24.07.2025
KRITIK

NÖ-Startup 123-Transporter neuerlich mit Kritik der Arbeiterkammer konfrontiert

Das Ternitzer Startup 123-Transporter stand bereits mehrfach in der Kritik. Vorgeworfen wurden ihm intransparente Abbuchungen, versteckte Kautionen oder unklare Zusatzkosten. Jetzt warnt die Arbeiterkammer (AK) vor unzulässigen Kontoabbuchungen nach GPS-Überwachung.
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123-Transporter, Transporter ausleihen, Carsharing, LKW
(c) 123-Transporter - Matthias Pajek, Co-Gründer und Geschäftsführer 123-Transporter.

123-Transporter verspricht seinen Kund:innen, zu jeder beliebigen Uhrzeit an jedem beliebigen Tag innerhalb weniger Minuten online einen Lieferwagen mieten und dank digitalem Schlüssel direkt losfahren zu können. Dabei arbeitet das niederösterreichische Startup mit Flottenpartnern zusammen, die das Branding nutzen und sich um die Pflege der Fahrzeuge kümmern. 123-Transporter übernimmt Standortbestimmung, Ausleihprozess und Abwicklung.

Das Unternehmen wächst schnell – und ist innerhalb weniger Monate nach Deutschland, Tschechien und in die Slowakei expandiert. Partner des Startups sind unter anderem die Baumärkte OBI und Hornbach. brutkasten hat bereits mehrfach über das Startup berichtet.

So schnell das Unternehmen gewachsen ist, so stark ist auch der Unmut über die Bedingungen bei manchen Kund:innen gestiegen. So berichtete „Der Standard“ etwa im vergangenen Sommer über unklare Preisangaben des Unternehmens und irreführende Versprechen. Außerdem dauere die Rückzahlung der Kaution oft mehrere Monate, hieß es in dem Artikel – zudem müsse man selbst aktiv werden und die Rückzahlung einfordern.

AK sieht unzulässige Abbuchung nach GPS-Überwachung

Die jüngste Beschwerde stammt von einer Kärntner Kundin, der nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung mit einem 123-Transporter automatisch 45 Euro vom Konto abgebucht wurden – ohne vorherige Information.

Die Kundin war weder über mögliche Zusatzkosten noch über die GPS-Überwachung informiert und wandte sich daraufhin an die Arbeiterkammer Kärnten. Die AK bestätigte das ungute Gefühl der Frau: „Ein derartiges Vorgehen ist aus unserer Sicht klar unzulässig und kommt einer Abzocke gleich“, sagt AK-Präsident Günther Goach. Man werde, wenn nötig, mit rechtlichen Mitteln gegen eine „solche Abzocke“ vorgehen. Es fehle an Transparenz, Fairness und einer rechtlichen Grundlage für derartige Abbuchungen, betont die AK.

In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von 123-Transporter fänden sich zwar Hinweise auf Geschwindigkeitsübertretungen, so die AK. Sie hält eine automatische Geldabbuchung dennoch für bedenklich. Laut der Kammer würden GPS-Überwachung und pauschale Vertragsklauseln zunehmend zum Nachteil von Konsument:innen eingesetzt.

Eine brutkasten-Anfrage bei der Geschäftsführung von 123-Transporter zu den Vorwürfen ist erfolgt, blieb bisher allerdings unbeantwortet. Sollte eine Stellungnahme noch eintreffen, wird diese im Artikel ergänzt.

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Am Wochenende wurde Europas Weltraumgeschichte um ein Stück reicher. Mit Isar Aerospace, das u. a. den Transport von kleinen und mittelgroßen Satelliten anbietet, beförderte erstmals ein europäisches Raumfahrtunternehmen erfolgreich Satelliten vom europäischen Festland aus in den Orbit. Es war der zweite Flug der Trägerrakete „Spectrum“, die am Samstag Kundennutzlasten, darunter fünf CubeSats und eine experimentelle Mission, ins All beförderte. Eine entscheidende Rolle in der gesamten Mission spielt der gebürtige Österreicher Daniel Metzler, CEO und Mitgründer von Isar Aerospace.

„Wir haben innerhalb weniger Jahre erreicht, wofür die europäische Raumfahrtindustrie Jahrzehnte gebraucht hatte. Europa hat nun souveränen Zugang zum Weltraum. Wir haben ein neues Kapitel für die europäische Raumfahrt aufgeschlagen“, sagte Metzler, der am Samstag weiter ergänzte: „Der Start ist nach wie vor der größte Engpass für die globale Raumfahrtindustrie, und ab heute gibt es eine echte Alternative für kommerzielle und institutionelle Kunden.“ Diese Kunden verfügen laut Isar Aerospace nun über eine unabhängige Startoption.

Die Auswirkungen für Europa

Für Europa bedeutet der erfolgreiche Start vor allem eines: mehr Unabhängigkeit. „Die Mission markiert einen wichtigen Schritt für Europas autonomen Zugang zum Weltraum“, heißt es von der Generaldirektion für Verteidigungsindustrie und Weltraum, einer Fachabteilung der Europäischen Kommission, die weiter ergänzt: “ Ein autonomer, resilienter und wettbewerbsfähiger Zugang zum Weltraum ist ein strategischer Faktor für Europas Wirtschaft und Sicherheit und bildet die Grundlage für Anwendungen wie Navigation, Telekommunikation und Erdbeobachtung, auf die Bürger und Unternehmen täglich angewiesen sind.“ Bei Isar Aerospace ist man der Meinung, dass der Start “ Europas strategische, wirtschaftliche und technologische Zukunft prägen wird“.

Der erste Flug: 30 Sekunden

Im März 2025 flog die „Spectrum“-Trägerrakete ihren ersten Testflug, nach 30 Sekunden war dieser aber auch schon wieder vorbei. „Unser erster Testflug hat alle unsere Erwartungen erfüllt und war ein voller Erfolg. Wir hatten einen reibungslosen Start, 30 Sekunden Flugzeit und konnten sogar unser Flugabbruchsystem validieren“, erklärte Metzler damals kurz nach dem Test. Finanzielle Unterstützung erhielt Isar Aerospace u. a. von der Europäischen Weltraumorganisation ESA durch das Boost!-Programm.

Die CubeSat Mission der TU Wien

Am Samstag schaffte es mit der Sepctrum-Rakete auch ein Mini-Satellit der TU Wien, ein sogenannter CubeSat, ins All. Das Space Team der Hochschule arbeitete seit 2020 an der CubeSat Mission. Ziel war es, einen Satelliten für Ausbildungszwecke zu entwickeln und nun im Orbit zu betreiben. Dadurch sollen Schüler:innen aus AHS und BHS die Möglichkeit haben, selbst entwickelte Software auf dem Satelliten auszuführen.

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