07.09.2020

2 Millionen Euro für neue KMU E-Commerce Förderung bereitgestellt

Mit einer neuen Förderungen sollen ab sofort österreichische KMU im Bereich E-Commerce gezielt gefördert werden. Für die Förderungen stehen zwei Millionen Euro zur Verfügung, die ab 8. September über die aws beantragt werden können.
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E-Commerce
(c) AdobeStock

Österreichische KMU haben in Sachen Online-Handel noch großen Aufholbedarf. Aktuell sind erst 20 Prozent der heimischen Händler im E-Commerce tätig.

Damit sich dies ändert, bietet die Austria Wirtschaft (aws) mit „KMU.E-Commerce“ im Auftrag des Wirtschaftsministeriums ab sofort ein neues Förderangebot an, das KMU gezielt beim Aufbau der digitalen Vertriebskanäle unterstützen soll. Für die Förderung wurden insgesamt zwei Millionen Euro bereitgestellt.

Die Kriterien der E-Commerce Förderung

Konkret umfasst das Förderangebot „KMU.E-Commerce“ den Ausbau und die Einführung von Online-Shops, die Nutzung von Vertriebs- und Dienstleistungsplattformen, aber auch die Einrichtung von E-Commerce-Geschäftsprozessen bis hin zur Einrichtung von Gütezeichen.

Bei der Förderung handelt sich um einen nicht rückzahlbaren Zuschuss. Gefördert werden 30 Prozent der Projektkosten von mindestens 2000 und maximal 100.000 Euro.

Anträge für „KMU.E-Commerce“ sowie „KMU.Digital“ können online über den aws-Fördermanager eingereicht werden. Antragstellungen sind ab Dienstag, 8. September, möglich.

Ergänzung zu KMU Digital

Der Zuschuss versteht sich laut BMDW als Ergänzung zur Umsetzungsförderung von KMU.Digital, der Digitalisierungsoffensive des BMDW, die in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) angeboten wird.

Im Rahmen von KMU Digital werden Unternehmen bei ihren ersten Digitalisierungsschritten mit Beratung und einem Umsetzungszuschuss unterstützt. Dazu zählt beispielsweise die Digitalisierung von Geschäftsmodellen und -prozessen oder IT- und Cybersecurity.

Der maximale Zuschuss beträgt hier 5.000 Euro und kann nur nach einer Beratungsförderung genutzt werden. Auch hier ist der Call laut BMDW geöffnet und Einreichungen ab sofort wieder möglich. Erst Mitte August wurden weitere drei Millionen Euro für die Fortsetzung des Programms bereitgestellt – der brutkasten berichtete.


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Das Founder-Team von hello again rund um Franz Tretter (2.v.l.) | (c) hello again
Das Founder-Team von hello again rund um Franz Tretter (2.v.l.) | (c) hello again

Mehr als 1.000 Unternehmenskunden mit insgesamt rund 18 Millionen App-User:innen – da steht hello again mit seinem Loyalty-App-Angebot aktuell. Zu den Kunden des Scaleups mit Sitz in Leonding neben Linz zählen große Ketten wie Müller, Deichmann, Klipp, L’Osteria oder Vamed Vitality World ebenso wie zahlreiche kleinere Ketten und Betriebe, wie etwa Leberkas-Pepi.

Im Mittelstand sei man im DACH-Raum Marktführer, sagt Gründer und CEO Franz Tretter gegenüber brutkasten. In der Region liegt bislang auch der klare geografische Fokus. „Wir haben zwar Kunden in 25 Ländern, aber keine Verkaufsteams vor Ort“, erklärt Tretter. Dazu gekommen sei es hauptsächlich über Weiterempfehlung, über Kunden die in weiteren Märkten aktiv sind oder etwa im Fall Südtirols über die kulturelle Nähe.

„Mont Blanc“, noch nicht „Mount Everest“

Doch nun stehen weitere Expansionsschritte bevor. „Wir wollen die Nummer 1 in Europa werden“, so Tretter selbstbewusst. Dafür nahm hello again nun eine größere Summe Kapital auf. Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Emeram steigt mit einem nicht konkret bezifferten achtstelligen Betrag ein. Es sei ein „mittlerer“ achtstelliger Betrag, präzisiert Tretter auf brutkasten-Rückfrage. Das Gründer-Team behalte dabei die Mehrheit und bleibe „im Driver-Seat“.

Dabei habe man mehrere konkrete Angebote gehabt und sich letztlich für die Münchner Gesellschaft entschieden: „Es ist der absolute best case“, so der Gründer. „Das ist schon Oberliga. Es fühlt sich an, als hätten wir den Mount Everest bestiegen“, sagt Tretter, um sich gleich selbst auszubessern: „Oder besser den Mont Blanc. Weil fertig sind wir noch lange nicht, es warten noch viele höhere Gipfel.“ Und schließlich sei ihm in den vergangenen Jahren als Unternehmer auch eines immer mehr bewusst geworden: „Der Weg ist das Ziel.“

Spanien oder Polen als nächster Markt

Und dieser Weg soll nun in weitere europäische Fokusmärkte führen. Konkret teste man aktuell bereits die Märkte Polen und Spanien, um die nächsten großen Schritte auszuloten. Tretter betont aber: „Der DACH-Raum bleibt noch unser größter Wachstumsmarkt. Es gibt noch sehr viel Potenzial.“ Schließlich kommen etwa vier der aktuell rund 18 Millionen App-User:innen aus dem Heimatmarkt Österreich. Entsprechend viel ist im mittlerweile wichtigsten Markt Deutschland noch zu holen.

Die geografische Expansion ist aber nicht die einzige aktuelle Entwicklung. So arbeite man etwa seit Kurzem mit netzwerkübergreifenden Prämien. „Es bekommt also zum Beispiel ein Leberkas-Pepi-Kunde einen Benefit bei Sky angeboten. Das ist ein riesiger Reichweiten-Vorteil“, erklärt Tretter.

Ein weiteres Thema, auf das man stark setze, sei Individualisierung durch KI. „Wir können auf Basis anonymisierter Daten zielgenaue personalisierte Angebote verschicken. Die User bekommen Benefits, die genau gerade relevant für sie sind. Das steigert den Umsatz nachweislich um acht Prozent“, sagt der Gründer. Denn diese Personalisierung sei auch eine „absolute Konsumentenerwartung“.

„Wir waren immer bodenständig“

Der Plan steht also. Das Mindset soll dabei das bewährte bleiben. „Wir waren immer bodenständig. Aber die Dampflok rollt und fährt und fährt“, sagt Tretter. Getreu dem zuvor erwähnten Motto – „der Weg ist das Ziel“ – soll es auch weitergehen. „Wird morgen alles einfacher?“, fragt Tretter in den Raum. „Nein, die nächsten Challenges kommen und wir werden gemeinsam weiter wachsen. Nicht nur das Unternehmen sondern auch die Mitarbeiter.“

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