17.02.2026
SEAMFLOW

4,5-Mio.-Seed-Runde: Fußballweltmeister investiert in Londoner Startup mit österreichischem Founder

Das Londoner Startup Seamflow rund um den Wiener Co-Founder und CEO Konstantin Klingler sichert sich 4,5 Millionen US-Dollar Seed-Kapital. Mit seiner KI-Plattform will das Unternehmen die Prozesse von Prüf- und Zertifizierungsorganisationen modernisieren.
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Seamflow
© Seamflow - Konstantin Klingler (l.) und Yusufhan Kircova.

Das Londoner Startup Seamflow mit dem Wiener Co-Founder und CEO Konstantin Klingler, der vor einigen Jahren das Buch-Startup Lobu mitgründete, hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 4,5 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Initialized Capital und Northzone. Zudem beteiligten sich Nebular, Entrepreneurs First, Transpose Platform sowie mehrere Business Angels – darunter Fußballweltmeister Mario Götze.

Seamflow: Prüf- und Zertifizierungsprozesse technologisch neu aufstellen

Seamflow adressiert einen wenig modernisierten Bereich der Weltwirtschaft, wie Klingler per LinkedIn-Post beschreibt: „Testing-, Inspektions- und Zertifizierungsunternehmen (TIC) stehen unter nahezu jedem globalen Handelsstrom. Sie genehmigen Produkte wie Medizinprodukte, bevor diese Patient:innen erreichen, prüfen Fabriken auf der ganzen Welt und gewährleisten Sicherheit im großen Maßstab. Kaum etwas wird weltweit versendet oder betrieben, ohne dass sie zuvor involviert waren. Doch obwohl diese Arbeit so entscheidend ist, hat sich die sie unterstützende Software kaum weiterentwickelt.“

Hier setzt Klinglers Seamflow an, das er gemeinsam mit Yusufhan Kircova gegründet hat: Mit KI will das Unternehmen Prüf- und Zertifizierungsprozesse technologisch neu aufstellen. Ziel sei es nicht, Standards zu senken, sondern sie zu erhöhen, strukturelle Backlogs zu reduzieren und Expert:innen bei komplexen Entscheidungsprozessen zu unterstützen.

Oder anders gesagt: Das Unternehmen möchte Prüf‑ und Zertifizierungsprozesse effizienter machen, indem es umfangreiche Dokumentationen strukturiert, Überprüfungen koordiniert und administrative Aufgaben reduziert. Dadurch sollen Auditor:innen und Zertifizierungsexpert:innen den Fokus auf inhaltliche Bewertungen legen und die Dauer von Genehmigungsverfahren verkürzen können – etwa in Sektoren wie Medizintechnik oder industrieller Infrastruktur.

Neues Engineering-Team

Seamflow setzt dabei auf maschinelles Lernen und Automatisierung, um die wachsende regulatorische Komplexität in traditionellen Industriesegmenten zu adressieren und die Arbeitsabläufe von TIC‑Organisationen zu modernisieren.

Mit dem frischen Kapital soll nun die Weiterentwicklung der Plattform „ordnungsgemäß“ vorangetrieben werden. Für die Umsetzung hat das Startup nach eigenen Angaben ein internationales Engineering-Team aufgebaut, darunter Personen mit Erfahrung bei führenden britischen Unicorns sowie bei X, Amazon, Google, Yandex und JetBrains.

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Novus-Gründer und CEO René Renger mit dem Novus One
(c) Novus

Als brutkasten erstmals über Novus berichtete, war das Fahrzeug aus Braunschweig noch ein Projekt mit guter Anekdote: 75 Kilogramm leicht, Vollcarbonrahmen, Motor im Hinterrad, und ein Team, das eine Kaufanfrage von Elon Musk ausgeschlagen hatte. Inzwischen ist aus dem Prototyp ein Serienfahrzeug geworden. Jetzt gibt das 2019 gegründete Unternehmen von Gründer und CEO René Renger, einem ehemaligen Lead Designer bei Volkswagen, eine Finanzierungsrunde in Höhe eines zweistelligen Millionen-Dollar-Betrags bekannt. Angeführt wird sie von 468 Capital mit Sitz in Berlin und San Francisco. Die genaue Summe nennt Novus nicht.

Serienauslieferungen seit dem Frühjahr

Das Novus One im Stadtverkehr
Das Novus One im Stadtverkehr (c) Novus

Die Serienauslieferungen des Novus One in Europa starteten laut Aussendung im Frühjahr 2026, das Fahrzeug ist in mehreren europäischen Ländern in Kundenhand. Die Founders Edition startet bei 21.300 Euro netto. Das Fahrzeug wiegt 121 Kilogramm, beschleunigt in unter zwei Sekunden von 0 auf 50 km/h und erreicht bis zu 130 km/h. Die 6,2-kWh-Batterie bietet laut Hersteller 150 Kilometer Reichweite und lädt in 90 Minuten von 0 auf 80 Prozent.

Novus bezeichnet das Fahrzeug als „Lightbike“ und reklamiert damit eine eigene Kategorie, die die Vorteile von E-Bike, Roller und Motorrad kombinieren soll. Der eigentliche Kniff liegt in der Zulassung: Das Fahrzeug fährt in zwei per Software einstellbaren Leistungsstufen, als Rollerklasse L1e bis 45 km/h und als Motorradklasse L3e bis 130 km/h. In der Einstiegskonfiguration reicht in den USA und in Europa laut Novus ein Autoführerschein, wobei die Voraussetzungen je nach Land und in den USA je nach Bundesstaat variieren. Damit zielt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf über 400 Millionen Autofahrer in Europa und Nordamerika statt auf die Nische des Zweiradmarkts.

„Unser Ziel ist nicht, den Motorradmarkt zu elektrifizieren oder nur ein weiteres Zweirad zu bauen. Unser Ziel ist, urbane Mobilität neu zu verteilen. Investoren dieses Kalibers an Bord zu haben, zeigt mir, dass der Markt das genauso sieht“, sagt Renger.

Vom Musk-Nein zum Tesla-Ingenieur an Bord

Das Shareholder-Ökosystem umfasst laut Novus über 30 Investoren. Mit an Bord ist Eric Bach, ehemaliger Chief Engineer bei Lucid Motors und Director of Engineering bei Tesla, der als Investor und Board Advisor an der Fahrzeugentwicklung mitwirkt. Zudem steigt Martin Hoffmann ein, der On vom Schweizer Startup zur globalen Premium-Performance-Marke skaliert und als CFO und Co-CEO an die Börse gebracht hat. Dazu kommen Gründer und Führungskräfte von Kembara VC, Adidas, Audi, BMW, Chrono24, FINN, Grover, Mercedes-AMG, New Balance, Vay und Xiaomi, Venture-Investoren aus dem Silicon Valley und Europa sowie Rennfahrerin Sophia Flörsch. Ein Zweiradhersteller findet sich unter den Gesellschaftern nicht.

„Wir haben uns nicht nach klassischen Mobilitätsinvestoren umgeschaut. Was wir aufgebaut haben, funktioniert eher wie ein eigener Y Combinator“, sagt Hannes A. H. Krieger, CSO und Gründungsmitglied von Novus.

USA 2027, Novus Two Ende 2027

Das frische Kapital soll in den Marktstart in den USA 2027, die Expansion in europäische Lifestyle-Metropolen und die Entwicklung des Novus Two fließen. Das zweite Modell soll die Lightbike-Kategorie zu einem niedrigeren Einstiegspreis in die Breite bringen, der Produktionsstart ist für Ende 2027 geplant.

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