11.12.2017

60 Stunden-Maximum: Das sagt die Brutkasten-Community dazu

Die künftige Regierung hat sich in den Koalitionsverhandlungen auf eine Erhöhung der Maximal-Arbeitszeit geeinigt. Wir haben unsere Leser dazu befragt.
/artikel/60-stunden-woche-das-sagt-die-brutkasten-community-dazu
60 stunden

Ende vergangener Woche gingen nicht nur unter unseren Lesern die Wogen hoch. Die Verhandlungsteams von ÖVP und FPÖ einigten sich in den Koalitionsgesprächen auf eine Erhöhung der Maximal-Arbeitszeit auf zwölf Stunden pro Tag bzw. 60 Stunden pro Woche. Zur Klarstellung: 60-Stunden-Verträge können auch mit dieser Regelung nicht abgeschlossen werden. Die Normarbeitszeit bleibt gleich. Das Zauberwort ist „Spitzenzeiten“. Gilt im Moment laut Arbeitsrecht eine Tages-Maximal-Zeit von zehn Stunden und eine Wochen-Maximal-Zeit von 50 Stunden, sollen diese nun eben entsprechend erhöht werden. Damit soll der Arbeitsbedarf in den erwähnten „Spitzenzeiten“ (legal) gedeckt werden können. Notwendig dazu ist eine entsprechende Vereinbarung mit dem Betriebsrat oder den Arbeitnehmern. Ist diese getroffen, kann vom Arbeitgeber entschieden werden. Ausnahmeregelungen zur geltenden Rechtslage gibt es übrigens jetzt schon jede Menge. So gelten etwa für Schichtbetrieb und Rufbereitschaft Spezial-Regelungen.

+++ Downshifting: Flexible Arbeitszeitmodelle im Trend +++

50,65 zu 49,35 Prozent

Heftige Reaktionen auf den Vorstoß ließen nicht lange auf sich warten. Grund genug für uns, unsere Community via Facebook-Emoji-Abstimmung zu dem Thema zu befragen. Und das Ergebnis fiel denkbar knapp aus: 351 Mal wurde für die neue Regelung gestimmt, 342 mal dagegen. Das entspricht einem Verhältnis von 50,65 zu 49,35 Prozent. Das Ergebnis dürfte jedoch nicht ganz die Verhältnisse innerhalb der Startup-Community widerspiegeln, die einen großen Teil unserer Kernleserschaft ausmacht. Dort dürfte die Pro-Seite überwiegen. Dafür gibt es zwei Indizien. Erstens sprachen sich bekannte Gesichter aus der Community tendenziell für die neue Regelung aus. Zweitens verschob sich das Ergebnis erst mit der Zeit Richtung Ausgeglichenheit – in den ersten Stunden des Votings (wo durch den Facebook-Algorithmus primär die Stamm-User erreicht werden) überwog die positive Reaktion noch recht deutlich.

„Das wäre eine Halbierung meiner Arbeitszeit“

„Was ist mit den nicht so guten Betrieben?“

Und dennoch: Dass die angedachte Neuregelung auch innerhalb unserer Community extrem kontrovers gesehen wird, ist evident. Entsprechend heftig fielen auch die Diskussionen in den insgesamt 107 Kommentaren aus. Naturgemäß sehen Unternehmer die Regelung positiver als Arbeitnehmer. „Mehr Flexibilität ist erforderlich und bringt Chancen für Arbeitgeber und -nehmer“, schreibt etwa ein User von der Unternehmer-Seite und stößt damit eine Diskussion an. „Wenn Sie Arbeitgeber sind bedeutet Flexibilität, dass sie Ihren Beschäftigten weniger zahlen wollen“, wird ihm entgegnet. Heftig wird auch diskutiert, wer „Bedarf“ und „Spitzenzeiten“ definiere. „In guten Betrieben geschieht das einvernehmlich“, schreibt ein User. Und bekommt prompt als Antwort: „Und was ist mit den nicht so guten Betrieben?“ Schließlich ginge es ja um alle Branchen und auch um weniger qualifizierte Arbeitskräfte.

Kein gratis Arbeiten mehr?

Einige User streichen die „Legalisierung des Status quo“ heraus. „Bisher war die Realität in vielen Berufen das man mehr gearbeitet hat, wenn etwas erledigt werden musste (aber halt nicht mehr dokumentiert hat wenn man über den 10 Stunden am Tag war) … jetzt darf man das auch“, schreibt etwa Venionaire-Founder Berthold Baurek-Karlic. „Bringt den Unternehmern was. Sonst aber keinem. 12 Stunden-Schicht ging vorher auch schon. Nur halt nicht gratis für den Arbeitgeber. Jetzt schon“ kam als Antwort eines Users. Baurek-Karlic entgegnet, es sei umgekehrt: Bislang hätte man nach zehn Stunden gratis gearbeitet, dies würde sich bei gleichbleibender Wochenarbeitszeit nun ändern.

„Passt für mich, aber…“

Auch die Häufung einer weiteren Kategorie Kommentare ist auffallend. So schreibt ein User: „12 Stunden Tage sind in Ordnung. In Kombination mit einer 60 Stunden Woche allerdings fatal. Jeder der schon mal 5 Tage 12 Stunden am Tag gearbeitet hat weiß wie auslaugend das ist“ Ein anderer bemerkt: „Arbeite schon 60 Stunden und Wochenende/Feiertag usw also kann ich mich persönlich nicht beschweren aber wenn jetzt in Branchen wie Handel, Schwerbau oder sonstigen anstrengenden Berufen sowas anfällt, finde ich das eine Schweinerei sondergleichen.“ Von einem weiteren User kommt: „Wenn nicht Unternehmen schon jetzt reihenweise meine jungen Freunde mit illegalen All-In Verträgen auspressen würden, klänge die Flexibilisierung wie eine vernünftige Maßnahme. Insgesamt wird die Maßnahme meiner Einschätzung nach Arbeitnehmern schaden, statt endlich in Richtung 30-Stundenwoche zu gehen.“ Generell werden in den Kommentaren häufig All-In-Verträge zur Zielscheibe von Kritik.

Und dann gibt es natürlich noch die Kategorie Einzelunternehmer: „Das wäre eine Halbierung meiner Arbeitszeit“, schreibt ein User.

+++ Startup CodeFlügel setzt auf neue Arbeitszeitregelung nach Google-Modell +++

Deine ungelesenen Artikel:
24.08.2026

Welser Health-IT-Gruppe x-tention übernimmt Mehrheit am Innsbrucker HealthTech syndena

Die Health-IT-Gruppe x-tention beteiligt sich mehrheitlich an der syndena GmbH. Das Innsbrucker Unternehmen macht unstrukturierte klinische Dokumentation mit KI nutzbar und soll Gesundheitseinrichtungen fit für den Europäischen Gesundheitsdatenraum machen.
/artikel/welser-health-it-gruppe-x-tention-uebernimmt-mehrheit-am-innsbrucker-healthtech-syndena
24.08.2026

Welser Health-IT-Gruppe x-tention übernimmt Mehrheit am Innsbrucker HealthTech syndena

Die Health-IT-Gruppe x-tention beteiligt sich mehrheitlich an der syndena GmbH. Das Innsbrucker Unternehmen macht unstrukturierte klinische Dokumentation mit KI nutzbar und soll Gesundheitseinrichtungen fit für den Europäischen Gesundheitsdatenraum machen.
/artikel/welser-health-it-gruppe-x-tention-uebernimmt-mehrheit-am-innsbrucker-healthtech-syndena
(c) x-tention / syndena

In den Kliniken liegt medizinisches Wissen aus Jahrzehnten überwiegend als Freitext vor. Für systematische Auswertungen und Forschung ist es damit nur mit erheblichem manuellem Aufwand nutzbar. Genau hier setzt syndena an: Das Unternehmen wandelt gewachsene klinische Dokumentation über einen KI- und NLP-gestützten Prozess mit menschlicher Qualitätssicherung in eine konsistente, interoperable Datenbasis um. Die so entstehenden Real World Data sollen laut Aussendung klinische Forschung und Versorgungsanalysen unterstützen, ohne die klinische Beurteilung zu ersetzen. Möglich werden sollen dadurch ein besseres Verständnis der Wirksamkeit von Therapien in der Versorgung sowie eine breitere Patientenrepräsentation.

Health-IT-Gruppe mit rund 850 Beschäftigten

Mit der nun verkündeten Mehrheitsübernahme erweitert x-tention sein Lösungsportfolio im Umfeld klinischer Daten. Die 2001 von Herbert Stöger gegründete Gruppe ist tief im Bereich Gesundheits-IT verankert: Sie deckt unter anderem Datenmanagement, ELGA, Konnektivität und Managed Services ab und betreut nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Kunden im Gesundheitswesen. Heute beschäftigt x-tention rund 850 Mitarbeiter:innen in Österreich, der Schweiz, Deutschland und England sowie in einem Office im Silicon Valley. Erst im Mai berichtete brutkasten über das von x-tention mitgegründete Cybersecurity-Startup SecurITe, das eine Seed-Runde im niedrigen zweistelligen Millionenbereich abschloss (brutkasten berichtete).

syndena bleibt in Innsbruck verankert

Der Hauptsitz von syndena bleibt laut Aussendung in Innsbruck, auch Forschung und Entwicklung sollen weiterhin von Tirol aus vorangetrieben werden. Zugleich soll die Partnerschaft dem Unternehmen die überregionale und internationale Skalierung der Technologie ermöglichen. Zu Kaufpreis und genauer Beteiligungshöhe machen die Unternehmen keine Angaben.

Vorbereitung auf den European Health Data Space

Hintergrund der Beteiligung ist der European Health Data Space (EHDS): Ab 2029 gelten erste zentrale Bestimmungen, darunter Regeln für die Sekundärnutzung der meisten Kategorien elektronischer Gesundheitsdaten. x-tention will österreichische Gesundheitseinrichtungen nach eigenen Angaben frühzeitig anschlussfähig an den Europäischen Gesundheitsdatenraum machen.

„Gesundheitsdaten sind das wertvollste und sensibelste Gut im System. Mit dem European Health Data Space rückt der verantwortungsvolle Umgang damit jetzt europaweit in den Fokus, und genau dafür holen wir syndena an Bord“, sagt Herbert Stöger, Geschäftsführer von x-tention.

Datenhoheit bleibt bei den Einrichtungen

Die Datenverarbeitung erfolgt laut den Unternehmen pseudonymisiert, die Datenhoheit verbleibt demnach bei der jeweiligen Einrichtung: Für Forschung und multizentrische Auswertungen werden Daten nur nach deren Freigabe bereitgestellt. Auf dieser Grundlage sollen auch Kooperationen mit Forschungs- und Life-Science-Partnern stattfinden. x-tention positioniert die Beteiligung zudem ausdrücklich als Gegenmodell zur Abhängigkeit von außereuropäischen Datenplattformen: europäisch, DSGVO-nativ und auf souveräner IT-Infrastruktur basierend.

„In den Krankenhäusern liegt ein jahrzehntelanger Wissensschatz, der bisher nur mit erheblichem Aufwand nutzbar ist. Wir machen ihn für Versorgung und Forschung systematisch nutzbar, ohne dass die Einrichtungen die Kontrolle über ihre Daten verlieren“, sagt Roman Weger, CEO von syndena.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

60 Stunden-Maximum: Das sagt die Brutkasten-Community dazu

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

60 Stunden-Maximum: Das sagt die Brutkasten-Community dazu

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

60 Stunden-Maximum: Das sagt die Brutkasten-Community dazu

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

60 Stunden-Maximum: Das sagt die Brutkasten-Community dazu

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

60 Stunden-Maximum: Das sagt die Brutkasten-Community dazu

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

60 Stunden-Maximum: Das sagt die Brutkasten-Community dazu

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

60 Stunden-Maximum: Das sagt die Brutkasten-Community dazu

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

60 Stunden-Maximum: Das sagt die Brutkasten-Community dazu

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

60 Stunden-Maximum: Das sagt die Brutkasten-Community dazu