17.12.2020

30 Millionen Euro Kapital für Wiener TTTech

Das auf Software für autonomes Fahren spezialisierte Wiener IT-Unternehmen TTTech erhält von der Europäischen Investitionsbank (EIB) ein Darlehen über 30 Millionen Euro.
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Thomas Östros, EIB und Harald Triplat, TTTech, beim virtuellen Signing | (c) EIB
Thomas Östros, EIB und Harald Triplat, TTTech, beim virtuellen Signing | (c) EIB

TTTech ist eines der profiliertesten Tech-Unternehmen des Landes. 2017 holte es sich mit 75 Millionen Euro von Samsung ein gigantisches Investment. Im Rahmen seiner Spezialisierung auf Software für autonomes Fahren kooperiert es mit einigen der größten Mobility-Unternehmen der Welt und Riesen aus anderen Branchen. In der Auto-Branche sind etwa Volkswagen/Audi, BMW, Hyundai Corporation und SAIC Motors, der größte chinesische Automobilhersteller, Partner.

Der steile Entwicklungspfad wird nun mit einer weiteren Mega-Finanzierung unterstrichen. Wie heute bekanntgegeben wurde, bekommt TTTech ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) über 30 Millionen Euro. Dies passiert im Rahmen der Investitionsoffensive für Europa mit einer Garantie durch den Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI). Das Kapital soll primär in die Weiterentwicklung der Software-Plattform des Unternehmen fließen.

EIB-Vize über TTTech: „florierendes europäisches Unternehmen“

„Wir unterstützen mit dieser Finanzierung ein florierendes europäisches Unternehmen, das in einem anspruchsvollen Technologiesegment tätig ist. Innovation und Beharrlichkeit sind die Schlüssel zu nachhaltigem Wachstum und zur Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze“, kommentiert EIB-Vizepräsident Thomas Östros. Und Harald Triplat, CFO von TTTech Auto meint: „Europa verfügt über ein enormes Innovationspotenzial für industrielle Schlüsseltechnologien von globaler Bedeutung, wie das automatisierte und autonome Fahren. Der Europäische Fonds für strategische Investitionen und die EIB haben das erkannt und fördern deshalb europäische Hightech-Unternehmen wie TTTech Auto“. Europa brauche diese langfristige öffentliche Finanzierungsstrategie in Kombination mit einem gut funktionierenden Kapitalmarkt, um strategische Technologie-Cluster und Führungspositionen auf dem Weltmarkt aufzubauen.

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Das Emerald-Horizon-Management (vl.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf
Das Emerald-Horizon-Management (v.l.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf

Um Bekanntheit zu erlangen, ist Auffälligkeit durchaus von Nutzen. Beim Grazer Unternehmen Emerald Horizon ist diese Auffälligkeit so etwas wie der rote Faden, der sich durch die Unternehmensstrategie zieht. Denn nicht nur sorgt man mit dem geplanten Produkt – Thorium- und Teilchenbeschleuniger-basierten Miniatomkraftwerken – für Aufsehen (brutkasten berichtete). Auffällig sind auch Personalbesetzungen wie Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer, der seinerseits kürzlich durch eine Alkohol-Eskapade öffentlich negativ auffiel. Und besonders auffällig war natürlich der Börsengang im Juni – brutkasten berichtete.

Österreichs nächstes Unicorn?

Nach diesem ist Emerald Horizon aktuell übrigens an der Börse mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Darüber, ob das Grazer Unternehmen nun Österreichs nächstes Unicorn ist, lässt sich dennoch streiten, nachdem die Bewertung auf vergleichsweise wenigen Trades basiert. Der Börsengang war nämlich nur ein Listing und kein IPO (Initial Public Offering). Es wurden also keine Aktien emittiert, was üblicherweise zu einer breiteren Bewertung durch den Markt führt.

Gründer Florian Wagner will selbst investieren

Statt Kapital von außen aufzunehmen, fiel Gründer und CEO Florian Wagner Ende Juni mit einer anderen Ankündigung auf: Er selbst werde 20 Millionen Euro in vier Tranchen zu je fünf Millionen Euro über einen Zwei-Jahres-Zeitraum in Emerald Horizon investieren. Er behielt sich dabei vor, dass Co-Founder Philipp Pölzl und Investor Carl Page als Co-Investoren je einen Teil der Tranchen übernehmen könnten.

Und woher kommen diese durchaus substanziellen Eigenmittel? Wagner und Pölzl betreiben mit Qbasis Invest seit mehr als 20 Jahren ein Finanzunternehmen, das laut öffentlich einsehbaren Angaben im Vorjahr aber nur rund 40.000 Euro Gewinn abwarf.

Privatdarlehen für Verpfändung von 75.000 Aktien

Mehr Aufschluss gibt wohl eine auffällige Ad-hoc-Meldung (für börsennotierte Unternehmen verpflichtende Mitteilung) von Emerald Horizon von gestern, die heute durch eine erklärende Aussendung des Unternehmens ergänzt wurde: Gründer Wagner nimmt privat ein sogenanntes Lombarddarlehen auf. Bei so einem werden Wertpapiere als Sicherheit hinterlegt. Im konkreten Fall verpfändet der Unternehmer 75.000 eigene Aktien „aus seinem Altbestand“. Diese haben aktuell einen Börsenwert von rund 76 Millionen Euro. Die bewilligte Kreditsumme liegt bei derartigen Darlehen üblicherweise erheblich unter dem Marktwert der beliehenen Wertpapiere.

„Bestandteil eines übergeordneten mehrstufigen Maßnahmenpakets“

„Die Maßnahme ist Bestandteil eines übergeordneten mehrstufigen Maßnahmenpakets. Entsprechend den kapitalmarktrechtlichen Bestimmungen wird die Gesellschaft zu gegebener Zeit über weitere Aktivitäten informieren“, heißt es dazu von Emerald Horizon. Die Mittel sollen demnach „primär direkt und indirekt zur Kommerzialisierung von DUALstorePLUS aber auch zur beschleunigten technischen Umsetzung und industriellen Überführung des ADES/SMRX-Programms verwendet werden“. DUALstorePLUS ist die Energiespeicher-Technologie, mit der Emerald Horizon bereits am Markt ist. ADES ist der Markenname der geplanten Kleinreaktoren.

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30 Millionen Euro Kapital für Wiener TTTech

  • 2017 holte es sich das Wiener Unternehmen TTTech mit 75 Millionen Euro von Samsung ein gigantisches Investment.
  • Im Rahmen seiner Spezialisierung auf Software für autonomes Fahren kooperiert es mit einigen der größten Mobility-Unternehmen der Welt und Riesen aus anderen Branchen.
  • Wie heute bekanntgegeben wurde, bekommt TTTech ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) über 30 Millionen Euro.
  • Dies passiert im Rahmen der Investitionsoffensive für Europa mit einer Garantie durch den Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI).
  • Das Kapital soll primär in die Weiterentwicklung der Software-Plattform des Unternehmen fließen.

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  • Das Kapital soll primär in die Weiterentwicklung der Software-Plattform des Unternehmen fließen.

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