19.09.2019

EU-Förderung in Millionenhöhe für vier österreichische Tech-KMU

Die vier Unternehmen AERO Enterprise, Lithos Crop Protect, Evologic Technologies sowie Szelestim erhalten jeweils bis zu 2,5 Mio. Euro vom Europäischen Innovationsrat (EIC) im Rahmen des EU-Programms "Horizon 2020".
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KMU
Unter den Unternehmen ist auch Aero Enterprise, das einen Sensor-Copter für die Inspektion von Windturbinen entwickelt hat

Damit Unternehmen innovative Ideen umsetzen können und diese auf den europäischen Markt kommen, hat die Europäische Kommission den Europäischen Innovationsrat gegründet. Teil dessen ist auch das EU-Forschungsprogramm „Horizion 2020“.  In der Pilotphase des Programms werden in der aktuellen Runde von KMU Instrument (Phase 2) europaweit 108 innovative Projekte mit 210 Millionen Euro gefördert – darunter sind auch vier österreichische Tech-KMU.

 +++ KMU und Digitalisierung in Österreich: Daten und Fakten +++

Wie die FFG in einer Aussendung mitteilte, kommen die vier Tech-KMU aus Oberösterreich, Niederösterreich und Wien. Sie werden jeweils mit bis zu 2,5 Millionen Euro gefördert. Unter ihnen sind AERO Enterprise, Lithos Crop Protect, Evologic Technologies sowie Szelestim.

Die Projekte der KMU

Im Rahmen der Förderungen werden verschiedenste Projekte umgesetzt. AERO Enterprise aus Linz arbeitet etwa an einem vollautomatischen Inspektionssystem für Windräder mit einem „Sensor-Copter“, um die Standzeiten der Windturbinen zu reduzieren.

Lithos Crop Protect aus Niederösterreich hat sich zum Ziel gesetzt einen nachhaltigen Schutz vor dem Maiswurzelbohrer zu entwickeln, dessen Larven die Wurzeln der Maispflanzen fressen und große Schäden in der Landwirtschaft verursachen.

Das Unternehmen Evologic Technologies aus Wien beschäftigt sich ebenfalls mit einem GreenTech-Thema – genauer gesagt mit der groß angelegten Mykorrhiza-Produktion. Durch die Symbiose von Pilzen und Pflanzen soll so der Ertrag in der Landwirtschaft gesteigert werden.

Die Wiener Firma Szelestim will hingegen einen tragbaren Neurostimulator zur Behandlung von chronischen Schmerzen entwickeln. Dies soll durch Elektro-Stimulation des Vagusnervs im Ohr ermöglicht werden.

Zehn Milliarden Euro Förderung von 2021 bis 2027

Mit dem neuen EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“ sollen laut FFG dem Europäischen Innovationsrat von 2021 bis 2027 nach derzeitiger Finanzplanung zehn Milliarden Euro zur Förderung disruptiver und marktschaffender Innovationen zur Verfügung stehen.

Damit soll es nicht rückzahlbare Zuschüsse für Unternehmen in Höhe von bis zu 2,5 Mio. Euro geben. Zudem sei sogenanntes „blended financing“ geplant, bei dem die EU erstmals direkt in Firmen investieren wird.


=> zur Page der FFG

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Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller
Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller

Im KI-Boom werden immer mehr Server benötigt und diese produzieren viel Wärme. Die Abwärme zum Heizen zu benutzen, liegt also auf der Hand, ein großer Einwand ebenso: Der Bedarf an Heizwärme unterliegt für gewöhnlich starken saisonalen Schwankungen, jener an Rechenleistung nicht. Das Innsbrucker Startup Serwas Technologies will diese Diskrepanz mit seinem System auflösen – brutkasten berichtete erst im September über ein Pre-Seed-Investment für das Unternehmen.

„Wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die entstehende Wärme direkt gebraucht wird“

„Wir wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die entstehende Wärme direkt gebraucht wird. Gerade Schwimmbäder sind dafür besonders interessant, weil sie das ganze Jahr über einen hohen Wärmebedarf haben“, erklärt Serwas-Mitgründer Timo Berkmann. Das Startup kann so gleichzeitig Abwärme an Projektpartner und Rechenleistung an externe Unternehmen verkaufen.

Das Innenbecken im StuBay im Tiroler Stubaital | (c) StuBay

In einem Hallenbad in Innsbruck läuft das System bereits. Nun wurde mit dem Freizeitcenter StuBay im Tiroler Stubaital ein weiterer Partner präsentiert. Noch vor Jahresende sollen erste Server in der Anlage aufgebaut und in die bestehende Gebäudetechnik eingebunden werden. Die eigens entwickelte Kühltechnologie ermögliche es, die entstehende Abwärme mit Temperaturen von bis zu 70 °C nutzbar zu machen, ohne dass dafür eine zusätzliche Wärmepumpe benötigt werde, heißt es vom Startup.

Schrittweiser Ausbau im StuBay geplant

Nach der ersten Anbindung gemeinsam mit anderen beteiligten Fachunternehmen soll beim System im StuBay dann ein schrittweiser Ausbau erfolgen, „der sich am Wärmebedarf und den technischen Möglichkeiten des Freizeitcenters orientiert“. Mit dem weiteren Ausbau wolle man einen wachsenden Beitrag zur Wärmebereitstellung leisten.

Nach der erwähnten Pre-Seed-Finanzierung über knapp 300.000 Euro durch Gateway Ventures, Business Angels aus dem Pioneers Club und das MCI Innsbruck will Serwas zudem weiteres Kapital aufnehmen: Aktuell läuft eine Crowdinvestingkampagne des Startups.

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