31.01.2022

„2 Minuten 2 Millionen“ startet wieder – Staffel neun mit neuem Juror

Es geht wieder los. Auch in der neunten Staffel von "2 Minuten 2 Millionen" haben Startups die Gelegenheit ihre Ideen potentiellen Investoren und dem TV-Publikum vorzustellen.
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2 Minuten 2 Millionen, Ohswald, GoStudent,
(c) Puls 4/Gerry Frank - Die Investorenrunde für die neunte Staffel wuchs um einen Unicorn-Gründer.

In den bisherigen acht Staffeln von „2 Minuten 2 Millionen“ wurden über 60 Millionen Euro in Startups, Erfinder und Künstler investiert. Zumindest vor laufender Kamera, denn was im Studio per Handschlag oder in Pandemiezeiten vorsichtiger besiegelt wird, wird erst im Nachgang so richtig ausverhandelt. Und da platzt der eine oder andere Deal schon mal. Nichtsdestotrotz ist für Gründer die Sendung eine große Chance, die eigene Bekanntheit zu steigern und sich einen der TV-Juroren an die Seite zu holen.

Felix Ohswald als jüngster TV-Investor

Die Investoren-Runde mit Hans Peter Haselsteiner, Katharina Schneider, Stefan Piëch, Alexander Schütz, Leo Hillinger und Philipp Maderthaner erweitert in der neunten Staffel Neo-Investor und ehemaliger „2min2mio“-Teilnehmer Felix Ohswald, Gründer von GoStudent.

Er ist mit 26 Jahren der jüngste Investor, der jemals bei der Show unter die Business Angels tritt. 2018 stand er noch selbst mit seinem Bruder und Co-Gründer Gregor Müller im Puls 4-Studio und pitchte die Idee zu GoStudent: „Ich weiß noch genau, wie ich mich damals gefühlt habe vor den Investoren zu stehen und kann mich daher sehr gut in die Pitcher hineinversetzen. Es ist eine wirkliche Herausforderung, die aber die Zukunft von Grund auf verändern kann. Ich freue mich nun, als Investor mit einer neuen Aufgabe ins PULS 4-Studio zurückzukehren“, sagt er.

Nachhaltigkeit stärker ausgeprägt

Eine weitere Neuerung bei „2 Minuten 2 Millionen“ betrifft den Sustainability-Experten Martin Rohla. Jener wird im neuen „Green“-Screen Platz nehmen und Nachhaltigkeits-Tickets von Goodshares verteilen. Diese beinhalten eine Beratung durch den Investor, TV-Präsenz sowie 5.000 Euro der „Fair Finance“. Mit dem Ziel nachhaltige Unternehmen noch mehr zu fördern. Start ist Dienstag Abend zur Prime Time.

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RNAnalytics, tecnet
© equity - (v.l.) Christian Laurer, Adriana González Palomo, Viktoria Enkmann, Hannes Burgstaller und Natalija Rajicic.

Mit einem SAFE (Simple Agreement for Future Equity) beteiligt sich tecnet equity am niederösterreichischen TechBio-Startup RNAnalytics. Das von Viktoria Enkmann und Hannes-Oliver Burgstaller gegründete Unternehmen ist im accent Makerspace in Tulln angesiedelt und entwickelt dort Lösungen für die Analyse von Lipid-Nanopartikeln – winzigen Transporthüllen, die Wirkstoffe wie RNA sicher in menschliche Zellen bringen sollen. Mit dem Investment möchte RNAnalytics die Weiterentwicklung seiner modularen Analyse-Toolkits sowie den Ausbau seiner integrierten Softwareplattform vorantreiben. Über die Höhe der Beteiligung wurde Stillschweigen vereinbart. Doch wie brutkasten erfahren hat, handelt es sich inklusive Förderungen um eine Summe im „höheren sechsstelligen Bereich“.

RNAnalytics: Analysen sehr aufwendig

RNA-basierte Medikamente haben durch neue Impfstoffe und Therapieansätze stark an Bedeutung gewonnen. Damit RNA im Körper überhaupt dort ankommt, wo sie wirken soll, braucht sie eine schützende Transporthülle. Dafür werden häufig sogenannte Lipid-Nanopartikel, kurz LNPs, eingesetzt.

Ob diese winzigen Partikel richtig funktionieren, muss während der Entwicklung eines Medikaments immer wieder überprüft werden. Entscheidend sei dabei, die Eigenschaften der Partikel genau zu verstehen, von ihrer Größe und Stabilität über die tatsächlich eingeschlossene RNA-Menge bis hin zu ihrem Verhalten in unterschiedlichen Zellen.

Diese Analysen seien heute oft aufwendig, erfordern teilweise teure Spezialgeräte und würden mangels einheitlicher Methoden nur eingeschränkt vergleichbare Ergebnisse liefern. „Das kostet Zeit und erschwert insbesondere kleineren BioTech-Unternehmen und Forschungslabors den Zugang zu einer Technologie, die für die Entwicklung neuer RNA-Therapien immer wichtiger wird“, liest man in der Aussendung.

Modulare Toolkits

RNAnalytics hat es sich daher zum Ziel gesetzt, diese Analysen einfacher und standardisierter zu machen. Dafür entwickelt das Unternehmen modulare Toolkits, die auf bereits vorhandener Laborausstattung eingesetzt werden können. Sie kombinieren validierte Messmethoden, Reagenzien und Referenzmaterialien und wollen Laboren damit einen „klar definierten Ablauf für die Untersuchung von Lipid-Nanopartikeln“ ermöglichen.

„Die SAFE-Finanzierung gibt uns in dieser frühen Phase die Möglichkeit, unsere Toolkits konsequent weiterzuentwickeln und parallel den Ausbau unserer Softwareplattform voranzutreiben. Mit tecnet equity haben wir dabei einen Partner an unserer Seite, der die Herausforderungen technologieintensiver Gründungen versteht“, sagt Enkmann, CEO von RNAnalytics.

RNAnalytics: Plattform in Entwicklung

Der Ansatz des Tullner Startups geht jedoch über einzelne Labortests hinaus, wie man mitteilt: Parallel zu den Toolkits entwickelt das Unternehmen eine Softwareplattform, in der die bei den Analysen entstehenden Daten zusammengeführt und automatisch ausgewertet werden können.

So entstehe ein umfassendes Bild der relevanten Qualitätsmerkmale eines RNA-Therapeutikums. Statt Messergebnisse aus unterschiedlichen Geräten und Tests einzeln auszuwerten, könnten Labore ihre Daten zentral verarbeiten, verschiedene Qualitätsparameter miteinander vergleichen und standardisierte Berichte erstellen. Die Kombination aus physischen Toolkits und Software soll damit einen bislang stark fragmentierten Analyseprozess in einen durchgängigen Workflow überführen.

„RNAnalytics setzt an einem sehr konkreten Problem in einem technologisch anspruchsvollen und stark wachsenden Bereich der Biotechnologie an. Besonders überzeugt uns der Ansatz, komplexe Laboranalytik durch standardisierte Toolkits zugänglicher zu machen und diese gleichzeitig in einer skalierbaren Softwareplattform zusammenzuführen“, erklärt Christian Laurer, Senior Investment Manager bei tecnet equity. „Die beiden Gründer:innen verbinden fundiertes wissenschaftliches Know-how mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen in der LNP-Analytik und einer überzeugenden Produktvision. Diese Kombination war für uns eine wesentliche Grundlage für das Investment in dieser frühen Phase.“

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