20.01.2023

18 Prozent falsche Abfälle – diese neue Belohnungs-App soll Abhilfe schaffen

Die Altstoff Recycling Austria AG und Saubermacher AG starten mit einer neuen App in Österreich, die richtiges Sammeln belohnt.
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Saubermacher AG
© Saubermacher AG

Die richtige Entsorgung von Verpackungen und ihren unterschiedlichen Bestandteilen, wie z. B. Joghurtbecher und -deckel, sorgt in Österreich bei Konsument:innen noch immer für Fragezeichen. Nach wie vor landen zu viele Verpackungen im Restmüll und bis zu 18 Prozent falsche Abfälle in der Gelben Tonne bzw. im Gelben Sack, wie Altstoff Recycling Austria AG,  Marktführer in Österreich unter den Sammel- und Verwertungssystemen, erst unlängst bekannt gab.

Die neue App Digi-Cycle

Die App „Digi-Cycle“ soll das Recycling vereinfachen und die Mülltrennqualität verbessern: Seit Jänner können User:innen Verpackungen scannen und erhalten über den Recycling-Guide eine ortsspezifische Trennanleitung und den Standort der nächsten Sammelstelle. Zudem werden die User:innen mit einem digitalen Incentive-System mit Prämien belohnt, womit Bewusstsein für die fachgerechte Abfalltrennung und den Klimaschutz gestärkt werden soll. Die App wurden von beiden Unternehmen Altstoff Recycling Austria AG (ARA) und Saubermacher AG entwickelt: Digi-Cycle ist seit Anfang 2023 für Konsument:innen verfügbar und wird vom gleichnamigen Unternehmen, einem Joint Venture von ARA und Saubermacher, betrieben.

Ralf Mittermayr (CEO der Saubermacher AG), Felix Badura und Michaela Heigl (GeschäftsführerInnen Digi-Cycle GmbH) und Martin Prieler (ARA Vorstand) | © Saubermacher AG

„Unser Ziel ist, Abfalltrennung einfacher zu machen. Digi-Cycle zeigt für jedes hinterlegte Produkt die regional gültigen Hinweise zum richtigen Trennen und Sammeln. Der Standort-Finder mit über 10.000 Eintragungen unterstützt beim Auffinden der richtigen Sammelstelle, speziell für seltenere Entsorgungswege bzw. den Außer-Haus-Konsum“, so Digi-Cycle Geschäftsführerin Michaela Heigl. Zudem unterstützen Partner:innen wie Coca Cola, Henkel, Hofer, Nestlé, oder Spar die App durch Bereitstellung von Trennhinweisen für ihre Produkte.

Wie User:innen belohnt werden

In der App werden User:innen rund um das richtige Recycling von Abfällen belohnt, beispielsweise mittels dem Beantworten eines Quiz oder der Erbringung eines Nachweises der korrekten Entsorgung von Produkten. Unter anderem erhalten User:innen im Gegenzug Gutscheine von teilnehmenden Partnern. Zusätzlich gibt es bei dem Quiz ein Klimaticket zu gewinnen. „In Umfragen hat sich gezeigt, dass vor allem bei Jüngeren oft das Wissen zum Recycling noch ausbaufähig ist. Mit der App wollen wir nicht nur zeigen, wie man recycelt, sondern auch was danach damit passiert und warum richtige Mülltrennung sinnvoll ist“, so Digi-Cycle Geschäftsführer Felix Badura abschließend.


Tipp der Redaktion

Mit Jänner 2023 startet die brutkasten-Redaktion einen neuen thematischen Schwerpunkt zum Thema Kreislaufwirtschaft. Im Zentrum stehen Innovationen von Startups, Corporates und Mittelstand, die eine ressourceneffiziente und schadstoffarme Produktion ermöglichen. Zudem berichten wir über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe rund um eine kreislauforientierte Wirtschaft.

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(c) Enpulsion
(c) Enpulsion

Das am Wiener Flughafen ansässige Scaleup Enpulsion hat sich in den vergangenen Jahren eine beachtliche Position auf dem SpaceTech-Weltmarkt herausgearbeitet. Nach eigenen Angaben ist man mittlerweile Europas führender industrieller Hersteller für Weltraum-Antriebssysteme. Im Zentrum stehen dabei bislang elektrische Antriebe für Mikro- und Nano-Satelliten, die die „FEEP-Technologie“ nutzen, bei der flüssiges Metall (Indium) in winzige geladene Teilchen zerlegt und ausgestoßen wird. Mittlerweile bietet man zudem auch Antriebe für größere Satelliten mit bis zu 500 Kilogramm Gewicht an.

Konkurrierende Antriebssysteme

Diese elektrischen Antriebe, mit denen Enpulsion groß geworden ist, sind eine Alternative zu vielfach genutzten chemischen Antriebssystemen. Ein nun kommunizierter strategischer Schritt kann daher auf den ersten Blick durchaus verwundern: Mit Lift Me Off Ltd (LMO) aus dem Vereinigten Königreich will man ein Unternehmen zu 100 Prozent übernehmen, das auf chemische Weltraum-Antriebssysteme spezialisiert ist. Das Unternehmen ist unter anderem an den ESA-LEO-Missionen (Low Earth Orbit) und geplanten Mondmissionen beteiligt.

Über den Kaufpreis gibt es dabei keine Angabe. Erst im März dieses Jahres hatte Enpulsion eine 22,5 Millionen Euro schwere Finanzierungsrunde verkündet. Die aktuelle Transaktion muss noch von den britischen Behörden im Rahmen des National Security and Investment Act 2021 (NSIA) bewilligt werden. Der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Mit Technologie-Kombination zum Komplettanbieter

Bei Enpulsion argumentiert man die Übernahme als strategischen Schritt, um hybride Antriebssysteme aus einer Hand anbieten zu können. Man wolle durch die Kombination mit dem konkurrierenden Antriebssystem einen „complete spacecraft mobility backbone“ aufbauen, wird Gründer und CEO Alexander Reissner in einer Aussendung zitiert: „LMO bringt Erfahrungen im institutionellen Bereich, ein talentiertes Team und eine komplementäre Technologiebasis im Bereich chemischer Antriebe und Tanksysteme mit.“ In Kombination mit den industriell produzierten elektrischen Antrieben könne man Kunden ermöglichen, ihre gesamte Weltraum-Mobilitätsarchitektur über einen einzigen Partner aufzubauen, so Reissner.

LMO-Chef Shaun Dormon sieht einen logischen Schritt für beide Unternehmen, die eine ähnliche Vision, aber unterschiedliche technologische Zugänge hätten. „Gemeinsam können wir eine Kombination aus hocheffizientem und agilem Manövrieren im Weltraum bei minimaler Komplexität schaffen“, so Dormon. Das LMO-Team, das im Harwell Space Cluster nahe dem ESA-Zentrum ECSAT angesiedelt ist, soll erhalten bleiben. Auch die laufenden Missionen werden weitergeführt.

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