27.11.2020

2 Minuten 2 Millionen stockt um vier weitere Investoren auf

Am 5. Jänner startet die nächste Staffel der TV-Show 2 Minuten 2 Millionen. Puls4 gab dazu erste Einblicke, was die Zuseher erwartet.
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Die neuen 2 Minuten 2 Millionen-Business Angels Dagmar Grossmann und Bernd Hinteregger
Die neuen 2 Minuten 2 Millionen-Business Angels Dagmar Grossmann und Bernd Hinteregger | Screenshot Puls4

In etwas mehr als einem Monat, am 5. Jänner, ist es soweit: Dann startet die Ausstrahlung der nächsten Staffel der Puls4-Startup-TV-Show 2 Minuten 2 Millionen. Einen kleinen Vorgeschmack darauf, was die Zuseher im nächsten Durchgang des beliebten Formats erwartet, gab der Sender nun in einer Aussendung.

2 Minuten 2 Millionen: Mehr Investoren – größere Summe

Nach insgesamt 7,3 Millionen Euro, die in der vergangenen siebten Staffel vor der Kamera zugesagt wurden (bekanntermaßen platzen im Nachgang viele Deals), soll nun in der achten Staffel (wieder einmal) der größte Gesamtbetrag der Sendungsgeschichte folgen, heißt es von Puls4. „Gerade in einer wirtschaftlich herausfordernden Zeit wie jetzt, beweist die heimische Startup-Szene einmal mehr, wie viel Innovations- und Gründergeist in ihr steckt und welche Lösungen in Krisenzeiten entstehen können“, meint man beim Sender.

Größer wird auch der Kreis der Investoren, die neben der (diesmal Jahr gleich bleibenden) Kern-Jury investieren – in der vergangenen Staffel waren bereits N26-Gründer Maximilian Tayenthal und Ex-Jury-Mitglied Heinrich Prokop als Gastinvestoren dabei. Vier weitere Business Angels sollen dieses Jahr demnach neben Katharina Schneider, Hans Peter Haselsteiner, Leo Hillinger, Martin Rohla und Florian Gschwandtner in der Sendung Deals abschließen. Die ersten zwei davon nannte Puls4 bereits: Luftfahrt-Unternehmerin Dagmar Grossmann und Hotelier Bernd Hinteregger (HB1-Hotels).

„Gerade unruhige Zeiten bieten große Chancen“

„Ich finde es inspirierend auf Leute zu treffen, die große Visionen und Ideen haben. Daher freue ich mich auf meine Rolle als Investorin bei ‚2 Minuten 2 Millionen‘. Ich möchte diese Menschen auf ihrem Weg unterstützen und ihnen mit meiner Erfahrung zur Seite stehen“, kommentiert Grossmann. Und Hinteregger meint: „Ich bin stolz darauf, Teil von ‚2 Minuten 2 Millionen‘ zu sein. Ich freue mich gemeinsam mit Jungunternehmern etwas entwickeln zu können und möchte mit ihnen die Perspektive, den Mut und die Begeisterung der Personen hinter der Startup-Idee erweitern. Gerade unruhige Zeiten bieten große Chancen für Leute, die etwas bewegen wollen“.

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Giacomo Benassi (Kinsect), Matthäus Kircher (Solos) und Manuel Mairinger (Reploid) zeigen, wie Startup-Kollaboration funktionieren kann. © NOI Techpark/Marco Parisi

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Es wurlt in der Larvenkiste des österreichischen Scaleups Reploid: Larven der Schwarzen Soldatenfliege werden hier seit einigen Tagen gemästet. Sie ahnen natürlich nicht, dass sie bald eine wichtige Rolle im Kreislaufkonzept dreier Jungunternehmen spielen werden.

Zuerst aber dorthin, wo alles begonnen hat: an den NOI Techpark in Bozen, Südtirol. Auch hier wurlt es, nur bringen statt Insektenlarven Startups Leben in das 12 Hektar große Innovationsviertel. Aktuell arbeiten 76 Unternehmen, 37 Startups, drei Forschungsinstitute, vier Fakultäten der Freien Universität Bozen und insgesamt 2.400 Menschen hier gemeinsam für nachhaltigen Fortschritt. Man tüftelt in den Laboren an Prototypen, vernetzt sich auf Events, feilt beim Spaziergang über den 2017 eröffneten Campus, der sich inzwischen stark vergrößert und weiterentwickelt hat, an der nächsten Idee. Was Gründer:innen hier aber am meisten schätzen: das weitreichende Netzwerk.

Nicht gesucht – trotzdem gefunden

„Wer am NOI Techpark Fuß fasst, bekommt Zugang zu etablierten Akteuren und Investoren in Südtirol“, erklärt Manuel Mairinger, Managing Director und CEO von Reploid Italia. Das ursprünglich aus Österreich stammende Insekten-Scaleup hat sich bei der Expansion nach Italien wegen der hervorragenden Lage zwischen Österreich und Mailand für das Acceleration & Scale-up Programme des NOI Techpark als Launchpad entschieden. „Das NOI baut als renommierter Partner die Brücke zu potenziellen Kund:innen und Partner:innen, ganz ohne die Hilfe von Plattformen wie LinkedIn“, fügt der Reploid-Italia-CEO hinzu.

Mairinger weiß genau, wovon er spricht. Reploid Italia ist eines von drei am NOI inkubierten Jungunternehmen, die zeigen, wie Startup-Kollaboration funktionieren kann. Initiiert hat die Zusammenarbeit Sonja Tetter vom Team des Start-up Incubator. „Wir arbeiten sehr eng mit unseren Startups zusammen, kennen ihre Geschäftsmodelle, Technologien und Herausforderungen. Deshalb sehen wir relativ früh, wo eine Kooperation wirklich Mehrwert schaffen könnte“, erläutert Tetter. Gemeinsam wollen die drei Unternehmen zur regionalen Kreislaufwirtschaft in Bozen beitragen. Und hier kommt die Larve der Schwarzen Soldatenfliege wieder ins Spiel.

Die Schwarze Soldatenfliege als Gamechanger

Die Larve der Schwarzen Soldatenfliege wird rund 25 Millimeter groß. © Reploid/Fabian Fallend

Nach nur einer Woche sind die Larven laut Reploid mit rund 25 Millimetern ausgewachsen und überzeugen mit innerer Größe: Sie sind sehr reich an tierischem Protein. Das aus ihnen gewonnene Mehl kann einen Proteingehalt von über 62 Prozent aufweisen.

Das macht die Larven zum potenziellen Proteinersatz, vor allem im Futtermittelbereich, etwa für Fische. „Wir züchten Welse, das sind Fleischfresser“, erklärt Matthäus Kircher, Gründer von Solos. Das Südtiroler Startup betreibt Aquaponik und verbindet Fischzucht mit dem Anbau von Kräutern und Salat.

Das Prinzip dahinter: Die Fische reichern das Wasser durch ihre Ausscheidungen mit natürlichen Nährstoffen an, ein Biofilter leitet es ins Pflanzenbecken, wo Salat und Kräuter die Nährstoffe aufnehmen und das Wasser reinigen, bevor es zurück zu den Fischen fließt. So entsteht ein geschlossener Kreislauf im Zeichen der Nachhaltigkeit.

Ein Punkt war Kircher dabei allerdings von Anfang an ein Dorn im Auge: das mit Fischmehl angereicherte Futter. „Bereits vor vier Jahren haben wir uns gefragt, wie wir tierische Proteine ohne Fischmehl verfüttern können“, erzählt er. Insekten bildeten schließlich die Lösung. Eine Studie ergab: Futtermischungen auf Insektenmehlbasis, angereichert mit Spirulina-Algen, lassen den Omega-3-Gehalt im Fischfilet höher ausfallen als bei herkömmlich gefütterten Tieren.

Aus Reststoffen wird Futtermittel

Insektenlarven werden durch die Kooperation zu nachhaltigem Fischfutter © NOI Techpark/Marco Parisi

Hier kommt Reploid ins Spiel: Das Unternehmen implementiert modulare Anlagen, die sogenannten „ReFarm-Units“. Dort verarbeiten Larven der Schwarzen Soldatenfliege regionale Reststoffe zu Insektenprotein und -fett für Futtermittel- sowie Industrieanwendungen. Ein weiteres Nebenprodukt ist der Insektenfraß, also die Ausscheidungen, aus denen organischer Dünger entsteht. Den dritten Baustein liefert Kinsect: Das italienische Startup entwickelt Technologien für die industrielle Zucht der Fliege und liefert Eier sowie Junglarven.

Am Standort von Solos in Tramin greifen so die unterschiedlichen Kompetenzen ineinander: Die von Kinsect bereitgestellten Larven werden in einer Insektenmastanlage von Reploid mit Lebensmittelnebenprodukten wie Apfeltrester, Kartoffelschalen oder Altbrot gefüttert. Solos nutzt sie anschließend als nachhaltiges Futtermittel in der Fischzucht. So soll Fischmehl ersetzt, sollen organische Reststoffe sinnvoll verwertet werden. Neben den ökologischen Vorteilen ergeben sich durch das Vorzeigeprojekt und den realen Usecase natürlich auch wirtschaftliche Vorteile, von denen die drei Startups profitieren.

Drei Ansätze, ein gemeinsamer Nenner

Es ist eine Kooperation im Namen der Kreislaufwirtschaft, die ohne den NOI Techpark nie zustande gekommen wäre. „Am NOI Techpark konnte diese Synergie organisch entstehen“, fasst Kinsect-CEO Giacomo Benassi zusammen. „Dank der Zusammenarbeit im selben Ökosystem konnten wir viel schneller Vertrauen zueinander aufbauen.“ Der NOI Techpark ermöglicht damit nicht nur grenzüberschreitende, sondern auch branchenübergreifende Vernetzungen, die Startups entscheidend weiterbringen.

Und so wurlt es weiter am NOI Techpark. Jedes Jahr kommen neue Startups zur NOI-Community dazu. Für den Herbst-Batch kann man sich noch bis zum 5. Oktober bewerben – vielleicht entsteht daraus bald die nächste erfolgreiche grenzüberschreitende Startup-Kooperation.

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2 Minuten 2 Millionen stockt um vier weitere Investoren auf

  • In etwas mehr als einem Monat, am 5. Jänner, ist es soweit: Dann startet die Ausstrahlung der nächsten Staffel der Puls4-Startup-TV-Show 2 Minuten 2 Millionen.
  • Einen kleinen Vorgeschmack darauf, was die Zuseher im nächsten Durchgang des beliebten Formats erwartet, gab der Sender nun in einer Aussendung.
  • Nach insgesamt 7,3 Millionen Euro, die in der vergangenen siebten Staffel vor der Kamera zugesagt wurden, soll nun in der achten Staffel der größte Gesamtbetrag der Sendungsgeschichte folgen, heißt es von Puls4.
  • Größer wird auch der Kreis der Investoren, die neben der (diesmal Jahr gleich bleibenden) Kern-Jury investieren – vier weitere kommen dazu.
  • Die ersten zwei davon nannte Puls4 bereits: Luftfahrt-Unternehmerin Dagmar Grossmann und Hotelier Bernd Hinteregger (HB1-Hotels).

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  • Die ersten zwei davon nannte Puls4 bereits: Luftfahrt-Unternehmerin Dagmar Grossmann und Hotelier Bernd Hinteregger (HB1-Hotels).

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