15.01.2026
LAUNCH

AAAxAgents: Steirisches Startup entwickelt digitalen Data Scientist für Unternehmen

Das steirische Startup AAAxAgents entwickelte einen digitalen Data Scientist, der Unternehmen dabei unterstützen soll, ihre Daten und Geschäftsprozesse in regulierten Umfeldern besser zu verstehen. Was die Lösung besonders machen soll, erklärt Gründer und CEO Benjamin Gigerl im Gespräch mit brutkasten.
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Das Team von © AAAxAgents.

Künstliche Intelligenz gilt in vielen Unternehmen als strategischer Hebel, bleibt in der Praxis jedoch häufig stecken. Trotz hoher Investitionen und ambitionierter Pilotprojekte schaffen es laut Studien rund 80 Prozent aller KI-Projekte nicht in den produktiven Betrieb. Besonders in regulierten Branchen wird der Schritt von der Analyse zur verlässlichen Anwendung schnell zur Hürde.

Genau an diesem Punkt möchte das Gleisdorfer Startup AAAxAgents ansetzen. „Es fehlt oft vollständig an einem strukturierten, abfragbaren und maschinenlesbaren Kontext, der beschreibt, wie ein Unternehmen tatsächlich funktioniert“, erklärt Gründer und CEO Benjamin Gigerl. AAAxAgents entwickelte einen sogenannten digitalen Data Scientist, der Unternehmen – insbesondere in stark regulierten Branchen – dabei unterstützen soll, ihre Daten und Geschäftsprozesse besser zu verstehen. Dafür werden komplexe, oft heterogene Datenquellen in konkrete, handlungsrelevante Erkenntnisse übersetzt, inklusive nachvollziehbarer Entscheidungslogik.

„Keine generische ChatGPT-Schicht“

Der Fokus liegt derzeit auf den Branchen Automotive, Energie und Pharma, weitere Verticals sollen im Zuge der Wachstumsstrategie folgen. „Wir lösen nicht nur ‘Analyse’, sondern liefern das, was im Unternehmen zählt: Business-Kontext plus KPI-Wirkung plus Nachvollziehbarkeit. Genau deshalb hängen bei uns auch Wissensbasen (unstrukturiert → strukturiert), Markt-/Industrie-Research und Compliance-Checks direkt im Workflow drin“, sagt Gigerl gegenüber brutkasten. Der Gründer ist KI-Forscher an der Universität Graz und gründete AAAxAgents im Oktober 2024.

Technologisch setzt das Startup auf eine domänenspezifische, hybride KI-Architektur, die statistische KI-Modelle mit regelbasierter Logik kombiniert. Ziel ist es, nicht nur Antworten zu generieren, sondern prüfbare und regelkonforme Entscheidungen zu ermöglichen. Das Besondere an den KI-Modellen von AAAxAgents sei dabei, dass man “keine generische ChatGPT-Schicht über Daten baut, sondern eine domänenspezifische, erklärbare und geschlossene Agenten-Architektur, die Unternehmen wirklich durch den gesamten Lifecycle bringt – inklusive Governance“, so Gigerl.

Reisenhofer Haustechnik und Siemens Energy als Kunden

AAAxAgents läuft dabei direkt in Snowflake, also innerhalb der bestehenden Datenumgebung der Kund:innen. Daten müssen nicht exportiert werden, was insbesondere im Hinblick auf Datensicherheit, Compliance und den EU AI Act relevant sei. Snowflake stellt die skalierbare Infrastruktur und Governance-Mechanismen bereit, während AAAxAgents darauf seine KI-Agenten, Logikschichten und Business-Intelligenz aufsetzt. 

„Wenn es um KI in Production geht, scheitern Unternehmen oft nicht am Modell, sondern an Kontext, Datenrealität, Compliance und ROI. Genau diese Lücke schließen wir – mit einer Architektur, die auf Trustworthy & Agentic AI ausgelegt ist“, erklärt der CEO.

Die Lösung befindet sich aktuell in einer frühen Beta-Phase. Zu den ersten Anwendern zählen unter anderem Reisenhofer Haustechnik, die Stadt Graz und Siemens Energy. AAAxAgents ist Teil des Hightech-Inkubators Science Park Graz. Abgesehen von öffentlichen Förderungen, unter anderem von der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG) finanziert sich das Unternehmen aus eigenen Mitteln.

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Die beiden CEOs von ParityQC: Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser. | © Günther Egger

In der öffentlichen Wahrnehmung ist Quantencomputing nach wie vor eine Zukunftstechnologie. In der Breite ist diese definitiv noch nicht angekommen. Entsprechend sind auch viele Startups in dem Feld noch die klassische Wette auf die Zukunft, wie sie im Hightech-Bereich üblich ist: massive Forschungsausgaben und noch keine Umsätze. Dass es aber nicht so sein muss, beweist das Innsbrucker Quanten-Scaleup ParityQC.

Dieses legte nun seinen Jahresabschluss für 2025 vor. Als GmbH und „kleine Kapitalgesellschaft“ gelten dabei eingeschränkte Berichtspflichten – so muss etwa die Gewinn- und Verlustrechnung nicht veröffentlicht werden. Aus dem Bericht lässt sich der Gewinn aber (im Gegensatz zum Umsatz) genau ableiten.

1,46 Millionen Euro Gewinn mit nur 27 Mitarbeiter:innen

ParityQC stand demnach 2025 bei einem Bilanzgewinn von knapp über drei Millionen Euro. Abzüglich des Gewinnvortrags ergibt sich ein Jahresüberschuss von etwa 1,46 Millionen Euro – und das mit 27 Mitarbeiter:innen. Bereits im Jahr 2024 hatte das Scaleup einen Gewinn von rund 1,36 Millionen Euro zu Buche stehen.

Die Umsätze lassen sich dagegen – wie erwähnt – nicht aus dem Bericht ableiten. Bekannt ist, dass ParityQC an mehreren Großaufträgen im Quantenbereich beteiligt ist. Brutkasten berichtete zuletzt Ende Juni über einen 35-Millionen-Euro-Deal mit der deutschen Cyberagentur, der Innovationsabteilung des deutschen Verteidigungsministeriums.

Fast 14 Millionen Euro liquide Mittel

Neben den Gewinnen sind auch die liquiden Mittel, die aus dem Bericht hervorgehen, beachtlich. Diese betrugen mit Abschluss 2025 fast 14 Millionen Euro und damit fast 93 Prozent der Bilanzsumme von rund 15 Millionen Euro. Mit rund 12,6 Millionen Euro Eigenkapital kommt ParityQC zudem auf eine Eigenkapitalquote von 83,7 Prozent. Und schließlich: Kapitalrücklagen von 9,49 Millionen Euro, die schon 2024 zu Buche standen, blieben unangetastet.

Eine logische Ableitung aus all den Zahlen: Das Kapital aus der großen (nicht konkret bezifferten) Finanzierungsrunde 2024 – brutkasten berichtete – wurde kaum bis gar nicht gebraucht. Auch das ist für Scaleups im Hightech-Bereich alles andere als üblich.

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