07.09.2021

2 Minuten 2 Millionen startet mit neuem Investor in den Herbst – Zuseher dürfen auch bewerten

Die 8. Staffel von 2 Minuten 2 Millionen geht mit Neuerungen in den Herbst.
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ProctyClean auf der Bühne von 2 Minuten 2 Millionen © Puls4/Gerry Frank
ProctyClean auf der Bühne von 2 Minuten 2 Millionen © Puls4/Gerry Frank

Die Fortsetzung der 8. Staffel der TV-Show 2 Minuten 2 Millionen bringt ab 7. September spannende Neuerungen. Einerseits nimmt in der Jury ein neuer Investor Platz: Philipp Maderthaner ist Unternehmer und Kommunikationsexperte („Campaigning Bureau“ und Business Gladiators). Neu ist auch, dass auch Zuseher die Pitches der Startups bewerten dürfen. Dazu ist die App Zappn notwendig, in der Nutzer live während der Show zum „interaktiven Investor“ werden sollen.

Insgesamt neun Investoren

Philipp Maderthaner ergänzt das mittlerweile auf insgesamt neun Köpfe gewachsene Investoren-Team, das in unterschiedlichen Konstellationen in der Show Startups bewertet und fallweise Investments in Aussicht stellt: Bautycoon Hans Peter Haselsteiner, Mediashop-Geschäftsführerin Katharina Schneider, Winzer Leo Hillinger, Nachhaltigkeitsexperte Martin Rohla, Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner, Medienunternehmer Stefan Piëch, Alexander Schütz und Hotelier Bernd Hinteregger.

Maderthaner hat für Startup-Investments mit Business Gladiators Ventures eine eigene Beteiligungsgesellschaft gegründet – Startups sollen aber auch von seiner Beratungsexpertise profitieren können. Der Unternehmer, der seine Beratung auch um Campaigning-Software ergänzt, will einen Schwerpunkt auf digitale Geschäftsmodelle setzen, wie er in einem Interview mit dem brutkasten erklärte.

Von Po-Dusche bis Schmuck

Auf welche Startups er in der Show trifft, gibt Puls 4 wie gewohnt immer erst kurz vor der Ausstrahlung der nächsten Folge bekannt. In der ersten Folge am 7. September werden das die Gewürzmanufaktur Cook and Grill aus Oberösterreich, die Po-Dusche ProctyClean aus Wien, das Schmuck-Startup Baqless, der Dosen-Flaschen-Adapter Plug Fix und das Möbel-Unternehmen Emjot Design sein. Damit setzt die TV-Show wieder auf eine bunte Mischung an klassischen Startups und spannenden bis skurrilen Erfindungen.

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Mistral.
© LinkedIn/Canva - Arthur Mensch, Co-Founder und CEO Mistral AI.

Drei Milliarden Euro. Das ist die Summe, die der französische Anthropic- und OpenAI-Herausforderer Mistral in seiner heute verkündeten Series-D-Finanzierungsrunde aufnahm. Es ist die größte VC-Runde für ein Tech-Unternehmen in der europäischen Geschichte – und das für ein gerade einmal drei Jahre altes Unternehmen.

Den Lead in der Runde übernahm mit Samsung – wenig überraschend – ein außereuropäischer Player. Dazu kommen große US-Investoren wie PSG Equity als Co-Lead, a16z und Nvidia, aber auch eine ganze Reihe europäischer Kapitalgeber, darunter der Scaleup Europe Fund der schwedischen EQT als weiterer Co-Lead.

Keine normalen Umstände

Drei Milliarden Euro. Eine Bewertung von 21 Milliarden Euro. Das sollte unter normalen Umständen ein Garant für den großen Durchbruch sein. Zum Vergleich: Meta (damals Facebook) genügten vor seinem Börsengang insgesamt 2,27 Milliarden US-Dollar VC-Kapital, um sich im Social-Media-Wettlauf klar an die Spitze zu setzen und zum Tech-Giganten zu werden.

Doch die Umstände sind nicht normal. Der KI-Wettlauf hat die Volumina an VC-Kapital vor allem in den USA auf ein nie dagewesenes Level gehievt. Anthropic, das Unternehmen hinter Claude, hat allein in seiner Series-H-Runde im Mai dieses Jahres 65 Milliarden US-Dollar aufgenommen und steht bei einer Bewertung von 965 Milliarden Dollar. OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, hat diesen März in seiner Finanzierungsrunde sogar 122 Milliarden US-Dollar eingesammelt und steht bei einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar.

Beim insgesamt aufgenommenen Kapital steht Mistral (ca. 6 Mrd. Euro inklusive Kredite) in einem Verhältnis von etwa 1:19 zu Anthropic (mindestens 130 Mrd. US-Dollar) und 1:26 zu OpenAI (mindestens 180 Mrd. US-Dollar). Das wird im beinharten internationalen Tech-Wettlauf vermutlich nicht ausreichen.

Digitale Souveränität als Verkaufsargument

Und das weiß man auch beim französischen Scaleup. Der größte Trumpf, den es in der Hand hat, ist, dass es aus Europa kommt. Punkten kann das Unternehmen vor allem bei den Themen Digitale Souveränität und Datensicherheit. Und das wiederum sind Fragen, die im B2B- und vor allem im öffentlichen Bereich deutlich schwerer wiegen als im B2C-Bereich, den aktuell Anthropic, OpenAI und Google dominieren.

„Während der ersten Welle der generativen KI lautete die zentrale Frage: Wer kann das leistungsstärkste Modell entwickeln? Unternehmen und Regierungen stellen sich nun eine andere Frage: „Wie können sie die Leistungsfähigkeit der KI für ihre geschäftskritischen Anforderungen nutzen, ohne die Kontrolle über die Infrastruktur und den Informationskreislauf abzugeben?“, heißt es von Mistral in der Presseaussendung zur aktuellen Kapitalrunde.

Die Frage will man freilich mit dem eigenen Produkt beantworten. „Die Nachfrage nach dieser Kombination aus Leistung, Kontrolle, Auswahlmöglichkeiten und Unabhängigkeit nimmt weltweit zu“, ist man sich sicher. Und Mistral sei das weltweit einzige KI-Unternehmen, das den gesamten Stack entwickle, der dafür erforderlich ist: „Open-Weight-Modelle, die Infrastruktur und die Rechenkapazität, auf der sie laufen, und die Produkte, mit denen sie in den Unternehmen wirksam werden“.

Ausstehender Beweis

Dass diese Argumente angesichts des europäischen Diskurses durchaus valide sind, liegt auf der Hand. Ob die Rechnung am Ende auch betriebswirtschaftlich aufgeht, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Mistral bekommt durch die Mega-Runde genug Luft, um sich innerhalb Europas weiterhin im öffentlichen und im Unternehmenssegment zu etablieren. Doch dass das ausreicht, um das eingesetzte Kapital (mehrfach) zurückzuspielen, muss erst bewiesen werden.

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