11.03.2019

100.000 Dollar Preisgeld: Visa startet Wettbewerb für Startup-Gründerinnen

Der Kreditkartenanbieter Visa hat mit seiner Startup-Initiative Visa Everywhere anlässlich des Weltfrauentags einen globalen Wettbewerb exklusiv für Gründerinnen gestartet. In den Kategorien FinTech und Social Impact sind jeweils 100.000 US-Dollar zu holen.
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Visa Wettbewerb Startup Gründerinnnen
(c) Fotolia/fizkes

Visa hat eine Women’s Global Edition seines weltweiten Start-up-Programms Visa Everywhere Initiative (VEI) gestartet. In diesem Wettbewerb sind Gründerinnen auf der ganzen Welt eingeladen, Herausforderungen in den Kategorien FinTech und Social Business anzugehen.

Je Kategorie winkt ein Preisgeld in Höhe von 100.000 US-Dollar, ein Mentoring-Programm sowie Zugang zum weltweiten Partnernetzwerk von Visa. Darüber hinaus bekommen die Gewinner Tickets für das Eröffnungsspiel der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019.

Die Themen des Wettbewerbs

Konkret können Unternehmen mit mindestens einem weiblichen Gründungsmitglied sich mit den folgenden Inhalten bewerben:

  • Challenge 1 (FinTech): Wie kann die Lösung Ihres Unternehmens dazu beitragen Bezahl- und/oder Einkaufserlebnisse zu verbessern (auf lokaler, regionaler oder globaler Ebene)?
  • Challenge 2 (Social Impact): Wie können Unternehmerinnen auf der ganzen Welt den sozialen Wandel vorantreiben, indem sie helfen, nachhaltige und gerechte Lebensgrundlagen zu schaffen und die lokale Wirtschaft zu stärken?

Teilnehmende Unternehmen werden nach Herkunft in sechs Regionen kategorisiert: Nordamerika, Lateinamerika, Asien-Pazifik, Afrika/Nahost, Europa (ohne Frankreich) und Frankreich (Gastgeberland des Final-Events).

Finale in Paris zur Fußball-WM

Aus jeder Region wird pro Challenge je ein teilnehmendes Unternehmen zum Finale nach Paris eingeladen, das in der Eröffnungswoche der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019 stattfinden wird. Dort erhalten die Finalistinnen die Möglichkeit zum Networking mit Partnerunternehmen aus dem globalen Netzwerk von Visa. Außerdem nehmen sie an einem Live-Pitching-Event teil, bei dem die Gesamtsiegerinnen der VEI ermittelt werden.

Der genaue Zeitplan des Wettbewerbs:

  • Einreichungsstart: 6. März 2019
  • Bewerbungsschluss: 14. April 2019
  • Auswahl der Finalisten aus allen Regionen: Mai 2019
  • Weltweites Final-Event: 7. Juni 2019

Die Visa Everywhere Initiative existiert seit 2015. Das Programm wurde seitdem in 75 Ländern durchgeführt und hat mehr als 70 führenden Startups Preisgelder, Mentoring-Programme und Zugang zum weltweiten Partner-Netzwerk von Visa verliehen. Während die bisherigen Programme einen regionalen Fokus hatten, ist die aktuelle Initiative weltweit ausgelegt. Dabei werden Millionen von unterrepräsentierten Unternehmerinnen sowie die Unterstützung von Visa für Kleinst- und Kleinunternehmen in den Fokus gestellt.

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Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche | (c) Grunpfnul vie Wikimedia Commons
Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche | (c) Grunpfnul vie Wikimedia Commons

„Mit der Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung legen wir das Fundament für die nächste Generation deutscher Weltmarktführer“, erklärt die deutsche Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, anlässlich des Beschlusses der Strategie im Bundeskabinett. Mit der Strategie will die deutsche Politik auf „geopolitische Verschiebungen, die digitale und grüne Transformation sowie der rasante Fortschritt in Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz“ reagieren, wie es im Papier heißt. Dieses versteht sich als eine politische Arbeitsagenda, die insgesamt 152 Einzelmaßnahmen in acht verschiedenen Handlungsfeldern bündelt. Das erklärte Ziel der deutschen Bundesregierung ist es, die Rahmenbedingungen entlang des gesamten Lebenszyklus innovativer Unternehmen zu verbessern – von der ersten Idee bis zur internationalen Expansion. Die Maßnahmen stehen allerdings unter dem Vorbehalt, dass Budget für sie vorhanden ist.

Zuletzt starke Gründungsdynamik

Das deutsche Startup-Ökosystem konnte trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds zuletzt eine beachtliche Gründungsdynamik aufweisen. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete die Bundesrepublik mit 3.053 Startup-Gründungen einen historischen Rekordwert, was einem Zuwachs von 52 Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2025 entspricht. Getrieben wurde dieser Aufschwung insbesondere durch den anhaltenden Boom im Bereich der Künstlichen Intelligenz, auf den allein über 1.000 Neugründungen entfielen. Die nackten Rekordzahlen täuschen jedoch darüber hinweg, dass es dem deutschen Markt nach wie vor nicht ausreichend gelingt, erfolgreiche junge Firmen in die kapitalintensive Wachstums- und Skalierungsphase zu überführen. Mit rund 90 Euro Wagniskapitalinvestitionen pro Kopf im Jahr 2025 liegt die Investitionsaktivität in Deutschland signifikant hinter den führenden Märkten in den USA und Großbritannien zurück.

Risikokapital und das Hebeln privater Milliarden

Um das Abwandern vielversprechender Innovationen und den Ausverkauf ins Ausland zu verhindern, setzt die neue Strategie vor allem bei der Mobilisierung von privatem und institutionellem Kapital an. Ein zentrales Vorhaben ist die Fortführung und Weiterentwicklung der sogenannten WIN-Initiative. Laut dem Strategiepapier soll damit darauf hingearbeitet werden, die Zusagen privater Investoren für Investitionen in Wagniskapital und das Startup-Ökosystem auf 25 Milliarden Euro mehr als zu verdoppeln. Flankiert wird diese Absicht durch die nationale Umsetzung der überarbeiteten europäischen Solvency-II-Richtlinie, die es Versicherungsgesellschaften erleichtert, Kapitalanlagen als langfristige Aktieninvestitionen einzustufen. Dadurch sinken die regulatorischen Eigenkapitalanforderungen für solche Risikokapitalinvestitionen drastisch von 49 auf 22 Prozent. Ergänzend ist die Bereitstellung von Bundesmitteln für eine Nachfolgegeneration des größten europäischen Dachfonds, den „Wachstumsfonds II“, über die KfW Capital geplant.

Neuer Fokus auf DefenceTech und Sicherheit

Zu den markantesten und zugleich politisch sensibelsten Neuerungen der Regierungsstrategie gehört die erstmalige, systematische Berücksichtigung der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. In einer Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums heißt es von Ministerin Reiche, das Konzept verfolge das Ziel, das „Gründen zu erleichtern, das Wachstum zu beschleunigen und Innovation in Deutschland zu halten“. Für Startups aus dem Rüstungssektor wird im Rahmen des verbleibenden „Deutschlandfonds“ ein spezielles Direktbeteiligungsvehikel des Bundes geschaffen. Damit beabsichtigt die Bundesregierung, sich künftig erstmals direkt an jungen Unternehmen zu beteiligen, die Waffen herstellen, um deren Kapitalzugang zu sichern.

Neben der Rüstungsförderung adressiert die Strategie auch administrative Hürden, die im internationalen Vergleich als Standortnachteil gelten. Über das Hebelprojekt „Schneller Gründen“ soll bis Ende 2026 der Entwurf für ein Gründungsbeschleunigungsgesetz ausgearbeitet werden, um Anmeldeverfahren und die Vergabe von Steuernummern digital zu vereinheitlichen. Zudem unterstützt die deutsche Bundesregierung den Vorschlag der EU-Kommission für die EU Inc., die als europäisch vereinheitlichte Rechtsform für grenzüberschreitend tätige Startups etabliert werden soll.

Kritik von mehreren Seiten

Trotz des breiten Maßnahmenpakets regt sich im deutschen Ökosystem und in den Verbänden auch Kritik an der strategischen Ausrichtung der Bundesregierung. Vor allem der starke Rüstungsfokus bei gleichzeitiger Vernachlässigung gesellschaftlicher Aspekte steht im Zentrum der Debatte. So wird etwa vom Bundesverband für Social Entrepreneurship in Deutschland (SEND e.V.) kritisiert, dass „soziale Gründungsvorhaben“ in der neuen Fassung überhaupt keine Rolle mehr spielen. Auch der Verband der Business Angels äußert Unmut und bezeichnet die fast ausschließliche Fokussierung auf Venture-Kapital als Finanzierungsinstrument als eine Maßnahme „an den Gründungsrealitäten vorbei“, da erfahrene private Geldgeber für die Nachhaltigkeit von Gründungen entscheidender seien.

Fachkommentare aus den Bereichen Bioökonomie und Nachhaltigkeit warnen zudem vor einem „Klumpenrisiko“ durch den engen Fokus auf Verteidigungstechnologien. Aus der Gründerszene selbst wird bemängelt, dass das ehemals politisch stark beworbene Vorreiterprojekt einer „Gründung in 24 Stunden“ sowie Erleichterungen für das „Gründen aus dem Beruf“ im finalen Papier nicht mehr auftauchen. Zudem weisen Industrievertreter darauf hin, dass zentrale Herausforderungen für innovationsintensive Branchen über die reine Startup-Finanzierung hinausgehen; es fehle an Impulsen für spätere Finanzierungsrunden, an regulatorischer Beschleunigung sowie am Ausbau industrieller Produktionskapazitäten. Ob die Strategie die Erwartungen der Praxis erfüllen kann, wird von Branchenbeobachtern auch aufgrund des Zeithorizonts bezweifelt: Dass mit der Umsetzung der Maßnahmen lediglich „noch in dieser Legislaturperiode begonnen“ werden soll, lasse kein hohes Tempo vermuten.

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