06.08.2018

Neuer 4Gamechangers-Startup-Hub von ProSiebenSat.1 PULS 4

Die Mediengruppe ProsiebenSat.1 PULS4 eröffnet einen Top-Level-Working-Space im Media Quarter Marx unter dem Namen "4Gamechangers Hub".
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4Gamechangers Hub
(c) 4Gamechangers/ProSiebenSat.1 PULS 4.

Der Name des neuen Hubs leitet sich vom wohlbekannten, mehrtätigen 4Gamechangers-Festival ab, das Top-Speakern zu aktuellen Themen aus dem Tech- und Innovationsbereich, sowie österreichischen Starups, der Politik und Corporates eine Bühne gab und daneben ein abwechslungsreiches Programm bot – der Brutkasten berichtete.

„Das wird unser aller Horizont erweitern“

Das Motto des neuen Work-Spaces lautet: Work & Connect mit der ProSiebenSat.1 PULS 4 Gruppe und dem 4Gamechangers-Team im Umfeld von vielen innovativen Jung-UnternehmerInnen. Nina Kaiser, Co-Founder des 4Gamechangers-Festivals erklärt: „Wir sind ein junges, dynamisches Team und wollen kleine bis mittlere Unternehmen ansprechen, sich mit uns gemeinsam im 4Gamechangers Hub auszubreiten, sich neben den jeweiligen eigenen Themen aber auch zu vernetzen und direkt zu kommunizieren. Das wird unser aller Horizont erweitern und uns alle voneinander profitieren lassen!“ Anmeldungen sind ab sofort unter der Mailadresse [email protected] möglich.

4Gamechangers Hub: Ausstattung und Kooperationsmöglichkeiten

Neben der Ausstattung des Hubs mit Concierge Service, Internet, Energie, Büromöbeln usw., wird es weitere Benefits für die Startups geben. So zum Beispiel Executive Coachings durch die ProSiebenSat-1 PULS 4-Mediengruppe, die Nutzung der In-House-Agentur 4Creative Solutions zu Partner-Konditionen, sowie Zugang zu exklusiven Partner-Networking-Events. Daniel Zech, Head of Seven Ventures sagt über das Projekt: „Unsere Vision ist, dass viele junge, innovative Unternehmen in unser Unternehmen integriert werden und mit unseren Redaktionen, Sales-Abteilungen und mit SevenVentures zusammenarbeiten.“ Mit dem 4Gamechangers Hub werde das erste Startup-Hub Österreichs mit direkter Anbindung an ein Medienunternehmen eröffnet, heißt es weiter.

First Mover: ScarletRed

Das 4Gamechangers-Team freut sich bereits über den „First Mover“ im Start-Up-Hub des Media Quarter Marx: ScarletRed. ScarletRed ist der Experte für objektive Teledermatologie und digitale Hautbildanalyse. Die technologische Grundlage liefert das eHealth-System ScarletRed Vision, eine weltweit einzigartige Kombination aus Smartphone-App, Hautsticker und Online-Bildanalyse. Es ermöglicht eine standardisierte Dokumentation und Analyse von Hautveränderungen und wird vorrangig an Pharma,- und Kosmetikfirmen geliefert. Die Entwicklung neuer Hautpflegeprodukte und Arzneimittel soll dadurch schneller und kostengünstiger erfolgen.

(PA/red)


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Die beiden Polytender-Gründer Matthias Neumayer und Dima Rubanov | (c) Vlad Dobre

„Dream Big“ passt wohl auch zu Polytender. Die beiden Gründer Dima Rubanov und Matthias Neumayer haben sich zum Ziel gesetzt, sie zur größten Ausschreibungsplattform der Welt zu machen. Die beiden Wiener sehen großes ungenutztes Potential in öffentlichen Ausschreibungen. „Behörden vergeben in der EU jedes Jahr Aufträge im Wert von zwei Billionen Euro“, sagt Co-Founder Dima Rubanov im brutkasten-Gespräch.

Diese seien auf Hunderte Portale verteilt. Viele Unternehmen wüssten schlicht nicht, welche Aufträge sie gewinnen können, wodurch viele Ausschreibungen oftmals nur ein einziges Angebot hätten. Dabei sei die staatliche Beschaffung eine große Möglichkeit für Unternehmen. „SpaceX würde ohne die öffentliche Hand nicht existieren. Man vergisst oft, wie wichtig dieses Thema eigentlich ist“, sagt Rubanov. Ihre neue Plattform Polytender soll das nun ändern und die Suche nach öffentlichen Ausschreibungen erleichtern – in der gesamten EU.

Startup-Studio „Run Labs“

Die Gründer sind in der Szene keine Unbekannten. Rubanov und Matthias Neumayer entwickelten in den letzten Jahren Produkte wie Oscar Stories, die kindgerechte KI Lora oder den Dokumente-Erklär-Chatbot FragDasPDF. Alles läuft unter dem Startup-Studio Run Labs zusammen.

SpaceX würde ohne die öffentliche Hand nicht existieren.

Dima Rubanov, Co-CEO von Run Labs

400 Unternehmen in zwei Monaten

Ihre neueste Plattform, Polytender, wurde im August gelauncht und soll seitdem über 400 registrierte Unternehmen auf der Plattform gewonnen haben. Einige davon sind laut den Geschäftsführern noch Pilotkunden, es gebe aber auch bereits um die dreißig reguläre Abnehmer wie Helferline oder AV-Professional.

„Polytender beschleunigt unseren Prozess in der Suche, Bewertung und Abwicklung von Ausschreibungen wesentlich. Die dadurch freigesetzten Ressourcen können optimal eingesetzt werden“, sagt David Knapp, CEO der AV-Professional GmbH.

Eine „signifikante Zeitersparnis“

Die erhöhte Geschwindigkeit sei einer der großen Benefits, die Polytender für Firmen aufweise. „Gerade bei der Suche bieten wir für Unternehmen eine signifikante Zeitersparnis. Das funktioniert schon über alle EU-Länder und ein paar weitere Länder hinweg“, erklärt Rubanov. Neben den 27 EU-Staaten operiert Polytender auch in den USA, der Schweiz, Norwegen und Großbritannien und bündle so über 300 Vergabeportale. Die Plattform vereinfacht es den Unternehmen, Ausschreibungen überhaupt zu finden und daran teilzunehmen. Alles mit KI-Unterstützung.

KI-nativ als Alleinstellungsmerkmal

Ein Matching-Algorithmus gleicht neue Ausschreibungen sprachübergreifend mit Suchprofilen ab. Noch im November soll es auch eine KI-Zusammenfassung und eine Bid-Einschätzung geben. „Wir werden dann KI-Agenten haben, die riesige Datenmengen durchforsten, zusammenfassen und für den User personalisiert aufbereiten. Dadurch muss man nicht 100 Seiten lesen, um zu wissen, ob man sich bewerben soll oder nicht“, erklärt Neumayer.

Das Besondere: Polytender funktioniert KI-nativ. Jede Ausschreibung lässt sich direkt aus KI-Assistenten wie Mistral, Claude, ChatGPT und Microsoft Copilot durchsuchen. Unternehmen können dadurch eigene Ausschreibungs-Agenten bauen und so passende Aufträge finden und bewerten.

„Wir sind der Meinung, dass in einer AI-Agent-Zukunft weniger Interfaces notwendig sein werden. Deshalb haben wir alle App-Funktionen auch für Agents zugänglich gemacht“, erklärt Neumayer und ergänzt: „Wir haben auch Kunden, die ihre eigenen internen Agents haben, die wiederum mit ihren eigenen Daten angereichert sind. Diese Daten können sie dann mit unseren Daten aus öffentlichen Ausschreibungen, aus Dokumenten etc. verbinden und in ihre eigenen Abläufe einbauen.“

Die europäische Lösung, Datenschutz etc.

Wichtig sei den beiden Wienern, die sich bereits seit ihrer Schulzeit kennen, eine europäische Lösung anzubieten. „Wer unsere LinkedIn-Aktivitäten kennt, weiß, dass wir sehr pro-europäisch denken und uns auch europäische Souveränität wichtig ist. Wir sind auch der Meinung, dass diesbezüglich gerade die öffentliche Beschaffung ein großer Hebel wäre, der underused ist“, sagt Neumayer.

Auch bezüglich Datenschutz haben Rubanov und Neumayer klare Vorstellungen. „Wir hosten alles auf Hetzner, einem Server in Deutschland. Unsere KI-Modelle laufen auf europäischer Infrastruktur. Wir passen sehr auf, dass kein Abfluss von Daten entstehen kann. Wir sind auch DSGVO-konform“, sagt Rubanov.

Die All-in-Tender-Lösung

Rubanov und Neumayer denken die Plattform bereits weiter. Sie wollen nämlich nicht nur die Abläufe auf der Bieterseite vereinfachen, sondern auch auf der Vergabeseite. „Unsere große Vision ist es, eine All-in-one-Tender-Plattform zu haben. Sie soll auf der Bieterseite die Suche nach Aufträgen und Unterlagenerstellung und auf der Auftraggeberseite die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen abdecken“, sagt Neumayer. Sie können sich auch vorstellen, Ausschreibungen von Unternehmen auf Polytender zu veröffentlichen, wobei der Fokus auf staatlichen Ausschreibungen liege. Diese „Vision“ wolle man noch im ersten Quartal 2027 umsetzen.

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