06.04.2022

„Meilenstein in der Mediengeschichte“: ORF und Puls 4 kooperieren „in großem Stil“

Der ORF steigt als Co-Veranstalter beim 4Gamechangers ein. Die Kooperation mit Puls 4 wurde vorerst auf drei Jahre fixiert.
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4gamechangers 2020 startup Moonshot
(c) Puls4 | 4gamechangers

Vor nicht allzu langer Zeit wäre das wohl noch unmöglich gewesen: Der ORF steigt als Co-Veranstalter beim 4Gamechangers von ProSiebenSat.1 Puls 4 ein. Man kooperiere „ab sofort in gleichberechtigtem, großem Stil“, heißt es in einer Aussendung. Zwar hat Puls 4-Chef Markus Breitenecker schon in der Vergangenheit immer wieder betont, dass er nicht den heimischen TV-Mitbewerb, sondern die US-Tech-Riesen als größte Konkurrenz sieht. Der Schritt einer intensiven Kooperation zwischen dem privaten und dem öffentlichen-rechtlichen Sender kommt wohl doch überraschend.

„Besonders wichtig, die Kräfte zu bündeln“

Die Verantwortlichen sparen in ihren Presse-Statements entsprechend nicht mit Pathos. „Dieser Schritt der Co-Partnerschaft des ORF mit 4Gamechangers ist ein Meilenstein in der österreichischen Mediengeschichte. Die aktuelle Weltlage ist dramatisch und zeigt uns, was wirklich zählt: Zusammenhalt, Einheit und vereinte Kräfte“, meint etwa Breitenecker. Ein starker Medienstandort sei „absolut maßgeblich“, um die Gesellschaft unabhängig zu informieren und wichtige Themen voranzutreiben.

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann kommentiert: „Gemeinsam erreichen wir mehr, davon bin ich als erklärter Team-Player zutiefst überzeugt. Und gerade in Anbetracht der schwierigen weltpolitischen Situation ist es besonders wichtig, die Kräfte zu bündeln“. Schon im Rahmen der „ORF-Nachbar in Not“-Ukraine-Hilfe habe man zusammengearbeitet, betont der ORF-Chef. Nun setze man den nächsten Schritt. „Die Schaffung von gesellschaftlichem Mehrwert gehört zur DNA des ORF. Diese Partnerschaft wird einen weiteren Beitrag dazu leisten“. Der ORF werde in den kommenden drei Jahren auch abseits des Festivals als Partner fungieren, heißt es in der Aussendung.

4Gamechangers 2022: zwei Tage virtuell und einer in der Marx halle

Das 4Gamechangers findet dieses Jahr am 28. und 29. Juni virtuell und am Donnerstag, den 30. Juni, physisch in der Wiener Marx Halle statt. Dort gibt es wie gewohnt Keynotes, Panels und Live-Performances, wobei „bis zu 100 Speaker“ auftreten werden. Man erwarte rund 4.000 Gäste vor Ort und viele tausende Zuseher:innen im TV und Livestream, heißt es von Puls 4.

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Links Mitgründer von NXAI Sepp Hochreiter und Mitte rechts CEO von Neura Robotics David Reger | (c) Neura Robotics / NXAI

„Ein Roboter, der im Alltag und in der Industrie wirklich hilft, muss sich erinnern“, sagt David Reger, Gründer und CEO von Neura Robotics. Daher arbeitet sein Unternehmen mit dem Linzer Startup NXAI an der Merkfähigkeit von Robotern. „Gedächtnis und Erfahrungen sind die Voraussetzungen für Roboter, Aufgaben über viele Schritte zuverlässig zu lösen“, ergänzt Sepp Hochreiter, Gründer von NXAI.

Die Grundlage bietet Neura Robotics mit einem multimodalen Foundation-Modell, das Funktionen wie 3D-Sehen, Tastsinn und Audio mit einer Gedächtnisfunktion verbindet. Der Physical-AI-Stack von Neura Robotics wird mit einem xLSTM von NXAI, also einem künstlichen neuronalen Netz, verbunden. „xLSTM ist dafür gebaut, ist schnell, speichereffizient und kann den Zustand über lange Sequenzen halten“, sagt Hochreiter.

NXAI plant, ein eigenes Modell auf Basis der xLSTM-Architektur auf Neura Robotics‘ hauseigener Neuraverse-Plattform bereitzustellen. „Mit dem Neuraverse schaffen wir die Plattform, auf der auch andere starke KI-Ansätze ihren Weg in Roboter finden“, erklärt Reger.

Gesteigerte Effizienz

Ein Roboter arbeitet in Schleifen und verarbeitet permanent Wahrnehmungen, Entscheidungen und Handlungen. Laut Neura Robotics braucht er dafür Gedächtnis auf zwei Ebenen: das Arbeitsgedächtnis und das episodische Gedächtnis. Ein Roboter, der einen Prozess wiederholt ausgeführt hat, soll bei derselben Situation auf frühere Erfahrungen zurückgreifen können und so aus der Erfahrung handeln.

Die Roboter der Zukunft

Langfristig möchten die beiden Firmen, dass Roboter nicht nur einzelne Fähigkeiten ausführen, sondern über die Zeit Erfahrung aufbauen. Fähigkeiten, die Roboter aus der Interaktion mit der realen Welt lernen, sollen verbessert und auf andere Maschinen und Umgebungen übertragen werden.

From Science to Business

NXAI, gegründet vor drei Jahren, ist ein Deep-Tech-Unternehmen mit Sitz in Linz, das Lösungen für industrielle Anwendungen entwickelt. Die Firma versteht sich als Brücke zwischen Wissenschaft und Industrie. So möchte sie die eigene KI-Forschung in marktreife Produkte überführen. Im Mittelpunkt der Forschung stehen xLSTM-Modelle in den Bereichen Time Series und Robotics.

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