10.10.2017

1. Investors & Angels Breakfast in Linz

Erstmals lud die Austrian Angel Investors Association (aaia) gemeinsam mit tech2b, Business Upper Austria, GIN (Global Incubator Network) und startup300 zum Investors & Angels Breakfast in der Tabakfabrik Linz. Die zehn besten Startups aus dem GIN-Programm „GoAustria“ pitchten in entspannter Atmosphäre vor rund 100 Anwesenden ihre Projekte. Das Ziel: Internationale Vernetzung, Anbahnung von Investments und der Gewinn neuer, lokaler Player für die aaia.
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© Serhat Sari/V+P

Neben den bestehenden aaia-Mitgliedern aus Oberösterreich waren zahlreiche Interessierte – auch aus anderen Regionen wie z.B. München – anwesend, die nach den Pitches bereits an einzelne Startups herantraten und eine intensive Zusammenarbeit andenken. Daneben waren lokale, aber auch überregionale Corporates vor Ort, die sich über mögliche Investments informierten. Unter ihnen befanden sich einflussreiche oberösterreichische Key-Player wie Klaus Frauenhuber von der Businessfactory der Primetals Technologies Austria GmbH (vormals VAI voestalpine), die auf der Suche nach Startups aus dem Bereich der „Industrie 4.0“ ist.

International trifft lokal

Der lokale aaia-Vertreter Oberösterreich, Paul Voithofer, der selbst seit 1999 als Investor und Business Angel aktiv ist und bereits mehrere Exits verzeichnen konnte, brachte das Who is Who der oberösterreichischen Unternehmer*innen-Szene zusammen, um sie mit den 10 ausgewählten Startups, die vorwiegend aus dem asiatischen Raum kommen, zu vernetzen. „Gemeinsam haben einige der anwesenden Investoren und Business Angels bereits überlegt, wie wir die Startups noch vernetzen können. Die Qualität war unglaublich hoch und ich denke, dass noch nie so viele spannende Startups gleichzeitig in Linz vertreten waren“, so Voithofer. Auch die Startups gaben positives Feedback und waren von dem ungezwungenen Setting und der vielversprechenden Vernetzung begeistert.

Die Startups bewiesen mit bereits erzielten Umsätzen und Installationen, dass sie neben ihren „heißen“ Ideen in den Bereichen Automotive, Manufacturing, IT und FinTech bereits wirkliche Marktreife erlangt haben. Eines dieser Startups, das bei zahlreichen Investor*innen auf großes Interesse gestoßen ist, ist Materialize (www.materializex.com), das einen Spezialkleber für die Holzindustrie entwickelt hat und damit besonders spannend für heimische Investor*innen ist, da Österreich in der Holzverarbeitung zu den Technologieführern zählt. Einer der zahlreichen Interessierten ist der oberösterreichische Unternehmer Johannes Wöckinger, der gerade seine Laufbahn als Business Angel startet. Mit beruflicher Erfahrung aus der Mondi-Gruppe sowie aus Holzbauprojekten weiß er: „Formaldehyd-freie Kleber sind die Zukunft, Materialize ist daher wirklich spannend!“

aaia verstärkt Oberösterreich-Fokus

„Regional ist es uns ein Anliegen, neben den Menschen, die sich heute schon als Business Angels betätigen, auch neue Investor*innen aus 2 Kategorien zu gewinnen: Einerseits Eigentümer*innen bzw. Geschäftsführer*innen mittelständischer Unternehmen, die bereits erste Investments vorweisen können und von der Vernetzung mit der aaia wirklich profitieren können. Andererseits Technologie-getriebene Unternehmen, die mit dem Investment in Startups ihre Technologie- und Kompetenzbasis erweitern können“, zeigt Lisa Fassl, Geschäftsführerin der aaia, die Benefits für die lokale Unternehmer*innen-Szene auf.

Das nächste Event findet mit der aaia Investors Lounge am 9. November 2017 in Steyr statt. Vor Ort werden der erfolgreiche Business Angel Nikolaus Futter und Christian Adelsberger, Gründer von Parkbob – einem der aktuell erfolgreichsten heimischen Startups – den geladenen Gästen so richtig einheizen“, verspricht Paul Voithofer.

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Rebel Music Distribution
© Rebel Music Distribution - Marko Celesty, Gründer Rebel Music Distribution.

Bei der italienischen Stadt Triest werden alte österreichische Gefühle wach. Von 1382 bis 1918 war sie der Haupt- und Seehafen der Habsburgermonarchie. Zudem verstärkt der Hafen, der 1719 unter dem österreichischen Kaiser Karl VI. zum Freihafen erhoben wurde, die wirtschaftlichen Verflechtungen mit Österreich durch zahlreiche Logistikverbindungen. Zusammen mit dem Zollkorridor Triest–Villach/Fürnitz gilt er heute als Logistikdrehkreuz zwischen Asien und Mitteleuropa. In dieser geschichtsträchtigen Stadt entstand 2021 Rebel Music Distribution, ein von Marko Celesty gegründetes Musik-Tech-Startup, das bereits über 25.000 Artists als User:innen vorweisen kann.

Rebel Music Distribution als Schnittstelle

Dem Founder nach ist die Musikindustrie längst auch eine Softwareindustrie. Hinter jeder digitalen Veröffentlichung stünden Metadaten, Plattformregeln, Rechteverwaltung, Abrechnungen und technische Prozesse. Genau an dieser Schnittstelle arbeitet Rebel Music Distribution, das unabhängigen Artists und Labels den Zugang zur globalen digitalen Distribution vereinfachen will.

Seine Perspektive als Musiker prägte die Produktidee von Beginn an: „Distribution sollte nicht nur technisch funktionieren, sondern für Artists möglichst verständlich, flexibel und ohne unnötige Einstiegshürden nutzbar sein“, beschreibt Celesty sein Mindset.

Aus diesem Ansatz entstand die Plattform, über die Künstler:innen ihre Releases verwalten, Metadaten organisieren und Musik an große Streaming- und Download-Dienste ausliefern können. Auch Labels und Nutzer mit mehreren Projekten können verschiedene Artists und Releases über einen zentralen Account verwalten.

Mehrere 10-Millionen-Streams im Monat

Der über die Plattform verwaltete Katalog erzielt nach Unternehmensangaben jeden Monat mehrere zehn Millionen Streams. Gleichzeitig bleibt die operative Struktur bewusst schlank: Das Kernteam besteht aus vier Personen.

Möglich wird diese Skalierung vor allem durch Automatisierung und eigene technische Prozesse. Statt jede Veröffentlichung manuell zu bearbeiten, werden große Teile des Workflows softwaregestützt abgewickelt.

Rebel Music Distribution versteht sich in diesem Sinne nicht nur als Vermittler zwischen Artist und Streaming-Plattform. Ein wesentlicher Teil des Unternehmens ist ebenjene eigene Software-Infrastruktur, die laufend weiterentwickelt wird. Sie bildet den technischen Kern für Release-Management, Datenverarbeitung und die Verwaltung wachsender Kataloge.

Gerade im digitalen Musikvertrieb sei diese technische Ebene entscheidend. Unterschiedliche Anforderungen der Plattformen, große Mengen an Metadaten und eine steigende Zahl von Releases würden vor allem skalierbare Systeme zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil machen, so der Gründer.

Rebel Music Distribution: Revenue-Share-Modell

Ein weiterer Bestandteil des Modells von Rebel Music Distribution ist der kostenlose Einstieg in die Musikdistribution. Artists können ihre Musik veröffentlichen, ohne für die reine Distribution zunächst eine klassische jährliche Abo-Gebühr zahlen zu müssen. Ergänzt wird das Angebot durch ein kostenloses Online-Mastering-Studio, monatliche Royalty-Auszahlungen und direkten Support.

„Das Angebot richtet sich damit besonders an Independent Artists, Produzenten, Songwriter und kleinere Labels, die professionelle digitale Infrastruktur nutzen möchten, ohne schon vor dem ersten Release hohe Fixkosten einzugehen“, heißt es per Aussendung.

Das Geschäftsmodell von Rebel Music Distribution basiert konkret auf einem Revenue-Share-Modell: Die Musikdistribution ist – wie erwähnt – für Artists grundsätzlich kostenlos, im Gegenzug behält Rebel Music laut eigenen AGB standardmäßig zehn Prozent der über die Plattform generierten Royalties, 90 Prozent bleiben bei den Künstler:innen. Zusätzlich monetarisiert das Unternehmen optionale Services wie YouTube Content ID, für das 25 Euro pro Track sowie 20 Prozent der daraus erzielten Einnahmen verrechnet werden, sowie die „QC Fast Track Validation“ (Fast-Track-Qualitätskontrolle) für 15 Euro pro Release.

Ohne Investoren

Das Startup wurde ohne externe Investoren aufgebaut. Nach Angaben des Unternehmens liegt die heutige Bewertung im Bereich von mehreren Millionen Euro. Die Kombination aus eigener Technologie, internationaler Nutzerbasis und einem stark wachsenden Markt mache das Unternehmen „zu einem Beispiel dafür, wie sich spezialisierte Softwareprodukte auch mit kleinen Teams global skalieren lassen“, so der Claim.

Für Celesty bleibt dabei der Musikerblick zentral, wie er sagt: „Die Technologie soll nicht Selbstzweck sein, sondern Probleme lösen, die unabhängige Künstler:innen im Alltag tatsächlich haben. Genau darin sieht Rebel Music Distribution die Grundlage für weiteres Wachstum.“

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