21.10.2025
IT-SICHERHEIT

A1 Business Security Studie 2025: Mensch bleibt das größte Sicherheitsrisiko

Laut A1 Business Security Studie 2025 gelten ungeschulte Mitarbeiter:innen und veraltete Systeme als größte Risiken. Während KI-Angriffe zunehmen, rückt digitale Souveränität in den Fokus. A1 setzt auf eine hybride Cloud-Strategie.
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vlnr.: Martin Resel (stv. Vorstandsvorsitzender A1 Österreich und CCO Consumer), Martin Mayr (Mitglied der GF Integral) | (c) martin pacher / brutkasten

Phishing, KI-Angriffe und veraltete Systeme: Die neue A1 Business Security Studie 2025, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Integral im Auftrag von A1, zeigt, wo Österreichs Unternehmen bei IT-Sicherheit noch Nachholbedarf haben und warum digitale Souveränität zur Standortfrage wird.

Unterschätztes Risiko Mensch

Fast jedes zweite Unternehmen sieht das unvorsichtige Verhalten von Mitarbeiter:innen als größte Gefahr für die eigene Sicherheit – noch vor KI-Angriffen (45 %) und veralteten Systemen (44 %).
„Das größte Risiko sind die eigenen Mitarbeiter:innen, die nicht wissen, welche Bedrohungen auf sie zukommen“, sagt Martin Mayr, Mitglied der Geschäftsführung bei Integral. Besonders kleine Betriebe organisieren ihre IT-Sicherheit oft ausschließlich intern: „45 Prozent machen alles im Haus – bei Kleinstbetrieben sind es sogar über 60 Prozent.“

Viele Firmen unterschätzen laut Mayr auch, was ein Cyberangriff kosten kann. Nur ein Drittel hat die potenziellen Finanzfolgen tatsächlich durchgerechnet. „Wer die Folgen eines Angriffs nicht kennt, kann auch keine Prioritäten setzen. Dabei können die Schäden schnell in die Millionen gehen.“

Veraltete und ungepatchte Systeme

Neben menschlichen Fehlern zählen veraltete Systeme zu den größten Schwachstellen. „Rund 40 Prozent der Betriebe haben keine moderne Sicherheitsarchitektur implementiert“, so Mayr.
Von „ungepatchten Systemen“ spricht man, wenn Software nicht regelmäßig aktualisiert wird. Diese Updates – sogenannte Patches – schließen bekannte Sicherheitslücken, über die Angreifer ins System eindringen können. Besonders kleine Unternehmen verzichten oft aus Unsicherheit oder Ressourcengründen auf Updates – ein Risiko, das massiv unterschätzt wird.

KI verändert das Bedrohungsbild

84 Prozent der Unternehmen erwarten eine Zunahme von Phishing-Angriffen, 82 Prozent rechnen mit KI-gestützten Attacken. Für Martin Resel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von A1 Österreich , ist das Ausdruck einer neuen Realität: „Früher ging es um Ransomware und Lösegeldforderungen. Heute sehen wir zunehmend staatlich gestützte Angriffe, die Lieferketten stören oder Standorte schwächen.“ KI erleichtere solche Angriffe: Durch Deepfakes oder automatisierte Phishing-Mails können Angriffe massenhaft erfolgen.

Digitale Souveränität als Standortfrage

78 Prozent der befragten Unternehmen erwägen laut Studie, künftig auf europäische Cloud-Alternativen umzusteigen. Hintergrund sind rechtliche Risiken durch den US CLOUD Act, der US-Behörden potenziell Zugriff auf Daten gewährt – auch wenn diese in Europa liegen.
„Viele Kunden fragen heute ganz konkret: Unterliegt das Rechenzentrum dem US-Recht oder nicht?“, erklärt Resel.

A1 setzt daher auf eine hybride Cloud-Strategie: Neben globalen Hyperscalern wie Microsoft oder AWS bietet das Unternehmen mit Exoscale eine europäische Cloud-Plattform mit Rechenzentren in Wien, Zürich, Frankfurt, Zagreb und Sofia. Damit können Daten vollständig innerhalb der EU bleiben – sicher, DSGVO-konform und unabhängig von amerikanischer Judikatur.

Kosten und Grenzen europäischer Lösungen

Resel betont, dass europäische Lösungen nicht nur sicherer, sondern oft auch kostengünstiger seien: „Viele basieren auf Open Source und verrechnen nicht nach Volumen, sondern nach Lizenz – das ist ökonomisch attraktiver.“ A1 betreibt etwa seine Contact-Center-Anwendungen mit europäischen Modellen wie Mistral oder Aleph Alpha auf Exoscale – aus Gründen der Souveränität und der Kosteneffizienz.

Technologisch seien die USA und Asien jedoch noch voraus. „Sie investieren um ein Vielfaches mehr in Daten und Entwicklung. Europäische Modelle sind günstiger, aber oft weniger tief integriert“, sagt Resel. Besonders bei Microsoft Copilot zeige sich das: „Wer auf Microsoft setzt, bekommt eine nahtlos eingebundene Lösung“. Das könnten europäische Systeme derzeit kaum leisten.

Hybride Strategie als realistischer Weg

Eine komplette Abkehr von US-Anbietern hält Resel daher für unrealistisch. „Eine digitale Autarkie Europas ist aktuell wirtschaftlich nicht möglich. Aber: Für sensible Unternehmensdaten braucht es eine hybride Strategie, die sich an der Kritikalität der Daten orientiert.“

Kritische Applikationen sollen auf europäischen Plattformen laufen, produktive Tools mit hoher Integration könnten hingegen global betrieben werden. Entscheidend sei, so Resel, „dass Unternehmen genau wissen, welche Daten wo liegen und welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten“.

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Nathalie Picquot und Marcin Pakulnicki | (c) Twitter / LinkedIn
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Vergangenes Jahr sorgte der laut Medienberichten nicht ganz freiwillige Abgang der beiden Wiener Gründer der Berliner Neobank N26 für Aufsehen. Nach Valentin Stalf im August räumte im Dezember auch Maximilian Tayenthal den CEO-Posten. Seitdem ist Mike Dargan beim FinTech-Scaleup am Ruder.

Zwei neue C-Level-Besetzungen

Nun verkündete N26 einen weiteren Umbau im C-Level – diesmal allerdings mit gewisser Vorlaufzeit. Nathalie Picquot übernimmt mit Oktober die Rolle der Chief Growth and Marketing Officer; Marcin Pakulnicki startet bereits mit September als Chief Technology Officer. Ihre jeweiligen Vorgänger, Timo Meyer und Gino Cordt scheiden laut Unternehmen beide Ende 2026 aus. Beide waren jeweils mehr als zehn Jahre in unterschiedlichen Rollen bei N26 tätig.

Nathalie Picquot mit Stationen bei Google, Twitter und zuletzt Santander

Nathalie Picquot bringt mehr als zwei Jahrzehnte Führungserfahrung mit: Zuletzt leitete sie fünf Jahre lang global die Bereiche Corporate Marketing, Brand Experience und Digital Engagement bei Banco Santander. Zuvor war sie über 15 Jahre in leitenden Positionen bei Google und Twitter tätig. „Ihre nachweislichen Erfolge bei der Beschleunigung der digitalen Transformation an der Schnittstelle von Marketing, Wachstum und Expansion werden entscheidend dazu beitragen, die Präsenz der Marke N26 weiter auszubauen und die Kundenbindung in Europa zu stärken“, kommentiert man bei N26.

Marcin Pakulnicki zuvor bei ING Group

Der neue CTO Marcin Pakulnicki war zuvor bei der ING Group tätig, wo er für den Aufbau und die Skalierung der globalen mobilen und digitalen Technologieplattform der Bank verantwortlich war und zudem die Entwicklung der Conversational Banking- und Agentic AI-Initiativen leitete. Er verfüge über umfassende Erfahrung in der Skalierung mobiler Technologieplattformen und Innovationen im Umfeld stark regulierter, marktübergreifender Finanzdienstleistungen, heißt es von N26.

„Mit ihrer umfassenden Expertise werden sie entscheidend zum nächsten Kapitel operativer Reife und europäischer Skalierung von N26 beitragen. Dieser Meilenstein markiert zugleich einen Moment des Wandels für N26“, kommentiert CEO Mike Dargan die beiden Neubesetzungen. „Mit diesem gestärkten Führungsteam ist N26 ideal aufgestellt, um in all unseren Märkten ein resilientes und vertrauenswürdiges Bankerlebnis als Hauptbank zu bieten.“

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