29.12.2015

Accelerator lockt Startups mit Traumstrand

Der kleine Ort Saint-Jean-de-Luz hat einen der schönsten Surfer-Strände Frankreichs. Dort sollen neue Geschäftsmodelle rund um Extremsport entstehen.
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Wer hätte nicht gerne ein Büro direkt an einem Traumstrand? Morgensport am Surfbrett, statt am Laufband und Besprechungen in der Abendsonne barfuß im warmen Sand – so ließe es sich als Gründer doch leben. Wer jetzt ins Schwärmen gerät, sollte sich schnell eine Geschäftsidee im Bereich Extremsport überlegen und sich für den Accelerator Blue Builder bewerben. Der französische Startup-Brutkasten lockt mit Büros in dem französischen Küstenort Saint-Jean-de-Luz, der an einem der schönsten Surferstrände liegt.

Accelerator für Wassersport und Bergsport

Die Bewerbungsrunde für die ersten Schützlinge läuft gerade. Die Bewerbung läuft über ein kurzes Webformular, in dem neben Namen und E-Mail-Adresse lediglich der Link zu einem maximal dreiminütigen Video eingetragen werden kann. Die besten Chancen auf den Arbeitsplatz in der Sonne hat man mit Geschäftsideen rund um vernetzte Gegenstände oder Services im Bereich Wassersport. Gleichzeitig betont Gründer Benjamin Böhle-Roitelet gerne die Nähe zu den Pyrenäen, die den Standort auch für Bergsport interessant macht.

2000 Quadratmeter für Startups

Der Ort Saint-Jean-de-Luz wurde gewählt, um die Entrepreneure nahe an ihre Zielgruppe zu bringen. Hinter Blue Builder steckt der Franzose Benjamin Böhle-Roitelet, der mit ekito auch eine Art Innovations-Agentur und Accelerator für Startups und etablierte Firmen betreibt. Blue Builder bietet Startups 2000 Quadratmeter Arbeitsfläche, die Büros, Werkstätten und Meetingräume umfasst.

Blue Builder, Ekito

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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