11.02.2026
ABA-BILANZ

283 internationale Ansiedelungen stärkten 2025 den Standort Österreich

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten konnte Österreich letztes Jahr stabile Ansiedelungszahlen vorweisen.
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ABA-Geschäftsführer René Tritscher
ABA-Geschäftsführer René Tritscher | Foto: ABA/Patricia Weißkirchner

Im Jahr 2025 wurden laut einer Studie von der Austrian Business Agency (ABA) insgesamt 283 Betriebsansiedelungen und -erweiterungen umgesetzt. Von den 283 Ansiedlungen entfielen 42 auf Startups, weitere 35 Projekte betrafen Forschung und Entwicklung. Die Zahlen zeigen außerdem, dass voriges Jahr insgesamt 900 Millionen Euro von internationalen Unternehmen in den Standort Österreich flossen. In diesem Zusammenhang entstanden hierzulande 2.763 neue Arbeitsplätze. 

Herkunftsländer und Branchen

Ein Blick auf die Herkunftsländer der in Österreich angesiedelten Auslandsunternehmen zeigt eine klare Dominanz europäischer Unternehmen. Die meisten Projekte kamen 2025 aus Deutschland (67), gefolgt von Ungarn (24) und Italien (19). Auf Platz vier und fünf liegen die USA (17 Projekte) sowie die Schweiz (12). 

Besonders stark vertreten sind internationale Unternehmen aus dem Bereich IT, Telekommunikation und Software mit 72 Projekten. Es folgen wirtschaftsnahe Dienstleistungen (37), Großhandel (35), Life Sciences/Biotech/Gesundheit (23) sowie Einzelhandel (18). 

2026: Potenzial von 580 Mio. Euro Investitionsvolumen

Die Austrian Business Agency (ABA) ist die zentrale Standortagentur Österreichs und berät mit ihren Geschäftsbereichen „INVEST in AUSTRIA“, „WORK in AUSTRIA“ und „FILM in AUSTRIA“ internationale Unternehmen, Fachkräfte und Filmproduktionen (brutkasten berichtete). Laut eigenen Angaben führte die ABA 2025 insgesamt 26.736 Beratungen durch. Das sei ein Plus von 25 Prozent gegenüber 2024 gewesen. 

Für 2026 befinden sich weitere Projekte in Vorbereitung. Laut ABA liegt das potenzielle Investitionsvolumen der aktuell in Verhandlung befindlichen Vorhaben bei rund 580 Millionen Euro.

„Die aktuelle Dynamik bestätigt, wie wichtig ein modernes, international ausgerichtetes Standortmarketing ist. Die ABA unterstützt internationale Unternehmen entlang des gesamten Investitions- und Ansiedlungsprozesses — von der ersten Idee bis zur Realisierung. Unser Ziel ist klar: Internationale Unternehmen mit Investitionen nach Österreich zu holen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes langfristig zu stärken“, sagt ABA-Geschäftsführer René Tritscher.

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Das Gründungs-Trio von AYB: Dominik Jöbstl, Robert Haidl und Fabio Steiner (v.l.) © AYB

„Ausgewaschene Baumwollunterhosen fühlen sich mit der Zeit an wie so ein 40er Schleifpapier“, zumindest, wenn es nach Fabio Steiner, Dominik Jöbstl und Robert Haidl geht. Die drei Grazer wollten sich mit diesem Problem nicht länger abfinden und begannen so an der „perfekten Boxershorts“ zu tüfteln. Daraus geworden ist im November 2025 die AYB Underwear GmbH. AYB steht hier für „About Your Balls“. Seit Mitte Juli 2026 kann man sich vom Website-Claim „kein Zwicken. kein Kratzen.“ nun selbst überzeugen.

Zwei Jahre Materialsuche

Rund zwei Jahre arbeiteten die Gründer mit der Grazer Schneiderin Sarah Kohlendorfer zusammen, testeten laut eigenen Angaben mehr als 30 Stoffe und zwölf Prototypen, ehe die Wahl auf Tencel Modal Micro der oberösterreichischen Lenzing AG fiel.

Auch der Schnitt wurde mehrfach überarbeitet: An der Hüfte, „dort ist der Punkt, wo die Unterhose am meisten spannt“, wie Steiner im Interview erklärt, verzichtet AYB auf eine Naht. Stattdessen verlaufen die Nähte vorne und hinten. Daraus ergeben sich zwei zusätzliche Nähte, dafür aber ohne Druckstellen an der empfindlichsten Zone, wie die Gründer ausführen.

Made in China

Produziert wird in einer Partnerfirma im chinesischen Guangdong. Dort würden laut Steiner „90 Prozent aller Unterhosen der Welt produziert“, die Lieferketten seien entsprechend eingespielt. Eine Produktion in Europa hätte man laut Steiner deutlich teurer kalkulieren müssen: „Wir hätten das Dreifache verlangen müssen.“

Preislich positioniert sich AYB zwischen Billiganbietern und Premiummarken, ein Dreierset kostet 44,90 Euro. Über die genaue Marge wollten die Gründer keine Angaben machen, sie sei aber „für das Textilgeschäft üblich“, erwähnt man im Interview.

Verkaufszahlen übertreffen die eigenen Erwartungen

Die ersten Pre-Sale Bestellungen von AYB wurden selbst ausgeliefert. © AYB

Mitte Juli 2026 ging AYB mit einer ersten Bestellung von 1.000 3er-Sets in den regulären Verkauf. Ursprünglich hatten die Gründer mit 50 verkauften Sets pro Monat kalkuliert „und jetzt haben wir halt einfach mehr als das Zehnfache verkauft“, sagt Steiner.

Rund 600 Dreiersets wurden bislang abgesetzt, eine zweite Bestellung über 2.000 weitere Sets ist bereits unterwegs. Finanziert wird sie aus dem laufenden Cashflow: „Es läuft aktuell in einem positiven Cashflow, was uns sehr happy stimmt“, bestätigt Steiner gegenüber brutkasten. Auf Investor:innen verzichten die drei laut eigenen Angaben bewusst. Man wolle es soweit wie möglich bootstrappen.

Vom Marketingbüro zum Boxershort-Business

Steiner und Jöbstl betreiben parallel eine eigene Marketingagentur, aus deren Einnahmen unter anderem die GmbH-Gründung über 12.000 Euro von AYB mitfinanziert wurde. Aktuell laufen beide Geschäfte parallel. „Um auch zu schauen, was funktioniert am Ende des Tages einfach besser“, meint Steiner. Bis man sich bei AYB etwas auszahlen könne „dauert sicher noch zwei, drei Jahre“, fügt er hinzu.

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