24.10.2019

A1 Connect Business: Schnittstelle zwischen KMU und der digitalen Welt

Mit A1 Connect Business schafft der Telekommunikationsanbieter ein Umfeld, in dem KMU sich über Digitalisierung informieren und sich untereinander vernetzen können. Dazu werden auch namhafte Experten mit an Bord geholt.
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Business Angel und Impact Investor Michael Altrichter
Business Angel und Impact Investor Michael Altrichter referierte über Chancen der Digitalisierung. © Philipp Lipiarski
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Bereits seit dem Jahr 2017 bietet A1 seinen KMU-Kunden mit A1 Connect Business ein Netzwerk rund um das Thema Digitalisierung. Unter anderem werden dabei österreichweit Events veranstaltet, bei denen Expertinnen und Experten dem heimischen Mittelstand die wichtigsten Aspekte der Digitalisierung näherbringen. Außerdem steht die Vernetzung der Betriebe untereinander im Vordergrund. Am 23. 10. gastierte die Eventreihe im ThirtyFive in Wien.

+++Die vier größten Herausforderungen für KMU in Europa+++

Nach den einleitenden Begrüßungsworten von Natascha Kantauer-Gansch, A1 Chief Customer Officer Consumer, und Martin Resel, A1 Chief Customer Officer Enterprise, referierten zwei Experten der heimischen Startup- und Digitalisierungsszene:  Business Angel und Impact Investor Michael Altrichter, sowie Henrike Hügelsberger, Leiterin der Digitalisierungsagentur. Abgeschlossen wurde das Programm durch drei Pitches. Parallel dazu gab es einen Ausstellungsbereich, in dem Partner und Startups ihre Lösungen für den österreichischen Mittelstand präsentierten.

Altrichter: „Schnellster und fundamentalster Wandel der Menschheit“

Altrichter ging in seinem Vortrag unter anderem auf die Daten und Besonderheiten der heimischen Startup-Szene ein. Dabei lobte er unter anderem das gute Fördersystem, kritisierte aber zugleich auch die noch immer mangelnde Fehlerkultur in Österreich. Als Beispiel nannte er den einstigen DiTech-Gründer und jetzigen techbold-CEO Damian Izdebski: Nach seinem Scheitern mit DiTech wurde er hierzulande von einstigen Partnern regelrecht gemieden – während man ihn im Silicon Valley mit offen Armen empfing und ihn fragte, was er aus seinen Fehlern gelernt habe.

Zum Thema Digitalisierung betonte Altrichter, dass wir derzeit den „schnellsten und fundamentalsten Wandel in der Geschichte der Menschheit“ erleben. Als Beispiel nannte er das Phänomen der „Chewbacca Mom„, die in wenigen Minuten mit einem YouTube-Video einen Internet-Hit generierte – was vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen ist. Dieser Wandel zeigt sich auch im Ranking der wertvollsten Unternehmen der Welt: Lag im Jahr 2001 noch nur ein einziges IT-Unternehmen unter den Top5 der größten Marktkapitalisierungen, so werden die ersten fünf Plätze heute ausnahmlos von Tech-Unternehmen belegt.

Als Treiber dieser Veränderung sieht Altrichter drei grundlegende Technologiesprünge: Mehr Daten können wirtschaftlich genutzt werden, die Rechengeschwindigkeit der Computer nimmt exponentiell zu und die Welt vernetzt sich immer stärker. Die Kombination dieser drei Faktoren ebnet zugleich den Weg für Künstliche Intelligenz, welche die Wirtschaft ebenfalls grundlegend verändern wird. Als erfolgreiche Beispiele für digitale Innovationen aus Österreich nannte Altrichter unter anderem Mohawk – einen Skihelm mit integrierter Augmented Reality -, sowie die Flug-Taxis, die von FACC gefertigt werden. 

+++Ab 2020 fliegen in Österreich autonome Lufttaxis+++

Hilfe bei der Digitalisierung von KMU

Doch wie schaffen es KMU nun, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen und vorbildlichen Beispielen wie Mohawk und FACC zu folgen? Hier kommt unter anderem die Digitalisierungsagentur (DIA) ins Spiel, welche von der vorherigen Regierung ins Leben gerufen wurde und die Digitalisierung in Österreich vorantreiben soll. Henrike Hügelsberger, Leiterin der Digitalisierungsagentur, erläuterte in ihrem Talk die wichtigsten Punkte für den österreichischen Mittelstand.

Hügelsberger nannte dabei drei Herausforderungen für KMU in Österreich in Sachen Digitalisierung: Das fehlende Know-How in den Betrieben, der komplexe Rechtsrahmen – Stichwort: DSGVO – und die Finanzierung diverser Projekte. Die DIA unterstützt bei diesen Herausforderungen erstens durch Awarenessbildung und Wissensvermittlung, zweitens durch Vernetzung des digitalen Ökosystems in Österreich und drittens als Enabler, indem man Datenanalysen und Studien zu relevanten Themen bereitstellt, sowie konkrete Unterstützung bei der Implementierung bietet. Unter anderem betont Hügelsberger auch, dass das Projekt kmudigital.at im Herbst 2019 neu aufgelegt wird.

Orientierung für KMU mit dem A1 Marketplace

Zum Abschluss des Events wurden drei Lösungen präsentiert, mit denen KMU ihr Business digitalisieren können. Eine davon ist der A1 Marketplace: Ein Online-Shop für Software und Infrastruktur aus der Cloud. Die jeweiligen Produkte wurden von A1 vorselektiert – so können KMU sicher sein, dass sie hier nur Produkte bekommen, die in Österreich auch zugelassen sind und hierzulande funktionieren.

Weiters pitchen die Startups Meetfox und tiga.eleven. Meeetfox hilft KMU, die eigenen Meetings besser zu organisieren. Tiga.eleven ist eine Marketing Automation Platform, über die KMU automatisiert mit ihren Kunden in Kontakt treten können.

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Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger
Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger

Dass für Unternehmen kein Weg mehr an Agentic AI vorbeiführt, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Dass eine sichere und konforme Umsetzung davon nicht so einfach ist, ebenfalls. „Für KI im Unternehmenskontext gelten andere Spielregeln als im privaten Bereich. Ich spreche hier besonders von souveräner KI“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bei einem gemeinsamen Pressetermin mit A1 und dessen Cloud-Tochter Exoscale. Mit einer gemeinsamen Plattform, die IBM watsonx auf A1 Exoscale bringt, will man Unternehmenskunden gemeinsam eine sichere und digital souveräne Lösung bieten.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“

Denn Schatten-KI, also die Nutzung privater bzw. vom Unternehmen nicht genehmigter KI-Anwendungen durch Mitarbeiter:innen, sei ein echtes Sicherheitsrisiko, betont Martin Resel, stv. Vorstandsvorsitzender von A1 und CCO Enterprise. „Unternehmen können es sich nicht leisten, KI nicht zu nutzen. Da geht es um Wettbewerbsfähigkeit. Alles muss effizienter werden, etwa auch in der Verwaltung. Wenn man dann aber Daten global findet, die eigentlich nicht global gespeichert werden sollten, ist das ein Problem“, sagt Resel.

Für viele A1-Unternehmenskunden und auch für A1 selbst sei das besonders relevant. „Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur. Viele hochsensible Daten laufen auf unseren Netzen. Wir haben nicht nur Unternehmen aller Größen als Kunden, sondern zum Beispiel auch Ministerien“, sagt der A1-CCO. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssten sich Österreich und ganz Europa daher souverän aufstellen.

Orchestrierte KI-Agenten mit klaren Regeln und voller Transparenz

Und wie macht das die gemeinsame Plattform? „Ich bin mir bewusst, dass ich Repräsentant eines amerikanischen Unternehmens bin“, räumt Marco Porak ein. IBM habe aber nach nicht weniger als 98 Jahren am österreichischen Markt ein anderes Standing, als etwa die US-Hyperscaler. Warum? „IBM hat seit jeher das Prinzip, dass Kundendaten Kundendaten sind und die Architektur vom Kunden bestimmt wird“, so Porak. Und: „Globale Innovation und lokale Kontrolle widersprechen einander nicht.“ Genau so sei es auch bei watsonx. Kunden können dort entscheiden, welche KI-Modelle genutzt werden und wo die Daten liegen. Die Bandbreite geht dabei von lokal gehosteten On-Premise-Lösungen über europäische bzw. Open-Source-Modelle auf europäischen Servern bis zu Frontier-Modellen in Datencentern der US-Hyperscaler.

Konkret greift das System auf eine Vielzahl an Large Language Models (LLMs) und Agentic-Modelle zurück und orchestriert KI-Agenten, um Tasks zu erfüllen. Die dazugehörige Governance-Plattform ermöglicht nicht nur das Festlegen der Regeln dafür, sondern bietet auch jederzeit komplette Transparenz, um jeden Arbeitsschritt und die dafür genutzten Modelle nachvollziehen zu können. Für Martin Resel ist dabei ebenfalls klar: „Dass alles, was aus Asien oder Amerika kommt böse ist, sehen wir nicht so. Wichtig ist die Wahlfreiheit.“ Die Plattform sei daher offen für sämtliche Modelle.

„Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“

Je nach Usecase und dem damit verbundenen Sicherheits-Level der Daten seien unterschiedliche LLMs und Speicherorte sinnvoll. „Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“, sagt Resel. Nach dieser erfolge die Entscheidung, welche Modelle genutzt werden können. Gleichzeitig optimiere die Plattform durch die passende Modell-Auswahl auch den Token-Verbrauch. „Das kann sonst bekanntlich schnell teuer werden“, sagt der A1-CCO.

A1 bietet seinen Enterprise-Kunden nicht nur Zugang zur Plattform, sondern auch begleitende Services, um diese aufzusetzen. Mit den europäischen Datencentern der Tochter Exoscale kommt noch das Angebot der souveränen Cloud im eigenen Land hinzu.

Wie watsonx für A1 und seine Kunden konkret funktioniert, zeigt Exoscale-KI-Experte Christos Kapodistrias beim Pressetermin vor. In seinem Beispiel arbeiteten nicht weniger als 14 KI-Agenten orchestriert zusammen, um eine optimale Vorbereitung auf ein Kundengespräch zu erstellen. „Diesen Usecase nutzen wir auch selber“, erklärt der Experte und zeigt die verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen ebenso wie die Nachvollziehbarkeit über die Governance-Plattform. Marco Porak merkt dazu an: „Man sieht, es gibt mehrere Checkpoints im Prozess, der ‚Human in the Loop‘ bleibt erhalten.“ Denn es gehe eben darum, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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