06.08.2025
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42 Vienna: Programmierschule erhält neuen Chef und Standort in Wels

Mit 1. August 2025 hat Florian Brunner die Geschäftsführung der 42 Vienna GmbH übernommen. Zuletzt war der erfahrene Wirtschaftsinformatiker für den Aufbau des neuen 42 Standorts in Wels verantwortlich.
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Andreas Gschwenter (CIO der Raiffeisen Bank International AG) und Florian Brunner (Geschäftsführer der 42 Vienna GmbH ) | (c) 42 Vienna

42 Vienna ist eine seit 2022 bestehende Programmierschule in Wien-Heiligenstadt, die dem weltweiten École-42-Netzwerk angehört. Statt Vorlesungen setzt sie rund um die Uhr auf projektbasiertes Peer-Learning: Lernende arbeiten dabei gemeinsam an praxisnahen Software-Projekten und bewerten sich gegenseitig (brutkasten berichtete).

Neuer Geschäftsführer

42 Vienna hat seit 1. August einen neuen Chef: Florian Brunner übernimmt die Leitung der Programmier­schule und folgt damit auf Managing Director Tatjana Lulevic-Heyny.

Brunner war bislang federführend beim Aufbau des künftigen 42-Vienna-Standorts in Wels tätig und bringt mehr als 15 Jahre Erfahrung an der Schnittstelle von Bildung, Wirtschaft und Innovation ein. Zuvor arbeitete der Absolvent der JKU Linz und der LIMAK Austrian Business School in leitenden Positionen bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich sowie der OÖ Theater- und Orchester GmbH.

„Trotz konjunktureller Unsicherheiten ist der Bedarf an hochqualifizierten IT-Fachkräften ungebrochen“, sagt Brunner. 42 Vienna bilde Kreative aus, die nicht nur Tools bedienen, sondern digitale Veränderung aktiv gestalten. Das Peer-to-Peer-Modell stärke Kommunikations­fähigkeit, Teamgeist und kritisches Denken und sei damit ein Gegenentwurf zum Frontalunterricht.

Neuer Standort in Wels

Die Wiener Schule ist Teil des globalen 42-Vienna-Netzwerks mit inzwischen über 50 Campussen auf fünf Kontinenten. Zudem ist ein neuer Campus in Wels im Aufbau, der mit Partnern wie Fronius, Pierer Innovation, Raiffeisenlandesbank OÖ, Land Oberösterreich, Stadt Wels und Industriellenvereinigung OÖ entsteht. Die ersten Auswahlrunden sollen 2026 starten, der reguläre Studienbetrieb im Herbst desselben Jahres folgen.

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Biotech Summit Austria: Der Wille zum Champion ist da – das Kapital noch nicht

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V.l.n.r.: Peter Llewellyn-Davies (Präsident BIOTECH AUSTRIA), Lejla Pock (CEO Human.technology Styria), Marcus Hofer (CEO Standortagentur Tirol) © BIOTECH AUSTRIA

Rund 250 Teilnehmer:innen aus zwölf Ländern, zwei Tage in Innsbruck, ein Motto: „Start up, Scale up, Step up!“ Mit vielen neuen Kontakten und einem guten Gefühl bin ich nach Hause gefahren und mit einer offenen Frage: Die österreichische Biotech-Branche ist so gut vernetzt wie nie, aber woher kommt  künftig das Geld, damit aus exzellenter Forschung Unternehmen werden, die in Europa groß werden?

Am Wissen fehlt es nicht. Ob Europa in der Biotechnologie mitspielt, entscheidet sich an der Finanzierung der Wachstumsphase.

Europa zwischen den USA, Golfstaaten und China

Der Schwerpunkt des Summits lag auf dem Scaleup, also auf dem Schritt vom Startup zum international wachsenden Unternehmen.

Ein Bild für die Zukunft der Pharmatrends zeichnete Claudio Albrecht, ehemaliger CEO der Stada AG. Er sprach darüber, wie Geopolitik, neue Technologien und sich wandelnde Gesundheitssysteme die Pharmaindustrie bis 2035 prägen könnten. Besonders hervorgehoben hat er dabei die Transformation Chinas von einer Service-Industrie zu einem Innovationsmotor sowie die Dynamik in den Golfstaaten. Europa widmete er keine eigene Folie in seiner Präsentation, was vom Publikum hinterfragt wurde. Es wirft die Frage auf, welchen Stellenwert Europa künftig im globalen Wettbewerb überhaupt noch spielen wird.

(c) Hofelich – Claudio Albrecht gab einen Ausblick in die Zukunft.

 Ein Champion, der nicht auswandern muss

Den Gegenentwurf lieferte Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) und ehemaliger Bundeskanzler. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir vor allem ein Satz: „The next champion should not need to leave Europe in order to become a global champion.“ 

(c) Hofelich – Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB).

Das Ziel ist ambitioniert und gerade in der Biotechnologie bislang schwer erreichbar. Entwicklungszyklen dauern hier i. d. R. mehr als ein Jahrzehnt. 

Der Startup- & Scaleup-Dachfonds: eine gute Nachricht mit Fragezeichen

Für die Branche besonders interessant war die Diskussion über den geplanten österreichischen Dachfonds. Stefan Haubner, Founding Partner bei APEX Ventures, widmete sich der Frage, ob Europa ein eigenes Modell für Venture Capital braucht. Dabei ging es auch um den österreichischen Fund-of-Funds. 

Der Dachfonds soll Anfang 2027 starten. Der Staat steuert 100 Mio. Euro bei, institutionelle Investoren sollen weitere 400 Mio. Euro bringen. Das ist ein wichtiges Signal. Weil es ein Dachfonds ist, investiert er aber nicht direkt in Unternehmen, sondern in andere Fonds.

Wie viel von diesem Geld tatsächlich bei Biotech-Unternehmen ankommt, ist derzeit offen.

Life Sciences brauchen Investoren mit Fachwissen und langem Atem. Davon gibt es in Österreich nur wenige. Wenn der Dachfonds vor allem in Generalisten-Fonds fließt, könnte die Biotechnologie leer ausgehen.

Tirol zeigt, wie Standortarbeit aussieht

Auch organisatorisch war der Summit ein Vorzeigeprojekt. Veranstaltet wurde der Summit von BIOTECH AUSTRIA, Human.technology Styria und der Standortagentur Tirol. Vor Ort vertreten waren Peter Llewellyn-Davies, Präsident von BIOTECH AUSTRIA, Marcus Hofer, CEO der Standortagentur Tirol, und Lejla Pock, CEO von Human.technology Styria. Äußerst charmant moderiert hat Damita Pressl.

Die Villa Blanka hoch über Innsbruck bot eine außergewöhnliche Kulisse; ebenso das Gala-Dinner am Abend in der Rooftop-Bar des Hotels aDLERs. Begeistert zeigten sich auch die Teilnehmer:innen, die am Vortag im Rahmenprogramm die Skisprungschanze Bergisel besichtigt hatten. Ich selbst habe mir am Dienstagmorgen den Health Hub Tirol angesehen. Das Technologiezentrum ist seit knapp einem Jahr in Betrieb und bietet noch freie Flächen. Das ist die Art Standortpolitik, die wirkt: Infrastruktur, Netzwerk und ein Treffpunkt, an dem Forschung, Investor:innen und Politik tatsächlich ins Gespräch kommen.

Was es jetzt braucht

Der Summit hat gezeigt, dass die Branche sich der Herausforderungen bewusst ist und weiß, was zu tun ist.

Der nächste Champion muss nicht auswandern. Aber dafür muss das Kapital vor Ort stärker mobilisiert werden. 

Der fünfte Biotech Summit Austria findet am 21. und 22. Oktober 2027 in Graz statt. Bis dahin wissen wir mehr darüber, ob der Dachfonds auch der Biotechnologie hilft.


Disclaimer: Karin Hofelich ist Life Science Lead beim brutkasten-Schwestermagazin VentureCapital. Das VC Magazin war Medienpartner des Summits.

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