige Schritte vor dem Wiener Startup. „In den nächsten paar Tagen schauen wir einmal, dass die Server den Zuwachs an Usern überleben“, sagt Rosoli. „Dann werden wir Stück für Stück die Agent-Funktionalitäten aufbauen – dabei gibt es verschiedene Sicherheitsstufen.“ Schon bald soll Eustella etwa voll autonom kleine Essensbestellungen abwickeln können. Für davor gibt aber Co-Founder Jakob Steinschaden das erste konkrete Ziel aus: „Es wäre super, wenn wir im App-Store auf Platz eins landen.“

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