11.12.2024
TECHNOLOGIE

2025: Amazon-CTO prognostiziert „neue Ära von Innovation“

Wie jedes Jahr präsentiert Werner Vogels, Vice President und CTO von Amazon.com, seine Technologieprognosen für das Jahr 2025.
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Werner Vogels, Vice President und CTO von Amazon.com (c) Screenshot YT Amazon News

Wie wird sich unsere Welt in den kommenden Jahren verändern? Welche Wege gibt es, um die globalen Krisen zu bewältigen? Und welche Rolle kann Technologie dabei spielen, diese Herausforderungen zu meistern? Im Mittelpunkt stehen bei diesen Fragen drängende gesellschaftliche Themen wie Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, Ernährungssicherheit, Wirtschaftsstabilität und der verantwortungsvolle Einsatz von KI.

Werner Vogels, Vice President und Chief Technology Officer von Amazon.com, teilt wie jedes Jahr seine Visionen und Überlegungen in seinen „Tech Predictions“ für das Jahr 2025.

Gen Z macht es vor: Fokus auf sinnstiftende Arbeit

In der Arbeitswelt zeichnet sich laut dem Amazon-CTO ein grundlegender Wandel ab. Eine Studie der Harvard Business School zeigt, dass die Generation Z großen Wert auf sinnstiftende Arbeit legt. Als Digital Natives erkenne sie das Potenzial von Technologie, um aktiv zur Lösung globaler Krisen beizutragen. Vogels sieht darin den Beginn einer „umfassenden Neuausrichtung von Karrierezielen und gesellschaftlichen Werten“.

Dieser Trend werde künftig auch auf alle anderen Altersgruppen übergreifen, meint der Amazon-CTO: Arbeitskräfte würden zunehmend Rollen bevorzugen, die eine prosoziale Wirkung enthalten und es ihnen ermöglichen, positiv auf Gesellschaft und Umwelt einzuwirken. Der Fokus verschiebe sich von rein finanziellem Erfolg und beruflichem Aufstieg hin zu dem tiefen Wunsch, die Welt nachhaltig zu verändern.

Für Unternehmen bedeute das, ihre Strategien anpassen zu müssen, um wertorientierte Mitarbeitende zu gewinnen und langfristig zu binden. Wer wettbewerbsfähig bleiben möchte, müsse laut Vogels diesen Wandel aktiv erkennen und für sich nutzen.

Ausbau von Kernenergie und erneuerbaren Energien

Die steigende Energienachfrage und der Druck, die Klimaziele zu erreichen, erzwingen einen grundlegenden Wandel in der Energieerzeugung, -speicherung und -nutzung. Im Mittelpunkt stehen dabei laut der Prognose weiterhin Kernenergie und erneuerbare Energien. Vogels hebt die Potenziale moderner Technologien wie kleiner modularer Reaktoren (SMRs) hervor, die im Vergleich zu herkömmlichen Kernkraftwerken kleiner, flexibler und einfacher zu warten und zu betreiben seien.

Auch der steigende Energiebedarf von Rechenzentren, getrieben durch die erhöhte Nutzung generativer KI, erfordere neue Ansätze. Für Vogels liegt die Lösung in Hyperscale-Rechenzentren, die eine deutlich höhere Energieeffizienz bieten.

Zukünftig sieht er großes Potenzial im Bereich der nachhaltigen, sauberen Energie. Durch die Kombination technologischer Innovationen mit einer qualifizierten Belegschaft könne dieser Sektor eine „neue Ära der Innovation“ einläuten.

Open-Source-Branche wird Marktwert von mehreren Milliarden Dollar erreichen

Die rasante Verbreitung von Desinformation zählt auch zu den Problemen unserer Zeit. Laut Prognosen wird eine neue Generation von KI-gestützten Tools entstehen, die Journalist:innen, Forscher:innen und engagierte Bürger:innen dabei unterstützen, Fakten schneller zu überprüfen und die Verbreitung von Fehlinformationen effektiv einzudämmen.

Open-Source Intelligence (OSINT) bewähre sich in den letzten Jahren als entscheidendes Werkzeug, um Wahrheiten ans Licht zu bringen. Vogels prognostiziert, dass die OSINT-Branche in den kommenden Jahren einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung erleben und einen Marktwert von mehreren Milliarden Dollar erreichen könnte.

Verbesserung im Katastrophenmanagement

Auch in diesem Jahr wurden wir weltweit mit Extremwetter und Naturkatastrophen konfrontiert – eine Entwicklung, die durch die Klimakrise weiter verstärkt wird. Die Ereignisse verdeutlichten die Schwächen im Katastrophenmanagement. In Zeiten wie diesen seien zeitnahe und zugängliche Wetterdaten von entscheidender Bedeutung.

Vogels sieht einen wachsenden Trend hin zu „gemeinschaftsorientierten Plattformen, die es jedem ermöglichen, die Verantwortung für seine Sicherheit zu übernehmen“. Hyperlokale, von der Gemeinschaft bereitgestellte Daten würden an Bedeutung gewinnen und könnten das Katastrophenmanagement grundlegend verändern – weg von einem reaktiven, zentralisierten Modell hin zu einem proaktiven, dezentralen und gemeinschaftsorientierten Ansatz. Dieser technologische Wandel zielt laut Vogels darauf ab, „Machtdynamiken zu verschieben und Entscheidungsprozesse näher an die am stärksten Betroffenen zu bringen“.

Zurück zum Ursprung

Der Amazon-CTO fordert die Menschen auf, ihr Verhältnis zur Technologie zu überdenken und bewusster mit ihrer Nutzung umzugehen. Immer mehr Menschen suchen Zuflucht vor ständiger Ablenkung und richten ihre Aufmerksamkeit auf Geräte, die „Achtsamkeit, Absicht und Nachdenken gegenüber einer Flut flüchtiger Reize in den Vordergrund stellen“.

Zweckgebundene Geräte, die eine gezielte Nutzung ermöglichen – wie minimalistische Telefone oder Kameras – gewinnen möglicherweise künftig an Popularität. Sie helfen, uns in einen Zustand des Flows zu versetzen, anstatt unsere Aufmerksamkeit ständig zu beanspruchen, meint Vogels. Er ist sich sicher: Im Jahr 2025 und darüber hinaus wird uns die Technologie eher unterstützen als ablenken.

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Wir sprachen zur Paketabgabe mit (vl.) Johannes Braith, Petra Dobrocka und Georg Weiss | (c) brutkasten / byrd / quivo / Hintergrund / (c) RoseBox via Unsplash
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Bereits seit der Veröffentlichung des Ministerialentwurfs zu einer neuen Paketsteuer im Mai trifft diese in der öffentlichen Diskussion auf Kritik. Vorgesehen ist eine Abgabe von zwei Euro pro zugestelltem Paket, die ab dem 1. Oktober 2026 von großen Online-Handelsplattformen mit einem Jahresumsatz ab 100 Millionen Euro eingehoben werden soll. Nachdem das vorparlamentarische Begutachtungsverfahren zum Gesetzesentwurf am 26. Mai 2026 offiziell geendet hat, geht die Vorlage im nächsten Schritt in die Debatte und finale Abstimmung im Nationalrat.

Mit den prognostizierten Einnahmen von jährlich rund 280 Millionen Euro will die Bundesregierung die geplante Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel teilweise gegenfinanzieren. Zudem wolle man den lokalen stationären Handel gegenüber den internationalen E-Commerce-Riesen stärken, so die Argumentation. Und auch der Umweltschutzaspekt wird seitens der Regierung ins Treffen geführt. Diese Begründung lassen viele Kritiker:innen aber nicht gelten.

Dobrocka: „wird nur das Angebot verringern und die Kosten für österreichische Kunden in die Höhe treiben“

Auch unter Gründer:innen heimischer Startups und Scaleups im Logistik-Bereich, die für brutkasten erreichbar waren, herrscht breite Ablehnung gegenüber der Paketabgabe. Dabei ist es nicht die Zielsetzung, die kritisiert wird. „Grundsätzlich finde ich es begrüßenswert über Maßnahmen zu diskutieren, die den österreichischen Markt vor einer Flut an ausländischen Sendungen schützen und österreichische Unternehmer stärken. Aber diese Maßnahme tut das nicht“, meint etwa Petra Dobrocka, Co-Founderin und CCO des Wiener Logistik-Scaleups byrd. „Selbst wenn ein heimischer Händler die Ware in Österreich verpackt und mit der österreichischen Post an einen österreichischen Kunden schickt: Sobald der Verkauf über einen Marktplatz wie Amazon läuft, greift die Steuer.“ Die Maßnahme werde letztlich „nur das Angebot verringern und die Kosten für österreichische Kunden in die Höhe treiben.“

Braith: „Emissionsärmere Zustellformen gezielt begünstigen“

Ähnlich argumentiert auch Storebox-Co-Founder und CEO Johannes Braith. Er führt zusätzlich eine ökologische Perspektive ins Treffen. „Wir brauchen aus meiner Sicht weniger Symbolpolitik und mehr intelligente Steuerung. Wenn Politik Lenkungswirkung ernst meint, dann sollte sie emissionsärmere Zustellformen gezielt begünstigen und nicht pauschal jede Form des Versandhandels verteuern“, so der Gründer. Das Gesetz unterscheide nämlich zu wenig zwischen emissionsintensiven und emissionsarmen Zustellmodellen. Klassische Haustürzustellung sei ineffizient und verursache Retourenverkehr und Parkdruck, meint Braith und führt Click-&-Collect-Modelle mit gebündelter Anlieferung ins Treffen, wie sie auch sein Unternehmen umsetzt.

Weiß: EU-Regelung statt „Alleingang“

Georg Weiß, Co-Founder und CEO des Wiener Logistik-Scaleups Quivo, würde in dem Zusammenhang lieber eine europäische Lösung sehen. „Auf EU-Ebene gibt es ja auch Vorschläge, etwa Zölle für Kleinpakete unter 150 Euro einzuführen, um den europäischen Markt vor Billigprodukten zu schützen. Das halte ich für die sinnvollere Maßnahme, als aus Österreich heraus einen Alleingang zu machen und eine Zwei-Euro-Paketgebühr einzuführen“, so der Gründer gegenüber brutkasten.

AustrianStartups: Nachteile für Startups und Scaleups befürchtet

Kritik an der Paketsteuer kommt auch von AustrianStartups. „Wer Österreich als Innovationsstandort stärken will, kann nicht gleichzeitig die Vertriebskanäle innovativer Unternehmen im E-Commerce belasten. In der aktuellen Form würde der Entwurf vor allem Startups, Scaleups und KMUs treffen, die über Plattformen verkaufen oder aus Österreich versenden“, meint man dort. Auch befürchtet man potenzielle Probleme für Scaleups in der Branche, weil ein gleitender Übergang bei der Umsatzschwelle fehle: „Für Scaleups, die gerade die 100-Millionen-Euro-Grenze überschreiten, bedeutet das einen abrupten Kostenschock in genau der Phase, in der sie skalieren wollen.“

Kaminski: „Das ist das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll“

Zudem hebt AustrianStartups eine besondere Problematik im Secondhand- und Refurbishment-Bereich hervor und zitiert dazu refurbed-Co-Founder Kilian Kaminski: „Bei einem refurbishten iPhone beispielsweise ist der Produktpreis zwar relativ hoch, aber die Marge für Refurbisher ist sehr gering. So eine Abgabe kann nicht einfach weitergegeben werden. Das Resultat: Preise im Reuse-Bereich steigen, neue Billigwaren nicht. Das ist das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll. Falls die Abgabe kommt, braucht es zwingend eine Ausnahmeregelung für Secondhand und Refurbished.“

AustrianStartups forderte daher bereits im Mai „eine Rücknahme des Entwurfs in seiner aktuellen Form“. Sollte dies nicht passieren jedenfalls aber eine „Prüfung eines EU-weiten Rahmens statt eines österreichischen Alleingangs“ und eine Ausnahmeregelung für Secondhand, Refurbished und Reuse.

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