24.09.2019

Höhle der Löwen: Marketing-Experten über die Startups aus Folge 4

Die Marketingexperten Alexander Oswald und Jan Gorfer beleuchteten die fünf Startups der Folge 4/2019 von "Die Höhle der Löwen" aus strategischer Perspektive und bewerteten das Marketingpotential der Produkte schon vorab. Zudem geben sie ihren Favoriten Preis.
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Höhle der Löwen, Marketing, OMG, Oswald, Kofer, Ottakringer, Futura,
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer -Marketing-Experten bewerten u.a. den Supersoup Instant Eintopf von "La Ribollita" und Gründer Fabian Zbinden (2.v.r.).

Vergangene Woche holte sich SunCrafter, der Favorit unserer Marketing-Expertinnen, bei „Die Höhle der Löwen“ kein Investment. Diese Woche versuchen sich Alexander Oswald (Geschäftsführender Gesellschafter der Futura GmbH und Präsident der Österreichischen Marketing-Gesellschaft) und Jan Gorfer (Marketingleiter Ottakringer und Vorstandsmitglied der Österreichischen Marketing-Gesellschaft) in der Beurteilung der fünf pitchenden Startups.

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1. LaRibollita

Fabian Zbinden aus Bern möchte mit seinem Food-Startup LaRibollita die schnelle Verpflegung revolutionieren. Er entwickelte gemeinsam mit einer Lebensmittelingenieurin ein Instantgericht – frisches Gemüse, ergänzt mit roten Linsen und Gewürzen im Becher. Die LaRibollita-Suppen sind ohne Konservierungs- oder Zusatzstoffe, glutenfrei und vegan und in vier Minuten zubereitet. Bei „Die Höhle der Löwen“ möchte Fabian Zbinden mit LaRibollita Kapital für den Rollout in der ganzen Schweiz und Deutschland aufstellen. Dafür bietet er den „Löwen” 42.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.

Die Einschätzung der Experten

Fabian Zbinden ist ein extrem authentischer Typ mit einer tollen Geschichte. Vom Koch der Stars in Hollywood zurück in die Schweiz als Betreiber eines Food-Trucks. Sein neuestes Projekt heißt LaRibollita, wahlweise ein Gemüseeintopf oder veganes Chili. Interessant ist das Produkt, da es vegan, bio und glutenfrei ist und darüber hinaus ohne Allergene, Zusatzstoffe oder Konservierungsmittel auskommt und dennoch für mindestens einen Monat im Kühlschrank haltbar ist. Leider ist LaRibollita bisher nur in der Schweiz, genauer gesagt in Bern, verfügbar.

Der Webauftritt ist gut, wenngleich auch etwas zu bildlastig. Es bräuchte auch mehr Inhalte, vor allem dauert es viel zu lang, um mehr über den Gründer und seine Story herauszufinden. Oft braucht man einfach einen Klick zu viel, um mehr über Fabian zu erfahren. Oftmals ist aber genau dieser eine Klick schon entscheidend. Auch aus SEO-Sicht wäre die Homepage noch ausbaufähig. Die Social-Media-Aktivitäten sind schon gut gesetzt, Facebook funktioniert gut und auf Instagram gibt es bereits sehr viele Reaktionen.

Dennoch fehlt uns am Ende des Tages die USP. Vegane Fertiggerichte sind mittlerweile breit verfügbar, da wird es auch für einen Spitzenkoch schwer, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Das Produkt wirkt sehr hochwertig und schön gemacht, aber gerade das Premiumsegment für Food ist sehr umkämpft und nicht leicht skalierbar.

Marketing-Tipp

Fabian sollte das Produkt nochmals überdenken und die USP besser herausarbeiten. Der Markt für LEH-Produkte ist schwer umkämpft und es braucht sowohl eine klare Differenzierung als auch einen sehr langen Atem um sich hier durchsetzen zu können. Letztlich hängt es unserer Meinung nach auch von seinen persönlichen Zielen ab, wie er sich in Zukunft positionieren möchte. Auf jeden Fall sollte Fabian seiner eigenen Philosophie treu bleiben. Sollten es am Ende auch nur zwei oder drei Foodtrucks sein – go for it!

2. Sirplus

Mit ihrem Social-Impact-Start-up Sirplus bieten die Gründer Raphael Fellmer und Martin Schott die Möglichkeit, „ganz einfach Lebensmittel zu retten und dabei Geld zu sparen“. Ihre Lösung: In sogenannten „Rettermärkten“ und im eigenen Online-Shop verkaufen die beiden bereits abgelaufene Lebensmittel, die aber noch verwertbar sind. Um dieses Konzept in ganz Deutschland auszurollen, benötigen sie 700.000 Euro für sechs Prozent der Firmenanteile, um die sie bei „Die Höhle der Löwen“ pitchen.

Die Einschätzung der Experten

Sirplus will die Lebensmittelwertschätzung stärken und bringt daher überschüssige und abgelaufene Lebensmittel über sogenannte „Rettermärkte“ und einen bundesweiten Onlineshop zurück in den Kreislauf. Eine wirklich sympathische und wichtige Idee, die den Zahn der Zeit trifft, reden doch gerade alle Marketer von „purpose“.

Der Webauftritt ist optisch durchaus ansprechend, aus SEO-Sicht aber sehr optimierungswürdig. Social Media ist, was die Fan-Zahlen betrifft, zwar in Ordnung, wobei aufgrund der Reaktionsrate Instragram deutlich über Facebook zu stellen ist. Auch YouTube ist vorhanden, wobei die Views je Video noch sehr ausbaufähig sind.

Aus ideeller Sicht ist so ein Startup sehr wünschenswert, ob sich jedoch mittelfristig auch ein finanzieller Erfolg abzeichnet, lässt sich schwer einschätzen. Schließlich sollte die gesamte Lebensmittelindustrie gemeinsam mit dem Handel an Lösungen zur Vermeidung von Lebensmittelabfall arbeiten. Und damit stellt sich die Frage nach der Lebensdauer für Sirplus. Unserer Meinung nach sollte sich das Startup eher als Teil einer Kette und nicht als „Wir gegen die Marke“ positionieren. Somit könnten Handelsunternehmen vom Know-how von Sirplus profitieren.

Marketing-Tipp

Sirplus sollte sich auf die Wiederverwertung und die Boxen konzentrieren und dafür rasch den Ausbau des Service optimieren. Dafür kann man auch mit Partnern für den Transport zusammenarbeiten. Wer weiß, wohin sich das Business noch entwickelt. Die direkte Zusammenarbeit mit Handelsunternehmen könnte Sirplus einen Boost verschaffen und die Positionierung als Experte festigen.

Höhle der Löwen, Marketing, OMG, Oswald, Kofer, Ottakringer, Futura,
(c) Ludwig Schedl – Alexander Oswald, Präsident der Österreichischen Marketing-Gesellschaft, durchleuchtet die heutigen DHDL-Kandidaten.

3. Mia Mia

Gründer Davor Petrovic arbeitet eigentlich an der Optimierung von Rauchmeldern. Dabei machte er zufällig eine erstaunliche Entdeckung: Eines der Bauteile, ein Metallgitter, hobelte seinen Fingernagel so glatt, dass das Licht auf der Nageloberfläche reflektierte. So wurde aus dem Entwicklungsingenieur ein Produktentwickler und heraus kam die „Mia Mia“-Nagelfeile. Ein Prototyp liegt bereits vor. Für die Marktreife fehlt Petrovic aber die Beauty-Expertise, daher sucht er einen strategischen Partner, der mit ihm den Nagelfeilen-Markt aufwirbelt. Bei „Die Höhle der Löwen“ pitcht er um 90.000 Euro für 25 Prozent Firmenanteile.

Die Einschätzung der Experten

Eine neue Nagelfeile, die keine Risse verursacht: Das klingt grundsätzlich nach einer guten, aber nicht neuen Idee. Der Beauty-Markt ist ebenso umkämpft wie mit unzähligen Produkten bereits überschwemmt. Daher wird es definitiv schwer für Mia Mia, aus der breiten Masse herauszustechen. Eine Beurteilung des Produktes ist praktisch unmöglich, da es bislang nur einen Prototyp gibt und Produktbewertungen online daher noch vollkommen fehlen.

Der Webauftritt ist gelinde formuliert mehr als ausbaufähig und gleicht einer Baustelle. Auf der Webseite findet man kaum relevante Informationen über die Nagelfeile, außerdem sind keinerlei Videos oder Tests vorhanden. Wo steckt die Story hinter Mia Mia? Wir tappen hier, trotz Recherche, noch im Dunkeln. Gerade bei Beauty-Produkten wäre eine Einbindung von Social Media äußerst sinnvoll und die Zielgruppe könnte perfekt erreicht werden. Auch hier gibt es nichts vorzuweisen.

Marketing-Tipp

Das Produkt ist zwar noch im Prototypenstadium, dennoch kann man die Geschichte des Produktes viel besser verkaufen. Im Beauty Business leben Produkte von Reputation und Marke. Wenn es schon an Tests und Erfahrungen fehlt, wäre unsere Meinung nach in diesem Fall zumindest der Aufbau der Marke besonders wichtig. Welche Story steckt hinter Mia Mia? Was ist die USP? Der Aufbau von Social-Media-Kanälen unter Einbeziehung von Infuencern aus dem Beauty-Bereich scheint eine gute Option zu sein.

4. Medibino

Gründerin Susanne Kluba ist Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgin und Entwicklerin des Medibino-Babykissens, das eine Prophylaxe gegen Schädelverformungen bei Babys bieten soll. Dieses wächst mit dem Babykopf mit und kann im Kinderbett, im Kinderwagen oder im Kindersitz angewendet werden. Seit 2018 ist das Babykopfkissen als Medizinprodukt zugelassen und wird bisher online vertrieben. Bei „Die Höhle der Löwen” pitchen die Gründerin und ihre beiden Co-Founder um 350.000 Euro für 20 Prozent Firmenanteile.

Die Einschätzung der Experten

Die Erfinderin des Medibino Kissens ist eine wirkliche Expertin. Susanne Kluba ist Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgin. Aus ihrer täglichen ärztlichen Arbeit kennt sie mehr oder minder die schweren Formen von lagebedingten Schädeldeformationen und weiteren Schädelverformungen von Babys und Kleinkindern. Rund 790.000 Kinder werden jährlich in Deutschland geboren, rund 85.000 in Österreich – der Markt ist also da, aber gleichzeitig limitiert.

Denn nicht alle Eltern werden solch ein Kissen kaufen, zudem ist der Markt umkämpft. Recherchiert man kurz im Web und auf Amazon, so findet sich eine Vielzahl von alternativen Lösungen an Babykissen gegen Kopfverformung. Auf Amazon sind Produkte mit hunderten Bewertungen zu finden, im Web etliche Produkte, die auch klinisch überprüft wurden. Eine Schwierigkeit für Medibino liegt darin, dass der Hintergrund und der Lösungsansatz des Produktes relativ komplex zu erklären ist. Daher wäre die Erklärung des Problems grundsätzlich wichtig, um vielen Eltern und damit potenziellen Kunden den Vorteil des Produktes zu erklären.

Gerade in diesem Bereich muss Medibino in seiner Story nachlegen. Die Webseite ist sehr nüchtern gestaltet, SEO-technisch gibt es sehr viel zu verbessern. Social Media wird zwar verwendet, aber bei Weitem nicht ideal genutzt. Hier gebe es sehr viel Potenzial, um die Story von Medibino emotionaler zu besetzen.

Marketing-Tipp

Experte sein und als Experte von Laien verstanden zu werden, sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Wir raten zu einer emotionaleren Story. Dafür sollte sich die Gründerin mehr Marketingkompetenz an Bord holen, um die USP des Medibinos für alle potentiellen Nutzer klar verständlich herauszuarbeiten. Das Potenzial ist ebenso wie die Zielgruppe definitiv vorhanden, muss aber noch viel stärker ausgeschöpft werden.

Höhle der Löwen, Marketing, OMG, Oswald, Kofer, Ottakringer, Futura,
(c) Ludwig Schedl – Jan Gorfer, Präsident der Österreichischen Marketing-Gesellschaft: „Experte sein und als Experte von Laien verstanden zu werden, sind zwei verschiedene Paar Schuhe“.

5. DeineStudienfinanzierung

Es gibt es eine Vielzahl an Förderungen und Stipendien zur Studienfinanzierung. Doch viele Studenten scheuen die Bürokratie oder wissen nicht, welche Möglichkeiten für sie in Frage kommen. Bastian Krautwald, David Meyer und Alexander Barge haben mit deineStudienfinanzierung eine digitale Plattform geschaffen, die Studierende „von der ersten Antragstellung bis hin zum letzten zurückgezahlten Euro“ bei der Finanzierung ihres Studiums schnell und unkompliziert gegen eine Gebühr unterstützen soll. Für das weitere Wachstum pitchen die drei Gründer bei „Die Höhle der Löwen“ um 500.000 Euro für 12,5 Prozent Firmenanteile.

Die Einschätzung der Experten

Eine Webseite, die übersichtlich Behördenwege zum Thema Studienfinanzierung transparent macht, Hilfe bei Anträgen bietet und die Finanzierung eines Studiums vereinfachen will. Kurzum, ein Unternehmen, das das Leben und Studieren einfacher macht. Solche Ansätze sind immer spannend und bieten einiges an Potenzial: Es gibt eine klar definierte Zielgruppe, klare Bedürfnisse und einen Prozess, der durch Digitalisierung deutliche Vereinfachungen bringt.

DeineStudienfinanzierung besticht durch eine klare und gute Umsetzung. Die Inhalte auf Web und Social Media sind einfach, klar und verständlich. SEO kann man allerdings noch optimieren. Auf Social Media wird eindeutig auf Reichweite und weniger auf Community gesetzt, blickt man auf Posts versus Ads.

Dass die Gründer wirklich einen professionellen und guten Job machen, sieht man auf Trustpilot mit 44 Bewertungen und der Traumquote von 100 Prozent. Hervorragend sind auch die 15 Bewertungen auf Kununu mit einem Punktedurchschnitt von 4,71. Da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht und das gefällt uns. Als einziges Problem sehen wir allerdings das Risiko, dass man das Modell von DeineStudienfinanzierung theoretisch relativ leicht nachahmen könnte.

Marketing-Tipp

Macht unbedingt weiter so! Holt euch die nächste Finanzierung und skaliert weiter professionell nach oben. Das sieht vielversprechend aus. Wichtig wird es allerdings noch sein, das Geschäftsmodell langfristig abzusichern und den einen oder anderen exklusiven Deal einzufädeln.


Favorit der Experten in Folge 4/2019 von „Die Höhle der Löwen“

Unser persönlicher Favorit dieser Folge „Die Höhle der Löwen“ ist DeineStudienfinanzierung. Da wirkt auf den ersten Blick (und ohne Finanzdaten) alles top. Medibino kann Potenzial haben, aber dafür fehlen uns Informationen zu Verkaufszahlen und (medizinischer) USP. Sirplus ist auf jeden Fall eine nachhaltige und tolle Idee, aber die Skalierung für Investoren bezweifeln wir.

⇒ LaRibollita

⇒ Sirplus

⇒ Mia Mia

⇒ Medibino

⇒ DeineStudienfinanzierung

⇒ ÖMG

⇒ Futura

⇒ Ottakringer

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Goldene Houskapreis-Statue, Foto: Alexander Müller

Gute Forschung entsteht in Österreich viel. Was seltener gelingt, ist der Schritt danach: dass aus einer Erkenntnis ein Produkt wird, ein Verfahren, ein Unternehmen. Genau an dieser Schnittstelle setzt der Houskapreis der B&C Privatstiftung an. Ausgezeichnet werden Projekte, die wissenschaftliche Qualität mit konkreter wirtschaftlicher Wirkung verbinden. Mit einem Gesamtpreisgeld von 760.000 Euro ist er Österreichs größter privater Preis für anwendungsnahe Forschung.

Nun geht der Preis in seine 22. Runde. Die Einreichphase für den Houskapreis 2027 ist im September gestartet und läuft bis einschließlich 28. Oktober 2026. Eingereicht wird ausschließlich online unter www.houskapreis.at.

Warum der Fokus auf Anwendung? Erich Hampel, Vorstandsvorsitzender der B&C Privatstiftung, erklärt es so: „Forschung und Innovation sind wesentliche Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Gerade in einem zunehmend technologiegetriebenen internationalen Umfeld wird es für Österreich entscheidend sein, wissenschaftliche Erkenntnisse erfolgreich in die wirtschaftliche Praxis zu überführen. Dafür braucht es wissenschaftliche Exzellenz ebenso wie unternehmerisches Denken und den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Mit dem Houskapreis zeichnen wir Projekte aus, die diese Verbindung erfolgreich herstellen und wirtschaftliche Wirkung entfalten.“

Forschungspreis in drei Kategorien

Vergeben wird der Houskapreis 2027 in den Kategorien Hochschulforschung, Außeruniversitäre Forschung sowie Forschung & Entwicklung in KMU. Teilnahmeberechtigt sind österreichische staatliche und private Universitäten inklusive Fachhochschulen, Christian Doppler Labors, die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), das Institute of Science and Technology Austria (ISTA), heimische außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie kleine und mittlere Unternehmen. Gemeinsame Voraussetzung: Die wesentlichen Forschungsleistungen müssen in Österreich erbracht worden sein.

Auch der Houskapreis 2027 wird im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung vergeben, am 20. April 2027 in Wien | (c) Alexander Müller

Wie weit ein Projekt sein muss, hängt von der Kategorie ab. In der Hochschulforschung reicht es, wenn die wirtschaftliche Umsetzung unmittelbar bevorsteht oder bereits erfolgt ist. In der außeruniversitären Forschung muss sie schon passiert sein. Bei KMU muss das Projekt zusätzlich abgeschlossen sein und bereits Umsätze am Markt erzielen.

Was KMU wissen müssen

Für Unternehmen gelten klare Voraussetzungen. Sie müssen der KMU-Definition von EU und FFG entsprechen, ihren Firmensitz und ihre wesentlichen Forschungsaktivitäten in Österreich haben, maximal 249 Mitarbeiter:innen beschäftigen und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro ausweisen. Außerdem müssen sie seit mindestens zwei Jahren bestehen, also vor dem 31. Dezember 2024 im Firmenbuch eingetragen worden sein, und dürfen in keinem Beteiligungsverhältnis zur B&C-Gruppe stehen.

Die Kategorie steht auch jüngeren Unternehmen offen, sofern sie die genannten Voraussetzungen erfüllen. Entscheidend ist, dass das Unternehmen seit mindestens zwei Jahren besteht und mit seiner Innovation schon Umsätze erzielt. Wie realistisch die Chancen sind, hat der Vorjahresjahrgang gezeigt: Alle drei Nominierungen in der KMU-Kategorie gingen an heimische innovative Unternehmen, den ersten Platz holte sich das Linzer Unternehmen sendance.

Bewertung und Einreichung

Die Bewertung erfolgt in einem zweistufigen Verfahren durch Fachbeiräte pro Kategorie und eine international renommierte Jury aus Wirtschaft und Wissenschaft. Gewichtet wird dabei je nach Kategorie unterschiedlich: Bei der Hochschulforschung zählt die wissenschaftliche Qualität am meisten, bei KMU der wirtschaftliche Erfolg, der mit 40 Prozent in die Bewertung einfließt.

Vier Trophäen, vier Auszeichnungen: Der Houskapreis 2027 wird in drei Kategorien vergeben, dazu kommt der mit 10.000 Euro dotierte Mariella-Schurz-Preis, über den eine Oberstufenklasse entscheidet. | (c) Alexander Müller

Für die Einreichung braucht es je ein einseitiges Abstract auf Deutsch und Englisch sowie ein Dossier von maximal zehn Seiten. KMU dürfen das Dossier auf Deutsch oder Englisch verfassen, in den beiden anderen Kategorien ist Englisch vorgeschrieben. Hochschulen legen mindestens einen Letter of Intent eines Wirtschaftspartners bei, außeruniversitäre Einrichtungen mindestens einen Kooperationsnachweis. In allen Anträgen ist zudem der Beitrag zu den SDGs zu beschreiben.

Preisgeld und Termine

Pro Kategorie werden drei Projekte nominiert, und alle drei gehen mit Preisgeld nach Hause: 150.000 Euro für den ersten Platz, 70.000 Euro für den zweiten, 30.000 Euro für den dritten. Die Erstplatzierten bekommen von der B&C Privatstiftung zusätzlich die goldene Houskapreis-Statue überreicht.

Darüber hinaus vergibt die B&C Privatstiftung den mit 10.000 Euro dotierten Mariella-Schurz-Preis an eines der nominierten Projekte, das eine Oberstufenklasse auswählt. Die Preisgelder gehen an die Institutionen und kommen dort weiteren Forschungsarbeiten zugute.

Die Nominierten werden im Februar 2027 bekannt gegeben, die Verleihung findet am 20. April 2027 in Wien statt. Wer sich vorab informieren will, hat am 5. Oktober 2026 um 14 Uhr bei einer weiteren Online-Informationsveranstaltung Gelegenheit dazu, Anmeldung unter [email protected]. Im Vorjahr gingen die ersten Plätze an die TU Wien, das AIT Austrian Institute of Technology und das Unternehmen sendance. brutkasten hat über die neun Nominierungen für den Houskapreis 2026 berichtet.

Einreichung: bis 28. Oktober 2026 unter www.houskapreis.at
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