17.07.2025
SEED-INVESTMENT

5 Mio. Euro für Linzer HealthTech-Startup: Daphos will mit KI europaweit expandieren

Das Linzer Health-Startup Daphos sichert sich eine Seed-Finanzierung in Höhe von fünf Millionen Euro. Den Lead übernimmt der Münchner VC-Fonds Venture Stars.  
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Das Gründer- und CEO-Duo von Daphos: Martin Lichtenberger und Andreas Diensthuber. | © Daphos

Zeitdruck, Personalnot, steigende Kosten – Dinge, die wohl jede Person, die im Gesundheitswesen arbeitet, zu gut kennt. Die Digitalisierung gilt dort als Hoffnungsträger, Prozesse zu verschlanken und die Versorgung effizienter zu gestalten. Genau hier setzt das Linzer Startup Daphos an: Mit einer digitalen Lösung will das junge Unternehmen medizinisches Personal entlasten und Strukturen modernisieren.

Bereits im Gründungsjahr 2022 sicherte sich das HealthTech-Startup rund um Gründer- und CEO-Duo Andreas Diensthuber und Martin Lichtenberger eine erste Finanzierung (brutkasten berichtete). Drei Jahre später folgt nun das nächste: eine Seed-Runde über fünf Millionen Euro.

Venture Stars im Lead

Mit seiner KI-basierten Plattformarchitektur will Daphos Teams im Gesundheits- und Sozialwesen bei Planung und Entscheidungsfindung unterstützen. Die Technologie analysiert Daten, prognostiziert Entwicklungen, identifiziert Risiken und liefert konkrete Handlungsempfehlungen. Diese digitale Lösung überzeugte nun auch eine Reihe von Investoren: Angeführt wurde die Seed-Finanzierungsrunde von den Münchner Kapitalgebern Venture Stars und YZR Capital. Darüber hinaus beteiligten sich der europäische Frühphasen-Investor D11Z, der Wiener VC-Fonds Push Ventures sowie bestehende Investoren wie der oberösterreichische HightechFonds. Insgesamt flossen fünf Millionen Euro in das Startup.

„Der Fachkräftemangel gehört zu den größten strukturellen Herausforderungen unserer Gesundheitsversorgung. DaphOS zeigt, wie Künstliche Intelligenz nicht nur Prozesse verbessert, sondern konkret Versorgung sichert. Genau solche Lösungen brauchen wir – skalierbar, wirksam und praxisnah”, sagt Reinhard Meier, Founding Partner von YZR Capital.

Mit dem frischen Kapital will Daphos nun die Weiterentwicklung seiner KI-Plattform beschleunigen und in der gesamten DACH-Region expandieren, wie das Unternehmen in einer offiziellen Mitteilung bekannt gab.

FFG-Förderung von 1,4 Mio. Euro

Seit seiner Gründung im Jahr 2022 verzeichnet Daphos nach eigenen Angaben ein starkes Wachstum: Die Umsätze hätten sich jährlich mindestens verdoppelt, teils sogar verdreifacht. Für das laufende Jahr 2024 beläuft sich das unterzeichnete Vertragsvolumen bereits auf über acht Millionen Euro. Parallel dazu startete das Unternehmen eine Forschungskooperation mit dem Grazer Know-Center. Das Projekt wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) mit 1,4 Millionen Euro gefördert. Inzwischen zählt Daphos rund 20 Mitarbeitende an Standorten in Wien, Linz, Graz, München und Zürich.

„DaphOS adressiert einen Markt mit einem Volumen von über 200 Milliarden Euro allein in Europa. Die bisherigen Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie groß der Bedarf und wie stark der Mehrwert durch datenbasierte Ressourcensteuerung ist”, sagt Raphael Budday vom Lead-Investor Venture Stars. 

Personalfluktuatio sinkt um 20 Prozent

Die Plattform von Daphos kommt bereits in unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitswesens zum Einsatz – von Akutkrankenhäusern über Rehabilitationszentren und stationäre Pflegeeinrichtungen bis hin zu mobilen und ambulanten Versorgungseinheiten. Zu den bisherigen Kunden zählen unter anderem die Oberösterreichische Gesundheitsholding (OÖG), die Kärntner KABEG, der Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen oder VAMED Rehakliniken.

Nach Angaben des Startups lassen sich durch den Einsatz der Plattform pro Standort im Schnitt rund 320.000 Euro jährlich einsparen. Überstunden und Standby-Zeiten könnten um bis zu 30 Prozent reduziert, die Personalfluktuation um etwa 20 Prozent gesenkt werden. Allein durch die automatisierte Dienstplanerstellung lasse sich bis zu acht Stunden Arbeitszeit pro Woche einsparen, so das Unternehmen.

2030: Umsatzplus von 300 Prozent erwartet

In den kommenden zwölf bis 18 Monaten plant Daphos den Markteintritt in der Schweiz sowie eine stärkere Präsenz auf dem deutschen Markt, wie aus der Presseaussendung hervorgeht. Im Fokus stehe dabei eine bessere regionale Versorgung mit Ausrichtung auf die Bedürfnisse von Patient:innen.

Langfristig rechnet das Unternehmen mit einem kräftigen Wachstum: Bis 2030 wird ein jährliches Umsatzplus von rund 300 Prozent erwartet. Parallel dazu bereitet Daphos bereits den Eintritt in weitere europäische Märkte vor, darunter Frankreich, Italien und Großbritannien.

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Sima D. sitzt auch selbst oft am Steuer für Flintaxi. | © FLINTAXI e.U.

Uber, Bolt oder ein Taxi einfach auf der Straße anhalten. Die privaten Fahrdienste sind ein beliebtes Mittel, um schnell und bequem nach Hause zu kommen. Doch sind sie auch sicher? Immer wieder erzählen Frauen von sexuellen Übergriffen oder Anspielungen durch Taxifahrer, wie das Profil im März berichtete. „Mittlerweile gibt meine Schwester zwei Hausnummern weiter an, damit der Taxler nicht weiß, wo sie wohnt“, sagt Sima D., die anonym bleiben möchte. Daher gründete sie Flintaxi: Wer bei ihrem Unternehmen bucht, dem garantiert sie eine sichere Fahrt.

Sicheres Ankommen für FLINTA-Personen

Die Wiener Firma fokussiert sich auf FLINTA-Personen, also u. a. auf Frauen, Lesben und Trans-Personen. So kann bei der Buchung eingestellt werden, dass man nur von einer FLINTA-Person abgeholt werden möchte. Es seien aber auch Männer bei ihr als Gäste willkommen, die die Philosophie von Flintaxi verstanden haben. Die Geschäftsführerin gesteht jedoch ein, dass diese Überprüfung schwierig sei. Ein Verifizierungssystem der Gäste soll für mehr Sicherheit auf Seiten der Fahrer:innen sorgen. Sima D., die hauptberuflich AHS-Lehrerin ist, ist es wichtig, Transparenz und Vertrauen auf beiden Seiten zu schaffen.

„Die Zukunft liegt sicher bei Flintaxi“

Mit fünf Fahrer:innen und einem Auto steht ihr Unternehmen noch in den Kinderschuhen. Dennoch sieht sich Sima D. für die Zukunft gut aufgestellt. Laut ihr können Mitbewerber wie Sternenmädchen oder Ubers „Women Drivers“ nicht mit Flintaxi mithalten. „Bei Sternenmädchen muss man schon 24 Stunden vorher wissen, wann man heim möchte. Und das ist halt oft auch nicht so planbar. Bei mir ist es kurzfristiger möglich“, sagt Sima D. Gegenüber „Women Drivers“ von Uber sieht sie sich mit besseren Arbeitsbedingungen im Vorteil: „Die Zukunft wird sein, dass man bei Uber in 16 Stunden das verdient, was man bei mir in acht Stunden verdienen kann.“

Das hat im Endeffekt Auswirkungen auf den Preis. Brutkasten verglich Flintaxi mit Uber. Eine Fahrt vom Bahnhof Meidling zum Schottentor kostet auf Flintaxi 21,10 Euro, bei Uber sind es 16,59 Euro. „Also preislich kann ich bei Uber nicht mithalten, möchte ich auch nicht. Aber das wollen die Taxler:innen auch nicht. Die Zukunft liegt sicher bei Flintaxi“, erklärt Sima D., die ihre Angestellten laut eigenen Angaben besser als im Kollektivvertrag vereinbart bezahlt.

„Die Buchungen werden mit der neuen App sicher mehr“

Vor einem Monat wurde die neue Flintaxi-Website gelauncht. Seitdem sei ihre Erscheinung professioneller und es sei einfacher, eine Fahrt zu buchen. Die Entwicklung der Buchungen stimmt Sima D. zuversichtlich. Im letzten Monat kam Flintaxi auf rund 15 Fahrten, eine Verdreifachung gegenüber den Zeiten vor der Website. Nun arbeitet sie an einer App, deren Launch im Oktober angesetzt ist. „Wenn du eine Taxifahrt buchen willst, dann öffnest du im Normalfall schnell eine App am Handy. Deshalb glaube ich, dass die Buchungen mit der neuen App sicher mehr werden“, erklärt sie.

Die Investorensuche beginnt

Flintaxi wird durch eigene finanzielle Mittel und eine Crowdfunding-Aktion finanziert. Seit Juni hat sie 1.862 Euro gesammelt, wobei das Ziel bei 25.000 Euro liegt, um Kosten wie die App-Entwicklung decken zu können. „Also aktuell zahle ich noch von meinem eigenen Gehalt drauf“ erklärt Sima D., die sich auch einen Kredit bei ihrer Mutter aufgenommen hat. Laut der Lehrerin macht Flintaxi aktuell einen monatlichen Umsatz von rund 2.500 Euro. „Ich bin mit dem Tagesgeschäft nicht im Minus. Aber ich muss noch das Auto abfinanzieren“, erklärt Sima D.

Der nächste Schritt liegt für sie darin, das Unternehmen bekannt zu machen und auch Investoren zu finden. Eine Möglichkeit dazu sieht sie bei Events wie dem Gründerinnentag von der Wirtschaftskammer. Förderungen hat sie bereits bei der Wirtschaftsagentur und beim Austria Wirtschaftsservice angefragt, bisher ohne Erfolg.

Expansion aus Österreich

Sima D. kann sich auch bereits vorstellen, ihr Unternehmen auf andere Länder auszuweiten. Sichere Taxifahrten für FLINTA-Personen seien eine Nische, die es noch in jedem Land gebe. „In zehn, 20 Jahren bin ich sicher überall, wo es Bedarf gibt und wo das Ganze irgendwie auch aus österreichischer Sicht gut expandierbar ist“, sagt sie.

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