04.10.2022

Wirkt.: Ein Impact Venture-Builder für soziale Innovation

Gastbeitrag. In der Startup Welt gibt es viele Beispiele von Venture Builders. Warum hat das noch niemand auf die Social Business-Welt umgelegt? Neue Social Businesses bauen und damit die Welt ein Stückchen besser machen - warum nicht? Das hat sich das Team hinter wirkt. auch gedacht und die Dachmarke für soziale Innovation gegründet. Sie bauen neue Lösungen in den Themenfeldern faire Bildung, Inklusion und nachhaltiges Arbeiten.
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wirkt.
(c) wirkt. - Lisa-Maria Sommer-Fein, Nina Poxleitner und Julian Richter von wirkt..

 
Wachstum einmal anders: Das, was sich jetzt in wenigen Zeilen erklären lässt, war auch dem Gründer:innen-Trio lange nicht klar. 2016 haben Nina Poxleitner, Lisa-Maria Sommer-Fein und Julian Richter mit dem Sozialunternehmen „More Than One Perspective“ (MTOP) gestartet. Das erste Mal gründeten sie ein Social Business und das war ganz schön aufregend.

Nach den ersten Jahren als Founder wollten sie wachsen. Dabei entstand bei ihnen eine etwas andere Strategie. Sie sind nicht ins Ausland gewachsen und auch nicht in größeren Kund:innenzahlen.

So entstand wirkt.

Sondern es entstanden Impact Ventures. Oft aus dem schnellen Impuls, ein Problem ad-hoc zu lösen. Manchmal waren es Ideen, die schon länger in der Schublade lagen. Schließlich gab es am Ende drei weitere Impact Ventures und als logischen Schritt die Idee, ein gemeinsames DACH zu bauen. So entstand wirkt..

Das Startup-Studio gibt den vier Impact Ventures ein Arbeitszuhause, unterstützt bei Marketing, IT,
rechtlichen Fragen, Funding, der Wirkungsmessung und vielem mehr. Außerdem treibt wirkt.
auch neuartige Innovationen voran. Das Ziel ist, in regelmäßigen Abständen neue Impact Ventures zu gründen. Das passiert im hauseigenen Ideation Lab, das dieses Jahr im Herausforderungsfeld „faire Bildung“ stattfindet.

In fünf Schritten entsteht dabei ein neues Impact Venture: Von Schritt eins – Immersing in the Challenge, zu zwei – Involving Stakeholders, drei – Design Thinking, vier – Challening the Ideas together kommen wir zu fünf – Creating new Impact Venture.

Innovation entsteht im Miteinander

Das Ideation Lab 2022 entsteht gemeinsam mit der MEGA Bildungsstiftung und der Sinnbildungsstiftung als Lead Partner:innen, sowie Expert:innen aus der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Sektor. Und natürlich den Personen, die das Problem am meisten betrifft – Lehrkräfte, Maturant:innen und Schüler:innen.

Im Ideation Lab wird, wie erwähnt, Innovation in fünf Schritten strukturiert. Für das erste Lab hat erst kürzlich der erste Schritt „Immersing the Challenge“ stattgefunden. Das Problem wurde dabei von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Das war gar nicht so einfach.

Oft hat das Team sich dabei ertappt, zu schnell in Lösungen zu denken. Am Ende haben sie in mehreren Schleifen eine der wichtigste Herausforderung im Bereich „faire Bildung“ für das Ideation Lab 2022 definiert: Traumberuf Lehrkraft?! Die richtigen Lehrkräfte für unsere Zukunft.

Lehrberuf als Traumjob

Fest steht: Lehrkräfte prägen kommende Generationen und haben damit einen der verantwortungsvollsten Berufe überhaupt! Warum entscheiden sich trotzdem zu wenige Maturant:innen für eine Karriere als Lehrkraft und wie schaffen wir es, die richtigen Personen
als Lehrkräfte zu gewinnen? Wie wird der Lehrberuf zum Traumjob der Zukunft?

Dazu kommen Zahlen, die für sich sprechen: 44 Prozent der Lehrkräfte in Österreich sind über 50
Jahre alt. Ein Drittel der Lehrer:innen wird in den nächsten zehn Jahren in Pension gehen. „Es wird richtig, richtig wehtun“, erzählte eine Lehrkraft bei den Expert:innen-Interviews, die im Rahmen des Ideation Labs durchgeführt wurden.

Design Thinking-Workshops

Ein großer Höhepunkt des fünfschrittigen Ideation Labs werden die Design Thinking-Workshops im Herbst sein. Wem eine Lösung zur Fragestellung genauso ein Anliegen ist wie dem Team von wirkt., ist zu den Workshops herzlich eingeladen. An drei Abenden wird gemeinsam gebrainstormed und das Problem aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, um Lösungen zu der definierten Herausforderung zu  finden.

Nach einer Due Diligence wird dann voraussichtlich Anfang 2023 mit der besten Lösung ein neues Impact Venture unter dem Dach von wirkt. gegründet.

Wirkung in den Vordergrund stellen

Ein neues Impact Venture, was ist das überhaupt? Ein Impact Venture von wirkt. stellt die Wirkung im täglichen Tun in den Vordergrund. Das kann zum Beispiel ein Service sein, der sich an eine bestimmte Gruppe von Menschen richtet oder ein Pricing-Model, das sich an Kundenbedürfnisse anpasst. Das heißt aber nicht, dass die Impact Ventures keine Markteinnahmen generieren.

Oft sind die Business Modelle jedoch komplizierter. Nicht immer können die Personen, die am meisten von einem Produkt oder Service profitieren, dafür auch zahlen. Dann müssen die Teams um die Ecke denken. Dadurch dauert es länger, bis eine schwarze Null geschrieben wird und es kann schwierig sein, Wachstumskapital aufzustellen.

Mehr soziale Innovation für Österreich

Als Dachmarke für soziale Innovation und als Gründer:innen Trio, das seit 2016 in der Social Business Bubble aktiv ist, hat wirkt. eine klare Vision für die nächsten Jahre. Wir brauchen neue Lösungen für große Probleme. Dabei wird nicht eine Lösung das ganze System verändern, aber viele Tropfen auf einen Stein hinterlassen auch einen Abdruck. Wichtig ist dem Team hinter wirkt. dabei, nicht alleine zu arbeiten. Vernetzung, Austausch und Zusammenarbeit gehen in der Businesswelt und im täglichen Tun oft unter. Um große Veränderung zu bewirken, müssen alle gemeinsam an einem Strang ziehen.


Dieser Beitrag wurde von wirkt.-Team verfasst und entstand im Rahmen eine Kooperation mit der Sinnbildstiftung.

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Die Atira-Co-Founder Florian Diegruber und August DuMont Schütte | (c) Atira
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Vertriebsprozesse von Industrieunternehmen sind komplex: Zwischen CRM (Customer-Relationship-Management) und ERP (Enterprise-Resource-Planning) müssen Sales Engineers, Rechtsabteilungen, technisches Fachpersonal und das Commercial Team zusammenarbeiten, zahlreiche Seiten an Spezifikationen sichten und individuelle Unterlagen erstellen, bevor ein Angebot eingereicht werden kann. Die übliche manuelle Angebotslegung dauert daher oft Wochen bis Monate. Eine Automatisierung durch KI liegt also auf der Hand, ist aber alles andere als trivial.

Einzelnes System reicht nicht

„Das Sales-Engineering ist einer der umfangreichsten Workflows in der industriellen Fertigung, der mit Software bisher nie wirklich automatisiert wurde. Derzeit ist betriebskritisches Fachwissen auf Mitarbeiter:innen, Dokumente und nicht miteinander vernetzte Systeme verteilt“, sagt Florian Diegruber, CEO und Co-Founder des Münchner KI-Unternehmens Atira, das das Problem mit seiner Plattform lösen will. Diegruber war zuvor bei Palantir, sein Co-Founder August DuMont Schütte bei Google.

„Die gängige Annahme ist, dass ein einzelnes System diese Herausforderung lösen kann – mit echtem Umsatzeffekt für alle Kunden. Doch das Wissen, das tatsächlich zum Erfolg eines Deals führt, stammt aus der eigenen Angebotshistorie des Unternehmens, einem Gedächtnis, das mit jedem Projekt wächst“, erklärt Benjamin Erhart, General Partner in das Münchner VC UVC Partners. Dieser investierte nun zum wiederholten Mal beim Münchner KI-Unternehmen.

Orchestriertes Multi-KI-Agentensystem als Lösung

Das Unternehmen setzt dabei auf ein Multi-KI-Agentensystem, das Industrieunternehmen End-to-End vom Screening eingehender Anfragen über die Lösungskonfiguration bis zur Erstellung technischer und kommerzieller Angebotsinhalte unterstützen soll. 2025 am Markt gestartet, betreut man aktuell 15 Kunden, darunter nach eigenen Angaben „globale Konzerne mit mehr als einer Milliarde US-Dollar Jahresumsatz“. In ersten Projekten sei die Zeit für den Gesamtprozess um 80 Prozent reduziert worden, heißt es von Atira.

Nun schloss das Unternehmen seine Seed-Finanzierungsrunde über 15 Millionen US-Dollar ab. Den Lead übernahm dabei der US-VC Accel. Auch der Münchner Risikokapitalgeber UVC Partners, der sich in der Pre-Seed-Runde über 2,5 Millionen US-Dollar bereits beteiligt hatte, war wieder dabei. Hinzu kamen die Beteiligungsgesellschaften Fortino und Booom sowie die Einzelinvestor:innen Ann-Kristin Achleitner, Whirlpool-CEO Marc Bitzer, Markus Flik und Celonis-Co-Founder und Co-CEO Bastian Nominacher.

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