10.06.2016

5starts Inkubator: „Vienna Würstelstand“ modernisiert Verlagswelt

Das 5starts Inkubator-Programm hat eine erfolgreiche erste Saison hinter sich. Beim Demo Day pitchten die Teilnehmer aus Runde 1. Im Juni startet nun die nächste Saison. Wer diesmal dabei ist, erfahrt ihr hier.
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Der Demo Day fand im Sektor5 statt. © sektor5/Cliff Kapatais

Mit einem Demo Day wurde die erste Saison des 5starts Inkubator-Programms abgeschlossen. Dabei pitchten die drei von 5starts betreuten Startups ChillBill, ExtraSauber und PageStrip vor Publikum ihre Ideen. Fünft Monate lang wurden sie von dem Inkubator betreut, nahmen sich Zeit zur Produktentwicklung und besuchten Workshops, diverse Trainings und Hackathons.

Im Juni startet 5starts nun in die zweite Runde. Diesmal sind fünf ausgewählte Startups dabei.

Das sind die Teilnehmer 2016

  • Vienna Würstelstand 
    Dabei handelt es sich nicht, wie man meinen könnte, um ein Gastronomie-Unternehmen, sondern um eine Medien-Firma. Im Mittelpunkt stehen ein Online-Magazin und ein Urban Living Guide für Wien. Durch ein diverses Business-Modell ist Vienna Würstelstand ein innovatives Projekt im veralteten Verlagswesen.
  • The World Population Projekt
    Ein riesiges Dataset, das für alle Menschen auf der Welt die Lebenserwartung ausrechnet. Derzeit arbeitet das Startup an seiner sogenannten „poverty clock“, die Armut und Einkommens-Level in Echtzeit misst.
  • Hand Cheque
    Das Startup hat eine Smart-Card entwickelt, die alle Kunden-, Gutschein- und Zahlungskarten in einer Karte vereint.
  • Folyo
    Eine Werbeplattform, die es Car-Sharing Firmen wie Uber oder DriveNow möglich macht, ihre Autos mit Werbung auszustatten.
  • Retention Machine
    Dabei handelt es sich um ein Spin-off von ExtraSauber aus der ersten Saison des Programms.
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Das unbemannte Überwasserfahrzeug Variant 7 von Blue Ops, der Marine-Sparte von Red Cat. Laut Red Cat wird es von einem Motor von Steyr Motors angetrieben | © Red Cat Holdings / Blue Ops

Der US-Drohnenspezialist Red Cat Holdings (NASDAQ: RCAT) will die Steyr Motors AG übernehmen. Wie Red Cat am Montag mitteilte, legt das US-Unternehmen ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien vor. Der Angebotspreis soll 39 Euro je Aktie in bar betragen, ein Aufschlag von 28,9 Prozent auf den Schlusskurs vom 16. Oktober. Steyr Motors zählt zu Europas führenden Herstellern von Hochleistungsmotoren für Defense-Spezialfahrzeuge und maritime Anwendungen sowie von Hilfsaggregaten für Kampfpanzer und Lokomotiven. Red Cat bietet Drohnen- und Robotiklösungen für Verteidigung und nationale Sicherheit an, darunter auch unbemannte Wasserfahrzeuge.

Ganz neu ist die Annäherung nicht: Beide Unternehmen hatten bereits unverbindliche Gespräche geführt, die im Juli 2026 beendet wurden. Nun wurden sie laut Aussendung wieder aufgenommen und haben zu einem vollständig finanzierten Barangebot geführt.

B&C und Cassutti dienen an

Die Ankeraktionärin B&C Holding Österreich GmbH hat sich unwiderruflich verpflichtet, ihre rund 15 Prozent am Grundkapital anzudienen. Auch CEO Julian Cassutti will seine eigenen Steyr-Aktien im Rahmen des Angebots andienen. Der Vollzug setzt voraus, dass Red Cat zum Ende der Annahmefrist mindestens 50 Prozent plus eine Aktie hält; zudem sind behördliche Genehmigungen in Österreich, Italien, Australien und dem Vereinigten Königreich erforderlich. Die Annahmefrist soll am 18. Dezember 2026 um 17:00 Uhr MEZ enden.

Red Cat will Steyr Motors laut Aussendung als österreichisches Kompetenzzentrum erhalten und ausbauen. Die Belegschaft soll bleiben, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung verbleiben am Standort. „Wir sehen Österreich als zentral für die Zukunft des Unternehmens”, erklärt Red-Cat-CEO Jeff Thompson. Cassutti, der 2022 als CEO eingestiegen war und unter dem 2024 der Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgte, spricht vom nächsten Kapitel der Unternehmensentwicklung: „Zugleich steht Red Cat uneingeschränkt hinter unserem Standort und unseren Mitarbeitenden.” Der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Rolf Wirtz beurteilt die Transaktion vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage positiv.

Einordnung: Viel Absicht, wenig Garantie

Mit Steyr Motors würde ein Zulieferer für Kampfpanzer, Militärfahrzeuge und Marineanwendungen in den Besitz eines US-Unternehmens übergehen, Behörden in vier Ländern müssen zustimmen. Das Standortbekenntnis ist in der Aussendung als Absicht formuliert, eine vertragliche Garantie nennt sie nicht; das mittelfristige Potenzial von Steyr als europäischer Ankerpunkt will Red Cat erst „prüfen”. Und mit den rund 15 Prozent der B&C ist die Schwelle von 50 Prozent noch nicht erreicht. Bis Mitte Dezember bleibt der Ausgang offen.

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