22.02.2017

4 Tipps, die helfen beim Gründen vom Denken ins Tun zu kommen

Vom Manager Zum Unternehmer. Wolfgang Bretschko gibt in dieser Serie für den Brutkasten Foundern Tipps für den Erfolg. Teil 3: Warum beim Gründen der Schlüssel zum Erfolg im Tun liegt.
/artikel/4-tipps-die-helfen-beim-gruenden-vom-denken-ins-tun-zu-kommen
(c) fotolia.com - Robert Kneschke

Ich bin ein Freund von Aufgabenlisten und Asana ist mein liebstes Aufgabenverwaltungstool. Alles lässt sich planen und in schön formatierten Listen niederschreiben. So ist auch dieser Blog eine Zeile in einer Liste in Asana, versehen mit einem Termin. Er schlummert zwischen unzähligen weiteren Aufgaben, die darauf warten, dass sie endlich angepackt und erledigt werden. Seine Wirkung kann dieser Blog erst dann entfalten, wenn ich es schaffe meine Gedanken niederzuschreiben und der Beitrag auf der Homepage von COCOQUADRAT und auf derbrutkasten.com veröffentlicht wird.

Wenn du dein eigenes Unternehmen gründen willst, wenn du ein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben führen willst, kommt es auf dich, dein Tun und dein Handeln an.

In diesem 3. Beitrag der Serie „Vom Manager zum Unternehmer“ beschäftige ich mit der Umsetzung: Wie du du vom Denken und Planen ins Tun und Umsetzen kommst. Dazu passt sehr gut ein Zitat von Hermann Hesse:

„Nur das Denken, das wir leben, hat einen Wert.“

Ich werde in meinen Ausführungen auch auf meine persönlichen Erfahrungen zurückgreifen, die ich insbesondere im Zuge der Gründung von COCOQUADRAT gemacht habe.

Die ersten beiden Teile der Serie:

Redaktionstipps

1.) Baue eine stabile tägliche Routine auf

Eine Vision zu haben und daraus Ziele abzuleiten ist wichtig. Vision und Ziele geben deinem Tun einen Sinn und eine Richtung. Entscheidend ist aber, dass du deine Pläne in konkrete Taten umsetzt. Von Pablo Picasso stammt der Ausspruch:

„Action is the foundational key to all success.“

Entwickle dein persönliches System, wie du dir deinen Tag organisierst. Ohne konsequentes und diszipliniertes Tun wirst du deinen Zielen nicht näher kommen. Daher erarbeite dir eine stabile tägliche Routine. Lass dich nicht von den Ereignissen treiben: Du gibst den Takt vor. Das geht am einfachsten, wenn du die vier bis sechs wichtigsten Aufgaben, die du erledigen willst, konkret für den Tag planst, am besten mit Beginn und Endzeit. Das zwingt dich zu zweierlei: Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und realistisch einzuschätzen, wie viel Zeit du für die Erledigung einer Aufgabe brauchst bzw. wie viel Zeit du dir gönnen möchtest. Verplane dabei nicht deinen ganzen Tag. Gönne dir auch Freiräume für Unerwartetes. Diese Methode wurde von Ivy Lee entwickelt, wenn du mir darüber wissen willst: hier gibt es Informationen dazu

Wichtig ist Klarheit darüber zu haben, welche konkreten Aufgaben dich deinen Zielen näher bringen. 100.000 Euro Umsatz zu machen ist ein Ziel, aber keine Aufgabe. Die Aufgabe dazu ist jeden Tag 5 Neukunden anzurufen und dabei konsequent zu sein, auch wenn du mal nicht gut drauf bist oder keine Lust hast. Wenn du einen Marathon laufen willst, weißt du, dass du regelmäßig trainieren musst, auch wenn du mal keine Lust hast und wenig motiviert bist.

Es kommt nicht darauf an, dass jedes Telefonat mit einem Kunden erfolgreich ist, genau so wenig wie es darauf ankommt, jeden Trainingslauf in Bestzeit zu absolvieren.

Wichtig ist die Konsequenz, die schlussendlich den Erfolg bringt.

Schau dir deine Ziele für das nächste Quartal an und überlege dir konsequent, wie die Aufgaben dazu aussehen, die dich diesen Zielen näher bringen. Ohne konkrete Umsetzungsaufgabe wirst du deine Ziele nur schwer erreichen.

Profis unterscheiden sich von Amateuren dadurch, dass sie wissen, dass sie trainieren müssen um Erfolg zu haben und dass sie auch trainieren, wenn sie gerade keine Lust haben. Deine tägliche Routine sorgt dafür, dass du auch über Durststrecken hinweg kommst und konsequent für dein Ziel trainierst. Gerade, wenn du eine Firma gründest, wenn du dich selbständig machst, braucht es diese tägliche Routine. Du bist nicht Teil einer großen Organisation, die stabil weiterläuft auch wenn du mal ein paar Tage einfach Dienst nach Vorschrift machst.

Wann ist die beste Zeit um deinen Tag zu planen? Vieles spricht dafür am Abend, wenn du den Tag beschließt, den nächsten Tag konkret zu planen. Dann kannst du am Morgen mit deiner wichtigsten Aufgabe beginnen. Vor allem braucht sich dein Unterbewusstsein in der Nacht nicht damit zu beschäftigen. Wenn ich es nicht schaffe am Abend zu planen, dann starte ich den Tag mit der konkreten Planung. Manches ist durch Termine und Meetings bereits vorgegeben, der Rest ergibt sich aus der ToDo-Liste.

2.) Hüte dich vor Perfektionismus

Der Businessplan ist noch nicht perfekt, also braucht er noch eine Überarbeitungsschleife. Das Layout für das Angebot könnte noch eine letzten Schliff vertragen. Die Bilder für die Powerpoint sind zu wenig stimmig, es gibt sicher noch bessere.

Der Drang perfekt sein zu müssen führt dazu, dass Aufgaben nicht erledigt werden, oder gar nicht erst begonnen werden.

Eine nicht ganz stimmige Powerpoint ist immer noch besser, als gar keine Präsentation. Ein Angebot, das nicht versendet wird, kann nicht abgelehnt werden, aber es hat auch keine Chance angenommen zu werden. Übung macht den Meister, das nächste Angebot wird wieder ein Stück besser ausfallen und deine nächste Powerpoint wird wieder ein Stück besser gestaltet sein. Selbst Apple verbessert sein IOS ständig und in aller Regel gibt ist für die Version, mit der Apple startet nach ein paar Wochen bereits ein Update. Was Apple kann, kannst du dir mit Sicherheit auch gönnen.

Perfektionismus muss man sich auch leisten können.

Als Gründer hast du weder die Zeit noch die Ressourcen um perfekt zu sein. Du kannst dich darauf verlassen: Je öfter du Aufgaben erledigst desto besser, perfekter wirst du. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Eine wichtige Lernerfahrung von mir dazu: Vergleiche dich nicht mit anderen. Du vergleichst in aller Regel Äpfel mit Birnen. Vergleiche bringen wenig, sie frustrieren und demotivieren und können dich daran hindern ins Tun zu kommen. Was bringt es dir, wenn du einen Marathon laufen willst, dich mit Eliud Kipchoge, dem aktuellen Marathon Olympia-Sieger zu vergleichen? Der Vergleich führt dazu, dass du nicht zu Laufen beginnst und damit ist gar nichts gewonnen.

+++ Diskussion zum Thema “Top-Manager werden Unternehmer” +++

3.) Sorge gut für dich selbst

Wenn du einen Marathon läufst, weißt du, dass du dich gesund ernähren solltest, dass du das Rauchen aufgeben solltest, dass du trainieren solltest. Ein Unternehmen zu gründen, etwas Neues zu starten, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen, ist ein Marathon. Daher sorge gut für dich. Dein Körper und dein Geist sind deine wichtigsten Ressourcen und es sind kommunizierende Gefäße. Wenn du dich schlecht ernährst und wenig schläfst, dann bist du unausgeglichen und kannst mit schwierigen Situationen schlechter umgehen. Du kommst in eine Abwärtsspirale, aus der du nur schwer wieder herauskommst. Achte auf deine Ernährung, deinen Schlaf, sorge für regelmäßige Bewegung und gönne dir Ruhephasen. Sei sensibel für die Signale deines Körpers, er gibt dir Bescheid, wenn es zu viel wird, wenn du einfach übertreibst. All das gibt dir die notwendige Stabilität, um mit schwierigen Situationen und Rückschlägen gut umgehen zu können. Um erfolgreich zu sein, wirst du dich fordern, aber überfordere dich nicht. Die richtige Balance ist entscheidend.

Achte auf deine Grenzen und sei dir ein guter Freund. Du bist dein eigener Chef!

4.) Bau dir ein Supportnetzwerk auf

Du bist nicht allein. Manchmal fühlst du dich vielleicht als Einzelkämpfer, manchmal musst du einsame Entscheidungen treffen. Daher baue ein Umfeld auf, auf das du in schwierigen Situationen zurückgreifen kannst. Ein Freund, eine Freundin dem/der du vertraust. Jemand, mit dem du deine Sorgen, Ängste und Nöte besprechen kannst. Jemand, der dich stützt und unterstützt.

Baue dir bewusst Beziehungen auf und investiere in sie.

Eine Situation wird erst dann ausweglos, wenn du beginnst dich zu verschließen und dich nur mehr in der eigenen Gedankenwelt bewegst.

Ein stabiles Umfeld, deine Familie, ein paar, wenige gute Freunde, ein Berater oder Coach, der dich länger begleitet, sorgen für die Stabilität. Wenn du deine Komfortzone verlässt, begibst du dich auf unerforschtes Gebiet. Vieles wird neu für dich sein, du wirst mit viel Unsicherheit umgehen müssen, begibt dich nicht allein auf diesem Weg.

Zahlt sich das alles aus: JA! Du wirst mit einem selbstbestimmten und zufriedenen Leben belohnt. Du wirst Seiten an dir kennen lernen, die völlig neu sind. Du wirst am Gipfel stehen, zufrieden auf den Weg zurückblicken, der dich hierher gebracht hat und die Aussicht genießen. Und du weißt, ich habe es geschafft!

+++ Wolfgang Bretschko, Gründer & Business Angel, im Live-Gespräch +++


Wolfgang Bretschko ist Unternehmer, Business Angel, Mentor und Berater mit über 20 Jahren Erfahrung im (Konzern-) Management. Unter anderem war er bis 2013 Vorstandssprecher der Styria Media Group. Mit dem COCOQUADRAT gründete er das erste Coworkcafé in Wien.

Deine ungelesenen Artikel:
06.10.2026

Toto Wolff: „Niemand wird bei der Fehlersuche die Hand heben, wenn er Angst hat, gefeuert zu werden“

Interview: Toto Wolff hat mit dem Mercedes-AMG-Petronas-Formula-One-Team eine lange Phase großer Erfolge verantwortet, danach vier Saisonen ohne Titelkampf erlebt und das Team in dieser Zeit umgebaut. Im Interview spricht er über psychologische Sicherheit als Voraussetzung für Fehlerkultur, über Entscheidungen unter Unsicherheit, über die Grenzen von KI im Rennsport – und über seine Beteiligungen an Nuki und Instahelp.
/artikel/toto-wolff-niemand-wird-bei-der-fehlersuche-die-hand-heben-wenn-er-angst-hat-gefeuert-zu-werden
06.10.2026

Toto Wolff: „Niemand wird bei der Fehlersuche die Hand heben, wenn er Angst hat, gefeuert zu werden“

Interview: Toto Wolff hat mit dem Mercedes-AMG-Petronas-Formula-One-Team eine lange Phase großer Erfolge verantwortet, danach vier Saisonen ohne Titelkampf erlebt und das Team in dieser Zeit umgebaut. Im Interview spricht er über psychologische Sicherheit als Voraussetzung für Fehlerkultur, über Entscheidungen unter Unsicherheit, über die Grenzen von KI im Rennsport – und über seine Beteiligungen an Nuki und Instahelp.
/artikel/toto-wolff-niemand-wird-bei-der-fehlersuche-die-hand-heben-wenn-er-angst-hat-gefeuert-zu-werden
Toto Wolff
© Sulay Kelly for Mercedes-Benz Grand Prix Ltd. - Toto Wolff.

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


brutkasten: Sie haben Mercedes durch eine lange Phase großer Erfolge geführt, dann kamen schwierige Jahre. Was war Ihr wichtigstes Learning darüber, wie Organisationen nach Rückschlägen wieder in die Spur finden?

Toto Wolff: Die Formel 1 ist eine Welt der ständigen Evolution, nichts steht je still. Zum Beispiel haben die Regeländerungen 2022 schonungslos Schwächen in unseren Entwicklungsfähigkeiten und unserem Verständnis offenbart. Wir haben diese Ära klar hinter unseren Wettbewerbern gestartet und es über vier Saisonen hinweg nicht wirklich geschafft, diese Defizite auszubügeln.

Der eine oder andere Rennsieg waren die Highlights, wir haben es geschafft, zweimal in vier Jahren den zweiten Platz in der Konstrukteursmeisterschaft zu erringen; aber wir haben nie um den Titel gekämpft. Wir haben im Hintergrund größere Änderungen in unserer technischen Ausstattung, beim Personal und den Strukturen vorgenommen, um das Team stärker und wettbewerbsfähiger zu machen. Wir haben auch die Führungskultur adaptiert, weil wir das Team motivieren mussten, das begann, sich nach so vielen Jahren des Erfolgs selbst infrage zu stellen. Es war jedenfalls eine wichtige und wertvolle Phase für uns.

Sie sprechen in diesem Sinne wiederholt von einer „No Blame Culture“. Wie baut man eine Kultur auf, in der Fehler nicht versteckt oder angeprangert, sondern als Lernchance genutzt werden?

Es geht hier fast ausschließlich um psychologische Sicherheit. Niemand wird bei der Fehlersuche die Hand heben, wenn er Angst hat, gefeuert zu werden. Wir müssen aber zu unseren Fehlern stehen können. Und das fängt bei den Führungskräften an. Nur so können auch andere zu ihren Fehlern stehen. Eine „No Blame Culture“ funktioniert jedoch nur im Zusammenspiel mit einem hohen Verantwortungsbewusstsein. Man braucht Teammitglieder, die Verantwortung übernehmen, auch wenn es um Fehler geht.

In der Formel 1 hat jeder Fahrer eigene Ingenieure und Mechaniker. Wie verhindert man, dass interne Konkurrenz gegen die gemeinsame Strategie arbeitet?

Das ganze Team hat das gleiche Ziel: Die Meisterschaft für Mercedes zu gewinnen. Nicht mit dem einen oder anderen Fahrer, sondern für die Marke und das Team. Alle Mitarbeiter sind gleich incentiviert: Ausschlaggebend ist der Gewinn der Konstrukteursmeisterschaft, nicht der Fahrerwertung. Das ist die Grundlage unserer Entscheidungsfindung. Auch die Ingenieure und Mechaniker, die einem der Fahrer zugeteilt sind, arbeiten zuallererst für das Team. Beide Seiten der Garage machen jeden Boxenstopp gemeinsam. Alle technischen Daten werden zwischen den Ingenieuren der Fahrer geteilt, damit wir so wettbewerbsfähig wie möglich sein können. Das Motto ist klar: Das beste Team gewinnt, der beste Fahrer gewinnt; und zwar in dieser Reihenfolge.

Viele Gründerinnen und Gründer kämpfen damit, schnell zu wachsen und dabei die Kultur zu bewahren. Lassen sich Prinzipien aus der Formel 1 auf Startups und Scaleups übertragen?

Wir haben seit dem Cost Cap 2021 starkes Wachstum in der Formel 1 gesehen. Wir mussten uns überlegen, ob wir die Geschäftsfelder erweitern wollen, wie wir es etwa mit unserem Engagement im America’s Cup beim Segeln gemacht haben. Der Headcount ist gewachsen, vor allem in den Support-Bereichen außerhalb der technischen und operationellen Hauptbereiche. Aber dann haben wir uns wieder auf unser Kerngeschäft fokussiert, mit einem klaren Ziel: die Formel-1-Weltmeisterschaft zu gewinnen. Und bei jedem neuen Projekt stellen wir uns die Frage: Bringt uns das Projekt diesem Ziel näher, hilft es uns, Rennen und Meisterschaften zu gewinnen?

Wenn die Antwort Ja ist, dann investieren wir in das Projekt; wenn nicht, dann nicht. Ich denke, es geht vor allem darum, das Hauptziel nicht aus den Augen zu verlieren, da mit dem Unternehmenswachstum viele Elemente komplexer werden. Wenn man in einem so kompetitiven Umfeld wie der Formel 1 tätig ist, dann ist das Hauptziel relativ klar. Aber jedes Startup muss sich ein Ziel geben können und dann genau wie wir darauf fokussieren.

Wie treffen Sie strategische Entscheidungen, wenn nicht alle Informationen vorliegen? Gibt es ein Erfolgsgehmeinis?

Mein Freund und Geschäftspartner Niki Lauda hat immer auf die rasche Entscheidungsfindung gepocht – es ist besser, eine mangelhafte Entscheidung jetzt zu treffen, als darauf zu warten, alle Informationen zusammengetragen zu haben, wenn es dann zu spät ist. Man kann Entwicklungen immer noch korrigieren, wenn eine Entscheidung nicht ganz richtig war. Persönlich versuche ich die Upside und Downside bei den großen Entscheidungen zu erkennen: Wenn ich mit der Downside, dem Worst Case, leben kann, dann gibt es keinen Grund, vor der Entscheidung zurückzuschrecken.

Welche Leadership-Lektion hätten Sie gerne früher gelernt?

Meine wichtigste Erfahrung ist wohl, in Konfliktsituationen neugierig zu bleiben, zu versuchen, die Perspektive der anderen Seite zu verstehen, und auch manchmal zu akzeptieren, dass man nicht einer Meinung ist oder unterschiedliche Interessen hat; ein „agree to disagree“ als Ergebnis zu akzeptieren. Bei Leadership geht es ja vor allem darum, andere Menschen zu verstehen, sich auf eine gemeinsame Linie zu einigen, sie mit etwas zu incentivieren, das für sie auch wirklich relevant ist. Nur wer motiviert ist und sich wohlfühlt, kann 100 Prozent geben. Ziele klar formulieren, Mitarbeitern Verantwortung übertragen, ihnen dabei helfen, Herausforderungen zu meistern, und Ergebnisse offen analysieren – das ist meine Arbeitsweise.

Gibt es Ihrer Ansicht nach die eine Eigenschaft, die erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer brauchen? Und welche Fähigkeiten werden durch den zunehmenden Einsatz von KI wichtiger?

Das eigene Geschäft verstehen und die Leute kennen und verstehen, mit denen man arbeitet. Ein großes Ziel verfolgen und das Auge fürs Detail, das Gleichgewicht in allen relevanten Bereichen nicht verlieren. KI wird viel in unserer Welt verändern. Aber sie wird hoffentlich vor allem ein Instrument sein, das den Menschen dabei helfen wird, bessere Entscheidungen zu treffen. Die fähigsten Leute werden das Beste aus AI herausholen, die Stärken nutzen und sich von den Gefahren und Schwächen nicht beeinträchtigen lassen. Wir stehen sicher am Anfang einer rasanten Entwicklung, deren Ergebnis kaum vorhersehbar ist.

Und im Rennsport selbst: Kann KI helfen, die Ideallinie, die optimalen Bremspunkte oder das perfekte Setup zu entschlüsseln?

Wo die richtigen Bremspunkte sind, sollten wir eigentlich schon wissen; auch, dass, wenn es regnet, ein Reifen ohne Profil nicht so toll funktioniert. Aber im Ernst: Wir müssen AI zur Entscheidungsfindung einsetzen, wo hochkomplexe Datenmodelle es verlangen. Aber AI wird in keinem Bereich eigenständig entscheiden. Sie wird immer eine Unterstützung für unsere Ingenieure bleiben; zumindest in absehbarer Zeit.

Welche Innovationen aus dem Motorsport könnten in den kommenden Jahren für andere Industrien relevant werden?

Es gibt in der Geschichte viele Beispiele für Technologietransfer, und das geht auch heute weiter. Wir als Industrie lernen gerade viel über Batteriesysteme, über Steuerungselektronik und elektrische Motoren, aber auch über nachhaltige Treibstoffe und innovative Composite-Materialien; alles wichtige Entwicklungsbereiche für die Automobil- und Transportindustrie.

Es gibt aber auch ganz andere Bereiche, die mit dem Fahrzeug an sich nichts zu tun haben. So haben wir etwa vor ein paar Jahren Pionierarbeit beim Einsatz von 5G-Technologie an der Rennstrecke geleistet. Die Formel 1 ist in ihrer Grundcharakteristik interessant für Entwicklungen unterschiedlicher Technologien, weil sie ein sehr kompetitives Umfeld mit einer enorm hohen Entwicklungsgeschwindigkeit bietet. Das ist für Innovation und Entwicklung wertvoll.

Sie sind ja an mehreren Unternehmen beteiligt. Was sind Ihre Kriterien dabei?

Nuki und Instahelp sind ja nicht mehr Startups im eigentlichen Sinn, beide sind profitabel. Nuki macht über 50 Millionen Euro Umsatz und ist Marktführer in Europa; Instahelp hat seit zwei Jahren einen zweistelligen Millionenumsatz und verdient Geld. Unsere Kriterien waren damals, als wir die beiden Firmen mit unseren Partnern in der Up to Eleven, den Brüdern Martin und Jürgen Pansy und René Berger, gegründet haben, dass wir unsere bestehende Kompetenz bei mobiler Kommunikation, die wir mit sms.at und ucp über Jahre aufgebaut hatten, für innovative Geschäftsmodelle einsetzen wollen.

Dass wir direkt in Startups investiert haben, die wir nicht selbst gegründet haben, ist ja schon lang her; das war zu Zeiten von Marchfifteen beziehungsweise ganz vereinzelt vor über 15 Jahren. Das wichtigste Kriterium war jedenfalls immer, dass die Gründer gute Leute waren, denen man vertrauen kann. Einer davon war übrigens Oliver Holle. Auch heute vertrauen wir ihm, und zwar indem wir bei Speedinvest und damit auch weiterhin indirekt in Startups investieren.

Abschließend: Wie sieht bei Ihnen eigentlich ein Sonntag aus, an dem kein Rennen stattfindet?

Meistens bin ich in Italien, an einer Kartstrecke. Da sind Susie und ich dann die größten Fans unseres jungen Sohns. Der Apfel ist nicht weit vom Stamm gefallen.


Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

4 Tipps, die helfen beim Gründen vom Denken ins Tun zu kommen

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

4 Tipps, die helfen beim Gründen vom Denken ins Tun zu kommen

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

4 Tipps, die helfen beim Gründen vom Denken ins Tun zu kommen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

4 Tipps, die helfen beim Gründen vom Denken ins Tun zu kommen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

4 Tipps, die helfen beim Gründen vom Denken ins Tun zu kommen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

4 Tipps, die helfen beim Gründen vom Denken ins Tun zu kommen

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

4 Tipps, die helfen beim Gründen vom Denken ins Tun zu kommen

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

4 Tipps, die helfen beim Gründen vom Denken ins Tun zu kommen

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

4 Tipps, die helfen beim Gründen vom Denken ins Tun zu kommen