16.08.2018

HelloMello: Wassermelonen, Limetten und der Marianengraben

Startup-Portrait. Die Wassermelone gehört im Sommer zu den Lieblingsfrüchten der Österreicher. Ein Faktum, das sich das Startup HelloMello mit seinem Drink zunutze machen möchte.
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HelloMello, Wassermelonen, Drink, Coconut Water, Startup, Unilever
(c) HelloMello - Das Unternehmen HelloMello möchte mit einem Melonen-Drink den FMCG-Bereich erobern.

Laut Statista wurden im Jahr 2016/17 in Österreich pro Kopf rund 4,5 Kilogramm Melonen verbraucht. Säfte aus der beliebten Frucht gab es in Österreich bislang jedoch kaum. Das Wiener Startup HelloMello will mit seinem Wassermelonen-Drink nun den heimischen Markt erobern. Es greift damit einen Trend aus den USA auf. Hinter dem Unternehmen steht ein Branchen-Kenner. Der Alleineigentümer ist Manager bei einem Lebensmittelriesen. Er trete aber nur als reiner Kapitalgeber auf, heißt es von HelloMello. Groß werden will das kleine Wiener Team aus eigener Kraft.

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Druck wie im Marianengraben

Das Getränk besteht aus einer kaltgepressten Wassermelone und einem Spritzer Limette. „Der Drink wird mittels ‚HPP-Processing‘ unter Hochdruck haltbar gemacht, weil so der Geschmack und alle Vitamine erhalten bleiben. Der Druck, den wir hierfür verwenden, ist sechs Mal so hoch wie der Druck am tiefsten Punkt der Erde am Marianengraben (Anm.: 1070 BAR in rund 11.000 Meter Tiefe)“, sagt Nikolaus Krones von HelloMello.

„Nichts zu verstecken“

Beim Wiener Startup stand die Geschäftsidee vor der Produktidee. „Wir haben lange nach einem Produkt im FMCG-Bereich gesucht, welches die Trends und Konsumentenwünsche der heutigen Zeit am besten bedient. Uns war es wichtig ein Produkt zu entwickeln, welches natürlich ist, ohne Zucker oder sonstige Zusätze. Es sollte ohne Farbstoffe und Konservierungsmittel auskommen, maximal zwei Zutaten haben und am wichtigsten, jedem schmecken. Wir wollten Einfachheit und schlichtweg eine ganz kurze Zutaten-Liste, die nichts verstecken muss“, so Krones weiter.

HelloMello: Trends erkennen

Das HelloMello-Team habe beobachten können, wie „Coconut Water“ die letzten Jahre einen rasanten Aufstieg am Markt feierte und habe auf Reisen Trends ausfindig gemacht, die, so Krones, teilweise noch nicht von heimischen oder internationalen Produzenten erfüllt werden. „In Märkten, wo Coconut-Water schon länger am Markt erhältlich ist, wie etwa den USA, folgte danach mit großem Erfolg der Trend zu Watermelon-Water“, sagt Krones, „Bei der Entwicklung der Geschäftsidee stand zudem im Vordergrund, ein Produkt im Handel zu platzieren, welches bisher hierzulande von keinem anderen Teilnehmer bedient wird“.

Geschmack mittels HPP-Verfahren behalten

Das Team, das sich aus verschiedenen Branchen zusammensetzt – Werbung, FMCG-Welt und Vertrieb – musste sich am Anfang mit Hürden herumplagen. „Auf Produktseite wollten wir keine Kompromisse eingehen und haben uns immer dem Geschmack verschrieben. Es muss schmecken und besser sein als abgekochte und pasteurisierte Produkte. Hier war die Produzentenauswahl von extrem hoher Wichtigkeit, da wir unbedingt ein Produkt haben wollten, welches mit dem HPP-Verfahren arbeitet, denn nur so kann man den Geschmack der Melone perfekt erhalten. Da haben wir schon einige Monate drauf verwendet und einiges probiert“, sagt Krones, „Auf der Absatzseite ging es natürlich weiter. Wer die Branche kennt weiß, dass man nicht einfach zu einem Handelspartner marschiert und dort in die Listung kommt“.

Bei MPreis gelistet

Gelungen ist dies bei MPreis, einer österreichische Supermarktkette, die in Salzburg, Kärnten, Vorarlberg, Tirol und Südtirol vertreten ist. „Der Markt, den MPreis abdeckt ist extrem spannend. Viele Touristen, großartige Märkte, ebenfalls die Chance auch in Südtirol vertreten zu sein und ein Kunde, der in unserem Fall extrem begeistert war, das Produkt national in die Listung zu nehmen. Wir wollen im nächsten Schritt in ganz Österreich im Handel erhältlich sein und da ist die erfolgreiche Listung bei MPREIS, sowie eine entsprechende Drehung die Basis für weitere Gespräche mit dem Handel“, sagt Krones.

Strategischer Investor gesucht

Die Marketing-Strategie von HelloMello fokussiert auf die Kommunikation der Marke auf digitalen Kanälen, sowie auf Flugblätter und das Finden weiterer Vertriebspartner. „Für uns steht der nachhaltige Erfolg ganz oben auf der Liste und das heißt konkret, dass wir uns über die nächsten Jahre am Markt beweisen wollen. Zurzeit tragen die Einnahmen die Kosten was ein großer Erfolg ist“, sagt Krones, der zudem noch erwähnt, dass das bisher eigenfinanzierte Unternehmen auf der Suche nach strategischen Investoren sei, „wenn dadurch neue Märkte oder Kunden erschlossen werden“.

Anfragen aus Deutschland

Das Startup, das in Holland produzieren lässt, hat vor, Gespräche mit weiteren Handelshäusern zu führen, wie es heißt. „Neben Coconut-Water stehen massig Smoothies in allen Farben mit viel Platz an Regalmetern. Wir würden uns freuen die Einkäufer von HelloMello zu überzeugen und hier ein fixes ‚Facing‘ am Regal zu bekommen. Langfristig möchten wir HelloMello als Marke etablieren und weitere Flavors auf den Markt und viele Konsumenten zu uns bringen. Der Fokus bleibt auf Österreich, aber diverse Anfragen aus Deutschland sind schon eingelangt“, sagt Krones.


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Co-Founder und CEO Holger Plasser | (c) Voidsy

Wer voidsy besuchen will, muss in Wels nicht weit gehen. Nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt, in einem unscheinbaren, ehemaligen Bahngebäude, hat das Startup seit dem Sommer 2025 sein Quartier bezogen. In der angeschlossenen Lagerhalle stapeln sich die Test-Bauteile der Kund:innen, manche mehrere Meter lang. Viele bestehen aus jenem Compositematerial, das in der Luft- und Raumfahrt längst Standard ist: Im Inneren verbirgt sich eine feine Wabenstruktur, leicht und zugleich hochfest. Genau auf die zerstörungsfreie Prüfung solcher Materialien hat sich voidsy spezialisiert.

Im Büro hängt, fast wie ein Gruß an die Geschichte des Gebäudes, eine alte Bahnuhr in Blau an der Wand. Der Blick der Besucher:innen fällt aber zuerst auf etwas anderes: die Auszeichnungen entlang der Wand. 2025 holte voidsy beim Oberösterreichischen Landespreis für Innovation in der Kategorie Kleine und mittlere Unternehmen Platz 1, im März 2026 folgte der Österreichische Gründungspreis Phönix in der Kategorie „Startup“. Sichtbare Belege dafür, dass aus der Ausgründung einer Forschungsgruppe der Fachhochschule Oberösterreich in wenigen Jahren ein ernstzunehmender DeepTech-Player geworden ist.

Eine dritte Dimension für die Materialprüfung

Gegründet wurde voidsy 2022 von CEO Holger Plasser gemeinsam mit den drei Co-Gründern Gernot Mayr, Günther Mayr und Gregor Thummerer, alle zuvor wissenschaftliche Mitarbeiter an der FH Oberösterreich am Campus Wels. Mit dem 3D V-ROX hat das Team ein System entwickelt, das Bauteile berührungslos auf innere Defekte untersucht. Die Besonderheit: Während herkömmliche Thermografiesysteme ein zweidimensionales Bild liefern, extrahiert die Software von voidsy eine dritte Dimension. „Damit weiß man nicht nur, dass ein Defekt da ist, sondern auch, in welcher Tiefe er liegt“, erklärt Plasser. Eine essenzielle Information, denn viele Bauteile werden repariert und nicht ersetzt.

(c) Voidsy

Gesucht werden Subsurface-Defekte, also Unregelmäßigkeiten unter der Oberfläche. Bei Compositematerialien sind das etwa Porosität, die in der Fertigung entsteht, oder Delaminationen, bei denen sich einzelne Materiallagen voneinander lösen, ausgelöst beispielsweise durch Vogelschlag oder Hagel. „Das Tückische ist, dass die Oberfläche nach dem Aufprall zurückfedert und mit freiem Auge nichts zu erkennen ist“, so Plasser. Im Inneren kann die Festigkeit aber kritisch geschwächt sein.

Mobil bis zum 110-Meter-Rotorblatt

Weil das System mobil ist, kann voidsy auch dort prüfen, wo Bauteile nicht ins Labor passen. In Frankreich und Spanien etwa inspiziert das Unternehmen Rotorblätter von Windturbinen, bei Offshore-Anlagen mit einer Länge von bis zu 110 Metern. Fokusmarkt bleibt aber die Luft- und Raumfahrt, wo gesetzliche Vorschriften eine hundertprozentige Prüfung verlangen. 

(c) Voidsy

Seit dem ersten brutkasten-Porträt hat sich einiges getan. Im Juni 2025 erklärte voidsy die CE-Konformität, seither ist das europäische Seriengerät am Markt. Rund 15 Geräte hat das Unternehmen bislang verkauft. Aktuell arbeitet das Team an der UL-Zertifizierung für den US-Markt, wofür eigens Prüfer:innen aus den USA nach Wels anreisen. Patente hält voidsy in Europa, den USA, China, Hongkong und Japan.

Wie die aws-Förderung den Weg geebnet hat

Möglich gemacht hat diesen Weg auch eine durchdachte Förderstrategie. voidsy wurde über die Austria Wirtschaftsservice (aws) gefördert: Den Start machte das Programm aws Preseed DeepTech, mit dem das Startup die Grundlagen für seine Thermografie-Technologie legte. Aktuell befindet sich voidsy im aws Seedfinancing DeepTech. „Das hat uns die Möglichkeit gegeben, das Team so aufzustellen, dass wir den Proof of Concept aus dem Preseed über den Proof of Market hinaus zu den ersten Schritten in Richtung Markt führen konnten“, sagt Plasser.

Das aktuelle Projekt zielt auf die wirtschaftliche Umsetzung des 3D V-ROX-Systems für faserverstärkte Kunststoffe und andere Materialien ab. Aufbauend auf den Erfolgen des aws Preseed DeepTech soll das Seedfinancing die Skalierung und Marktdurchdringung vorantreiben und die industrielle Qualitätskontrolle effizienter und nachhaltiger gestalten. Über die finanzielle Unterstützung hinaus half die aws dem Startup schon früh bei der Ausarbeitung eines Schutzrechtskonzepts und des Geschäftsmodells.

Organisches Wachstum, offen für Gespräche

Den Großteil seines Wachstums finanziert voidsy aus dem Cashflow, organisch und profitabel. „Ich bin ein Freund des organischen Wachstums“, sagt Plasser. Für Investmentgespräche ist man dennoch offen, gerade aus dem US-Verteidigungsumfeld gebe es Interesse. Eine eigene US-Gesellschaft schließt Plasser mittelfristig nicht aus. Die Vision bleibt: einer der führenden Anbieter in der zerstörungsfreien Materialprüfung zu werden.


Der Artikel entstand in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws).

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