21bitcoin: Salzburger Startup erreicht Handelsvolumen von 165 Mio. Euro – Verdreifachung geplant
Die Salzburger Bitcoin-Plattform 21bitcoin verzeichnet einen Wachstumskurs: im vergangenen Jahr erreichte das Startup ein Handelsvolumen von insgesamt 165 Millionen Euro. Zudem wächst die Nutzerzahl kontinuierlich an. Derzeit zählt die Plattform über 50.000 Nutzer:innen.
Gegen Ende letzten Jahres erreichte Bitcoin erstmals sein Allzeithoch: Der Kurs überschritt die 100.000-US-Dollar-Marke – brutkasten berichtete. Der Hauptgrund sei laut Analysen vor allem die Wiederwahl Trumps und seine angekündigte Deregulierung des Kryptomarktes. Diese Entwicklung kam auch der Salzburger Bitcoin-Plattform 21bitcoin zugute. Das Startup rund um Gründerduo Dominik Seibold und Daniel Winklhammer konzentriert sich auf den Handel mit Bitcoin. Ziel des Unternehmens sei es, „Privatanlegern einen unkomplizierten und sicheren Zugang zur führenden Kryptowährung“ zu ermöglichen.
Nutzerzahl verdreifachte sich in den letzten drei Monaten
Das Konzept scheint zu funktionieren: Seit seiner Gründung im April 2022 wächst das Startup kontinuierlich. Im vergangenen Jahr erzielte 21bitcoin ein Handelsvolumen von insgesamt 165 Millionen Euro. Für dieses Jahr plant das Unternehmen eine Verdreifachung auf über 500 Millionen Euro.
Das Handelsvolumen hängt unter anderem mit dem steigenden Bitcoin-Kurs zusammen. „Wir profitieren von einer steigenden Nachfrage und wachsenden Akzeptanz von Bitcoin“, erklärt CEO Winklhammer. Die Einnahmen des Unternehmens resultieren nämlich aus den Gebühren, die Nutzer:innen bei einer Bitcoin-Investition zahlen müssen.
Zudem verkündet 21bitcoin, dass die Zahl der Nutzer:innen in den letzten drei Monaten um ein Drittel gestiegen sei. Aktuell liege sie laut Unternehmensangaben bei über 50.000 aktiven registrierten Nutzer:innen.
Künftig möglicherweise Bitcoin-gesicherte Kredite
Im Jahr 2023 sicherte sich 21bitcoin eine Investition in Höhe von 2,1 Millionen Euro von der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte, wie brutkasten berichtete. Gemeinsam mit dem Investor prüft das Unternehmen künftig die Möglichkeit, Bitcoin-gesicherte Kredite anzubieten, heißt es in der offiziellen Mitteilung. Darüber hinaus setzt 21bitcoin seinen Expansionskurs fort: Neben dem Firmensitz in Salzburg wurden bereits Außenstellen in Wien und München eröffnet.
CHAMP-ION: Österreich rückt weiter ins Zentrum europaweiter Forschung für Quantencomputer
Mit CHAMP-ION startet Europas erste Pilotinitiative zur industriellen Herstellung von Ionenfallen-Chips. Unter der Leitung von Silicon Austria Labs (SAL) geht das mit 50 Mio. Euro geförderte Projekt nun in die Umsetzungsphase. Österreich rückt damit erneut ins Zentrum der europäischen Quantenforschung.
CHAMP-ION: Österreich rückt weiter ins Zentrum europaweiter Forschung für Quantencomputer
Mit CHAMP-ION startet Europas erste Pilotinitiative zur industriellen Herstellung von Ionenfallen-Chips. Unter der Leitung von Silicon Austria Labs (SAL) geht das mit 50 Mio. Euro geförderte Projekt nun in die Umsetzungsphase. Österreich rückt damit erneut ins Zentrum der europäischen Quantenforschung.
Forschende in der SAL Reinraum Villach. (c) Sarina Dobernig
Der Quantencomputer gilt als die nächste Schlüsseltechnologie, was die Quantenforschung zu einer der gefragtesten unserer Zeit macht. Ein zentraler Punkt sind dabei die Ionenfallen-Chips, die das Funktionieren von Quantencomputern ermöglichen. Die USA und China investieren bereits Milliarden in diese Forschung, nun startet Europas erste Pilotinitiative zur industriellen Herstellung der Chips, und das in Österreich.
Vom raumfüllenden Labor zum winzigen Chip
Sogenannte Ionenfallen gelten als einer der vielversprechendsten Ansätze für zukünftige Quantencomputer. Das Prinzip dahinter: Einzelne geladene Atome werden mithilfe elektromagnetischer Felder „eingesperrt“ und dann durch Laserstrahlen gesteuert.
Aktuell füllt diese komplexe Technik im Labor noch einen kompletten Raum. Für eine praktische Nutzung muss der gesamte Aufbau auf einen winzigen Chip schrumpfen – und zwar so, dass er zuverlässig, reproduzierbar und in großen Stückzahlen industriell gefertigt werden kann. Hier setzt die Pilotinitiative von Silicon Austria Labs an, denn sie hat das Ziel, eine industrielle Herstellung von Ionenfallen-Chips in Österreich zu etablieren.
„Unsere Industriestrategie 2035 hat einen klaren Anspruch. Wir wollen Schlüsseltechnologien nicht anderswo entstehen sehen, sondern hier in Österreich mitgestalten. Dass Silicon Austria Labs bei Europas erster Fertigung von Ionenfallen-Chips die Führung übernimmt, zeigt, dass dieser Kurs greift. So wird aus Spitzenforschung industrielle Wertschöpfung im eigenen Land“, kommentiert Innovationsminister Peter Hanke das Projekt.
Innovationsminister Peter Hanke bei einem Besuch in den Silicon Labs Austria. (c) Tobias Holzer
30 Mio. Euro für Österreich
Insgesamt stehen für das Projekt 50 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Fördermittel kommen vom „Chips Joint Undertaking“ der Europäischen Union, das die Entwicklung und Einführung von nanoelektronischen Chip-Technologien vorantreibt, sowie den teilnehmenden Mitgliedstaaten. Der größte Teil von diesem Geld – über 30 Millionen Euro – fließt direkt an die österreichischen Partner.
Das Geld wird laut SAL in erster Linie für den Ausbau der Produktionsanlagen, die Ausbildung neuer Fachkräfte und in offene Servicestrukturen investiert.
Gebündelte österreichische Expertise
An dem Großprojekt sind 21 Organisationen aus sechs verschiedenen Ländern beteiligt. Das Netzwerk besteht aus Forschungseinrichtungen, Universitäten, Startups, KMU und Industrieunternehmen.
Neben Silicon Austria Labs als Projektkoordinator sind weitere heimische Akteure dabei. ParityQC, das mit dem Bau eines Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium erst für Schlagzeilen sorgte, liefert die Quantensoftware-Architektur. Infineon Technologies Austria bringt als industrieller Kernpartner das Wissen zur Fertigung der Chips ein. Alpine Quantum Technologies steuert die Systemperspektive bei, und die Universität Innsbruck fungiert als europäisches Ideenlabor für Ionenfallen.
Europas Quanten-Vorreiter
Die Silicon Austria Labs GmbH (SAL) ist ein 2018 gegründetes, österreichweites Forschungszentrum für elektronik- und softwarebasierte Systeme. An den Standorten Graz, Villach und Linz vernetzt SAL Wissenschaft und Industrie, um innovative Ideen in wirtschaftlich nutzbare Technologien zu verwandeln. Der Forschungsfokus liegt auf Mikrosystemen, Sensorik, Leistungselektronik, intelligenten drahtlosen Systemen und Embedded Systems. Neben CHAMP-ION ist SAL an drei weiteren europäischen Quanten-Pilotlinien beteiligt. Diese Breite habe in Europa kaum ein anderes Forschungszentrum, heißt es in einer Aussendung.
„Wir sind stolz darauf, CHAMP-ION als wahrhaft europäische Initiative zu koordinieren, die führende Expertise aus dem gesamten Kontinent zusammenbringt, um Europas technologische Souveränität im Bereich der Quantentechnologien zu stärken. Durch den Aufbau eines offenen und skalierbaren Ionenfallen-Ökosystems schaffen wir das Fundament für Quantenexzellenz auf Weltklasseniveau, made in Europe“, sagt Christina Hirschl, CEO von Silicon Austria Labs.
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