15.10.2021

96 Deals allein in Q3: Das ist der aktivste VC der Welt

In seinem quartalsmäßigen Venture Capital-Report lieferte CBInsights Zahlen zu den aktuellen weltweiten Investment-Aktivitäten.
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96 Deals allein in Q3: Das ist der aktivste VC der Welt
(c) fotolia

Der Investment-Boom der vergangenen Monate schlägt sich auch statistisch nieder. So entstanden von den weltweit derzeit 848 Unicorns alleine im dritten Quartal dieses Jahrs 127 – das und noch viel mehr geht aus dem jedes Quartal erscheinenden Report „State of Venture“ von CBInsights hervor. Fast 160 Milliarden US-Dollar wurden demnach in diesem Quartal weltweit investiert – rund doppelt so viel wie im Vorjahresquartal. Stolze 409 Finanzierungsrunden über mehr als 100 Millionen US-Dollar waren zu verbuchen.

Sequoia Capital China ist neuer aktivster VC der Welt

Und es gibt eine neue Nummer 1 unter den aktivsten Investmentgesellschaften der Welt. Tiger Global aus den USA, die in den zwei Quartalen davor an der Spitze stand, wurde von Sequoia Capital China auf den immer noch starken zweiten Platz verdrängt. Mit 96 Investments zwischen Anfang Juli und Ende September kommt die China-Filiale des Silicon Valley VC auf einen Durchschnitt von rund 1,5 Deals pro Werktag.

Das geht mit zwei anderen Entwicklungen Hand in Hand. Insgesamt haben sich die Investments in Asien im Vergleich zum Vorjahresquartal nahezu verdoppelt – auf rund 50 Milliarden US-Dollar. Und der FinTech-Sector, auf den Sequoia Capital China fokussiert ist, gewinnt weiter an Bedeutung: Ein Drittel aller neuer Unicorns ist dort verortet.

Ranking: Die 10 aktivsten Investmentgesellschaften der Welt

InvestorInvestments in Q3LandAnteil an allen Deals in Q3
1Sequoia Capital China96China1,0%
2Tiger Global Management86USA0,9%
3SoftBank Group79Japan0,8%
4SOSV75USA0,8%
5Insight Partners73USA0,8%
6Tencent Holdings60China0,6%
7Accel56USA0,6%
8Andreessen Horowitz53USA0,6%
9Global Founders Capital51Deutschland0,5%
10Hillhouse Capital Management48China0,5%
10Sequoia Capital48USA0,5%
(c) CBInsights
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(c) Michael Meier - Maximilian Kindler, Gründer von incaseof.law.

Rund 600 Rauchfangkehrerbetriebe gibt es in Österreich, rund 350 davon arbeiten mit der Grazer Branchensoftware WinChim. Sie können überfällige Rechnungen nun direkt aus dem Verrechnungsmodul an das Wiener LegalTech incaseof.law übergeben. Die Plattform übernimmt den weiteren Prozess, vom außergerichtlichen Mahnverfahren bis zur gerichtlichen Durchsetzung.

Die beiden Unternehmen haben die Kooperation Anfang Oktober bekannt gegeben. Für das Startup von Gründer und CEO Maximilian Kindler ist WinChim nach eigenen Angaben die erste Branchensoftware, über die es eine ganze Branche erreicht.

Viele kleine Rechnungen, wenig Zeit

Die Leistungen der Rauchfangkehrer sind gesetzlich vorgeschrieben, die Tarife reguliert. Daraus ergibt sich ein eigenes Forderungsbild: sehr viele kleine, wiederkehrende Rechnungen an Privathaushalte und Hausverwaltungen. Die Betriebe zählen im Schnitt sechs Beschäftigte, offene Rechnungen verfolgt meist der Inhaber selbst. Eine klassische Inkassobeauftragung zahle sich bei Kleinbeträgen oft nicht aus, heißt es weiter.

„Unsere Anwender wollen kehren, messen und beraten, nicht Zahlungserinnerungen schreiben. Mit incaseof.law ist der offene Posten in unserer Buchhaltungssoftware mit einem Klick erledigt, der Rest passiert im Hintergrund“, sagt Martin Haidenthaler, Gründer von WinChim. Das Unternehmen wurde 1999 in Graz gegründet und ist nach eigenen Angaben Marktführer unter den Rauchfangkehrerbetrieben in sieben Bundesländern.

„Rauchfangkehrer sind das Paradebeispiel für eine Branche, in der Forderungsmanagement bisher schlicht nicht stattfindet, weil es sich nicht auszahlt. Über WinChim erreichen wir die Betriebe dort, wo ihre Rechnungen entstehen. Ab jetzt kommt das Geld dorthin, wo es hingehört: auf das Konto des Betriebs.“

Die Inkassokosten trägt der säumige Schuldner

Laut Aussendung zahlt die Plattform eingehende Beträge ohne Abzüge an den Betrieb aus. Woran incaseof.law dann verdient, erklärt Kindler auf brutkasten-Anfrage: „Der Rauchfangkehrer zahlt uns nichts, weder Provision noch Gebühr. Unser Umsatz kommt ausschließlich vom säumigen Schuldner, und zwar aus den Inkassokosten und den Verzugszinsen.“

Diese Kosten sind laut Kindler durch die Verordnung über die Höchstsätze der Inkassoinstituten gebührenden Vergütungen gedeckelt. Zudem müssen sie nach dem Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) in einem angemessenen Verhältnis zur Forderung stehen. Die Verordnung würde es ihm zufolge auch erlauben, dem Auftraggeber eine Gebühr zu verrechnen. Darauf verzichte man ausnahmslos.

Was das für Schuldner:innen bedeutet, zeigt ein Rechenbeispiel des Gründers. Bei einer offenen Rechnung über 80 Euro fallen mit der ersten Zahlungsaufforderung rund 25 Euro inklusive Umsatzsteuer an, dazu Verzugszinsen von wenigen Cent. Das entspricht einem Aufschlag von rund 31 Prozent. Wer nach der ersten Aufforderung zahlt, bleibt laut Kindler bei diesem Betrag. Bezahlt werden kann über ein Online-Portal, auf Wunsch in Raten über bis zu zwölf Monate. Zu den Kosten bei weiteren Mahnschritten oder im gerichtlichen Verfahren machte Kindler keine Angaben.

Noch keine Zahlen für die Branche

Zahlen für die Rauchfangkehrerbranche gibt es noch nicht, die Anbindung ist erst seit Anfang Oktober aktiv. Kindler erwartet aber eine sehr hohe Quote, weil die Leistung gesetzlich vorgeschrieben, dokumentiert und zu regulierten Tarifen verrechnet sei: „Echten Streit über die Forderung gibt es da kaum. Meistens ist die Rechnung schlicht liegen geblieben.“

Zahlt ein Schuldner trotz mehrerer Mahnschritte nicht, geht der Fall laut Kindler auf derselben Plattform ins gerichtliche Forderungsmanagement über, mit Anbindung an den Elektronischen Rechtsverkehr in Österreich und Deutschland.

Weitere Branchen im Blick

Seit Mai können Kund:innen der Finanzautomatisierungsplattform ibana das Inkasso direkt aus deren Plattform beauftragen (brutkasten berichtete).

Als weitere Branchen sieht sich das Startup laut Kindler Hausverwaltungen, das Gesundheits- und Pflegeumfeld und das Handwerk an und entwickelt dafür eigene Produktlinien. „Die Logik ist überall gleich: viele kleine Rechnungen, kleine Betriebe, kaum Zeit für das Mahnwesen“, so Kindler. Weitere Anbieter will incaseof.law nennen, sobald die Verträge stehen.

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