8K-Streaming-Premiere: A1 baut 5G-Netz in Alpbach aus
Bei den Wirtschaftsgesprächen im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach 2019 streamt A1 erstmals im deutschsprachigen Raum ein 8K-Video über ein 5G-Netz. Die Mobilfunk-Infrastruktur in der Tiroler Gemeinde wurde dafür extra aufgerüstet.
Das Streamen eines Hollywood-Blockbuster in 8K-Videoqualität kann ein Downloadvolumen von über 100GB umfassen. Die erhöhten Anforderungen stellen die aktuellen Mobilfunknetze zunehmend vor technische Herausforderungen – nicht zuletzt aufgrund der erhöhten Übertragungsgeschwindigkeiten, die durch 8K-Content erforderlich sind.
Dass 8K-Streaming über 5G technisch bereits möglich ist, wird der Mobilfunkanbieter A1 am Mittwoch im Rahmen des Forum Alpbach präsentieren. Für die Premiere soll erstmals im deutschsprachigen Raum ein 8K-Video über ein 5G Netz gestreamt werden.
Damit die Premiere auch klappt, hat A1 die mobile Internet-Infrastruktur der Tiroler Gemeinde speziell ausgebaut. Dafür wurden vier bestehende Outdoor-Sendeanlagen mit sogenannten 5G „Massive MiMo“-Antennen verstärkt.
Zudem installierte A1 im Congress Center Alpbach eine Indoor-Sendeanlage. Damit sind nun auch im Gebäude Geschwindigkeiten von aktuell bis zu 1,2 Gbit/s möglich. Alle fünf Sendeanlagen sind mit 10Gbit/s Zuleitungen an das Internet angebunden und sollen für Giganetz-Qualität sorgen.
Präsentation im Congress Center Alpbach
Die Live-Präsentation wird morgen um 10:30 Uhr am A1 Stand im Foyer des Congress Center Alpbach stattfinden. Marcus Grausam, A1 Österreich CEO, über die Herausforderung der bevorstehenden Datenübertragung: „8K Video-Streaming wird zu den Anwendungen gehören, die maximale Bandbreiten benötigen. Hochauflösende Videos sind extrem datenhungrig und würden die bestehenden Netze an ihre Leistungsgrenzen bringen. Bei dieser Premiere zeigen wir, was im A1 5Giganetz alles möglich sein wird.“
5G-Netz für Gemeinden
8K-Videostreaming ist jedoch nur ein Anwendungsfall, der mit 5G ermöglicht werden soll. So zählen auch die Echtzeit-Kommunikation für autonome Fahrzeuge oder Drohnen sowie das Internet der Dinge zu den Use-Cases. Durch schnellere Reaktionszeiten sollen zudem auch Cloud-Gaming und Virtual-Anwendungen massentauglich werden.
Wie A1 in einer Aussendung mitteilt, sollen im Laufe der nächsten Monate hunderte weitere Gemeinden in ganz Österreich an das 5G-Netz angebunden werden.
Grazer Startup versa setzt auf KI-Personas, um Gespräche mit Kunden zu üben
Mit virtuellen Gesprächspartnern will versa klassische Verkaufstrainings für Unternehmen verändern. Erst im Jänner 2026 gegründet, zählt das Unternehmen bereits rund 14 zahlende Kunden und ist nach eigenen Angaben profitabel. Und das ohne externes Investment.
Grazer Startup versa setzt auf KI-Personas, um Gespräche mit Kunden zu üben
Mit virtuellen Gesprächspartnern will versa klassische Verkaufstrainings für Unternehmen verändern. Erst im Jänner 2026 gegründet, zählt das Unternehmen bereits rund 14 zahlende Kunden und ist nach eigenen Angaben profitabel. Und das ohne externes Investment.
Die Gründer von versa: Jakob Logar, Maximilian Brehm und Elija Dentler (v. l.) | (c) webformance.agency
Ein schwieriges Kundengespräch, eine heikle Preisverhandlung oder eine verärgerte Kundin: Solche Situationen gehören in vielen Berufen zum Alltag. Doch wie bereitet man Mitarbeitende darauf vor? Klassische Kommunikationstrainings sind oft zeitaufwendig und bieten nur begrenzte Möglichkeiten, das Gelernte praktisch anzuwenden.
Genau hier setzt das Grazer Startup versa an. Das im Jänner 2026 gegründete Unternehmen hat eine KI-basierte Plattform entwickelt, mit der Mitarbeitende realistische Gesprächssituationen simulieren und anschließend individuelles Feedback erhalten können.
Gegründet wurde das Unternehmen von Jakob Logar, Elija Dentler und Maximilian Brehm. Die Idee entstand aus den beruflichen Erfahrungen der Gründer. Co-CEO Logar war rund 20 Jahre im Vertrieb tätig und absolvierte selbst zahlreiche Kommunikationstrainings. Diese seien zwar hilfreich gewesen, hätten aber meist nur wenig Raum für praktische Übungen geboten. „Da haben wir jetzt einfach gesehen, das was KI da möglich macht, ist eben diesen Flaschenhals der Rollenspiele aufzuheben“, erklärt Logar. Mitarbeitende könnten dadurch unabhängig von Trainer:innen oder Vorgesetzten Gespräche üben.
Von einem Forschungsprojekt zur KI-Plattform
Den Anstoß lieferte ein Forschungsprojekt am Grazer Know-Center. Dort wurde auf Anfrage der Medizinischen Universität Innsbruck untersucht, ob sich Arzt-Patienten-Gespräche mit KI simulieren lassen. Ein erster ChatGPT-Prototyp zeigte Potenzial, aber auch technische Grenzen.
Heute kombiniert versa verschiedene KI-Modelle für die Szenarioerstellung, Sprachinteraktion und Auswertung. Unternehmen können eigene Unterlagen und Kundenprofile einbinden, um möglichst praxisnahe Trainingssituationen zu schaffen.
Doch warum braucht es dafür eine eigene Plattform statt ChatGPT? „Die Magie liegt eigentlich in der KI-Architektur und in der Agent-Orchestrierung“, sagt Logar. Anders als bei der Nutzung eines einzelnen Sprachmodells sollen die KI-Personas konsistent bleiben und die Auswertungen vergleichbar sein.
Eigene KI-Basismodelle entwickelt das Startup nicht. Stattdessen setzt es auf eine flexibel aufgebaute Architektur. „Wir verwenden immer das beste Modell“, so Logar. Neue Technologien könnten dadurch einzelne Komponenten ersetzen, ohne die gesamte Plattform verändern zu müssen.
Eingesetzt wird versa derzeit vor allem beim Onboarding neuer Mitarbeitender. Diese können vom ersten Kundentelefonat bis zur Preisverhandlung unterschiedliche Gesprächssituationen trainieren.
Das KI-Trainingsgespräch selbst erfolgt dann im Look eines Video-Calls. (c) versa Training GmbH
14 zahlende Kunden und bereits profitabel
Nur wenige Monate nach der Gründung zählt versa laut Logar rund 14 zahlende Unternehmenskunden. Darunter befinden sich eine große Bank und einer der größten deutschen Versicherer. Als Zielgruppe sieht versa nicht ausschließlich Großkonzerne. Interessant sei die Plattform grundsätzlich für Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitenden in kundenorientierten Rollen, etwa im Vertrieb oder Kundenservice.
Der Weg vom ersten Interesse zum Vertragsabschluss sei allerdings nicht immer kurz. Besonders bei größeren Unternehmen würden rechtliche Prüfungen rund um den Einsatz von KI den Verkaufsprozess verlängern.
Finanziert wurde das Startup bislang ausschließlich aus Eigenmitteln. Das Stammkapital von 10.000 Euro brachten die drei Gründer selbst auf. Auf die Frage, wann das Unternehmen profitabel werden wolle, antwortet Logar: „Wir sind schon profitabel.“
Förderabsage als Wendepunkt
Ursprünglich hatte das Gründerteam auf eine aws-Seedförderung gehofft. Nach einem Pitch im Frühjahr 2026 folgte jedoch die Absage. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gründer ihre bisherigen Jobs bereits gekündigt. Trotz des Rückschlags beschlossen sie weiterzumachen. „Wir haben dann aber den Entschluss gefasst, weiterzumachen, weil die Idee so gut ist“, erzählt Logar. Die Absage habe das Team letztlich stärker auf den Markt fokussiert.
Aktuell ist versa in der Science Park Graz Academy und arbeitet im Grazer Unicorn. Zunächst will das Startup aus eigener Kraft weiterwachsen und einen mittleren sechsstelligen Umsatzbetrag erreichen. Für die spätere Skalierung werden Partner gesucht.
Dabei denkt das Team von Beginn an international. „Wir haben ja keine sprachlichen Restriktionen“, erklärt Logar. Erste Kunden aus Deutschland hat versa bereits gewonnen. Langfristig will das Unternehmen vor allem dort wachsen, wo der Bedarf an skalierbaren Kommunikationstrainings besonders groß ist.
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