02.03.2022

abaton: Wie ein Wiener ClimateTech Startup nachhaltige Gebäudekühlung ermöglicht

Mit ihrer neuen Bauteilatmungs-Technologie verwirklichen die abaton-Gründer den Wunsch nach einem zugluftfreien und energieeffizienten Flächenkühlsystem.
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Maximilian Gruber (l.) und Benedikt Göhmann (r.) | © abaton/Anna Niederleitner
Maximilian Gruber (l.) und Benedikt Göhmann (r.) | © abaton/Anna Niederleitner

Nicht nur die Energiepreise, sondern auch die Temperaturen sind am Steigen. Heutzutage hat das Thema Kühlen von Innenräumen dieselbe Priorität wie das Heizen. Der Stand der Technik zum Erwärmen oder Abkühlen der Lebensräume ist entweder zu energiehungrig oder zu leistungsarm. Dazu kommt, dass wir viel sorgsamer mit Energie umgehen müssen, aber das Problem noch nicht optimal gelöst ist.  

Aus diesem Grund haben die abaton Gründer Benedikt Göhmann und Maximilian Gruber ein System zum Heizen und Kühlen von Flächen entwickelt, das ein optimales Raumklima bei gleichzeitig höchster Energieeffizienz bietet. Das Startup spezialisiert sich auf seine Flächenkühlungs-Technologie, die zur sogenannten Feuchteregulierung sowie zur Behebung des Kondensations-Problems eingesetzt wird. “Von Büros über den Wohnbau, Gewerbebetriebe sowie für öffentliche Bereiche wie Schulen oder Museen. Wir vereinen zwei wesentliche Prinzipien: das Lebensgefühl von wohltemperierten Räumen mit der Effizienz und Zukunftssicherheit einer nachhaltigen Energielösung”, sagen die Gründer. 

Heizen im Winter mit recycelter Sommer-Wärme

Ihre abaton-Paneele werden mit der Bauteilatmungs-Technologie produziert. Die nachhaltige Methode sorgt dafür, dass die speziell eingestellte Porenstruktur in den Paneelen die Kondensation in das Innere von Bauteilen verlagert. Hierbei wird die Luftfeuchtigkeit, die zu oft zu Bauschäden führt, hygienisch gebunden und gepuffert und bewirkt eine effiziente sowie komfortable Flächenkühlung in der Masse.

“Aktivierte Bauteile wie unser System werden von der Internationalen Energieagentur (IEA) als Teil der Lösung zur Reduktion des Stromverbrauchs und Senkung des CO2-Fußabdruckes im Gebäudebereich gesehen”, so das Gründer-Duo. Das abaton Paneel bietet den fehlenden Puzzlestein, um saisonale Energiespeicher effizient einsetzen zu können. Mit diesen Speichern kann die Abwärme der Kühlung vom Sommer zum Heizen im Winter recycelt werden. Jedoch hat bisher die Übertragungstechnologie für den Kühlfall in der breiten Masse gefehlt, die mit den moderaten Temperaturen aus den Energiespeichern umgehen kann, erklärt das abaton-Team weiter.

Umweltfreundliche Gebäudekühlung mit abaton

Die Grundidee zu abaton wurde von drei erfahrenen Bauphysikern, Leo Obkircher, Jochen Käferhaus und Wieland Moser, die sich seit zwei Jahrzehnten mit ökologischen Energielösungen befassen, entwickelt. Die Jungunternehmer Benedikt Göhmann und Maximilian Gruber haben die Vorschläge des Trios aufgegriffen und mit ihrer Unterstützung sowie in enger Zusammenarbeit mit weiteren Bauphysiker:innen, Architekt:innen und Universitäten die abaton Bauteilatmung entwickelt. Ihr erstes Produkt, das Trockenbaupaneel, ist kompatibel mit allen gängigen Trockenbausystemen und kann nach Wunsch während des Baus verdeckt werden. Auch der Einsatz als Dekorations-Objekt in Sichtbeton-Optik ist möglich.

Vollautomatisierter Produktion folgt Expansion 

Mit einem Mix aus Eigenkapital und Förderungen der Stadt Wien, der Wirtschaftsagentur sowie dem FFG wurde die abaton GmbH 2020 gegründet. Seit 2021 stehen die Paneele im neuen Wiener Showroom auch in Anwendung zum Sehen und Spüren bereit. Zurzeit arbeitet das Startup an einer voll-automatisierten Anfertigung. “Bis Ende 2022 wollen wir die Fertigung voll robotisieren, damit wir die Produktion weiterhin in Österreich halten können”, sagt das Duo. Die Vorteile der Automatisierung möchte das Team zu seiner schnellen Skalierung nutzen. Ihr Ziel ist es, die erprobte Fertigungstechnologie an Betonfertigteilwerke in ganz Europa zu lizenzieren. Außerdem möchten die Gründer ihre Technologie als nächsten Schritt in Fertigbauteile für Decken integrieren und diese über ein Lizenzierungsmodell von Fertigteilwerken vertreiben. 

Aktuell liegt der Fokus auf den österreichischen und süddeutschen Markt. Sobald die Robotisierung des Herstellungsprozesses abgewickelt ist, möchten die Co-Founder schrittweise in weitere EU-Länder expandieren. “In diesem Jahr verwirklichen wir die ersten größeren Projekte. Außerdem sind wir für Bestellungen jeder Größe bereit. So arbeiten wir schon an einigen unkonventionellen, innovativen Konzepten. Ich kann es kaum erwarten, bis wir in zwei bis drei Monaten darüber sprechen können”, sagen die Mitgründer.  

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v.l.n.r.: David Riedl und Laurenz Sutterlüty, die beiden Gründer und Geschäftsführer von EnerCube | © Kathrin Gollackner

Die Nächte werden länger, die Temperaturen beginnen zu sinken. Kurzum: Die Heizsaison beginnt. Der Salzburger Heizzentralen-Hersteller EnerCube bietet mit seinen Wärmepumpen-Heizzentralen eine nachhaltige Heizungsmöglichkeit an. Nun bringt er im Zuge der strategischen Partnerschaft mit Panasonic eine neue Modellreihe auf den Markt, die vor allem für große Gebäude gedacht ist. Damit soll die Wärmewende in Gewerbe, Industrie und kommunalen Gebäudebeständen vorangetrieben werden.

Fertigung in Europa

EnerCube integriert bei der neuen Reihe Luftwärmepumpen der Big Aquarea M-Serie von Panasonic in seine Heizzentralen. Gefertigt werden die Wärmepumpen in Europa in einer tschechischen Panasonic-Fabrik in Pilsen. EnerCube verantwortet die Entwicklung und ganzheitliche Fertigung der Heizzentralen und greift dabei auf die etablierte Wärmepumpentechnologie von Panasonic zurück.

Schneller Tausch, geringe Investitionskosten

Das Salzburger Unternehmen setzt auf vorgefertigte Heizzentralen, wobei die einzelnen Komponenten bereits im Werk zusammengesetzt werden. Das soll einen schnellen Tausch garantieren. Zusätzlich seien die Investitionskosten laut dem Salzburger Unternehmen geringer als bei bestehenden Modellreihen. „Wir wollen den Heizungstausch so einfach machen, dass sich auch große Gebäudebestände mit überschaubarem Aufwand und wirtschaftlich tragfähigen Investitionskosten auf eine nachhaltige Wärmeversorgung umstellen lassen“, sagt David Riedl, Co-Gründer und Geschäftsführer von EnerCube.

Co-Gründer und ebenfalls Geschäftsführer Laurenz Sutterlüty ergänzt: „Mit der neuen Modellreihe erweitern wir unser Angebot an vorgefertigten Heizzentralen auf Basis von Panasonic Luftwärmepumpen und schaffen damit Lösungen, die durch ihre kompakte Bauweise, hohe Effizienz und Wirtschaftlichkeit überzeugen.“ Die neuen Geräte erreichen bis zu 180 kW Wärmepumpenleistung, wodurch größere Gebäude mit einer Einheit, auch Cube genannt, versorgt werden können. Die Einheiten werden außerhalb der Gebäude aufgestellt und benötigen laut EnerCube nicht mehr Platz als die Fläche eines Autoparkplatzes. Neben dem Heizen können die Cubes auch zum Kühlen und zur Warmwasserbereitung verwendet werden.

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