09.02.2021

2 Minuten 2 Millionen & die schönen Wimpern der Katharina Schneider

In dieser Folge der PULS 4 Startup-Show "2 Minuten 2 Millionen" ging es um einen Stift, der die Zitter-Intensität bei Tremor misst, einen Sichtschutz für iPhones und fructosefreie Ernährung. Zudem legte Katharina Schneider die "Hand aufs Auge" und war danach hin und weg.
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FAYKE, Schneider, 2 Minuten 2 Millionen
(c) PULS 4/Gerry Frank - Katharina Schneider mit "FAYKE"-Wimpern im Studio.
kooperation

Diese Folge von „2 Minuten 2 Millionen“ startete Renée Hanslik aus Wien. Mit FRUNIX entwickelte sie Süßigkeiten für Naschkatzen mit speziellen Lebensmittelunverträglichkeiten. Ihre fructosearmen Lebensmittel sollen eine Alternative zu herkömmlichen Zuckerbomben schaffen. Das Sortiment umfasst mittlerweile zwölf unterschiedliche, fertig entwickelte Produkte, allesamt vegan, fructose-, gluten- und laktosefrei. Bisher stecken 250.000 Euro im Unternehmen. Ihre Forderung: 300.000 für 20 Prozent Beteiligung.

FRUNIX bereits in allen deutschen Apotheken

Zur Produktpalette des Startups gehören unter anderem Honigersatz, Vanille- und Maiszucker, Bonbons oder Hustensaft. Produziert wird in Deutschland und in Kärnten. Vertrieben wird über den eigenen und drei weiteren Onlineshops. Zudem ist FRUNIX in allen deutschen Apotheken gelistet.

Ein erster Erfolg

Als die Jury offenes Interesse an den Produkten zeigte, schaltete sich Daniel Zech von SevenVentures per Screen zu. Er bot Verkaufsflächen im Donauzentrum Wien und der Shopping City Süd an. Nach diesem ersten Erfolg erfuhren die Investoren, dass FRUNIX im ersten Jahr 30.000 Euro, im zweiten 50.000 und 2020 100.000 Euro an Umsatz erwirtschaften konnte.

FRUNIX, 2 Minuten 2 Millionen
(c) PULS 4/Gerry Frank – Renée Hanslik möchte mit FRUNIX Alternativen gegen Fructose bieten.

Die Gründerin präsentierte sich souverän, hatte auf alle Fragen Antworten, erklärte die mangelnde Awareness, was die Gefahr einer nicht-alkoholischen Fettleber betrifft und malte ein Bild, wie ihre Produkte europaweit skalierbar wären. Dann kam Markus Kuntke. Der Trendmanager verteilte das Startup-Ticket, womit in Zukunft FRUNIX bei Merkur (bald Billa Plus) und Billa erhältlich sein wird.

Taktik und Angebote

Nach diesem zweiten Erfolg meinte Bau Tycoon Hans Peter Haselsteiner, sein Herz würde bluten. Er könne leider nicht helfen. Mediashop-Chefin Katharina Schneider schloss sich mit Wehmut an. Hotelier Bernd Hinteregger wollte die Gründerin nicht ohne Investment gehen lassen, jedoch ließ er seinen Kollegen den Vortritt, bevor er ein Angebot machte. Auch Dagmar Grossmann, CEO von Grossmann Jet Service und Alexander Schütz, Gründer und CEO der Wiener C-Quadrat Investment Group, wollten ebenfalls abwarten, was passiert. Nachdem die Taktiererei beendet war, bot Hinteregger 50.000 Euro für zehn Prozent Anteile.

Grossman zog mit. Alexander Schütz dagegen wollte nicht teilen, weil er das Produkt und die Gründerin großartig fand. Er bot 150.000 Euro für 25,1 Prozent Beteiligung. Während sich Hanslik beriet, warf Haselsteiner eine neue Idee in die Runde. Er wollte plötzlich doch mitmachen und schlug vor, dass alle außer Schneider, viermal 50.000 Euro für 25,1 Prozent bieten sollten.

Zweiter Versuch bei „2 Minuten 2 Millionen“

Die Gründerin lehnte, wie erwartet, das erste und niedrige Angebot ab. Sie wäre ja etwa in Deutschland in 13.000 Apotheken gelistet, so ihr Argument. Haselsteiner brachte ein neues Angebot und sandte die Gründerin zur zweiten Beratung. Auch diesmal blieb Haselsteiner skeptisch, ob das Angebot reichen würde und er schlug vor, noch einmal auf 240.000 Euro aufzustocken.

1,2,3…

Bei der erneuten Rückkehr kam Ehemann Christoph Hanslik mit und unterbreitete gemeinsam mit seiner Gattin neue Vorschläge: 200.000 Euro für 20 Prozent. Oder 25,1 Prozent für 300.000 Euro. Der direkt angesprochene Schütz mit seinem internationalen Netzwerk bot daraufhin 300.000 Euro für 30 Prozent. Aber nicht alleine. Schlussendlich und zur Überraschung der Gründer boten er und Haselsteiner 100.000 Euro für je zehn Prozent, Grossmann und Hinteregger 50.000 Euro für je fünf Prozent Beteiligung. Vierfach-Deal für FRUNIX.

Tremitas-Pen

Die zweiten bei „2 Minuten 2 Millionen“ waren die Jungunternehmer Tibor Zajki und sein Partner Markus Tödtling. Mit Tremitas haben sie sich dem Kampf gegen eine schwere Erkrankung gewidmet, die das Leben von mehr als 40 Millionen Menschen weltweit stark beeinträchtigt: Der patentierte Tremitas-Pen misst die Intensität des Zitterns bei Tremor. Dadurch sollen die Diagnose erleichtert, eine durch Langzeit-Monitoring passgenaue Einstellung der Medikation möglich gemacht und die Leidensgeschichte der Betroffenen verbessert werden. Die Forderung: 400.000 Euro für zehn Prozent.

Tremitas,
(c) PULS 4/ Gerry Frank – Markus Tödtling und Tibor Zajki stellten ihren Tremitas-Pen bei „2 Minuten 2 Millionen“ vor.

Rund eine Milliarde Menschen weltweit sind von Tremor betroffen. Klinische Studien des Tremi-Pen laufen bereits in Saudi-Arabien, den USA, in Österreich und Südkorea. Insgesamt gibt es zwei Geräte, die Tremitas produziert. Das eine für den Arzt hat zwei Parameter: Erstens die Intensität des Zitterns zu messen. Das sei wichtig, um festzustellen, ob die Medikation wirkt. Der zweite wäre die Frequenzmessung zwecks Differentialdiagnose. Der Patientenstift hingegen ist für den Heimgebrauch gedacht.

Vier Millionen-Bewertung ein Problem

Die Investoren hatten bei bisher sechsstelligem Umsatz ein Problem mit der vier-Millionen-Bewertung. Zajki betonte, dass sie ein zugelassenes Medizin-Unternehmen wären. Wenn heute jemand so etwas starten würde, bräuchte er mindesten ein Jahr bis man bei einer Behörde vorstellig werden könnte. Tremitas hätte diese Hürde bereits genommen. Zudem hätte das Unternehmen eine App, die die Daten der Einzelmessungen anzeigt und eine große Hilfsleistung für Ärzte darstelle.

Dreimal „Nein“

Winzer Leo Hillinger lobte den grandiosen Pitch, aber die Bewertung wäre ihm zu hoch. Er stieg aus. Neu-Investor Stefan Piëch sah sich ebenfalls als den falschen Investor fürs Produkt. Er ging mit einem Chapeau. Schneider folgte.

Medienbudget für Tremitas?

Danach meldete sich erneut Daniel Zech zu Wort. Er bot 400.000 Euro TV-Werbung in Österreich für fünf Prozent Anteile. Haselsteiner nannte das Produkt faszinierend. Ihm fehlte jedoch der Nachweis, dass Tremi-Pen nachhaltig wirke. Studien würden Jahre brauchen, erklärte der Gründer, seien aber schon im Laufen. Er stieg aus. Schütz dagegen bot 100.000 Euro für die anderen fünf Prozent.

„100.000 Euro privat viel Geld, aber…

Da die Durchdringung über das Wissen, dass es Tremi-Pen gibt, bereits in Österreich da wäre, lehnten sie das Angebot von Zech ab. An Schütz gewandt, erklärte Zajki, dass 100.000 Euro als Privatperson sehr viel Geld wären. In der Medizintechnik jedoch, wäre die Summe schnell weg. Auch das zweite Angebot wurde abgelehnt. Kein Deal für Tremitas. Aber, wie bereits in der Vorwoche bot Stefan Piëch den Gründern an, am MIT in den USA an „Medical Bootcamps“ teilzunehmen. Das nahm das Gründer-Duo gerne an.

FAYKE: Magnetische Wimpern bei „2 Minuten 2 Millionen“

Als drittes wurde das Startup FAYKE bei „2 Minuten 2 Millionen“ vorstellig. Es produziert magnetische Wimpern und wurde 2020 von Alper Icel gemeinsam mit seiner Schwester Asena Amara und deren Ehemann Yasser gegründet. Ihre Idee: Ein spezieller und wasserfester Eyeliner mit magnetischen Inhaltstoffen, der die magnetischen Lashes bei Bedarf sicher haften lässt. Icel ließ gleich am Anfang im Studio ein vorher gedrehtes Video von seiner Schwester einspielen, die aufgrund einer Schwangerschaft nicht vor Ort sein konnte. Es wurde der erste Video-Pitch der Sendung, der in eine Forderung von 150.000 Euro für 15 Prozent Anteile gipfelte.

Fayke
(c) PULS 4/Gerry Frank – Das Interesse der TV-Investoren an FAYKE war groß.

Bisher machte FAYKE in sechs Monaten 180.000 Euro Umsatz und konnte 2700 Kunden beliefern. Sowohl Schneider als auch Gschwandtner zeigten sich beeindruckt, da man mit dem Lidstrich des Eyeliners am Tag mehrere Wimpern tauschen könne.

Instagram als richtiger Kanal

Schneider zeigte sich motiviert, FAYKE gleich auszuprobieren, nahm am Schminktisch Platz und wurde zum Fotomodel für den Runtastic-Gründer. Nach dem Test lobte die Mediashop-Chefin die leichte Anwendung des Produkts und sprühte beinahe vor Begeisterung; Gschwandtner indes fand die Idee, Instagram als Hauptkanal für FAYKE zu nutzen, inklusive Influencer, vollkommen richtig.

Surprise!

Auch wenn man das Gefühl hatte, dass nur Gschwandtner und Schneider Interesse hätten, beim Startup einzusteigen – und sie sich längst gemeinsam berieten, kam Hans Peter Haselsteiner daher und bot ohne große Vorwarnung 150.000 Euro für 26 Prozent.

„Ein Euzerl mehr“

Nach diesem, auch für die TV-Investoren, überraschendem Angebot, witzelte Gschwandtner herum, dass der Bau-Tycoon das Produkt über dessen Instagram-Kanal bewerben könne. Haselsteiner, der sonst eine gewisse Ablehnung zu Apps und Social Media lebt, erklärte, dass dieses Produkt das „Euzerl“ mehr habe, als die Konkurrenz und er daher kein Problem bei einem Rollout sehe.

Das Triple-Angebot

Als sich Schütz verabschiedete, erbat Hillinger Bedenkzeit. Schneider bot gemeinsam mit Gschwandtner 70.000 Euro für zehn Prozent. Der Tractive-CGO warb für sich mit seinem Instagram-Netzwerk. Beide Investoren einigten sich schlussendlich mit Haselsteiner über ein Triple-Angebot von insgesamt 15 Prozent Beteiligung für 105.000 Euro. Hillinger ging schweren Herzens. Deal für FAYKE.

privatec: iPhone-Schutzhülle bei „2 Minuten 2 Millionen“

Den Abschluss dieser Folge von „2 Minuten 2 Millionen“ bildete Sebastian Drossos mit privatec. Dabei handelt es sich um eine iPhone-Schutzhülle, die zugleich einen Sichtschutz vor fremden Blicken bieten soll. Vor dem Pitch erhielten die Investoren bereits vorbereitete iPhones zum Test. Ab einem Winkel von 45 Grad sollen neugierige Nachbarn nicht mehr sehen können, was am zeitgleich bruchgeschützten Display läuft. Die Forderung: 50.000 Euro für zehn Prozent Anteile.

privatec, 2 Minuten 2 Millionen
(c) PULS 4/ Gerry Frank – Die Schutzhülle von privatec soll vor so manchem „Seitenblick“ schützen.

Vertrieben wird über den eigenen Onlineshop. Der Umsatz betrug bisher 10.000 Euro, der Plan für 2021 sei, 240.000 Euro umzusetzen. Dies empfand Gschwandtner als ein niedriges Vorhaben, welches der Gründer damit begründete, den Plan zu haben, auf „Reseller“ zuzugehen.

Privacy eine Illusion bei Smartphones

Haselsteiner lobte den Gründer und seine Sicherheit und hielt dann eine Brandrede gegen die Illusion von Privacy, wenn man ein Smartphone nutze. Er stieg aus. Schneider erklärte, dass das Produkt nicht zu ihrem Kanal passe und ging ebenfalls. Gschwandtner hatte die Überlegung, ob man privatec um die Hälfte anbieten und „Verticals“ schaffen könne. Er stieg aus, hinterließ jedoch Tipps für die nächsten Schritte. Bernd Hinteregger stimmte ein. Günstiger sein und einer größere Marktpositionierung müsse der Weg des Startups sein. Er bot 50.000 Euro für 26 Prozent. Und wollte Schütz mitnehmen.

Ein Doppel-Deal?

Der jedoch hatte anderes im Sinn, schlug eine starke Kerbe in Richtung B2C und bot 75.000 Euro für 26 Prozent. Während der Beratung einigten sich die beiden Juroren darauf, dass Hinteregger mit fünf Prozent einsteigen könne. Allerdings kam ein Gegenangebot vom Gründer: 100.000 Euro für 26 Prozent.

„Zwei Prozent wurscht“

Hinteregger und Schütz wollten danach 30 Prozent für 100.000 Euro haben. Dies wollte der Gründer trotz Drängen nicht annehmen und schlug 28 Prozent Beteiligung für die Summe vor. Schütz meinte, der Gründer würde einen Fehler begehen. Der Plan wäre, Millionen Stück der Folie zu verkaufen, nicht ein paar Tausend. Da wären die zwei Prozent Unterschied „wurscht“. Dies wirkte. Deal für privatec.

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Die diesjährigen Nominierten des "Innovator of the Year" in der Kategorie Scaleups. | © brutkasten

Erfolgreiche Skalierung ist das Ziel jedes Startups. Bekanntlich schaffen das bei weitem nicht alle, doch auch hierzulande wird die Gruppe jener, denen der Sprung zum starken Wachstum gelungen ist, immer größer – und das auch unter bekanntlich teils widrigen Bedingungen.

Auch dieses Jahr schafften wieder einige heimische Unternehmen den Schritt vom Startup zum Scaleup und legten beeindruckende Wachstumsstorys vor. Und einige bereits etablierte Scaleups zeigten eindrücklich, dass ihre Wachstumsambition ungebrochen ist.

Zehn davon holen wir als Nominierte für den Innovator of the Year in der Kategorie Scaleups vor den Vorhang. Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Scaleups wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Startups und Corporate Innovation vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.


Die „Innovator of the Year“-Kategorie Scaleups wird durch Polestar unterstützt.


Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Scaleups“

Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.

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Emerald Horizon

Das Emerald-Horizon-Management (vl.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf
Das Emerald-Horizon-Management (v.l.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf

Auffallen ist gewiss eine der Stärken des Grazer Scaleups Emerald Horizon – sei es mit ausgerechnet diesem Produkt, Small Modular Reactors, im traditionell extrem atomkraftkritischen Österreich, mit Personalentscheidungen wie Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer oder mit dem dieses Jahr erfolgten ungewöhnlich frühen Börsengang. An der Wiener Börse wird das Unternehmen jedenfalls mittlerweile seit Monaten jenseits der Milliarden-Euro-Grenze bewertet und kann damit – je nach Definition – als Österreichs jüngstes Unicorn gesehen werden. Für die Entwicklung des Unternehmens gewiss noch entscheidender: Im August verkündete man, gemeinsam mit dem niederländischen Partner VDL Groep in die nächste Entwicklungsstufe des Small Modular Reactors zu gehen.

Enpulsion

Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion
Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion

Das niederösterreichische SpaceTech-Scaleup Enpulsion rund um Gründer Alexander Reissner liefert Antriebssysteme für Nano- und Mikrosatelliten. Zu Jahresbeginn sicherte sich das Unternehmen eine 22,5 Millionen Euro schwere Series-B-Finanzierung, um die Produktionskapazitäten am Standort Wiener Neustadt deutlich zu erhöhen. Im August 2026 verkündete Enpulsion zudem die geplante strategische Übernahme der britischen Lift Me Off Ltd, um das eigene Produkt-Portfolio um chemische Antriebe für besonders agiles Manövrieren im Weltraum zu erweitern. Zusätzlich steht für diesen Herbst ein zentraler Meilenstein an: ein Orbit-Test der neuartigen Antriebstechnik an Bord des heimischen Satelliten AT-Astra.

fiskaly

fiskaly - das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly
fiskaly – das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly

Das 2019 gegründete Wiener Unternehmen fiskaly von Johannes Ferner, Simon Tragatschnig und Patrick Gaubatz macht Kassentransaktionen cloudbasiert und gesetzeskonform. Die Zahlen sprechen für sich: 60 Prozent Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr, profitabel, mehr als 150 Mitarbeitende, rund 1.900 B2B-Kund:innen mit über einer Million POS-Systemen in acht EU-Ländern und Marktführerschaft in Deutschland. Im September folgte der nächste Schritt vom Scaleup zum Infrastrukturanbieter: Mit David Feichter holte fiskaly den Ex-CEO von orderbird als Co-CEO an Bord, ausgerechnet jenen Mann, der 2019 als allererster Kunde den Deal mit Ferner verhandelt hatte. Feichter verantwortet den operativen Betrieb, Ferner konzentriert sich auf Partnerschaften und weitere Akquisitionen in Europa.

Flinn AI

Das Founder-Team von Flinn | © Flinn
Das Founder-Team von Flinn | © Flinn

Das 2023 gegründete Scaleup von Gründer Markus Müller entwickelt eine KI-gestützte Software, die regulatorische und qualitative Prozesse für MedTech- und Pharmaunternehmen automatisiert. Im Februar 2026 sorgte das Unternehmen mit einem Series-A-Investment von 20 Millionen Dollar für Aufsehen. Mit dem frischen Kapital treibt das Scaleup in diesem Jahr die gezielte Expansion auf dem US-Markt voran, um sich weltweit als Standard für regulatorische KI-Prüfungen im Gesundheitsbereich zu etablieren. Zudem plant man eine erste eigene Kund:innenkonferenz, die über 200 internationale MedTech-Entscheider:innen nach Wien bringen soll.

fonio.ai

fonio.ai-Co-Founder Daniel Keinrath (CEO, l.) und Matthias Gruber (CTO) | (c) fonio.ai

Wenn bei einem KMU niemand ans Telefon geht, übernimmt fonio.ai: Die KI-Agenten des erst 2024 gegründeten Wiener Startups von Daniel Keinrath und Matthias Gruber führen inzwischen rund zwei Millionen Anrufe pro Monat für über 7.000 Kund:innen. Im Juni schloss man eine Seed-Runde über 14,6 Millionen Euro ab, angeführt vom Londoner Fonds 20VC bei einer Bewertung von 120 Millionen Euro, ohne offiziellen Fundraise und ohne Pitch Deck. Im August knackte fonio.ai die Marke von zehn Millionen Dollar ARR – später folgte im Oktober die Marke von 15 Millionen Dollar. Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt laut Keinrath inzwischen von außerhalb der DACH-Region, im September eröffnete das Startup unter anderem sein Büro in Barcelona als Hub für Südeuropa.

Helferline

v.l.: Die Helferline-Gründer Clemens Schmidgruber und Alexander Niederhofer mit CTO Janko Glavić | (c) Helferline

Es ist eine Geschichte, wie sie nur die Startup-Welt schreiben kann: Vor mehr als zehn Jahren gegründet, konnte Helferline über lange Zeit zwar eine ganze Zahl namhafter Referenzen vorweisen, der wirtschaftliche Durchbruch blieb aber aus. Das änderte sich im Laufe der vergangenen Monate drastisch: Vor etwas mehr als einem Jahr stieg Hansi Hansmann als Investor ein. Seitdem holte man Großaufträge vom deutschen Telekom-Riesen O2, von Asus, von Starlink und weiteren. Aktuell befindet sich das Wiener Scaleup auf einem steilen Wachstumskurs und macht nach eigenen Angaben monatliche sechsstellige Gewinne.

Neoh

v.l.n.r.:  Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh
v.l.n.r.: Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh

Das Wiener Scaleup von Manuel Zeller konnte mit Süßigkeiten, die auf dem selbst entwickelten, kalorienarmen Zuckerersatzstoff Zero+ basieren, mittlerweile eine große Fangemeinde aufbauen, die auch über die Grenzen Österreichs hinausgeht. Auch machte, Stand April 2026, das B2B-Geschäft bereits rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus, mit steigender Tendenz, wie Zeller erklärte. Dies und auch die Entwicklung einer gelungenen Bueno-Alternative sorgten dafür, dass eine Investmentgesellschaft aus Luxemburg namens Teseo Capital ins Scaleup einstieg. Dahinter steht die italienische Familie Ferrero, die mit Marken wie Nutella, Kinder und Ferrero Rocher den Süßigkeitenmarkt dominiert.

ParityQC

Die beiden CEOs von ParityQC: Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser. | © Günther Egger

Das Innsbrucker Quantenunternehmen ParityQC von Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser hat allein im heurigen Jahr einen 35-Mio.-Deal für den Bau eines mobilen Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium ergattert und im Rahmen der „EUREKA-Ausschreibung Deutschland-Israel“ eine Kooperation mit dem israelischen Quantensoftware-Spezialisten Classiq gestartet. Zudem lieferte es im April einen deutlichen Beleg dafür, dass europäisches Quantencomputing den Sprung aus dem Labor in die Industrie geschafft hat. Gemeinsam mit IBM stellte man einen neuen Weltrekord bei der Quanten-Fourier-Transformation (QFT) auf. Konkret wurde dabei die bislang größte jemals gemessene QFT auf einem IBM-Quantum-Heron-Prozessor realisiert, mit 52 supraleitenden Qubits statt der bisherigen 27 Ionenfallen-Qubits.

Reploid

Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz

Kein anderes heimisches Scaleup schaffte es dieses Jahr, in einer derartigen Regelmäßigkeit für Schlagzeilen zu sorgen. Das seit 2025 an der Wiener Börse gelistete Welser Insektenzucht-Unternehmen baute seine Führungsebene aus, eröffnete neue Expansionsmärkte, präsentierte neue Kund:innen, verkündete eine Übernahme und holte sich einen achtstelligen Wachstumskredit. Wiewohl die Geschäftszahlen bei genauerer Betrachtung etwas komplexer sind, als vom Scaleup dargestellt, steht fest: Reploid ist weiter voll auf Wachstumskurs. 

waterdrop

Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop
Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop

Das Wiener Scaleup waterdrop von Henry Murray, Martin Murray und Christoph Hermann holte sich im Mai ein 100-Millionen-Euro-Investment. Zu den Investor:innen dieser Runde zählten Aspeya, Atlantic Grupa und der alpine Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde. Schon im Jänner dieses Jahres verkündete das Scaleup seine Profitabilität. Zudem übernahm Jristian Cruz Limsico die Rolle des Global Creative Director, der seit 2017 die visuelle Identität des Modehauses Karl Lagerfeld prägte. Er verantwortet nun die weltweite Markenidentität des Unternehmens.

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