03.01.2019

Schöne Bescherung: 1 Mrd. Euro Geldgeschenke unter Österreichs Christbäumen

Das Geldgeschenk ist die beliebteste Geschenkform in Österreich. Das hat eine Umfrage von durchblicker.at ergeben. Der Vermögenstransfer an heilig Abend betrug 2018 knapp 1 Milliarde Euro. Doch was stellen die ÖsterreicherInnen damit an?
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Geldgeschenke
c) fotolia / detailblick-foto. Das Christkind hat in Österreich heuer knapp 1 Milliarde Euro an Geldgeschenken verteilt.

Der 24. Dezember ist in Österreich nicht nur eine stille, heilige Nacht, sondern auch aus finanzieller Sicht eine interessante Nacht. Eine Umfrage von durchblicker.at hat ergeben, dass zu Weihnachten österreichweit ca. 963 Millionen Euro Bargeld unter den Christbäumen lagen. Das Geldgeschenk ist damit die häufigste Geschenkform – jede zweite Österreicherin bzw. jeder zweite Österreicher bekam ein Geldgeschenk in Höhe von durchschnittlich 256 Euro. Hierauf folgen Wertgutscheine, Gutscheine für Aktivitäten oder Reisen, sowie Bücher, Filme oder Spiele.

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72 Prozent der Geldgeschenke direkt wieder ausgegeben

Dabei schenken ältere Menschen häufiger Geld als jüngere: „Weihnachten sorgt damit für einen signifikanten Vermögenstransfer von der älteren zur jüngeren Generation. Ein Großteil des Geldes landet aber gleich im Handel“, so Reinhold Baudisch, Geschäftsführer von durchblicker.at. Denn: 72 Prozent der Geldgeschenke werden schnell wieder ausgegeben. Jeder zweite investiert in Freizeitaktivitäten, Kleidung oder Schmuck. 40 Prozent der ÖsterreicherInnen kaufen sich etwa Bücher, Spiele und Pflegeartikel oder geben das Geld für Essen und Trinken aus. Lediglich 28 Prozent der Summe des verschenkten Geldes wird gespart.

Weihnachtsgeld und Geldgeschenke zur eigenen Absicherung

Die Hauptmotivation für Sparen stellt hierbei für 59 Prozent die eigene Absicherung dar. 50 Prozent legen das Geld für größere Anschaffungen wie Hausbau, 48 Prozent für kleinere Anschaffungen wie Reisen oder technische Geräte zurück. Dies spiegelt sich auch in der Verwendung des Weihnachtsgeldes wider: „Selber finanziell abgesichert zu sein, ist zu Weihnachten der Spargrund Nummer 1 in Österreich. Das zeigt sich nicht nur bei den Geldgeschenken, sondern auch beim 14. Gehalt, wo vier von zehn Österreicherinnen und Österreichern einen Teil ihres Weihnachtsgeldes für die eigene Absicherung beiseitelegen“, so Baudisch. Angelegt werden die Geldgeschenke überwiegend konservativ und risikoarm. 48 Prozent parken das Geld auf einem Online-Sparkonto, 43 Prozent vertrauen auf das gute, alte Sparbuch und 35 Prozent legen ihr Geld „unters Kopfkissen“.

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(v. l.) AT-Styria-Vorsitzender Herbert Ritter, BrightFlare-CEO Markus Seme, GMAR-Präsidentin Ulrike Haslauer, DCCS-Geschäftsführer Thomas Edlinger, Joanneum Research-Geschäftsführer Heinz Mayer und AT Styria-Geschäftsführer Helmut Röck © Lukas Elsneg

Der Cluster AT Styria (Plattform Automatisierungstechnik Steiermark), ein branchenübergreifendes Netzwerk von 120 Unternehmen, die in der Automatisierungstechnik tätig sind, hat bei den „European Robotics and Automation Talks“ in Graz seinen Plan für eine Robotik-Testregion vorgestellt. Dort soll die nächste Robotergeneration unter realen Produktionsbedingungen bis zur industriellen Einsatzreife entwickelt werden.

Ziel: Industrielle Einsatzreife

Mit an Bord sind unter anderem Joanneum Research, TU Graz, FH Campus 02, Magna Steyr, der KI-Softwareanbieter DCCS und der Security-Spezialist BrightFlare. Über die „Area Süd“ werden Kärntner Partner eingebunden. Dazu kommen das slowenische Netzwerk SRIP Factories of the Future, das italienische DITEDI, mit dem im Juli 2026 ein Memorandum of Understanding unterzeichnet wurde, sowie Bayern Innovativ.

Aus Sicht von AT-Styria-Vorsitzendem Herbert Ritter, der auch Vizepräsident der WKO Steiermark ist, wird KI-gestützte Robotik zur zentralen Standortfrage. „Wir wollen Kooperationen erzeugen, als Enabler wirken und dafür sorgen, dass neue Technologien schneller in den Betrieben ankommen“, sagt er.

18 Millionen Euro aus Horizon Europe

Das Konsortium bewirbt sich um das einzige europaweite Leitprojekt, das Horizon Europe für die industrielle Integration KI-gestützter Robotik vorsieht. Horizon Europe ist das Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union und läuft von 2021 bis 2027. Mit einem Budget von rund 95 Milliarden Euro ist es eines der größten Förderprogramme dieser Art weltweit. Gefördert werden Projekte, in denen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus mehreren Ländern zusammenarbeiten.

Die Ausschreibung öffnet im November 2026, dafür stehen rund 18 Millionen Euro bereit. Der Antrag soll im Frühjahr 2027 eingereicht werden, die Förderentscheidung fällt im Sommer. Bei einer Zusage könnte das Projekt 2028 starten.

Drei Pilotprojekte als Rückgrat

Geplant sind drei industrielle Pilotprojekte. Im ersten arbeiten humanoide Roboter an mehreren Arbeitsplätzen einer Fertigung, bedienen Maschinen und wechseln Werkstücke. Der zweite Pilot widmet sich der innerbetrieblichen Logistik mit autonomen mobilen Robotern. Im dritten übernehmen KI-Systeme Aufgaben in Qualitätskontrolle, Inspektion und Instandhaltung.

Heinz Mayer, Geschäftsführer von Joanneum Research, erklärt das Ziel: „Jeder Pilot setzt bei einem konkreten Engpass im Betrieb an. Am Ende steht eine klare wirtschaftliche und technische Bilanz: Welche Taktzeit erreicht das System, wie zuverlässig arbeitet es, welchen Integrationsaufwand verursacht es und wann rechnet sich die Investition? Genau diese Antworten brauchen Unternehmen, bevor sie eine neue Technologie in größerem Maßstab einsetzen.“

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