28.08.2018

Daniel Mattes startet mit 42cx 100 Mio.-Euro-AI-Börsen-Fonds

Der Welser Serial Entrepreneur Daniel Mattes startet mit seiner 42cx "Exchange Traded Instruments" (ETI) für den Artificial Intelligence-Bereich an der Frankfurter Börse. 65 von 100 Millionen Euro sind bereits gezeichnet.
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42cx: Daniel Mattes startet den weltweit ersten AI-ETF
(c) 42cx: Daniel Mattes startet den weltweit ersten AI-ETF

Es habe mit einer Studie begonnen, erzählt Daniel Mattes. Und die habe es in sich. Mattes führt ein paar Zahlen an: Um rund 63 Prozent soll der AI-Markt in den Jahren bis 2022 jährlich im Durchschnitt wachsen. 47 Milliarden US-Dollar Ertrag soll der globale AI-Markt bereits 2020 bringen. Der Markt für Natural Language Processing (NLP) werde 2025 mit geschätzten 620 Millionen US-Dollar Volumen trotz weitreichenden Einsatzes der Technologie nicht besonders groß sein. Der Bereich Smart Machines und autonome Roboter und Fahrzeuge werde dagegen bereits 2021 ein Volumen von 15 Milliarden US-Dollar haben.

+++ Wo steht die Artificial Intelligence wirklich? +++

42cx als Mattes‘ drittes Großprojekt

„Als wir diese Marktanalyse gemacht haben, haben wir gesehen: Das ist so groß. Da müssen wir mehr daraus machen“, erzählt Mattes. „Wir“, das ist Mattes Unternehmen 42cx (42 Center of Excellence in Artificial Intelligence). Nach Jajah (Exit an Telefonica für 145 Mio- Euro 2009) und Jumio (Rückzug als CEO 2015) ist es das dritte Großprojekt des Welser Serial Entrepreneurs. „Wir hatten bei Jajah erstmals Kontakt damit und haben uns bei Jumio bereits intensiv mit Artificial Intelligence beschäftigt. Es war der logische nächste Schritt, die Richtung weiter zu verfolgen“, sagt Mattes retrospektiv.

100 Millionen Euro für „Perlen unter den AI-Startups“

Das erste große Projekt bei 42cx war die Konstruktion eines eigenen Super-Computers, des „K1“, der verschiedene künstliche Intelligenzen unter einer weiteren, koordinierenden KI kombiniert, um damit Analysen und Prognosen für die Finanzwelt zu liefern. Nach der genannten globalen Marktanalyse folgt nun das zweite, vielleicht noch größere Projekt – das von Mattes angesprochene „Mehr“. 65 Millionen Euro seien bereits gezeichnet, „insgesamt stellen wir einen 100 Millionen Euro-Fonds auf, um in die ‚Perlen unter den AI-Startups‘ zu investieren“, erzählt der Unternehmer. Dabei ginge es nicht nur um Software. „Neue Chip-Designs sind zum Beispiel eine ganz große Sache“, sagt Mattes. Insgesamt orientiere man sich an den Ergebnissen der Studie.

ETI: Handelbare Fonds-Anteile

Die Besonderheit des Fonds: Er fällt unter die sogenannten ETI (Exchange Traded Instruments) – die Fonds-Einlagen können an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Bloß: „Das wird zu Beginn wahrscheinlich noch niemand tun“, sagt Mattes. Denn nicht nur die ersten 65 Millionen Euro wurden von Playern aus dem Netzwerk des Unternehmers gezeichnet. Auch die restlichen 35 Millionen Euro werden nicht einfach auf den Markt geworfen – es gibt kein IPO – sondern im Zuge einer Roadshow an institutionelle Anleger gebracht. Man erwarte sich durch das Marktverständnis der Investoren „Added Value“, erklärt der Unternehmer. „Dann müssen wir erst einmal ein Portfolio und damit Substanz aufbauen“. Entsprechend werde auch der Preis des Wertpapiers erst mit der Zeit, abhängig von der Performance des Portfolios, ansteigen.

Weltweit erster AI-ETI

Dann lägen die Vorteile einer ETI-Beteiligung für die Anleger auf der Hand: „Die Anteile sind liquide und wandelbar“, erklärt Mattes. Die Frage, warum man sich für die Frankfurter und nicht für die Wiener Börse entschieden hat, quittiert Mattes mit einem Lächeln. Dabei betont er: „Der Finanzplatz ist das eine. Aber 42cx ist und bleibt eine AG mit Sitz in Österreich“. Es sind übrigens die weltweit ersten seiner Art im AI-Bereich.

Die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“

Auf Dauer habe man mit 42cx natürlich noch weitreichende Pläne, verspricht Mattes. Ob man dabei dem Namen gerecht wird, bleibt abzuwarten. Schließlich bezieht sich die Zahl 42 auf den Science-Fiction-Satire-Klassiker „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams. Dort liefert der Supercomputer „Deep Thought“ die Zahl nach 7,5 Millionen Jahren als Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“. Das Team des Unternehmens hat es jedenfalls bereits in sich. Dabei ist etwa Ulrich Bodenhofer, der an der JKU Linz im Team von Sepp Hochreiter an der Entwicklung des Long Short-Term Memory beteiligt war. Oder Vladimir Arlazarov, der mit zwei Kollegen in den 1970’er-Jahren die erste KI entwickelte, die Schach-Weltmeister wurde.

Archiv: Daniel Mattes im Video-Interview zu 42cx

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5.139 Unternehmen mussten laut aktueller Hochrechnung des Kreditschutzverbands KSV1870 in den ersten drei Quartalen 2026 in Österreich Insolvenz anmelden. Das entspricht einem Plus von 0,4 Prozent zum gleichen Zeitraum im Vorjahr. Nach Jahren des deutlichen Anstiegs bedeutet das eine Stagnation auf hohem Niveau. Diese erwartet der Verband auch für das gesamte Jahr. Die Passiva sind wegen einer etwas geringeren Zahl an Großinsolvenzen in den ersten drei Quartalen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund sieben Prozent auf etwa sechs Milliarden Euro gesunken. Bei den Branchen – Handel vor Baugewerbe und Gastronomie – gab es „wenig Bewegung“.

„Kräftiger Aufschwung gegenwärtig nicht erkennbar“

Insgesamt gibt es seitens des KSV1870 weiter keine Entwarnung. Die schwache Konjunktur, die verhaltene Nachfrage und die hohen Kosten würden Betriebe weiterhin belasten, „ein kräftiger Aufschwung ist gegenwärtig nicht erkennbar“, heißt es vom Verband. „Wo Margen und finanzielle Reserven knapp sind, kann der anhaltende wirtschaftliche Druck schnell existenzbedrohend werden. Entsprechend hoch bleibt die Zahl der Betriebe, die ihre finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen können und den Weg in die Insolvenz antreten müssen“, kommentiert Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz.

Weiterer Zuwachs bei nicht eröffneten Fällen „alarmierend“

Mehr noch beschäftigt den Verband eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschärft hat, und vom KSV als „besorgniserregend“ eingestuft wird: ein massiver Zuwachs bei den nicht eröffneten Fällen. So ist die Zahl der eröffneten Unternehmensinsolvenzen im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 7,2 Prozent gesunken, die Zahl der mangels Masse nicht eröffneten Verfahren dagegen um nicht weniger als 12,6 Prozent gestiegen. Konkret war es laut KSV seit Jahresbeginn bei 2.204 Fällen, also ca. 43 Prozent aller Verfahren mangels Kostendeckung nicht möglich, diese einer geordneten Abwicklung zuzuführen.

„Dass es zwischen den eröffneten und abgewiesenen Fällen mittlerweile nur noch einen zahlenmäßig geringen Unterschied gibt, ist alarmierend. Das ist ein Umstand, den die Gläubiger massiv zu spüren bekommen, da sich in diesen Fällen ihre Verluste weiter erhöhen. Das kann auch für wirtschaftlich gesunde Unternehmen mittel- und langfristig zum Problem werden“, erläutert Götze.

KSV1870 sieht Betrugsbekämpfungsgesetz „zumindest punktuell“ als Auslöser

Die Gründe für die Dynamik laut KSV: Nicht nur werde immer häufiger mit der Insolvenzanmeldung zu lange gewartet, der Verband sieht die Entwicklung auch „zumindest punktuell“ als eine Folge des im Jänner 2026 beschlossenen Betrugsbekämpfungsgesetzes. „Denn infolgedessen ist es vielfach so, dass vor der Änderung der Gesetzeslage durchsetzbare Anfechtungsansprüche nun nicht mehr geltend gemacht werden können, die Zahl der Gläubigeranträge sinkt und auch die Quoten dementsprechend für die Gläubiger zurückgehen“, heißt es vom KSV. In diesem Zusammenhang seien – „wie bereits beim Gesetzesbeschluss seitens des KSV1870 vorausgesagt“ – Folgeinsolvenzen zu befürchten.

Der KSV1870 erwartet auch für das vierte Quartal keine Entschärfung der Insolvenzdynamik und auch keine Verbesserung bei den nicht eröffneten Fällen. „Angesichts dieser Faktenlage ist es höchst an der Zeit, eine gesetzliche Basis zu schaffen, wie mit den mangels Masse abgewiesenen Fällen zukünftig umzugehen ist. Andernfalls wird sich der gesamtwirtschaftliche Schaden weiter erhöhen“, meint Götze.

Deutliches Statement zur Insolvenz-Entgelt-Fonds-Diskussion

Der Verband äußert sich zudem zur Diskussion rund um eine Finanzierungslücke beim Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF). „Aus Sicht des KSV1870 ist dabei ein Punkt wesentlich: Aufgrund der Tatsache, dass sich Österreichs Unternehmen seit einigen Jahren mit massiven wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sehen, ist eine automatische Anhebung der Dienstgeberbeiträge keine Option“, heißt es dazu. Götze kommentiert: „Dadurch würden die Betriebe finanziell zusätzlich belastet werden, was angesichts der derzeitigen Situation nicht erstrebenswert sein kann.“ Wichtig in der Diskussion sei jedenfalls, „nicht nur den Bedarf für das Jahr 2027 zu bewerten, sondern langfristig zu denken und sowohl die Interessen der Arbeitgeber wie auch jene der Arbeitnehmer zu berücksichtigen“, so der Verband abschließend.

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