15.06.2015

40 Einhörner in Europa gesichtet – Österreich ist nicht dabei

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Seit letztem Jahr gibt es 13 neue Startups in Europa, die über 1 Milliarde US-Dollar wert sind,.

Man spricht von ihnen. Manchmal hinter vorgehaltener Hand. Man fragt sich, ob sie tatsächlich das wert sind, was sie versprechen. Man wundert sich, was passiert, wenn die Erwartungen, die man in sie gesetzt hat, nicht erfüllt werden. Die Rede ist von einer ganz besonderen „Spezies“ an Startups. Von jenen Unternehmen, denen man einen besonders romantischen Namen gegeben hat: „Einhörner“ nennt man sie. Und zwar deswegen, weil sie so selten sind. Vor allem in Europa. Unternehmen, die mehr als eine Milliarde US-Dollar wert sind, werden so genannt.

Doch wenngleich sie rar sind, legen sie doch langsam zu: Geht es nach einer aktuellen Studie der britischen Investmentbank GP Bullhound gab es im letzten Jahr ganze 13 neue Einhörner, denen in Europa Leben eingehaucht wurde. 40 gibt es europaweit gesehen insgesamt. Die aktuelle Studie beweist allerdings einmal mehr, dass Österreich Nachholbedarf hat: Kein einziges Einhorn der letzten Jahre stammt aus Österreich. Die mit Abstand meisten „Unicorns“ produziert, hat Großbritannien: 17 Unternehmen sind mehr als eine Milliarde US-Dollar wert. Unser deutscher Nachbar zählt immerhin vier (übrigens alle aus dem Rocket-Internet-Imperium!): Home24, Delivery Hero, Zalando und Rocket Internet selbst.

GP Bullhound

© Bild: GP Bullhound 

Auswahlkriterien der Studie waren unter anderem, dass das Hauptquartier in Europa ist, das Unternehmen im Jahr 2000 oder später gegründet wurde sowie, dass das Startup eine Unternehmensbewertung von über 1 Milliarde US-Dollar aufweist.

GP Bullhound

© Bild: GP Bullhound 

Die Studie wirft auch einen Blick in die Zukunft. Demnach seien FinTechs nicht zu unterschätzen – mehr als die Hälfte sind übrigens in Großbritannien angesiedelt. Stärkste Sektoren sind trotzdem eCommerce, Software und Marktplätze ganz generell.

Sehr interessant übrigens: Über 58 Prozent aller Einhorn-Gründer befinden sich in ihren 30igern. Weniger als 1/4 ist von Gründern unter 30 gestartet worden. Das Durchschnittsalter eines erfolgreichen Gründers ist demnach 35.

In über 87 Prozent der Unternehmen ist zumindest einer der Manager aus dem ursprünglichen Gründungsteam. Bei nur 13 Prozent aller erfolgreichen Unternehmen befindet sich kein einziger Gründer mehr im Team.

Vier deutsche Startups dürfen sich übrigens vielleicht bald freuen, ebenfalls in den Club der Einhörner aufgenommen zu werden: FoodPanda und HelloFresh – wie kann es denn anders sein – von RocketInternet, SoundCloud und Kreditech.

Quelle

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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