18.01.2022

Accenture: So könnte Österreich bei E-Health zur Spitze aufschließen

Eine aktuelle Befragung hat ergeben, dass Patient:innen mehr Digitalisierung wollen. Länder wie Dänemark und Estland machen vor, wie man diesen Wunsch erfüllen kann.
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Michael Zettel ist Country Managing Director von Accenture Österreich © Accenture/Inmann
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Mit der elektronischen Gesundheitsakte ELGA hat Österreich einst zu den Vorreitern im Bereich E-Health gehört. Mittlerweile sind andere Länder in dem Bereich aber wesentlich weiter und Österreich ins Hintertreffen geraten. Im E-Health-Index der Bertelsmann-Stiftung liegt das Land nur noch im Mittelfeld. “Während die Digitalisierung während der Pandemie in vielen Bereichen einen Sprung gemacht hat, ist das im Gesundheitssystem nicht in dem Ausmaß passiert”, sagt Michael Zettel, Country Managing Director bei Accenture Österreich. Dabei sind Patient:innen dem Thema durchaus aufgeschlossen und wünschen sich mehr Digitalisierung. 

E-Health: Wünsche und Bedenken von Patient:innen

“Digitalisierung muss Patient:innen dienen”, sagt Zettel. Das habe Accenture bei der aktuellen Studie zum Gesundheitssystem berücksichtigt und mehr als 1300 Patient:innen befragt. Das Ergebnis: “Patient:innen wollen mithilfe der Digitalisierung gesünder werden”, betont Zettel. Bei der Präsentation der Studie zeigte Accenture dieses Ergebnis exemplarisch an virtuellen Terminen bei Ärzt:innen. 60 Prozent der Befragten würden sich solche Termine außerhalb der Öffnungszeiten wünschen und 57 Prozent würden Befunde bei solchen Terminen besprechen. 

Das stärkste Argument für Digitalisierung in diesem Bereich: Wartezeiten. Die größten Bedenken: Datenschutz. Bedenken haben befragte Patient:innen vor allem bei Vorsorgeuntersuchung, psychologischer Beratung, der Erfassung von Gesundheitswerten und Nachsorge nach Krankenhausaufenthalten. In diesen Bereichen sprach sich die Mehrzahl für persönliche Termine aus. In der derzeitigen Praxis würde die Terminvereinbarung mit Ärzt:innen in Österreich noch zu fast 90 Prozent vor Ort oder per Telefon erfolgen. Die Pandemie habe daran kaum etwas geändert, erklärte Philipp Krabb von Accenture bei der Präsentation. Eine Befragung im März 2020 habe ein ähnliches Bild ergeben wie die Befragung im Mai 2021. 

Wie eine E-Health-Plattform aussehen könnte

Aus diesen und weiteren Antworten in der Befragung schließt Accenture, dass Patient:innen in Österreich grundsätzlich offen wären für mehr Digitalisierung im Gesundheitsbereich. Die Lösung wäre aus Sicht der Unternehmensberater eine Gesundheitsplattform nach dem Vorbild der Spitzenreiter im E-Health-Index. In Estland gibt es mit E-Estonia und in Dänemark mit sundhed digitale Gesundheitsplattformen für den standardisierten Austausch zwischen Gesundheitsdienstleister:innen und Patient:innen. Dort können unter anderem auch Termine vereinbart und Befunde ausgetauscht werden. Einen solchen “Single Point of Access” würde Accenture auch für Österreich empfehlen. Ein “Symptomchecker” könnte auf einer solchen Plattform etwa eine Blutabnahme und einen Arztbesuch vorschlagen, die Terminvereinbarung ermöglichen, Befunde übermitteln und bereit stellen und sogar den Austausch mit anderen Patient:innen anbieten, beschreibt Teresa Herold von Accenture.  

Zettel empfiehlt, dass eine solche Plattform von der öffentlichen Hand betrieben werden solle und zwar zentral auf Bundesebene, um verschiedene Systeme in den Bundesländern zu vermeiden. ELGA sei grundsätzlich technisch eine gute Grundlage, bleibe bisher aber in der Leistung für Patient:innen hinter den Erwartungen zurück. Derzeit finde man in ELGA viel zu wenige Datenpunkte, kritisiert Krabb. Ein Punkt, der auch der Bertelsmann-Stiftung im E-Health-Index aufgefallen ist: In Österreich ist das Gesundheitssystem was die Datennutzung und Vernetzung anbelangt vergleichsweise unterentwickelt. Zudem fehlen ELGA natürlich zentrale Funktionen, die auf der Wunschliste der Patient:innen stehen – etwa eine zentrale Terminvereinbarung. 

Damit eine neue E-Health-Plattform von Patient:innen in Österreich gut angenommen wird, müsse man Datenschutz von Beginn an mitdenken. Das habe die Befragung ganz klar gezeigt. Sundhed in Dänemark bringt es einige Jahre nach Einführung auf eine Nutzungsrate von rund 45 Prozent der Bevölkerung, wobei die Rate bei den Über-60-Jährigen noch immer bei 40 Prozent liegt. Die flächendeckende Nutzung sei auf jeden Fall eine Herausforderung, die man mit einer großen Marketingkampagne begleiten müsse, so die Expert:innen. 

Volkswirtschaftlicher Effekt von mehr E-Health

Eine Gesundheitsplattform würde nicht nur Patient:innen etwas bringen. Accenture führt auch volkswirtschaftliche Effekte ins Treffen. Das Gesundheitssystem in Österreich sei vergleichsweise teuer. Derzeit liegen die Kosten bei rund 10 Prozent des BIP, während der EU-Schnitt bei 8,5 Prozent des BIP liegt. “Es ist nicht schlecht, wenn wir uns die Gesundheit der Bevölkerung etwas kosten lassen”, sagt Josef El-Rayes von Accenture. “Allerdings liegen in Österreich die gesunden Lebensjahre unter dem EU-Schnitt, obwohl die Lebenserwartung höher ist als in anderen Ländern”. Dass das Gesundheitssystem dennoch so teuer ist, liege an der hohen Komplexität. Digitalisierung sei dafür ein starker Hebel. Konkret geht Accenture davon aus, dass jährlich im Gesundheitssystem eine Million Arbeitsstunden eingespart werden könnten. Laut Wifo wären Einsparungen von bis zu 2 Prozent des BIP möglich. 

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Im Mai 2024 holte eologix-ping ein Millioneninvestment u.a. von Verbund X – brutkasten berichtete. Im gleichen Jahr führte das Grazer Startup Blitzdetektion ein und erweiterte sein Produktportfolio um Blitzüberwachungssysteme.

Eologix-Ping mit neuer Version

Nun hat Eologix-Ping die Markteinführung von „Event Lightning Fleet – Satellitenversion“ bekannt gegeben, einer neuen satellitengestützten Version seiner Blitzüberwachungslösung für Windturbinen.

Die neue Variante soll es Wind-Asset-Managern in abgelegenen Regionen mit geringer Konnektivität, in denen die Mobilfunkkommunikation unzuverlässig oder nicht verfügbar ist, ermöglichen, zu erkennen, welche Turbine von einem Blitz getroffen wurde – konkret geschieht das mittels Myriotas UltraLite-Satellitenkonnektivität.

Use-Case bleibt

Der grundlegende Use Case bleibt bei den Grazern jedoch unverändert: Betreiber wissen zu lassen, welche Turbine von einem Blitz getroffen wurde, damit sie Inspektionen priorisieren, die Wartungsplanung verbessern und Unsicherheiten nach Gewitterstürmen reduzieren können.

„Abgelegene Windparks sollten nicht einfach deshalb an operativer Transparenz verlieren, weil die Mobilfunkabdeckung begrenzt ist“, sagt Matthew Stead, CPO und Mitgründer von Eologix-Ping. „Mit ‚Event Lightning Fleet – Satellitenversion‘ erweitern wir die Blitzüberwachung auf Turbinenebene auf Regionen, in denen die traditionelle Kommunikationsinfrastruktur eine Hürde dargestellt hat.“

Einblicke auf Turbinenebene

Blitzeinschläge können erhebliche Blattschäden und Betriebsrisiken für Windturbinen verursachen. In vielen Fällen sind Betreiber gezwungen, nach Gewitterstürmen umfangreiche Inspektionen durchzuführen, ohne klare Anhaltspunkte dafür zu haben, welche Turbinen betroffen waren.

Im Gegensatz zu regionalen Wetterdiensten, die sich auf flächenweite Blitzaktivität konzentrieren, sei „Event Lightning Fleet – Satellitenversion“ darauf ausgelegt, betriebliche Einblicke auf Turbinenebene zu liefern.

Aus dem Archiv: Die Hintergründe zum Millioneninvestment für eologix-ping aus Graz

Das System erkenne Blitzereignisse direkt am Windturbinenturm mithilfe eines Magnetfeldsensors, der im Power and Communication Module (PCM) installiert ist. Der Sensor erfasst das durch den Blitzstrom im Turmgebäude induzierte Magnetfeld und generiert eine Ereignisbenachrichtigung, die in die Cloud übertragen wird.

Eologix-Ping-CEO: „Besonders relevant für viele Windparks in Lateinamerika“

„Wir sind stolz darauf, mit Eologix-Ping zusammenzuarbeiten, um die Blitzüberwachung auf Standorte auszudehnen, die traditionell außerhalb der Reichweite zuverlässiger Konnektivität lagen“, sagte Dan Franklin, Regional Sales Director bei Myriota.

Und Thomas Schlegl, CEO und Mitgründer von Eologix-Ping, ergänzt: „Mit dieser Markteinführung können Betreiber Blitzüberwachung auf Turbinenebene an Standorten einsetzen, die bisher schwer zu verbinden waren. Dies ist besonders relevant für viele Windparks in Lateinamerika, wo abgelegene geografische Lagen und begrenzte Telekommunikationsinfrastruktur nach Blitzereignissen operative blinde Flecken schaffen.“

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