19.11.2025
RADARSYSTEM

A1 startet ISAC-Pilot: 5G wird zum Sensor für Drohnen

A1 hat im Technologiezentrum Wien als erster Betreiber Österreichs die sogenannte ISAC-Technologie (Integrated Sensing and Communication) im Live-Betrieb demonstriert. Damit wird das 5G-Netz nicht nur für Datenübertragung genutzt, sondern gleichzeitig zu einem System, das Objekte im Luftraum erkennen kann.
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A1 Österreich hat im Technologiezentrum Wien die ISAC-Technologie demonstriert. | © A1

Der Pilotversuch von A1 Österreich zeigt, wie 5G-Netze künftig gleichzeitig Daten übertragen und als hochpräzise Radarsysteme fungieren können. In Europa wird diese Funktion derzeit in Standardisierungsgremien für 5G Advanced und 6G diskutiert.

„ISAC steht für Integrated Sensing and Communication“, erklärte A1-CTO Christian Laqué im Pressegespräch. „Wir verbinden die Möglichkeiten einer Technik, die wir im Mobilfunk seit Jahrzehnten weiterentwickeln, mit dem, was wir radarmäßig kennen – und das gleichzeitig.“

Christian Laqué ist der CTO von A1 Österreich. | © A1

Technische Ebene

Technisch basiert ISAC auf Millimeterwellen-Frequenzen (26 GHz) und modernen Massive-MIMO-Antennen. Diese können nicht nur hohe Bandbreiten bereitstellen, sondern auch ausgesendete Signale wieder als Reflexion empfangen und auswerten.

Eine KI-Auswertung soll außerdem direkt an der Basisstation erfolgen. Damit lassen sich Richtung, Entfernung, Geschwindigkeit und Höhe eines Objekts bestimmen. „Wenn ich zwei Radar-Bilder voneinander abziehe, bleibt nur übrig, was sich bewegt”, erklärt der CTO. Auch der Doppler-Effekt werde genutzt: Rotorschläge verändern minimal die Frequenz und machen dadurch Objekte voneinander unterscheidbar.

Pilotversuch von A1

Für den Pilotversuch wurde eine 5G-mmWave-Zelle inklusive Edge-Rechenkapazität aufgebaut. Eine handelsübliche Drohne flog dabei Manöver, die das System live erfasste. A1 demonstrierte damit, dass Sensing und Datenübertragung gleichzeitig funktionieren. „Das System kann hohe Gigabit-Bandbreiten übertragen und parallel dazu Objekte erkennen und das mit derselben Installation“, so Laqué.

Die Reichweite beträgt bei kleinen Drohnen mehrere hundert Meter, größere Objekte können schon weiter entfernt erkannt werden. Der relevante Höhenbereich liege aktuell zwischen 0 und rund 600 Metern.

Der Pilotversuch von A1. | © A1

Rasante Drohnenentwicklung

Die Geschwindigkeit der globalen Drohnenentwicklung habe laut Laqué massiv zugenommen: „Früher haben wir darüber geredet, dass Amazon vielleicht mal Pakete mit Drohnen liefert. Heute geht es wahnsinnig schnell – die Entwicklung war noch nie so rasant wie jetzt.“ Grund dafür sei unter anderem der Ukraine-Krieg.

Damit steige auch der Bedarf an Detektionssystemen für unkoordinierte Flugobjekte. Gleichzeitig werden Flughäfen, Kraftwerke, Energieanlagen oder große Events zunehmend zu potenziellen Zielen für Drohnenstörungen.

Einsatzfelder von ISAC

A1 sieht Österreich hier in einer besonderen Position, weil der 26-GHz-Bereich bereits vergeben und nutzbar sei. „Den Frequenzbereich haben in anderen Ländern so gut wie keine Betreiber. Selbst in Deutschland ist er noch nicht geöffnet”, sagt Laqué. Das ermögliche eine frühzeitige Pilotierung, während viele europäische Märkte technisch noch gar nicht starten können.

Mögliche Einsatzfelder seien laut A1:

  • Drohnenüberwachung und Luftraumsicherheit
  • Flughafenschutz
  • Sicherung kritischer Infrastruktur
  • Großveranstaltungen
  • Schifffahrt und maritimes Monitoring
  • Naturschutz, z.B. Unterscheidung von Vogelarten

Kommerzielle Implementierung

Die Technologie sei zwar bereits als Produkt verfügbar, aber tritt jetzt erst in die Phase der Marktabstimmung ein. Gespräche mit Flughäfen, Sicherheitsbehörden oder Betreibern kritischer Infrastruktur sollen nun starten. A1 Österreich sehe sich in einer Vorreiterrolle, da Österreich hier aufgrund der Frequenzausstattung einen Vorsprung gegenüber anderen EU-Ländern habe.

Parallel arbeitet die globale Industrie an der Einbettung von ISAC in die 5G-Advanced-Standards. Auch internationale Hersteller – darunter ZTE, das die Pilotinstallation in Wien geliefert hat – arbeiten bereits an kommerziellen Implementierungen.

Neuer Funktionslayer

A1 plant, das System weiterzuentwickeln und perspektivisch auch Mehrantennen-Setups einzubeziehen, die die Auflösung erhöhen sollen. Mittelfristig könnte ISAC damit ein neuer Funktionslayer im Mobilfunknetz werden – einer, der Kommunikation und Sensorik verbindet und damit Anwendungen ermöglicht, die bisher hochspezialisierten Radarsystemen vorbehalten waren.

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Eine Auswahl an Speaker:innen von brutkasten MOMENTUM

Am 5. November öffnet das Wiener Palais Berg seine Türen für eine Premiere: Erstmals findet brutkasten MOMENTUM statt, das neue Flagship-Innovationsevent von brutkasten. Rund 300 kuratierte Gäste aus der Startup-, Investment- und Innovationsszene kommen zusammen – invite only, ohne Ticketverkauf und ohne Messestände. Der Anspruch: Gespräche zwischen Menschen, die man sonst selten gemeinsam in einem Raum antrifft.

Genau darin liegt die Stärke von brutkasten und MOMENTUM. Gründer:innen, Investor:innen, Corporate-Entscheider:innen sowie Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft begegnen einander hier auf Augenhöhe – ein Netzwerk, wie es in Österreich nur selten so geballt zusammenkommt. Die Türen öffnen um 14:30 Uhr, danach führt ein hochkarätiges Bühnenprogramm durch den Nachmittag, ehe der Tag mit der Verleihung des Innovator of the Year seinen feierlichen Höhepunkt erreicht.

Zwei Formate unter einem Dach

MOMENTUM und der Innovator of the Year sind zwei eigenständige Formate, die an diesem Tag unter einem Dach zusammenfinden: Ab 15:30 Uhr gehört die Bühne den Panels und Keynotes, am Abend folgt im Rahmen von MOMENTUM die feierliche Award Ceremony, bei der brutkasten die innovativsten Köpfe des Landes vor den Vorhang holt. Über allem steht eine Frage, die das gesamte Ökosystem beschäftigt: Was braucht es, damit aus guten Ideen richtig große Unternehmen werden?

Hochkarätiges Lineup für Österreichs exklusivstes Innovationsevent

Antworten darauf liefern jene, die es wissen müssen: Auf der Bühne treffen Gründer:innen, die es geschafft haben, auf Investor:innen und Konzernlenker:innen, die den Wandel vorantreiben. Etwa Julian Teicke: Der Seriengründer hat als CEO das Insurtech wefox zum Unicorn gemacht und ist heute Founding Investor bei The Delta. Gemeinsam mit Codesphere-Gründer Elias Schneider, der eine europäische Alternative zu den US-Hyperscalern aufbaut, geht er der Frage nach, ob man für echtes Wachstum in die USA muss – oder ob Europa selbst skalieren kann.

Ganz persönlich wird es im Kamingespräch mit Damian Izdebski. Wie nur wenige in der heimischen Szene hat der techbold-Gründer die Höhen und Tiefen des Unternehmertums erlebt. Er erzählt, was er nach Pleite und Neustart beim zweiten Mal anders gemacht hat, bis hin zum erfolgreichen Exit. Für den krönenden Abschluss des Bühnenprogramms sorgt Sarah Buchner, Gründerin und CEO von Trunk Tools, mit ihrer Keynote zu Risiko und Mut. Zwei Eigenschaften, die am Abend auch bei der Award Ceremony im Mittelpunkt stehen.

Dazwischen bildet das Programm die ganze Bandbreite des Ökosystems ab: Alexander Brix (fonio.ai) und Petra Dobrocka (byrd) sprechen über die Schlüsselmomente beim Skalieren, Business Angel Felix Porsche und Stiftungsvorstand Johannes Braith (RMF Privatstiftung, Franziska Fries Privatstiftung) über Familien- und Stiftungsgeld für Startups, Gerhard Schwarz (Swarovski), Matthias Leibetseder (WaVe-X) und Michael Harnisch (BCG) darüber, wie aus Innovation in etablierten Unternehmen tatsächlich neues Geschäft wird. Matthias Fukac (CeLLAI) und Andreas Gruber (NT-X Technology) rücken bahnbrechende Technologien made in Austria ins Rampenlicht.

Innovator of the Year: die Bühne für Österreichs Innovator:innen

Um 19:15 Uhr wird es feierlich. Mit dem Innovator of the Year holt brutkasten heuer bereits zum sechsten Mal die innovativsten Köpfe des Landes vor den Vorhang. Vergeben wird der Award in drei Kategorien: Startups, Scaleups und Corporate Innovation. Die Nominierten hat die brutkasten-Redaktion in einem sorgfältigen Auswahlprozess bestimmt, über die Sieger:innen hat die Community per Voting entschieden. Die Eröffnungsrede zur Verleihung hält Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.

Nach der Verleihung ist der Abend noch lange nicht vorbei: Beim anschließenden Networking bleibt bei Drinks Zeit, mit den Gewinner:innen anzustoßen, die Gespräche des Nachmittags weiterzuführen und neue Kontakte zu knüpfen.

10 Tickets zu gewinnen

Wer noch keine Einladung hat, kann trotzdem dabei sein: brutkasten verlost 10 Tickets für MOMENTUM und die Innovator of the Year Award Ceremony.


Möglich gemacht wird MOMENTUM von unseren Partner:innen BCG, Polestar, der Österreichischen Notariatskammer, der St. Martins Therme & Lodge und dem Science Park Graz.

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